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Arbeitskreis
Nematologie



Abstracts der Tagung 2001:

Die 29.Tagung des Arbeitskreises Nematologie fand diesmal bei der Bayer AG in Monheim im Tropicarium vom 14. --15.03.2001 statt. Es trafen sich 53 Teilnehmer; Gäste aus der Schweiz, aus Holland sowie aus Schweden konnten begrüßt werden. Neben einem Poster wurden 22 Vorträge aus dem gesamten Bereich der Nematologie gehalten.
Für die exzellente Organisation, die angenehme Atmosphäre und die großzügige Gastfreundschaft ist insbesondere den Organisatoren; Herrn Marczok sowie Herrn Dr. Reckmann, beide von der Bayer AG, herzlich zu danken.
Die 30. Arbeitstagung wird organisiert von Frau Dr. U. Ipach und 2002 in Neustadt/Weinstraße zur etwa gleichen Zeit stattfinden.

Dr. D. Heinicke

Titel der Abstracts:


Toleranz und Resistenz von Maissorten gegenüber Stängelnematoden (Ditylenchus dipsaci)

Knuth, P., Landesanstalt für Pflanzenschutz, Reinsburgstr.107, D-70197 Stuttgart

Die Lehrbücher der Phytomedizin beschreiben beim Mais das Stängelälchen Ditylenchus dipsaci als wichtigen Schädling. Im wesentlichen wird dabei das bekannte Schadsymptom der "Umfallkrankheit" beschrieben. Obwohl für das Stängelälchen mehrere Wirtsrassen benannt sind, ist eine spezielle Wirts-rasse für den Mais nicht bekannt. Dennoch wird der Mais als Wirtspflanze für das Stängel-älchen bezeichnet.

Bei jeweils 12 Maissorten, die in Versuchen mit 4-facher Wiederholung 1999 und 2000 auf einem mit Stängelälchen hochverseuchten Feld hinsichtlich deren Reaktionen auf den Nematodenbefall untersucht wurden, konnte folgendes festgestellt werden:

1. In beiden Jahren wurden an je vier Sorten die für Stängelälchen typischen Befallssymptome beobachtet. 8 Maissorten zeigten dagegen keine sichtbaren Schäden.

2. Die Untersuchung der Maisstängel ca. 8 Wochen nach der Saat auf einge-drunge-ne Nematoden ergab für alle Sorten ein etwa gleiches Bild. Es konnten nur wenige Älchen nachgewiesen werden, die sich zwar zu adulten Tieren weiter entwickelten, eine Vermehrung fand jedoch bei keiner Sorte statt. Eine zweite Pflanzenuntersuchung 5 Wochen später ergab einen deutlichen Rückgang der nachweisbaren Stängelälchen.

3. Der Ertrag aller Maissorten war auf dem verseuchten Versuchsfeld deutlich geringer als auf einem unverseuchten Feld. Auch die Sorten, die keine sichtbaren Schäden zeigen, haben höhere Erträge auf befallsfreien Flächen.

Ähnlich wie bei Kartoffelzystenälchen oder Rübenzystenälchen können auch beim Stängelälchen die beobachteten Phänomene mit den Begriffen Toleranz und Resistenz verdeutlicht werden. Da keine der getesteten Maissorten eine Vermehrung zulässt und zudem auch die Bodenpopulation unter Mais zurückgeht, können alle geprüften Maissorten als resistent eingestuft werden. Die Toleranz dagegen beschreibt die Reaktion der Pflanze (tolerant oder empfindlich) auf das Eindringen der Tiere. In beiden Jahren reagierten jeweils vier Sorten empfindlich mit sichtbaren Schäden. Insbesondere die Sorte "Graf" hat sich in beiden Versuchsjahren als resistent/emfindliche Sorte herausgestellt. Andere Sorten zeigten zwar keine Symptome, sind also resistent/tolerant, reagierten aber dennoch mit Mindererträgen auf den Befall. In diese Rubrik wäre zum Beispiel die Sorte "Probat" einzustufen. Der Ertragsvergleich mit einer unverseuchten Fläche konnte nur in einem Versuchsjahr durchgeführt werden. Der Versuch wird daher in diesem Jahr weitergeführt.

Die bisherigen Untersuchungen ergaben einen eindeutigen Zusammenhang zwischen den angebauten Sorten und beobachtbare Stängelälchenschäden. Anfällige Maissorten, die eine gute Vermehrung von Ditylenchus dipsaci ermöglichen, sind nach bisherigen Untersuchungen nicht bekannt. In der Regel kann daher davon ausgegangen werden, dass Mais die Stängelälchenpopulation im Boden reduziert und ist daher fast als "Gesundungsfrucht" zu bezeichnen. Könnten die Landwirte zudem auch auf Maissorten mit dem Zusatz "Stängelälchen-tolerant" zurückgreifen, wäre damit in stängelälchengefährdeten Gebieten eine zusätzliche Ernteabsicherung möglich.


