Wissenschaftspreis 2017 an Prof. Dr. Dr. hc. Kornelia Smalla verliehen

Im Jahr 2017 erhielt die Braunschweiger Mikrobiologin und Phytopathologin Prof. Dr. Dr. hc. Kornelia Smalla den »Wissenschaftspreis der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft e.V.«. Der Preis wird alljährlich vom Vorstand der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft e.V. (DPG) an Personen mit wegweisenden wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Phytomedizin verliehen, die durch entsprechende wissenschaftliche Publikationen belegt sind. Der Vorstand der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft (DPG) würdigt damit die herausragenden wissenschaftlichen Leistungen von Frau Prof. Smalla in der Erforschung des pflanzlichen Mikrobioms der Kulturpflanzen und dessen Bedeutung für die Pflanzengesundheit. Ihre Forschungsergebnisse hat Frau Prof. Smalla in weit über 200 wissenschaftlichen Fachartikeln (www.julius-kuehn.de/ep/personal/p/s/ kornelia-smalla/) publiziert, die allesamt stark zitiert werden. Die Verleihung des Preises fand am 23. März 2017 anlässlich der Jahrestagung des DPG-Arbeitskreises »Biologische Bekämpfung« bei der e-nema Gesellschaft für Biotechnologie und biologischen Pflanzenschutz mbH in Schwentinental statt.

Prof. Dr. Dr. hc. Kornelia Smalla, Jahrgang 1956, hat an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Chemie studiert und in Biochemie promoviert. Seit 1991 forscht Frau Prof. Smalla in ihrem Spezialbereich der Mikrobiellen Ökologie an der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, dem heutigen Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen unter anderem die Interaktion von Antagonisten, Pathogenen und mikrobiellen Gemeinschaften in der Rhizosphäre sowie die Effekte von Boden, Pflanzenart, Sorte und landwirtschaftlicher Praxis auf die strukturelle und funktionelle Diversität mikrobieller Gemeinschaften in der Rhizosphäre. Hierzu entwickelt und nutzt Frau Prof. Smalla molekulare kultivierungsabhängige und kultivierungsunabhängige Nachweismethoden. Die Ergebnisse ihrer Arbeiten haben maßgeblich zu einem besseren Verständnis des Mikrobioms der Kulturpflanzen beigetragen und die gezielte Nutzung des Mikrobioms hinsichtlich einer verbesserten Pflanzengesundheit entscheidend vorangetrieben. Ihre Forschungsergebnisse unterstützen in besonderer Weise die Entwicklung nachhaltiger und umweltschonender Anbauverfahren.

Frau Prof. Smalla leitet eine international besetzte Arbeitsgruppe von Masterstudenten, Doktoranden, PostDocs und wissenschaftlichen Gästen. Sie ist weltweit hervorragend vernetzt und in der wissenschaftlichen Community hoch geschätzt. Für ihre wissenschaftlichen Leistungen erhielt Frau Prof. Smalla von der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften in Uppsala in 2011 die Ehrendoktorwürde und vom Julius Kühn-Institut in 2016 die Ehrennadel. Frau Prof. Smalla ist außerplanmäßige Professorin an der Technischen Universität Braunschweig, hat bisher über 20 Doktoranden zur Promotion gebracht und vertritt ihr Fachgebiet in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien, als Beraterin, Gutachterin und Organisatorin von Tagungen.

Nachwuchspreis 2017 für Dr. Pamella Akoth Ogada

Die DPG stiftete 2013 den »Nachwuchspreis der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft e.V.«. Der Preis wird vom Vorstand der DPG an Personen mit besonderen wissenschaftlichen Leistungen in Master- oder Promotionsarbeiten auf dem Gebiet der Phytomedizin verliehen.

Ausgezeichnet wurde im Jahr 2017 Frau  Dr. Pamella Akoth Ogada.

