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Arbeitskreis
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| Art | Schutzgebiete |
| 1. Beet necrotic yellow vein virus (BNYVV) |
Dänemark, Frankreich (Bretagne), Finnland, Irland, Litauen*), Portugal (Azoren), Vereinigtes Königreich (Nordirland) |
| 2. Globodera pallida (Stone) Behrens | Finnland, Lettland, Slowenien, Slowakei |
| 3. Leptinotarsa decemlineata Say | Spanien (Ibiza und Menorca), Irland, Cypern, Malta, Portugal (Azoren und Madeira), Finnland (die Bezirke Aland, Häme, Kymi, Pirkanmaa, Satakunta, Turku, Uusimaa), Schweden (die Provinzen Blekinge, Gotland, Halland, Kalmar und Skane), Vereinigtes Königreich |
Durch die Beitrittsländer ist andererseits eine Vielzahl pflanzenschutz- und saatgutrechtlicher Anforderungen zu übernehmen und umzusetzen. Im Wesentlichen zählen dazu:
Schlussfolgerungen
Elke Bloem, Silvia Haneklaus, Ewald Schnug
Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde, Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), Bundesallee 50, 38116 Braunschweig
In den letzten 20 Jahren sind die Schwefel (S)-Einträge aufgrund von Maßnahmen zur Luftreinhaltung, Senkung des S-Gehaltes in Kraftstoffen sowie der Herstellung reiner Dünger, die nicht länger S als Nebenbestandteil enthielten, drastisch von ca. 50 kg/ha auf nunmehr häufig unter 10 kg/ha gesunken. S-Mangel ist daher heute auf landwirtschaftlich genutzten Böden eine der häufigsten Ernährungsstörungen bei Kulturpflanzen. Des weiteren wurde zeitgleich mit dem Rückgang der S-Depositionen eine Zunahme an Pilzerkrankungen in der Landwirtschaft beobachtet. Feldversuche zu Raps und Wein haben einen Zusammenhang zwischen einer Erkrankung mit Pyrenopeziza brassicae bzw. Uncinula necator und der S-Versorgung aufzeigen können (Schnug et al. 1995, Bourbos et al., 2000). Kürzlich wurde nun auch bei der Kartoffel ein Zusammenhang zwischen dem Befall mit Rhizoctonia solani und der S-Versorgung nachgewiesen (Klikocka et al., 2004). In diesen Feldversuchen wurde Schwefel in unterschiedlicher Menge (0, 25, 50 kg S/ha) und Form (Kaliumsulfat und Elementarschwefel) auf den Boden ausgebracht und der Einfluss auf den Boden-pH-Wert, den Kartoffelertrag und den Befall der Kartoffel mit Rhizoctonia solani und Streptomyces scabies untersucht. Die Elementarschwefeldüngung führte zu einer Absenkung des Boden-pH-Wertes von 5.9 auf 5.3, die den Befall mit Streptomyces scabies entsprechend signifikant reduzierte. Der Erreger Rhizoctonia solani reagierte sowohl auf die Schwefeldüngung, als auch auf die pH-Wertabsenkung: mit S-Düngung nahm die Infektionsrate der Kartoffeln mit Rhizoctonia um 8.1% ab und die Intensität des Befalls wurde ebenfalls signifikant gesenkt. Die pH-Wertabsenkung reduzierte den Befall (5.5%) und die Intensität der Infektion.
In Abhängigkeit von der Form sind zwei verschiedene Wirkungen der S-Düngung zu unterscheiden. Elementar-S wirkt bodenversauernd und mindert insbesondere den Befall mit Streptomyces scabies. Im Vergleich hierzu wird bei der S-induzierten Resistenz S von der Pflanze aufgenommen und Stoffwechselprodukte innerhalb der Pflanze werden gegen den Pilz wirksam. Die genauen Mechanismen der SIR sind bislang noch nicht geklärt, jedoch Gegenstand laufender Untersuchungen. Bei Raps hat sich gezeigt, dass bei Pilzbefall der Cystein- und Glutathiongehalt und das Potenzial zur H2S Freisetzung anstiegen (Bloem et al., 2004). Diese Mechanismen könnten auch bei der Kartoffel eine Rolle spielen und daher empfiehlt sich eine resistenzfördernde S-Düngung zu Kartoffeln, wobei eine Düngung von 50 kg S/ha in der Regel ausreichend sein dürfte, um sowohl den Ertrag zu sichern als auch die Resistenz gegenüber pilzlichen Schaderregern zu fördern. Der große Vorteil bei dieser Form der Pathogenbekämpfung liegt darin, dass die Pathogene keine Resistenz gegenüber Schwefel entwickeln können und sie auch im organischen Landbau praktikabel ist.