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Stängelälchen (Ditylenchus dipsaci) in Sellerie

Knuth, P., Landesanstalt für Pflanzenschutz, Reinsburgstr. 107, D-70197 Stuttgart

Sellerie wird in der Literatur zwar als Wirtspflanze des Stängelälchens beschrieben, Schäden treten jedoch nur sehr selten auf. Bei einem biologisch wirtschaftenden Be-trieb im Landkreis Ludwigsburg kam es im vergangenen Jahr erstmals zu erheb-lichen Schäden mit Ertragsausfällen. Aufgrund einer Fruchtfolge mit hohem Legu-minosenanteil (N-Düngung) konnte sich eine extrem hohe Stängelälchen-population aufbauen. Anhand von einigen Dias werden die Be-fallssymptome an Sellerie vorge-stellt.


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Stängelälchen - im Feld: Vorsicht vor Fehldiagnosen

Augustin, B., Landespflanzenschutzamt Rheinland-Pfalz, 55128 Mainz

Stängelächen-Befall verursacht in Abhängigkeit von der Wirtspflanzenart keine bis sehr typisch ausgeprägte Symptome. Sehr sensibel reagiert insbesondere die Zwiebel (Allium cepa). Während die Jungpflanzen häufig absterben, entwickeln ältere Pflanzen die bekannten Verwachsungen aus.

Mit der zunehmender Verbreitung der Lauchminiermotte an Zwiebeln im Freiland und der Verwendung neuer Herbizide ist eine Felddiagnose auf Stengelälchenbefall praktisch nicht mehr möglich. Aufgrund der ähnlichen Symptomatik ist eine Untersuchung auf Stängelälchen im Labor daher unerlässlich.


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Versuche zur Bekämpfung des Rübenkopfälchens Ditylenchus dipsaci an Zuckerrüben

Schlang, J., Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Nematologie u. Wirbeltierkunde, Aussenstelle Elsdorf in Zusammenarbeit mit der Zuckerfabrik Jülich AG)

Seit einigen Jahren ist in verschiedenen Zuckerrübenanbaugebieten wieder ein verstärktes Auftreten des Rübenkopfälchens, Ditylenchus dipsaci, zu beobachten. Konnte bis Mitte der 90er Jahre nur ein punktueller Befall nachgewiesen werden, so sind heute ausgedehnte Befallsstellen mit vereinzelten Ertragsverlusten von bis zu 40% festzustellen. Als Ursache für das verstärkte Auftreten des Rübenkopfälchens werden neben einer Einschleppung durch infiziertes Leguminosen Saatgut, ein verstärkter Mais- und Futterpflanzenanbau, der Anbau von Futterrüben, eine Verbreitung durch Rinder- und Schweinegülle und das Fehlen geeigneter Nematizide diskutiert. Daneben konnte ein starker Befall auch auf Flächen mit einer dreijährigen Rotation von Zuckerrüben (ZR) , Winterweizen (WW) und Wintergerste (WG) bzw. ZR, WW, WW festgestellt werden. Da zur Bekämpfung des Rübenkopfälchens zur Zeit weder weder chemische noch biologische Maßnahmen zur Verfügung stehen, sollte in ersten Versuchen die nematizide Wirkung (Nebenwirkung) insektizider Granulate untersucht werden.

Die Versuche wurden in einer randomisierten Blockanlage (Lateinisches Quadrat) mit 6 Varianten und je 6-facher Wiederholung angelegt. Die Beprobung zur Ermittlung der Besatzdichten - sowohl von Ditylenchus dipsaci als auch von Heterodera schachtii - erfolgte mit 12 Einstichen pro Parzelle (25m²). Die Applikation der Granulate wurde mit einem wegeabhängigen Handgranulatstreuer nach der Rübensaat durchgeführt. Bei geringen H. schachtii- und mittleren bis höheren D. dipsaci-Besatzdichten konnten vom Auflauf bis zum Bestandesschluss keine Auffälligkeiten an den Zuckerrüben festgestellt werden. Die ersten Schadsymptome wurden Ende August bis Anfang September festgestellt. In der ersten Oktoberdekade wurden die Versuche von hand beerntet und die Schadsymptome bonitiert, Die Ermittlung der Rübengewichte, die Bestimmung der Zuckergehalte und der Inhaltsstoffe wurden von der Zuckerfabrik Jülich AG durchgeführt.