Im Jahr 2017 erhielt Frau Dr. Pamella Akoth Ogada den »Nachwuchspreis der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft e.V.«. Frau Dr. Ogada wurde für ihre hervorragenden Arbeiten rund um das Thema »Factors controlling virusvector-host plant interactions: The model system Frankliniella occidentalis and Tomato spotted wilt virus« ausgezeichnet. Der Preis wird einmal jährlich vom Vorstand
der DPG an Personen mit besonderen wissenschaftlichen Leistungen in Master-oder Promotionsarbeiten auf dem Gebiet der Phytomedizin verliehen. Der Preis ist mit 500 Euro dotiert. Die Preisverleihung erfolgte im Rahmen der Arbeitskreistagung Virologie am 27. März in Bonn. Frau Dr. Ogada stammt gebürtig aus Kenia. Sie absolvierte ihren Master in International Horticulture an der Leibniz Universität Hannover und wurde 2011 mit dem Outstanding Student Award der Universität ausgezeichnet. Für ihre Promotion bei Prof. Dr. Poehling und Prof. Dr. Maiss untersuchte sie im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsvorhabens die Wechselbeziehungen zwischen Frankliniella occidentalis and Tomato spotted wilt virus (TSWV) an Tomate.
Anhand sehr anspruchsvoller Kreuzungsexperimente zwischen diploiden Weibchen und haploiden Männchen von F. occidentalis konnte sie nachweisen, dass die Fähigkeit zur Virusübertragung rezessiv vererbt wird. Die Effizienz der Virusübertragung hängt dabei vom jeweiligen Geschlecht des Vektors ab. Weiterhin konnte sie zeigen, dass das Virus die Nahrungsqualität und Attraktivität der Wirtspflanze für den Vektor derart erhöht, dass es zu einem verstärkten Befall kommt. Anhand aufwändiger proteom-analytische Untersuchungen konnte sie ferner zeigen, dass das Virus im Vektor immunrelevante Prozesse steuert und somit für eine effizientere Übertragung sorgt. Die so erhobenen Daten zur Wirt-Parasit-Interaktion nutzte Frau Dr. Ogada abschließend in einem völlig neuen Ansatz zur Modellierung der Epidemiologie des Virus. Insgesamt tragen die Arbeiten von Frau Dr. Ogada zu einem deutlich verbesserten Verständnis der komplexen Beziehungen zwischen F. occidentalis und TSWV bei und haben in internationalen Fachkreisen bereits größte Aufmerksamkeit erfahren. Frau Dr. Ogada hat ihre Promotion mit Summa cum laude abgeschlossen und die Ergebnisse ihrer Arbeit in 6 verschiedenen Fachzeitschriften veröffentlicht, darunter PloS One, Journal of Developmental and Comparative Immunology sowie Ecology and Evolution.

Ehrennadeln der DPG 2017

Ehrennadel für Dr. Helmut Tischner

Herr Dr. Tischner ist Experte für Pilzkrankheiten im Getreide und Mykotoxine mitlangjähriger Erfahrung in Agrarmeterologie, Prognosemodellen und dem Warndienst. Der heutige Leiter des Institutes für Pflanzenschutz der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft hat Phytomedizin von der Pike auf gelernt: Studium der Agrarwissenschaften an der TU München, Promotion bei Prof. Dr. Hoffmann über Einflussfaktoren auf die Aufnahme von systemischen Fungiziden in Getreidepflanzen, kurzer Exkurs in die Industrie, Referendariat, Landwirtschaftsberater und seit 1992 Anstellung an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft.

Dr. Tischner hat den Pflanzenschutz in Deutschland maßgeblich vorangebracht, fachlich kompetent, hart in der Sache und pragmatisch in der Umsetzung. Sehr am Herzen liegt ihm der wissenschaftliche Austausch in seinem Fachgebiet. Seit über10 Jahren leitet Dr. Tischner den Arbeitskreis »Krankheiten im Getreide und Mais« (ehemals »Projektgruppe Pilzkrankheiten im Getreide« des Arbeitskreises Integrierter Pflanzenschutz). Er war lange Jahre Landessprecher in Bayern und ist Mitglied im Kuratorium zur Verleihung des Julius Kühn-Preises.
Wir danken Herrn Dr. Tischner für seinen besonderen Einsatz für die Ziele der DPG.