Literatur:
Bloem, E., Haneklaus, S., Papenbrock, J., Riemenschneider, A., Salac, I., Schmidt, A., Schnug, E., Volker, J. Sulfur supply and infection with Pyrenopeziza brassicae influence L-cysteine desulfhydrase activity in Brassica napus L. J. Experimental Botany 2004, (submitted)
Bourbos, V.A.; Skoudridakis, M.T.; Barbopoulou, E.; Venetis, K. Ecological control of grape powdery mildew (Uncinula necator). 2000, Http://www.landwirtschaft-mlr.badenwuerttemberg.de/la/lvwo/kongress/SULFUR.html.
Klikocka, H.; Haneklaus, S.; Bloem, E.; Schnug, E. Influence of sulfur fertilization on infections of potato tubers (Solanum Tuberosum) with Rhizoctonia solani and Streptomyces scabies. J. Plant Nutrition 2004 (submitted).
Schnug, E.; Booth, E.; Haneklaus, S.; Walker, K.C. Sulphur supply and stress resistance in oilseed rape. Proc. 9th Int. Rapeseed Congress, Cambridge, 1995; 229-231.
U. Darsow, Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen, Institut für landwirtschaftliche Kulturen, Rudolf-Schick-Platz 3b, 18190 Groß Lüsewitz
Kartoffeln gehören zu den Kulturen mit intensivstem chemischem Pflanzenschutz. Der Hauptanteil bezieht sich dabei auf die Bekämpfung der Kraut- und Braunfäule. Quantitativ erhöhte Krautfäuleresistenz der Sorten trägt durch verminderten Einsatz von Fungiziden in der Phytophthora-Bekämpfung zum Umweltschutz und zu nachhaltiger Landwirtschaft wirksam bei. In letzten Jahren wurde die Nutzung dieses Vorteils in der Literatur verstärkt thematisiert. Einsparung bei resistenten Sorten kann nach vorliegenden Untersuchungsergebnissen mit geringstem Risiko am Anfang der Behandlungsfolge mit Fungiziden vorgenommen werden, und zwar durch Reduzierung der empfohlenen Aufwandmenge auf bis ein Drittel (Hansen 2002, Nielsen 2004, Schepers 2004). Verlängerte Spritzabstände für resistente Sorten bewährten sich weniger (Kirk u.a. 2001, Gans 2003). Zur vollen Ausnutzung des Einsparungspotentials bedarf es nicht nur vertrauenswürdiger Einstufung des quantitativen Niveaus der Krautfäuleresistenz, sondern möglichst weitergehender Charakterisierung dieser Resistenz im Sinne des sortentypischen Krankheitsverlaufs. Zu beiden Aspekten gibt es international dringenden Handlungsbedarf. Die Sorteneinstufung für Krautfäuleresistenz durch das Bundessortenamt erfolgt bisher nach unseren begrenzten Vergleichen um etwa 2 Noten zu günstig (Darsow 2003), im niederländischen Sortenkatalog um 2,5 Noten zu hoch (Flier u. van den Bosch 2004).