Die visuelle Befallsschätzung wurde nach zwei Verfahren durchgeführt. Zwischen der Befallsbonitur und em Bereinigten Zuckerertrag (BZE) konnte auf beiden Versuchsflächen eine gesicherte Korrelation nachgewiesen werden. Der BZE erreichte auf den Curaterr 5G- und Nemathorin 10G behandelten Parzellen ein Niveau von 106% (Kontrolle 100%). Die Versuche zeigen, dass bei verschiedenen Granulaten eine nematizide Wirkung vorhanden ist.


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Pflanzenmorphologische und -physiologische Untersuchungen zur Toleranz im System Zuckerrübe / Heterodera schachtii

Gierth, K.1, Hallmann, J.1, Schlang, J.2, Müller, J.2 und Sikora, R.A.1 1Universität Bonn, Institut für Pflanzenkrankheiten, Nußallee 9, 53115 Bonn, 2Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Nematologie und Wirbeltierkunde, Toppheideweg 88, 48161 Münster

Toleranz und Resistenz sind pflanzliche Eigenschaften, die zur Vermeidung wirtschaftlicher Schäden durch Nematodenbefall eingesetzt werden können. Obwohl beide Merkmale grundsätzlich getrennt vererbt werden können, sind optimale Erträge nur bei gleichzeitigem Vorliegen von Resistenz und Toleranz zu erwarten. Bei Zuckerrüben setzen Resistenzmechanismen erst nach Eindringung von Heterodera schachtii ein. Der Initialschaden hervorgerufen durch die intrazelluläre Wanderung des Nematoden muss von der Wirtspflanze toleriert werden, insbesondere wenn ein Befall der Pfahlwurzel, dem späteren Rübenkörper, erfolgte. In der vorliegenden Arbeit wurden Freiland- und Gewächshausversuche zur Ausprägung und Charakterisierung von Toleranzmechanismen im System Zuckerrübe/H. schachtii an den Sorten Nematop (tolerant und resistent), Stru.1915 (tolerant und teilresistent) und Penta (empfindlich und anfällig) durchgeführt. Mit mikroskopischen Methoden, physiologischen Messungen zur Photosynthese und zum Wasserhaushalt, mit Stressgasmessungen, sowie Sink-Source-Untersuchungen soll herausgefunden werden, auf welche pflanzenmorphologischen und -physiologischen Grundlagen die Toleranzmechanismen beruhen. Tolerante Pflanzen reagierten auf Wassermangel später und weniger intensiv und zeigten allgemein eine höhere Chlorophyllfluoreszenz. In Gewächshausversuchen erwies sich das Sprossfrischgewicht als zuverlässiger Indikator für Toleranz. Weiterhin zeigten tolerante Zuckerrüben ein besseres Kompensationswachstum als empfindliche Zuckerrüben. Langfristig könnten die Erkenntnisse über Nematodentoleranz zu einem besseren Verständnis der Wirt-Parasit-Wechselbeziehungen beitragen und in der Pflanzenzüchtung entsprechend berücksichtigt werden.


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Die resistente Zuckerrübensorte "Paulina" - Ergebnisse von Praxisschlägen

Augustin, B., Landespflanzenschutzamt Rheinland-Pfalz, 55128 Mainz

Im Einzugsgebiet der Anbaugemeinschaft für Versuchswesen und Beratung im Zuckerrübenanbau (ARGE-Worms) muss größtenteils mit Rizomania-Präsens gerechnet werden. Daher werden etwa 97 % der Fläche (insgesamt: 21 000 ha) mit toleranten Sorten bebaut. Im vergangenen Jahr wurden in diesem Gebiet auf insgesamt 6 Praxisschlägen die Sorte "Paulina" mit Doppelresistenz gegen Rizomania und H. Schachtii im Vergleich zu einer ortsüblichen Vergleichssorte ausgesät. Es handelte sich dabei um Demonstrationsversuche, die zwar vierfach wiederholt, nicht aber zufallsverteilt angelegt waren. Ertraglich ist die Sorte "Paulina" unter nicht Befallsbedingungen eher unter dem Durchschnitt anzusiedeln.

In den Versuchen reduzierte sie die Nematoden-Endpopulation im Vergleich zu dem anfälligen Standard auf 20-40 %. Dabei wurden Mehrerträge zwischen 4 und über 70 % festgestellt. Diese Ertragszuwächse korrespondieren nicht immer mit dem festgestellten Nematodenbesatz.