Ehrennadel für Dr. Karsten Osmers

Herr Dr. Karsten Osmers erhielt im Rahmen des AK Kartoffel am 01. März 2017 in Braunschweig die Ehrennadel der DPG für seine außerordentliche phytomedizinische Kompetenz rund um die Kartoffel
sowie seiner Verdienste als langjähriger Leiter des Arbeitskreises »Kartoffel«.
Herr Osmers wuchs auf einem landwirtschaftlichen Betrieb auf und studierte von 1970-1975 Agrarwissenschaften in Göttingen. Im Jahr 1979 promovierte er bei Prof. Heitefuß/ Prof. Wilbert zum Thema »Nebenwirkungen von Herbiziden auf Getreideblattläuse «. 1978 begann Herr Osmers seine Tätigkeit an der Landwirtschaftskammer Weser-Ems, heute LWK Niedersachsen, Bezirksstelle Emsland, die er über 38 Jahre bis zu seinem Ruhestand in 2016 ausfüllte. Sein Hauptarbeitsgebiet waren die gesetzlich geregelten Schadorganismen der Kartoffel (Bakterienringfäule, Schleimfäule, Kartoffelzystennematoden, Kartoffelkrebs), aber er packte auch überall an, wo Not am Mann war, ob beim Blattlaus-Warndienst, bei der Erarbeitung von Prognosemodellen oder im Rahmen von Forschungsvorhaben.
Seine Begeisterung für den Pflanzenschutz im Kartoffelbau wie auch seine enorme Fachkompetenz machten ihn zu einem gefragten Berater, Redner und Forschungspartner in Deutschland wie auch im benachbarten Ausland. Über 36 Jahre war Herr Osmers dem AK Kartoffel aufs engste verbunden, davon über die Hälfte der Zeit als Arbeitskreisleiter. Nur wenige haben den integrierten Pflanzenschutz so intensiv, so konsequent gelebt, propagiert und praktiziert wie Herr Osmers. Seine klaren und deutlichen Worte bezüglich der Gefahren zu enger Fruchtfolgen bzw. einseitiger Pflanzenschutzstrategien haben letztendlich vielen Landwirten geholfen, auch unter schwierigen Produktionsbedingungen erfolgreich Kartoffeln anzubauen.
Ein herzliches Dankeschön für diesen engagierten und langjährigen Einsatz für die Ziele der DPG.

Julius Kühn-Preis 2016 für PD Dr. Anne-Katrin Mahlein u. Dr. Stefanie Ranf

Der Julius Kühn-Preis wird von der DPG alle 2 Jahre an Wissenschaftler unter 40 Jahre vergeben, die  »im Sinne Julius Kühns zur Entwicklung eines ökologisch und ökonomisch ausgerichteten Pflanzenschutzes beigetragen und die wissenschaftlichen Grundlagen dafür verbessert haben. In diesem Jahr haben sich die Mitglieder des Kuratoriums des Julius Kühn-Preises für die Verleihung von zwei Preisen entschieden: zum einen an die Privatdozentin Dr. Anne-Katrin Mahlein von der Universität Bonn und zum anderen an Dr. Stefanie Ranf von der Technischen Universität München. Die Laudatio hielt Prof. Dr. Johannes Hallmann.

Frau Privatdozentin Dr. Anne-Katrin Mahlein hat in Bonn Agrarwissenschaften studiert und dieses im April 2007 als Jahrgangsbeste abgeschlossen. Es folgte die Promotion am Institut für Nutzpflanzenforschung und Ressourcenschutz in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Heinz- Wilhelm Dehne sowie in enger Zusammenarbeit mit den Privatdozenten Dr. Erich Oerke und Dr. Ulrike Steiner. In dieser Zeit begann Frau Dr. Mahlein sich mit den Möglichkeiten fernerkundlicher Verfahren zur Erfassung von Pflanzenkrankheiten auseinanderzusetzen. 2011 promovierte sie mit dem Thema »Nachweis, Identifizierung und Quantifizierung pilzlicher Krankheitserreger mittels hyperspektraler Bildanalyse«. Hierfür erhielt sie den Promotionspreis für die beste Dissertation der Universität Bonn. Nach einer PostDoc Zeit mit Auslandsaufenthalt an der University of Manchester, UK, in der renommierten EAgrigroup, bei Prof. Bruce Grieve, leitet sie seit Januar 2014 eine unabhängige Nachwuchsforschergruppe im Rahmen des vom BMBF geförderten Kompetenznetzwerkes »Crop.Sens.e.net« zum Thema »Hyperspektrale Phänotypisierung der Resistenzreaktion bei Gerste«. Am 1. Juni 2016 habilitierte sich Frau Dr. Mahlein und erhielt die Venia Legendi für das Fachgebiet Phytomedizin. Frau Dr. Mahleins prioritäres Forschungsinteresse ist es, komplexe biochemische und bio-physikalische Veränderungen in Wirt- Pathogen-Interaktionen mit Hilfe hochsensitiver Spektralsensoren sichtbar zu machen. Die so gewonnen Erkenntnisse tragen entscheidend dazu bei, Befallssituationen frühzeitig zu diagnostizieren und pflanzliche Abwehrmechanismen besser zu verstehen. Pflanzenkrankheiten lassen sich damit optimaler bekämpfen, krankheits- resistente Genotypen und neue Wirkstoffe effizienter selektieren. Frau Mahlein arbeitet überaus interdisziplinär mit Kollegen aus der Informatik, Elektrophysik und Geodäsie ist, dass hyperspektraler Sensoren nun auch in der Humanmedizin eingesetzt werden. Frau Dr. Mahlein hat ihre Forschungsarbeiten in beeindruckenden 36 peer-reviewed Artikeln publiziert.