Die Ermittlung und Bewertung der Krautfäuleresistenz hat methodische Probleme, von deren Lösung Fortschritt in der integrierten Bekämpfung wie in der Resistenzzüchtung abhängt. Für Aspekte der Bekämpfung hat sich eine Charakterisierung der Resistenz durch die Fläche unter der Befallsverlaufskurve (RAUDPC), den Anstieg der Kurve (AIR, apparent infection rate), die Befallsverzögerung und den Endbefall etabliert. Diese Parameter werden aus wenigen Beobachtungsterminen mit Computerprogrammen errechnet. Im Jahre 2003 wurde für 27 Sorten und einen Zuchtstamm der BAZ die Resistenzbewertung nach eigener Methodik (FBRGL, Krautfäuleresistenz Groß Lüsewitz) mit den oben genannten weiteren Parametern verglichen, deren Berechnung durch J.G. Hansen im Web-blight erfolgte. In einer spezifischen Feldprüfung auf Krautfäuleresistenz in Groß Lüsewitz mit Inokulation jedes Klons am 10. Juli (Virulenzgenkomplex 1-11, BBA), Windschutz und Beregnung wurden Befallsdaten an 15 Beobachtungsterminen erhoben. Es zeigte sich, dass AIR und RAUDPC unsere Resistenznote FBRGL zu weniger als 50% erklären konnten. Während unsere Krautfäuleresistenznote FBRGL nur zu 3% durch die Reifezeit beeinflusst war, konnte AIR zu 52% aus der Reifezeit erklärt werden, RAUDPC zu 29% und die Verzögerung des Befalls zu 47%. Aus der Sicht der Bekämpfungsberatung mag die Kombination der Angaben RAUDPC, AIR, Verzögerung des Befalls und Endbefall eine hinreichende Beschreibung des Sortenverhaltens ergeben. Für die Züchtung erscheint eine treffende Charakterisierung in einem Wert erforderlich.
Entscheidende Voraussetzung für Fortschritt in der Züchtung auf rassenunabhängige Krautfäuleresistenz war und ist jedoch eine Bewertungsmethode der Resistenz, die den Einfluß der Reifezeit abtrennt. Damit wurde im Laufe von 20 Jahren der Anteil hoch resistenter Zuchtklone mit wenigstens mittelfrüher Reifezeit an der BAZ von 0 auf 50 % verändert.
Unsere empirische Methode ist jedoch schwer nachvollziehbar und zeitaufwendig. Eine anwenderfreundliche Form soll entwickelt werden. Für die Selektion von Zuchtmaterial erscheinen die übrigen Parameter der Resistenz allein jeweils nicht geeignet. Beste mittelfrühe BAZ-Klone zeigten gegenüber Sorten um 21/2 Wochen verzögerten Befallsverlauf bei extremem Infektionsdruck und ohne Fungizidschutz. Es wird erwartet, dass durch Nutzung des Zuchtfortschritts aus der Züchtungsforschung der BAZ neue, resistentere Sorten gezüchtet werden, die mit einem Drittel des derzeit üblichen Fungizideinsatzes auskommen. Die Rolle der Resistenzkomponenten dabei wurde erläutert.
Literatur:
Gans P. 2003. The rational use of fungicides in combination with cultivar resistance. Proceedings of the 7th Workshop of an European Network for Development of an Integrated Control Strategy of Potato Late Blight. Special Report No. 9, PPO 308, 59-66.
Hansen J.G., Bodger L., Nielsen B.J. 2002. Implementation of variety resistance in control strategies of potato late blight. Proceedings of the 6th Workshop of an European Network for Development of an Integrated Control Strategy of Potato Late Blight. Special Report No. 8, PPO 304, 111-123.
Kirk W.W., Felcher K.J., Douches D.S., Coombs J. 2001. Effect of host plant resistance and reduced rates and frequencies of fungicide application to control late blight. Plant Disease 85, 1113-1118.
S. Wohlleben
Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft
Institut für Pflanzenschutz in Ackerbau und Grünland, Messeweg 11/12, 38104 Braunschweig
In Feld- und Laborversuchen an der BBA Braunschweig sowie durch einen Gemeinschaftsversuch in Zusammenarbeit mit Dienststellen und Beratungseinrichtungen der Länder (LWK Hannover, LWK Weser-Ems, LWK Nordrhein-Westfalen, LPSA Mecklenburg-Vorpommern, LAP Baden-Württemberg, DLR Rheinland-Pfalz, Beratungsring Kartoffelanbau Westküste, KTBL Dethlingen) sowie der Industrie (Spiess-Urania, BASF, Bayer CropScience, Menno-Chemie) wurde der Frage nachgegangen, ob durch eine fungizide Pflanzgutbeizung der Primärbefall der Kartoffel mit Phytophthora infestans reduziert werden kann.