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Heteroderiden in Deutschland

Sturhan, D. & Subbotin, S. A., Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Nematologie und Wirbeltierkunde, Toppheideweg 88, 48161 Münster

Bis zum Jahr 1960 waren 8 Arten zystenbildender Nematoden in Deutschland nachgewiesen, bis 1976 14 und bis 1984 19 Arten. Bis heute ist die Anzahl auf 25 Heteroderiden gestiegen, darunter mit Meloidodera alni auch eine nicht-zystenbildende Art. Hinzu kommen mit Heterodera fici und Cactodera cacti zwei bei uns nur an Glashauskulturen vorkommende Zystennematoden. Unter den im Freiland nachgewiesenen Arten ist die Heterodera schachtii-Gruppe mit fünf Arten vertreten (darunter der Gelbe Rübenzystennematode, dessen Beschreibung als selbständige Art sich im Druck befindet), die H. goettingiana-Gruppe, die H. humuli-Gruppe und die Gattung Globodera mit je vier Arten, die H. avenae-Gruppe mit sechs Arten und die H. bifenestra-Gruppe mit einer Art. Von der Gattung Punctodera sind bisher zwei Arten aus Deutschland bekannt. Wenigstens sieben weitere, noch nicht identifizierte bzw. neue Heteroderiden-Arten sind die Deutschland vertreten, unter anderem eine Verutus-Art, die ebenfalls nicht-zystenbildend ist. Die Beschreibung von zwei Heterodera-Arten befindet sich in Vorbereitung.


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Das Kreuz mit den wissenschaftlichen Namen-Aktuelles zur Nematoden-systematik

Sturhan, D. Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Nematologie und Wirbeltierkunde, Toppheideweg 88, 48161 Münster

Die Beschreibung neuer Arten und die Synonymisierung bereits beschriebener und insbesondere neue Erkenntnisse über Verwandtschaftsbeziehungen sowie die Errichtung neuer Gattungen haben auch bei langbekannten pflanzenparasitären Nematoden häufig zu Namensänderungen geführt - für Praktiker und Nicht-Taxonomen oft ein Ärgernis und auch für Spezialisten nicht immer nachvollziehbar.

Nach jüngsten taxonomischen Veröffentlichungen sind zur Zeit etwa 2620 als pflanzenparasitär geltende Nematodenarten bekannt, die 222 Gattungen zugeordnet werden, davon 109 Tylenchiden-, 4 Aphelenchiden-, 5 Dorylaimiden- und 4 Triplonchiden-Gattungen. Falls insbesondere alle vorgeschlagenen Tylenchiden-Gattungen akzeptiert werden, würde sich die Anzahl der aus Deutschland bekannten Gattungen pflanzenparasitärer Nematoden von derzeit 36 auf 45 erhöhen und damit auch viele Namensänderungen zur Folge haben.


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Gibt es eine dritte Art beim Kartoffelnematoden?

Rumpenhorst, H. J., und Ayub, M., Biologische Bundesanstalt, Institut für Nematologie und Wirbeltierkunde, Toppheideweg 88, D-48161 Münster

Südamerikanische Herkünfte des Kartoffelnematoden sind bisher nur in geringer Zahl untersucht worden. In molekularbiologischen Analysen haben sie sich stets als abweichend von den in Europa vorhandenen Populationen gezeigt. Es erschien daher sinnvoll, ein breiteres Spektrum von Populationen aus dieser Region zu untersuchen. Da angenommen wird, dass sich die Kartoffelnematoden in Koevolution mit den Solanaceen in Süd- bzw. Mittelamerika entwickelt haben, könnte so die genetische Variabilität dieser Art auf eine breitere Basis gestellt werden, und der taxonomische Status der südamerikanischen Herkünfte geklärt werden. Gleichzeitig könnten sich dabei auch neue Erkenntnisse für die Beurteilung der europäischen Populationen ergeben.

Es wurden 30 europäische Populationen aus 7 Ländern und 24 Populationen aus Peru, Ecuador und Kolumbien auf Unterschiede in der ITS-Regionen der ribosomalen DNA mittels PCR-RFLP untersucht. Bei insgesamt 16 eingesetzten Restriktions-Enzymen zeigten mit acht Enzymen alle Populationen, europäische sowie südamerikanische Herkünfte, das gleiche Bandenmuster; mit den übrigen acht Enzymen ergaben sich drei verschiedene Muster-Typen. Im ersten Typ finden sich alle europäischen Populationen sowie eine Herkunft aus Peru, im zweiten Typ die Mehrzahl der südamerikanischen Herkünfte. Der dritte Bandentyp zeigt ein Muster, das die Banden von Typ 1 und 2 vereinigt, er wird von einer Population aus Peru und einer aus Ecuador repräsentiert. Auch die Analyse der kompletten Basensequenz der ITS-Region weist südamerikanische Populationen als gesonderte Gruppe aus.RAPD-Muster und Proteinspektren nach IEF erlauben ebenfalls eine Unterscheidung der europäischen von den südamerikanischen Herkünften.