Frau Dr. Stefanie Ranf hat Biochemie an der Universität Regensburg studiert, arbeitete dann, im Rahmen eines DFG-Stipendiums, von 2003 bis 2004 an der University of South Carolina, USA. 2005 begann Frau Dr. Ranf ihre Promotion in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Dierk Scheel und Dr. Justin Lee, Abteilung für Stress und Entwicklungsbiologie, Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie in Halle. Hierbei ging es um die Bedeutung des Calcium Signalings für die Immunabwehr der Pflanze. Nach Abschluss der Promotion im Jahr 2011 und einigen Monaten als PostDoc, wechselte sie 2013 in die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Ralph Hückelhoven an den Lehrstuhl für Phytopathologie der Technischen Universität München. Zunächst eingestellt als wissenschaftliche Mitarbeiterin leitet sie seit März dieses Jahres ihre eigene, von der DFG im Rahmen der Exzellenzinitiative geförderte Emmy-Noether Forscher-Gruppe. Frau Dr. Ranf beschäftigt sich mit der Frage, wie wehren sich Pflanzen gegen Krankheitserreger. Pflanzen verfügen über verschiedenste Abwehrmechanismen, Krankheitserreger wiederum haben Strategien entwickelt, sich der Erkennung durch die Pflanze zu entziehen, bzw. pflanzliche Abwehrmechanismen auszuschalten, so dass es zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen pflanzlicher Abwehr und Unterdrückung der pflanzlichen Abwehr durch den Schaderreger kommt. Frau Dr. Ranf gelang es nun für den bakteriellen Schaderreger Pseudomonas syringae die Prozesse der Signalübertragung zu identifizieren. Insbesondere untersuchte sie, wie konservierte Signalmoleküle, so genannte microbeassociated molecular patterns (MAMPS), des bakteriellen Schaderregers auf pflanzlicher Seite an spezifische Rezeptoren (host pattern-recognition receptors, PRR) binden und damit eine allgemeine Immunantwort induzieren. Als Signalmoleküle erwiesen sich im vorliegenden Fall die sogenannten Lipopolysaccharide, Bestandteile der äußeren Membranhülle von  P. syringae . Frau Dr. Ranf konnte nun erstmalig auf pflanzlicher Seite das dazugehörige Sensorprotein identifizieren, das für die LPS-induzierte Immunantwort erforderlich ist. Durch Übertragung dieses Sensors auf andere Pflanzen wurden diese dauerhaft resistent gegen ein breites Spektrum von Krankheitserregern. Somit besitzt dieses Verfahren enormes Potenzial für die Verbesserung der Widerstandsfähigkeit unserer Kulturpflanzen vor Befall mit Schaderregern. Frau Dr. Ranf hat ihre Forschungsarbeiten in 14 peer-reviewed Artikeln in durchweg sehr hochklassigen Zeitschriften publiziert, darunter Nature Immunology.