Im Feldversuch 1 an der BBA Braunschweig (Standort Ahlum, Sorte Kolibri) mit den Varianten 2 kg/ha Ridomil Gold MZ, 5 kg/ha Dithane Ultra, 2 kg/ha Acrobat Plus, 1,5 l/ha Monceren fl. + 1 kg/ha Euparen, 0,4 l/ha Shirlan und 4 l/ha Tattoo (Applikation beim Legen der Kartoffeln, gelöst in 80 l Wasser/ha) waren in keiner Variante Pflanzenunverträglichkeiten oder Wachtumsdepressionen beim Auflaufen zu beobachten. Auf Grund der Trockenheit trat während der gesamten Vegetationsperiode keine Krautfäule auf. Daher lieferte dieser Versuch keine Ergebnisse zum Einfluss der Beizvarianten auf den Primärbefall.
Im Versuch 2 am Standort Braunschweig (Sorte Kolibri) erfolgte die Beizung im stationären Verfahren an der KTBL-Versuchsstation Dethlingen (Mafex-Gerät: Varianten 1 - 3:
1. Wasser, 2. Dithane Ultra WP (Mancozeb) 5 kg/ha, 3. Ridomil Gold MZ (Mancozeb + Metalaxyl-M) 1,9 kg/ha; Horstine Gerät: Variante 4: 2,1 kg/ha Ridomil Gold MZ). Nach dem Auflaufen der Pflanzen (12.05.03) wurden an 6 Terminen (19. und 27. Mai sowie 4., 11., 19. und 26. Juni 2003) Blattproben aus dem mittleren Pflanzenbereich entnommen und diese im Labor mit einer Phytophthora infestans-Zoosporensuspension (10.000 und 30.000 Zoosporen pro ml) inokuliert. Die Befallsbonitur nach jeweils 5tägiger Lagerung unter kontrollierten Bedingungen (100 % rel. Luftfeuchte, 14°C, 18 h Licht) zeigte an allen Terminen einen reduzierten Phytophthora-Befall in den Varianten 3 und 4 (Beizung mit Ridomil Gold MZ) (Abbildung 1).
Die abnehmende Befallsreduktion im Laufe der Zeit kann durch die zunehmende Verdünnung der Wirkstoffe in den wachsenden Kartoffelpflanzen und den Abbau der Wirkstoffe erklärt werden.

Zellner, M., Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Pflanzenschutz,
Lange Point 10, 85354 Freising-Weihenstephan, E-Mail: Michael.Zellner@LfL.bayern.de
Eine erfolgreiche Bekämpfung der Krautfäule in Kartoffeln steht und fällt mit der termingerechten Erstbehandlung. Hauptproblem ist, dass der Ausbruch der durch den Pilz Phytophthora infestans verursachten Krankheit, in einem Jahr schon sehr früh und in einem anderen Jahr deutlich später erfolgen kann. Ausgehend von infizierten Knollen besiedelt der Krautfäuleerreger die Stängel und wächst nach oben. Krank aufwachsende Stauden (Erst- bzw. Primärbefall) zeigen sehr früh Krautfäulesymptome am Stängel oder auch am Wipfel.