Von den 24 Populationen mit einer geographischen Herkunft vom Süden Perus über Ecuador bis nach Kolumbien entspricht nur eine Population aus Peru dem in Europa und anderen Erdteilen verbreiteten DNA-Typ. Dieser Befund lässt die Annahme einer mehrfachen Einfuhr südamerikanischer G. pallida-Populationen nach Europa als wenig wahrscheinlich erscheinen. Alle europäischen Vorkommen könnten demnach aus einem Genpool hervorgegangen sein. Die jetzt feststellbaren Virulenzunterschiede hätten sich erst während des Verbreitungsprozesses herausgebildet. Dass in den schwächer virulenten Populationen häufig auch die bekannten höheren Virulenzen stecken, ist durch Selektionsversuche belegt. Neue Virulenzen, die eine Gefahr für die jetzt gezüchteten resistenten Sorten darstellen würden, wären nur aus Südamerika zu erwarten. Der dort vorwiegend verbreitete Typ ist molekularbiologisch eindeutig zu identifizieren. Die erhaltenen Befunde sprechen darüber hinaus dafür, dass es sich bei der hier untersuchten Gruppe südamerikanischer Herkünfte um eine dritte Art des Kartoffelnematoden handelt.


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New data on the Heterodera avenae complex

Subbotin, S.A., Sturhan, D. & Rumpenhorst, H. J. Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Nematologie und Wirbeltierkunde, Toppheideweg 88, 48161 Münster

More than fifty populations of the Heterodera avenae complex, including the species H. arenaria, H. avenae, H. aucklandica, H. pratensis, H. filipjevi, H. iri and H. mani, obtained from different regions of the world were analysed using morphological and molecular methods. Sequence and phylogenetical analysis of the ITS regions of ribosomal DNA revealed presence of several population groups, which are geographically isolated or are presently considered as valid species. Seven enzymes digested the amplified ITS products and allow to distinguish all species and some isolates of this species complex. Canonical discriminant analysis of some morphometric characters of the juveniles allows to separate several species. Congruence of morphological features and molecular data are discussed. Heterodera latipons and H. hordecalis form a separate species complex within the H. avenae group.


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Als resistent gegenüber Heterodera filipjevi befundene Getreidesorten und deren Sanierungseffekt beim Anbau.

Große, E.1), Adam, L.2), Fahlenberg, E.2); 1) Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Nematologie und Wirbeltierkunde, Toppheideweg 88, 48161 Münster , 2) Landesamt für Ernährung und Landwirtschaft Frankfurt/O., Pflanzenschutzdienst, FD Diagnostik, Steinplatz 1, 15838 Wünsdorf

Nach unseren Erkenntnissen kommt Heterodera filipjevi in verschiedenen Gebieten Deutschlands annähernd so häufig wie Heterodera avenae vor.

Bei Biotestuntersuchungen erwies sich eher zufällig, dass die gegenüber H. avenae anfällige SG-Sorte `Baronesse´ resistent gegenüber H. filipjevi ist. Deshalb prüften wir bisher 27 SG-Sorten und 7 H-Sorten auf Resistenz gegen-über H. filipjevi. Im Ergebnis dieser Untersuchungen erwiesen sich die SG-Sorten `Baronesse´, `Apex´, `Bella´, `Otis´ und `Steffi´ sowie die H-Sorte `Nord-stern´ als resistent gegenüber H. filipjevi.

Um Erkenntnisse zum möglichen Sanierungseffekt mit entsprechend resistenten Sorten unter Feldbedingungen zu gewinnen, führten wir gemeinsam mit der LfL Brandenburgs einen Feldparzellenversuch auf zwei mit H. filipjevi verseuchten Flächen durch. Bei den Versuchsflächen handelte es sich um 2 ehemalige WR-Monokulturflächen, die ortsüblich mit N gedüngt wurden bzw. ohne N-Düngung blieben. Neben der als resistent erkannten SG-Sorte `Baronesse´ wurde insbe-sondere die anfällige WR-Sorte `Esprit´ angebaut. Während auf den gedüngten Parzellen die Verseuchung von H. filipjevi in Folge des Anbaus der WR-Sorte `Esprit´ von 2200 auf 2900 Eier und Larven pro 100 g Boden zunahm, fiel die Nematodenpopulation nach dem Anbau der SG-Sorte `Baronesse´ von 1050 auf 50 E + L pro 100 g Boden ab. Dem gleichen Trend folgte die Population von H. filipjevi auf den ungedüngten Parzellen, jedoch auf sehr viel niedrigerem Niveau. Die Ergebnisse belegen, dass bereits ein einmaliger Anbau einer gegenüber H. filipjevi resistenten Getreidesorte zur Sanierung entsprechend verseuchter Flä-chen ausreicht.