Otto-Appel-Denkmünze 2016 für Prof. Dr. Bernd Böhmer

Die Deutsche Phytomedizinische Gesellschaft e.V. hat gemeinsam mit dem Industrieverband Agrar e.V., der Unterabteilung Maschinen und Geräte für den Pflanzenschutz in der Landmaschinen- und Ackerschleppervereinigung (LAV), der Deutschen Raiffeisen-Warenzentrale GmbH und dem Leiter des Referates Pflanzenschutz im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft Herrn Prof. Dr. Bernd Böhmer, ehem. Leiter des Pflanzenschutzdienstes der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Bonn, die Otto-Appel-Denkmünze 2016 für sein unermüdliches jahrzehntelanges erfolgreiches Engagement für die Fortentwicklung und die Ziele eines nachhaltigen Pflanzenschutzes verliehen. Die Auszeichnung wurde ihm auf der Deutschen Pflanzenschutztagung 2016 in Halle vom Präsidenten des Julius Kühn-Institutes, Herrn Dr. G.-F. Backhaus überreicht.

Korrespondierende Mitgliedschaft an Dr. Gerhard Bedlan verliehen

Die Korrespondierende Mitgliedschaft in der DPG wurde an den Vorsitzenden der österreichischen Partnerorganisation ALVA, Herrn Dr. Gerhard Bedlan verliehen. Herr Dr. Bedlan ist seit vielen Jahren nicht nur Ansprechpartner für die DPG in seiner Organisation, sondern beteiligte sich zudem aktiv  als Arbeitskreisleiter des AK Gartenbau und Auslandssprecher am Vereinsleben der DPG.

 

 

 

Anton de Bary-Medaille 2016 Prof. Dr. Richard Sikora zuerkannt

Im Laufe seiner wissenschaftlichen Karriere hat Herr Prof. Dr. Richard Sikora herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Phytomedizin erbracht. Wegweisend sind seine Arbeiten zur Bedeutung des Bodenökosystems für die Pflanzengesundheit und zur biologischen Bekämpfung pflanzenparasitärer Nematoden.

Herr Sikora entwickelte innovative Verfahren zur Messung des antagonistischen Potenzials im Boden und brachte diese zur Anwendung. Er zählte zu den Ersten, die die Bedeutung pflanzenassoziierter Mikroorganismen für die Pflanzengesundheit erforschte. Von der Isolation wirksamer Isolate gegen pflanzenparasitäre Nematoden, bodenbürtige Pilze und saugende Insekten, über die Aufschlüsselung der Wirkungsmechanismen bis hin zur Entwicklung von Formulierungs- und Applikationsverfahren hat Herr Sikora das Arbeitsgebiet pflanzenassoziierter Mikroorganismen in ihrer gesamten Breite bearbeitet und dabei vielfach neues Terrain betreten.

Seine Forschungsergebnisse hat Herr Sikora in über 300 wissenschaftlichen Veröffentlichungen, Übersichtsartikeln und Buchkapiteln publiziert. Er ist Herausgeber von 11 Büchern und Proceedings und von zwei studentischen Handbüchern zum Thema Bodenökosystem und Pflanzengesundheit. Er ist Mitherausgeber des Lehrbuches »Plant Parasitic Nematodes in Subtropical and Tropical Agriculture«, dem Standardwerk für dieses Arbeitsgebiet.

Herr Sikora ist ein begeisterter und begeisternder Wissenschaftler, der in besonderem Maße Internationalität gelebt und gefördert hat. Nahezu die Hälfte seiner zahlreichen asterstudenten und über 90 Doktoranden kam aus dem Ausland und zahlreiche Forschungsprojekte führten ihn regelmäßig in deren Heimat. Besonders am Herzen lag ihm Afrika und die Frage, wie Bodendiversität, Kulturpflanze und Schaderreger unter tropischen/subtropischen Bedingungen die Pflanzengesundheit beeinflussen und welche Pflanzenschutzmaßnahmen daraus für die Praxis abgeleitet werden können. Herr Prof. Sikora leitete von 1990 bis 2009 den Lehrstuhl für Phytomedizin in Bodenökosystemen am Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz der Universität Bonn.

Auch nach seiner Emeritierung 2009 betreibt Herr Prof. Sikora sein Fachgebiet weiterhin sehr engagiert. Besonders hervorzuheben ist seine Ernennung zum Fellow des Stellenbosch Institut for Advanced Study in Südafrika.

Herr Prof. Sikora erhielt zahlreiche internationale Auszeichungen und Ehrungen. Die DPG ist stolz, mit ihrem Mitglied Herrn Prof. Sikora einen hervorragenden und international sichtbaren Wissenschaftler auszeichnen zu können.