Um den Einfluss von Niederschlag und Bodenfeuchte auf das Auftreten von Phytophthora - Primärbefall zu untersuchen, wurden auf den Standorten Puch (schwerer Boden) und Strassmoos (leichter Boden) Versuche mit infizierten Pflanzknollen durchgeführt. Die Auspflanzung der mit 50 Zoosporen inokulierten Knollen erfolgte auf beiden Standorten zu einem frühen (Anfang April) und einem

F. Niepold und H. Stachewicz, Biologische Bundesanstalt, Institut für Pflanzenschutz in Ackerbau und Grünland, Braunschweig und Kleinmachnow
Bei der Beurteilung von Anfälligkeits- und Abwehrreaktionen bei Kartoffeln gegen den obligat biotrophen Pilz Synchytrium endobioticum (Erreger des Kartoffelkrebses) lassen sich eindeutige Resistenz- (nekrotisiertes Gewebe) und Anfälligkeitsreaktionen (blumenkohlartige Wucherung) problemlos unterscheiden. Schwieriger sind die sogenannten „Grenzfälle“ zu beurteilen, bei denen zwischen „moderat anfällig“ und „schwach resistent“ unterschieden wird. Hier hat sich die PCR als besonders hilfreich erwiesen, da sie mit dem sogenannten „bottleneck Verfahren“ die freigesetzten Zoosporen nachweisen kann. Der Vorteil bei Verwendung von Zoosporen ist der Umstand, dass nur von noch lebenden Kleinst-Wucherungen (Sommersori) des Pilzes auch lebende Zoosporen ausgeschieden werden können. Somit kann die PCR über den Nachweis von Zoosporen den Grenzfall „moderat anfällig“ gut anzeigen. Bei der schon „schwach resistent“ reagierenden Kartoffelsorte können keine Zoosporen gebildet werden, weil die Pflanze alle lebenden Sommersori und somit auch ihre Zoosporen durch ihre Resistenzreaktion abgetötet hat.
Der Nachweis von Dauersori, den Überlebensorganen des Kartoffelkrebses im Boden, ist deshalb besonders wichtig, da diese Dauersori bis zu 30 Jahren im Boden überleben können. Auch hier wurde die PCR zum Nachweis von noch lebenden Dauersori eingesetzt. Bislang war es uns allerdings nicht möglich, amplifizierbare DNA direkt aus den im Boden befindlichen Dauersori zu gewinnen. Allerdings bietet sich auch hier die Möglichkeit, die Dauersori indirekt in einer Bodenlösung über die geschlüpften Zoosporen nachzuweisen. Leider schlüpfen die Zoosporen aber nicht alle gleichzeitig, weshalb auch nur immer eine relativ geringe Anzahl von Zoosporen im wässrigen Überstand zu finden ist. Vorläufige Ergebnisse zeigen, dass sich das „bottleneck“ Verfahren zum Nachweis von noch lebenden Dauerorganen des Kartoffelkrebses im Boden eignen kann. Eine Unterscheidung der einzelnen Krebsrassen (zur Zeit werden vier Krebsrassen in Deutschland zur Resistenzprüfung verwendet) soll in Zukunft auch mit der PCR ermöglicht werden, um so die arbeitsaufwendige Testung an verschiedenen, kaum mehr zur Verfügung stehenden Kartoffelsorten zu unterstützen.
G.Lauenstein, Oldenburg
Das Jahr 2003 brachte in mehreren Produktionsregionen eine überraschend starke Massenvermehrung der Blattläuse, die Bekämpfungsmaßnahmen in Konsumbeständen erforderlich machten. Diese Maßnahmen wiederum führten in Verbindung mit den Auswirkungen der vorherrschenden Dürre und parasitologischen Vorbelastungen der Völker zu nennenswerten Bienenverlusten. Die Behandlung von Pflanzkartoffelbeständen war an diesen Verlusten nicht ursächlich beteiligt. Das Jahr 2003 brachte aber auch einschneidende Veränderungen in der Zulassungssituation bei geeigneten Aphiziden, insbesondere den Mitteln mit pyrethroiden Wirkstoffen. Sowohl die Erkenntnis, dass Aphizidanwendungen in Kartoffeln während krisenhafter Situationen zu Bienenschäden führen, als auch die ungewöhnlichen Dichteveränderungen bei den Blattläusen sowie die zulassungsbedingte Verarmung im Mittelspektrum machen strategische Änderungen erforderlich.