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Poster: Influence of metabolites of chosen soil fungi on invasion larvae of Globodera rostochiensis

Prof. Dr. hab. Janowicz Krystyna 1), Dr. Kinga Mazurkiewicz-Zapalowicz 1) Prof. Dr. hab. Wanda Kuzna- Grygiel2) 1) Academy of Agriculture in Szczecin; 2) Pomerainian Academy of Medicine in Szczecin

In conditions in vitro, influence metabolites of Penicillium verrucosum var. cyclopium (OTA) and of Fusarium oxysporum (triacyloglycerol) on invasion larvae of J2 Globodera rostochiensis was tested. Extracts of fungi, obtained by the HPLC method (F. oxysporum) and crystalline OTA, altogether with the G. rostochiensis cysts, were placed in the sterile soil, in the following combinations: 1-OTA, 2-triacyloglycerol; 3-control. After 4 weeks, wholesomeness of artificially freed J2 larvae was evaluated. Amounts of healthy larvae, dead ones, and of larvae with pathological changes were determined.

In combination with fungi metabolites, it was stated that the amount of dead J2 larvae, as well as of larvae with morphological changes: deformations and damages of the cuticles and losses of turgor, was indeed higher.

Changes were also observed inside of the intestines of larvae, in the form of enlarged lipid granules. Amount of larvae with the above described changes was indeed higher than in the control.

Metabolites were tested: OTA and triacyloglycerol, showed the similar destructive effect on J2 larvae. Considering the carried out research, OTA, obtained from P. verrucosum var. cyclopium, seems to be more toxic than triacyloglycerol, obtained from F. oxysporum.


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Bursaphelenchus spp. an Nadelgehölzen in Europa: EU-weites Monitoring und taxonomische Bestimmung

Braasch, H., Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Abteilung für nationale und internationale Angelegenheiten der Pflanzengesundheit, Außenstelle Kleinmachnow

Seit im Frühsommer 1999 das Erstauftreten des Kiefernholznematoden (Bursaphelenchus xylophilus) in Portugal erkannt wurde, hat die Kommission der Europäischen Gemeinschaften Maßnahmen zur Verhinderung seiner weiteren Ausbreitung festgelegt, die das Vorgehen innerhalb Portugals und die Nadelholz-Ausfuhren aus dem Befallsgebiet einschließlich einer Pufferzone bestimmten Regelungen unterwerfen und die EU-Mitgliedstaaten zu Erhebungen über das mögliche Vorkommen von B. xylophilus verpflichten. Im Jahr 2000 wurden 5200 Koniferenholzproben (Mischproben aus 1-5 Bäumen) in den Mitgliedstaaten untersucht, die vorwiegend von Kiefern (Pinus sylvestris, P. nigra, P. pinaster) aus kranken oder beschädigten Waldbeständen gewonnen wurden. 1540 Proben stammten von Risikostellen (Häfen, Sägewerke, Holzlagerplätze, holzverarbeitende Industrie), die aus der Verbreitungsgeschichte des Kiefernholznematoden als Ausbreitungszentren bekannt sind. B. xylophilus wurde außerhalb Portugals nicht festgestellt, verursachte im portugiesichen Befallsgebiet jedoch die Welke weiterer Seestrandkiefern.

Das 2001 fortzusetzende Monitoring bietet eine gute Gelegenheit, die Verbreitung auch anderer, in Europa an Koniferen vorkommender Bursaphelenchus-Arten zu erfassen. Von den 28 in Europa an Koniferen zum Teil vor über 40 Jahren beschriebenen Arten sind etwa ein Viertel noch nicht wieder gefunden worden. Mehrere Arten wurden in den letzten Jahren neu beschrieben. Zu den verbreitetsten Arten gehören B. mucronatus, B. sexdentati und B. leoni. Im EU-Monitoring sind nach bisherigen Kenntnissen 12 Bursaphelenchus spp. nachgewiesen worden. Für die morphologische Identifikation und die Differenzierung des Kiefernholznematoden von verwandten Arten ist eine Gruppierung innerhalb der Gattung hilfreich. Die in Europa festgestellte Form von B. xylophilus kann mikroskopisch bestimmt werden, wenn erwachsene Tiere beiderlei Geschlechts vorliegen. Bestimmung mit molekularen Methoden ist derzeit für 15 Arten möglich.


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Nematologische Untersuchungen in Forsten des Landes Brandenburg zum Auftreten von Bursaphelenchus spp.

Schönfeld, Ute, Landesamt für Ernährung und Landwirtschaft Frankfurt/O., Pflanzenschutzdienst, FD Diagnostik, Steinplatz 1, 15838 Wünsdorf

Im Rahmen eines EU-weiten Monitorings (RL 2000/58/EG) sind im Jahr 2000 in Brandenburg Untersuchungen in Kiefernforsten zum Auftreten von Bursaphelenchus-Arten, insbesondere von Bursaphelenchus xylophilus (Kiefernholznematode) durchgeführt worden. Dazu wurden in 60 Forstrevieren aus allen Landesteilen Brandenburgs 144 Einzelbäume von Pinus sylvestris gefällt, beprobt und ihr Befall durch holz- und rindenbrütende Insekten sowie durch Nematoden der Gattung Bursaphelenchus festgestellt. An 18 Einzelbäumen aus 15 Forstrevieren (= 25 %) sind Bursaphelenchus-Arten nachgewiesen worden, die durch Frau Dr. Braasch (BBA) zu 8 verschiedenen Arten zugeordnet wurden. Die häufigste Art war B. mucronatus (9x). Die eng verwandte Art B. xylophilus wurde nicht festgestellt. Beide Arten werden durch Bockkäfer der Gattung Monochamus übertragen, die an 42 % der beprobten Stämme nachweisbar waren. Weitere Bursaphelenchus-Arten sind: B. sexdentati (5x), B. tusciae (3x), B. leoni (2x), B. "borealis" (2x), B. fraudulentus, B. pinasteri, B. paracorneolus (je 1x). Mehrere dieser Arten sind im südlichen Europa verbreitet und erstmals in Brandenburg nachgewiesen worden.

Aufgrund des hohen Anteils von Kiefernwald in Brandenburg (42 % der Kiefernwaldfläche Deutschlands) und relativ hoher sommerlicher Temperaturen, bei denen seit 1993 ein verstärktes Auftreten von Monochamus galloprovincialis registriert wird, ist eine Gefährdung Brandenburgs durch den Kiefernholznematoden anzunehmen.


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Einfluß von Bitterlupinen (Lupinus albus) auf die Populations-dynamik von Xiphinema spec. im Freiland

Ipach, U. Staatliche Lehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft, Weinbau und Gartenbau, Neustadt/W., Fachbereich Phytomedizin

Der Komplex der Reisigkrankheit hat im Weinbau große wirtschaftliche Bedeutung und das Grapevine Fanleaf Virus (GFLV), einer der Erreger dieser Krankheit und übertragen durch Xiphinema index, gilt als eines der gefährlichsten Rebviren. Im deutschen Weinbau bestehen keine direkten Bekämpfungsmöglichkeiten für Viruskrankheiten bzw. Nematoden, deshalb kommt der Suche nach Alternativen, z.B. nach Feindpflanzen, eine große Bedeutung zu.

In Gewächshausuntersuchungen an der SLFA in Neustadt/W. wurden Pflanzen mit Feindpflanzeneigenschaften gegen X. index gefunden und es konnten Wirkungsgrade zwischen 88 % und 96 % gegenüber Larven erzielt werden (Schaaf, 2000). In einem ersten Freilandversuch war die Praxistauglichkeit von Lupinus albus (Bittervariante), einer dieser Pflanzen, mit gutem Erfolg gegen Xiphinema spec. eingesetzt worden.

In den hier dargestellten Untersuchungen wurden diese Versuche fortgeführt und erweitert. Auf der zur Verfügung stehenden Fläche wurden zu Beginn sowohl X. vuittenezi als auch vereinzelt X. index nachgewiesen. Nach Rodung der Reben und Anbau einer Grasmischung wurden die Auswirkungen der Varianten "Schwarzbrache" und "Bitterlupine" im Vergleich zur Grasmischung (Kontrolle) auf die Xiphinemen-Population untersucht. Ferner wurde überpüft, ob die Einsaat von Bitterlupine als Zwischenbegrünung in eine bestehende Ertragsanlage ebenfalls zur Populationsreduktion von Xiphinema spec. geeignet ist.

Trotz einer relativ kurzen Vegetationszeit der Lupine in der Ertragsanlage konnte im oberen Bodenhorizont (0-30 cm) ein Wirkungsgrad von 58,9 %, im unteren Bodenhorizont (30-50 cm) noch von 14 % auf die Gesamtzahl der Xiphinemen erzielt werden, während unter Roggen im Gegensatz dazu eine leichte Zunahme der Population festzustellen war. Die Versuchsergebnisse auf der gerodeten Fläche waren aufgrund der relativ niedrigen Ausgangszahlen und relativ großer Schwankungen zwischen den Wiederholungen nicht so eindeutig wie die von Schaaf ermittelten Ergebnisse. Aber auch hier konnte im Vergleich zur Brache ein stärkerer Populationsrückgang der Xiphinemen durch Bitterlupinen beobachtet werden.