In Pflanzkartoffeln steht die Verhinderung der Virusinfektionen im Vordergrund. Schwer zu erklärende Versuchsresultate sind unter Beachtung von bisher vernachlässigten Kriterien zu interpretieren. Beispiele: kein Aphizid kann die ersten Anstiche verhindern, es gibt also eine unvermeidbare Infektionsrate. Diese Rate könnte nur dadurch gemindert werden, dass Mittel entwickelt werden, die das Verhalten der Blattläuse (die Schlüsselreizkette) hinsichtlich der Wirtswahl oder der Anstiche ändern. Die Rate wird auch bestimmt vom Anteil der Blattläuse, die tatsächlich Viruspartikel tragen; dieser Anteil schwankt -wenn Erkenntnisse aus dem Getreidebereich übertragen werden- im Vergleich der Regionen, der Jahreszeiten und der Jahre. Weiterhin steuern standortspezifische Faktoren sowie Qualitäten der Pflanze (z.B. die Virusanfälligkeit) das Geschehen. Innerhalb dieses Rahmens werden verschiedene Strategien mit/ohne Beizmittel, unter Nutzung noch vorhandener Pyrethroide und unter Berücksichtigung der systemischen Eigenschaften weiterer Präparate entworfen.
Bei den Konsumkartoffeln zwingen die Bienenverluste auch unter Berücksichtigung des § 2 der Bienenschutzverordnung zum Verzicht auf bienengefährliche Präparate. Um Entwicklungen wie 2003 in Zukunft verhindern zu können, werden hier unter Berücksichtigung der Warndiensthinweise der Länder 2-3 Behandlungen empfohlen, die in die exponentielle Phase der Sommervermehrung platziert werden.
Zellner, M., Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Pflanzenschutz,
Lange Point 10, 85354 Freising-Weihenstephan, E-Mail: Michael.Zellner@LfL.bayern.de
Drahtwürmer in Kartoffeln sind sowohl in konventionell als auch in ökologisch bewirtschafteten Flächen auf dem Vormarsch. Der Schaden für den Landwirt besteht in erster Linie darin, dass geschädigte Partien nicht als Speise-, Veredelungs- oder Pflanzkartoffeln vermarktet werden können.
In einer zweijährigen Versuchsreihe wurde auf jeweils zwei Standorten mit Pyrethroide inkrustierte Weizenkörner unmittelbar vor der Kartoffelpflanzung (100 - 200 Weizenkörner/m2) ganzflächig ausgebracht und flach in den Boden eingearbeitet. Zur Kartoffelernte erfolgte an den Knollen eine Bonitur auf Fraßstellen.
In den beiden Versuchsjahren wurde durch das Köderverfahren der Drahtwurmbesatz um bis zu 74 % reduziert. Jedoch konnten diese Wirkungsgrade nur erzielt werden, wenn der Weizen keimte und auflief. Unterblieb die Weizenkeimung (z.B. wegen Einsatz von gegen Getreide wirksamen Bodenherbiziden), lag der Bekämpfungserfolg nur bei etwa 40 %. Nach diesen Ergebnissen scheint das Köderverfahren mit keimenden Weizenkörnern ein geeigneter Ansatz zur Drahtwurmbekämpfung zu sein. Jedoch sind weitere Versuche zur Optimierung im Hinblick auf Insektizidwahl, Aufwandmenge (Präparat, Weizenkörner) und Anwendungszeitpunkt notwendig. Um schneller eine praxistaugliche Lösung erarbeiten zu können, beteiligen sich in diesem Jahr einige Pflanzenschutzdienststellen an einem bundesweiten Ringversuch.
Dr. Dietmar Demmler
Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum, Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, Dienstsitz Neustadt/W
Drahtwürmer sind die Larven verschiedener Schnellkäferarten mit einer Entwicklungsdauer zwischen 3 und 5 Jahren. Die Fraßschäden nehmen mit dem Alter (Größe) der Larven zu ( ab 2. / 3. Jahr ). Schnellkäfer selbst verursachen kaum Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen. Im Gegensatz zu vielen anderen Kulturen geht es bei Kartoffeln um den Schutz der Tochterknollen. Die Fraßschäden treten erst sehr spät, d.h. nach dem Absterben der Wurzeln auf und nehmen bei anhaltender Trockenheit noch deutlich zu.