SCHAAF, C. (2000): Untersuchungen zur Wirkung von Pflanzeninhaltsstoffen und Feindpflanzen auf die phytoparasitären Nematoden Xiphinema index Thorne & Allen 1950 und Meloidogyne incognita (Kofoid & White 1919) Chitwood 1949. Dissertation Universität Hohenheim. 153 S.


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Entwicklung eines biologischen Nematizides auf der Basis von Paecilomyces lilacinus

Kiewnick, S.; Prophyta Biologischer Pflanzenschutz GmbH, Inselstr. 12, D-23999, Malchow; www.prophyta.com

Die Entwicklung von biologischen Pflanzenschutzmitteln und insbesondere biologischen Nematiziden scheiterte in der Vergangenheit oft am letzten Schritt der Kommerzialisierung, der Produktion und Vermarktung im großen Maßstab. Bereits seit 1990 wird ein Produkt auf der Basis von Paecilomyces lilacinus (Stamm 251) kommerziell vertrieben. Zur Zeit bestehen Registrierungen in den Philippinen, Indonesien und Südafrika. Die Zulassung für Australien wird 2002 erwartet. Bisher konnte sich dieses Produkt, mit einer Zulassung für eine Anwendung in Bananen, Tomaten und Tabak allerdings nicht ausreichend etablieren. Die Gründe dafür lagen jedoch nicht in einer zu geringen Wirkung im Vergleich zu chemischen Nematiziden, sondern eher in einer nicht sehr praktikablen Formulierung, zu geringen Produktionskapazitäten und zu hohen Endverbraucherpreisen. Prophyta Biologischer Pflanzenschutz hat durch seine patentierte Feststoff-Fermentationstechnologie die Möglichkeit, durch eine drastische Senkung der Produktionskosten, gekoppelt mit einer sehr anwenderfreundlichen WG-Formulierung, ein verbessertes Produkt zur Verfügung zu stellen. Dieses verbesserte biologische Nematizid auf der Basis von Paecilomyces lilacinus (Stamm 251) kann somit erfolgreicher im Bananen-, Tomaten- und Tabakanbau vermarktet werden.


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Translokation von Vydate (a.i. Oxamyl) in der Pflanze und die Wirkung auf Nematoden

Wissing, A.1, Hallmann, J.2, Irving, S.N.1 und Sikora, R.A.2 1European Research and Development Center, Du Pont de Nemours, Nambsheim, Frankreich (bis 1999); 2Universität Bonn, Institut für Pflanzenkrankheiten, Nußallee 9, 53115 Bonn

Mit Wegfall von Methylbromid in den nächsten Jahren wird der Nematizidmarkt neu geordnet. Neben der Entwicklung neuer Wirkstoffe könnten "klassische" Nematizide wieder an Bedeutung gewinnen, wenn aufgrund neu gefundener Wirkprinzipien sowie verbesserter Formulierungs- und Applikationstechniken die Aufwandmenge der toxischen Substanzen deutlich reduziert werden kann. Das Carbamat Vydate (Wirkstoff Oxamyl) zum Beispiel wurde in der Vergangenheit zur Bekämpfung von Nematoden im Boden eingesetzt. Hohe Aufwandmengen bei sehr guter Löslichkeit von Oxamyl in Wasser verursachten Umweltprobleme. In einer neuen Strategie erfolgt die Bekämpfung der Nematoden nicht mehr über den Boden sondern über die Pflanze. Grundlage hierfür ist die sehr gute systemische Translokation von Oxamyl in der Pflanze. Bereits Blattapplikationen von 0,04 mg Oxamyl führen zu einer signifikanten Reduzierung des Nematodenbefalls in der Wurzel. Da diese Konzentrationen unterhalb der direkten nematiziden Wirkung von Oxamyl liegen, wird eine indirekte Wirkung über die Pflanze vermutet. Dies wird durch Untersuchungen im Split-root System bestätigt. Nach Bodenbehandlung der einen Wurzelhäfte mit 12 mg Oxamyl wird eine fast vollständige Unterdrückung von Meloidogyne incognita auf der unbehandelten Wurzelhäfte erreicht. Da Untersuchungen mit 14C-markiertem Oxamyl nur eine Translokation von 0,37 % radioaktiv-markierten Materials in die unbehandelte Wurzel zeigten, kommen weder das 14C-markierte Oxamyl noch dessen radioaktiv-markierte Abbauprodukte als Ursache des reduzierten Nematodenbefalls in Frage. Inwieweit nicht radioaktive Metabolite bisher unbekannter Art oder auch eine Aktivierung pflanzlicher Abwehrmechanismen für die Nematodenunterdrückung verantwortlich sind, wird diskutiert.


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Last modified: Mon May 9 14:51:10 CEST 2005