Möglichkeiten zur Bekämpfung:
Konsequenz:
Der Bekämpfungserfolg hängt im Wesentlichen ab vom richtigen Zeitpunkt, einer letalen Konzentration des Wirkstoffes und dem Fernhalten alternativer Nahrungsquellen ( Unkräuter).
Bei zu frühen Pflanzterminen mit Bodentemperaturen unter 8 - 10 °C ist der Einsatz von Kalkstickstoff oder Monceren +Gaucho praktisch wirkungslos, d.h. unrentabel. Wesentlich bessere Erfolge sind bei höheren Bodentemperaturen zu erwarten.
Sofortmaßnahmen bei Drahtwurmbefall in der Vegetation 2004
Die einfachste und effektivste Maßnahme ist sofortiges Roden beim Auftreten von Fraßschäden.
Eine weitere Möglichkeit zur Verringerung der zu erwartenden Schäden bietet evtl. die sofortige Einsaat einer schnellwachsenden Gründüngung z.B. 5 bis 8 kg/ha Gelbsenf als Ablenkungsfütterung. Diese Kultur sollte sehr schnell auflaufen und Wurzeln bilden, bevor die Wurzeln der Kartoffel total absterben.
U. Preiß 1), P. Racca 1) , E. Jörg 2), P. Wegorek 3)
1) ZEPP, Rüdesheimerstraße 60-68, 55545 Bad Kreuznach
2) Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, Rüdesheimerstraße 60-68, 55545 Bad Kreuznach
3) Instytut Ochrony Roslin, ul. Miczurina 20, PL-60318 Poznan, Polen
Seit 2001 wird von verstärkten Kalamitäten durch Leptinotarsa decemlineata in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Hessen berichtet. Aufgrund der warm - trockenen Witterung kam es zu erhöhten Populationsdichten in 2003. Außerdem waren die durchgeführten Bekämpfungsmaßnahmen oft nicht sehr erfolgreich. Als Ursachen waren Minderwirkungen durch den Einsatz der Insektizide bei hohen Temperaturen und das Auftreten von Insektizidresistenzen zu identifizieren.
Ein aktueller Resistenzstatus bestimmter Gebiete wurde in den Jahren 2002-2003 in einem Gemeinschaftsprojekt der o.g. Institutionen untersucht. Verglichen wurden dabei verschiedene Populationen aus Deutschland und Polen. Ziele der Untersuchungen waren der Vergleich verschiedener Modelle zur Berechnung des Resistenzstatus und die Entwicklung einer Anti - Resistenzstrategie. Dabei wurden Untersuchungen zur Biologie der Populationen durchgeführt, die auch der Optimierung der SIMLEP - Modelle dienen.
Der Resistenzstatus wurde mit Hilfe der IRAC (Insecticide Resistance Action Committee) - Methode Nr. 7 untersucht. Die Ergebnisse aus dem Untersuchungsgebiet in Rheinland-Pfalz zeigten, dass in bestimmten Kartoffelbaugebieten eine Resistenz der Kartoffelkäfer gegen Pyrethroide feststellbar ist. Der Resistenzlevel war bei den untersuchten polnischen Stämmen deutlich höher als bei den deutschen Stämmen. In den vergangenen Jahren wurden auch Stämme aus Rheinland - Pfalz gefunden, bei denen ein beträchtlicher Anteil Tiere (> 30 %) Aufwandmengen von 300 ppm (doppelte Aufwandmenge!) überlebten. Die Untersuchungen zeigten eindrucksvoll, wie wichtig eine termingenaue Bekämpfung der Junglarven ist. Die Stadien L3/4 von L. decemlineata sind offensichtlich sehr gut in der Lage, die Wirkstoffe zu detoxifizieren. Sie weisen LC90/LC95-Werte auf, die gegenüber den L1/2-Stadien um das dreifache bei Ultracid und um das fünffache bei Karate Zeon erhöht waren. Das zeigt, dass nur die Larven im empfindlichen L1/2 - Stadium mit einem ausreichenden Erfolg bekämpft werden können. Der rechtzeitigen Terminierung und damit der Nutzung von SIMLEP3 kommt daher eine Schlüsselposition in integrierten Bekämpfungssystemen zu. Um den Bekämpfungserfolg zu maximieren und die Resistenzbildung zu verzögern, sollte vor allem in Gebieten mit regelmäßiger Kartoffelkäferbekämpfung das SIMLEP3-Modell schlagspezifisch eingesetzt werden.
Weitere Untersuchungen zur Biologie von L. decemlineata ergaben, dass eine Bodentemperatur von 15 °C in 20 cm Tiefe als Schwelle für das Erscheinen der Adulten aus dem Boden bestätigt werden kann. Der Einfluss von erhöhter Bodenfeuchtigkeit auf die Anzahl überwinternder Käfer zeigte, dass die Mortalität der „nass gehaltenen“ Käfer gegenüber den unter natürlicher Bodenfeuchte gehaltenen um den Faktor 4 höher war. Das Geschlechterverhältnis war in beiden Fällen gleich.
Beim Vergleich der Eiablage war festzustellen, dass die Weibchen des polnischen Stammes deutlich mehr Eier ablegten. Bei der deutschen Population wurden alle Larvalstadien und auch das Puppenstadium schneller durchlaufen, sodass die benötigte Temperatursumme vom Schlupf L1-Larve bis zum Schlupf der Käfer bei der polnischen Population um 10 % verlängert war. Die Variabilität der Stadienlänge war bei dem deutschen Stamm geringer.
Ab dem Frühjahr 2004 wird unter www.isip.de neben dem Phytophthorawarndienst zusätzlich ein Kartoffelkäferwarndienst angeboten werden. Dieser basiert auf dem Prognosemodell SIMLEP3 sowie Feldbeobachtungsdaten und Hinweistexten der Pflanzenschutzdienste der Länder (PSD).
Das SIMLEP3 - Modell wurde langjährig (1998-2003) erfolgreich validiert. Das temperaturabhängige Simulationsmodell bildet die Entwicklung des Kartoffelkäfers von der Eiablage bis zum Auftreten der Altlarven ab. In den sensiblen Zeiträumen des Massenauftretens von Eigelegen und Junglarven wurden mit 97 % bzw. 86 % Übereinstimmung hohe Trefferquoten erzielt. In der Praxis wird SIMLEP3 bei mehreren PSD seit mehreren Jahren erfolgreich eingesetzt. Für die Bekämpfungsempfehlung wird ein Richtwert von 15 Larven je Pflanze zu Grunde gelegt, der durch Untersuchungen in Rheinland-Pfalz abgesichert wurde.
Die SIMLEP3 - Berechnungen gelten immer für den konkreten Schlag. Das Startdatum ist der Termin des Erstfundes von Eigelegen. Die Anzahl Eigelege dieses Termins sind mit einem Stichprobenumfang von mindestens 25 Pflanzen zu erfassen. Die Berechnungsergebnisse des Modells sowie die Resultate der Freilanderhebungen der Pflanzenschutzdienste werden sowohl in Tabellenform als auch auf einer Landkarte dargestellt. Diese Darstellungen bieten die Möglichkeit, die Prognoseergebnisse aus dem SIMLEP3-Modell mit den Ergebnissen der Feldbeobachtungen direkt zu vergleichen.
Im Internet können die Nutzer für jeden Kartoffelschlag individuelle Berechnungen durchführen. Als Input werden benötigt:
Das Datum, an dem auf dem Schlag zum ersten Mal Eigelege gefunden wurden.
Die gefundene Gesamtzahl Eigelege (zum Termin Erstfund von Eigelegen). Dabei wird davon ausgegangen, dass an 5 Stellen je 5 Pflanzen = insgesamt 25 Pflanzen untersucht wurden.
Datum der letzten Bonitur, bei der zum letzten Mal KEINE Eigelege gefunden wurden. Sollte eine solche Bonitur nicht erfolgt sein, weil z.B. zu spät begonnen wurde, dann ist formal der 01.01. (Voreinstellung) als solcher Termin anzugeben.
Die Termine des schlagspezifischen Berechnungsergebnisses werden dann in einer Tabelle mit folgenden Spalten ausgegeben: