DPG Startseite

Aktuelles
Ziele und Aktivitäten
Adressen
Mitgliedschaft
Nachwuchs
Auszeichnungen der DPG
Publikationen
Arbeitskreise
Nematologie
Tagung 2005 (Abstracts)
Tagung 2004 (Abstracts)
Tagung 2003 (Abstracts)
Tagung 2002 (Abstracts)
Tagung 2001 (Abstracts)
Landessprecher
Tagungen und Termine
Links


Seiten für Mitglieder:

Vademecum online

Arbeitskreis
Nematologie



Abstracts der Tagung 2002:

Kurzzusammenfassungen der Arbeitskreistagung Nematologie der DPG vom 20. und 21. März 2002 in Neustadt/W. - Mussbach
Tagungsstätte: Staatl. Lehr- und Forschungsanstalt, 67435 Neustadt/W., Breitenweg 71

Titel der Abstracts:


1.Phytopathogene Nematoden im Weinbau: Verbreitung und Probleme

Ipach, U.; Kling, L.;
Staatliche Lehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft, Weinbau und Gartenbau, Breitenweg 71, 67435 Neustadt/W.

Sechs der 13 deutschen Weinanbaugebiete liegen in Rheinland-Pfalz. Sie unterscheiden sich teilweise beträchtlich u.a. durch ihre klimatischen Gegebenheiten als auch durch ihre Bodenzusammensetzung. Letztere hat entscheidende Auswirkungen auf die hier vorgestellte Zusammensetzung der Nematodenpopulationen in den einzelnen Regionen.
Direkte Schäden durch phytopathogene Nematoden sind in Ertragsanlagen kaum zu erwarten, da die dafür notwendigen Populationshöhen einerseits unter den klimatischen Gegebenheiten der deutschen Weinbauregionen selten erreicht werden, andererseits die Rebe nicht unbedingt als gute Wirtspflanze für Nematoden anzusehen ist. Von großer Bedeutung im Weinbau sind die durch virusübertragende Nematoden hervorgerufenen indirekten Schäden: die Reisigkrankheit der Rebe zählt weltweit zu den wichtigsten Rebvirosen. Da zur direkten Nematoden- bzw. Virusbekämpfung im Weinberg keine chemische Mittel zur Verfügung stehen, kommt der Erzeugung von gesundem Rebenpflanzgut im Rahmen der Gesundheitsselektion ein hoher Stellenwert zu. Nach der Rebenpflanzgut-Verordnung dürfen Reben, die zur Vermehrung bestimmt sind, nur auf Böden angepflanzt werden, die frei sind von virusübertragenden Nematoden. Aus diesem Grund stammt der größte Teil der hier dargestellten Ergebnisse zur Verbreitung virusübertragender Nematoden aus Untersuchungen von Vermehrungsanlagen und kann nur bedingt auf andere Weinberge übertragen werden. Probleme bei der Beurteilung der potentiellen Vermehrungsanlagen können bei der notwendigen Artbestimmung der Nematoden entstehen, da z.T. nur sehr geringe Populationsdichten vorhanden sind oder auch nur Larvenstadien gefunden werden. Gerade die im Weinbau bedeutendsten Arten der Gattung Xiphinema und Longidorus lassen sich zweifelsfrei nur an Adulten bestimmen.

2.Erste Untersuchungen zur molekularbiologischen Differenzierung virusübertragender Nematoden im deutschen Weinbau

Hübschen, J. (1); Ipach, U. (1), Zinkernagel, V. (2), Brown, D.J.F. (3), Neilson, R. (3); (1) Staatliche Lehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft, Weinbau und Gartenbau, Breitenweg 71, 67435 Neustadt/W.; (2) Technische Universität München, Lehrstuhl für Phytopathologie, Am Hochanger 2, 85350 Freising-Weihenstephan; (3) Scottish Crop Research Institute, Invergowrie, Dundee DD2 5DA, Schottland

Nach der Rebenpflanzgut-Verordnung müssen Böden von Vermehrungsanlagen frei sein von virusübertragenden Nematoden. Die momentan üblichen Bodenuntersuchungen sind arbeitsaufwendig und erfordern erfahrenes Personal, da die Bestimmung der Nematodenarten auf morphologischen Merkmalen beruht. Bei den im deutschen Weinbau bedeutendsten Arten der Gattung Xiphinema treten häufig Mischpopulationen und zum Teil niedrige Populationsdichten auf, gelegentlich lassen sich nur Larvenstadien nachweisen. Aufgrund dieser Probleme bei der sicheren Bestimmung soll eine auf molekularbiologischen Techniken beruhende Methode zur Artdifferenzierung entwickelt werden.
Zunächst wurde hierzu die 18S-Genregion von mehreren geographisch deutlich voneinander getrennt vorkommenden Populationen von Xiphinema index, X. diversicaudatum und X. vuittenezi sequenziert, um die innerartliche Variation zu ermitteln. Im Anschluss daran wurden zusätzliche Nematodenarten aus den Gattungen Xiphinema, Longidorus und Paralongidorus in die Untersuchungen einbezogen, darunter weitere Virusüberträger im deutschen Weinbau.
Innerhalb einer Art erwiesen sich die untersuchten Populationen als homogen bezüglich des 18S-Genes, die zwischenartliche Variation innerhalb einer Gattung war relativ gering.
Im nächsten Schritt wurden daher von einer französischen Arbeitsgruppe entwickelte spezifische Primer für die drei zuvor genannten Xiphinema-Arten auf ihre Einsatzmöglichkeiten bei Nematodenpopulationen deutscher Herkunft hin überprüft. Die Sequenzen der in der ITS1-Region anlagernden Primer wurden freundlicherweise von Dr. D. Esmenjaud, INRA, zur Verfügung gestellt. Erste Tests hinsichtlich Zuverlässigkeit und Spezifität beim Nachweis der entsprechenden Nematodenarten scheinen vielversprechend.


Zurück zum
Seitenanfang
3.Untersuchungsergebnisse von hessischen Rebvermehrungsflächen (Longidorus- und Xiphinema-Arten).

Sylvia Schütz


Zurück zum
Seitenanfang
4.Neues über Vorkommen von Longidoriden und Trichodoriden in Deutschland

Sturhan, D., Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Nematologie und Wirbeltierkunde, Toppheideweg 88, 48161 Münster

Die Anzahl aus Deutschland bekannter Longidorus-Arten hat sich mit dem Nachweis von drei weiteren Arten (L. raskii, L. sturhani, L. helveticus) auf insgesamt 21 erhöht. Zwei dieser Arten, die erst im Jahr 2001 beschrieben wurden, kommen bei uns verbreitet in Weinbergsböden vor. Ob sie als Vektoren von Rebenvirosen in Betracht kommen, ist bisher nicht bekannt. Wegen der großen morphologischen Ähnlichkeit mit L. elongatus bzw. L. macrosoma, die nach der Rebenpflanzgutverordnung zu erfassen sind, kommt einer verlässlichen Identifizierung der "neuen" Arten eine große Bedeutung zu. Bei den Gattungen Xiphinema und Paralongidorus, mit 10 Arten bzw. 1 Art in Deutschland, gibt es bisher keine Hinweise auf Vorkommen weiterer Arten. Die Zahl in Deutschland nachgewiesener Trichodorus- und Paratrichodorus-Arten ist auf insgesamt 14 angestiegen. Damit sind in Deutschland bisher 46 als Virusvektoren in Betracht kommende Arten bekannt. Mehrere noch unbeschriebene und noch nicht identifizierte Longidorus-Arten kommen vor.


Zurück zum
Seitenanfang
5.Verbessertes Monitoring für den Kiefernholznematoden (Bursaphelenchus xylophilus) durch Kennzeichnung von Risikogebieten und Vektoruntersuchungen

Braasch, H.(1), Enzian, S.(1) und Meyer, M.(2), (1) Biologische Bundesanstalt, Außenstelle Kleinmachnow, (2) Technische Universität Dresden, Sektion Forstwissenschaften, Tharandt

Der Kiefernholznematode wurde trotz intensiver Beprobung von Koniferenholz bisher in keinem anderen europäischen Land außer Portugal gefunden, und auch in Portugal hat sich dank der durchgeführten Quarantänemaßnahmen das Befallsgebiet nicht wesentlich ausgedehnt. Dennoch hat es trotz intensiver Bekämpfungsmaßnahmen im Befallsgebiet noch keinen entscheidenden Durchbruch in Hinsicht auf die Ausrottung des Nematoden und damit keine Entwarnung gegeben. Wiederholte Funde von B. xylophilus und seiner Vektoren aus der Gattung Monochamus und/oder deren Bohrlöcher in nach Europa aus Befallsländern eingeführtem Packholz setzen ein zusätzliches Warnzeichen, die Aufmerksamkeit hinsichtlich dieses gefährlichen Schädlings nicht erlahmen zu lassen. Die Effizienz der Untersuchungen kann verbessert werden, wenn die Probenahme besonders intensiv in Risikogebieten erfolgt. Abgesehen von Verschleppungsschwerpunkten wie Sägewerke, Häfen, Importbetriebe usw. ist eine relativ hohe Auffindensrate des Nematoden bei einer eventuellen Einschleppung dort am wahrscheinlichsten, wo umfangreiche Bestände anfälliger Kiefern unter für Vektor und Nematode besonders geeigneten ökoklimatischen Bedingungen vorkommen, für den Vektorbefall disponierende Waldschäden auftreten und die Vektoren verbreitet sind. Unter Verwendung eines computergestützten Geoinformationssystems werden Klimadaten und die Verbreitung geeigneter Wirtsbaumarten kombiniert, um für Europa und speziell Deutschland die am meisten gefährdeten Gebiete zu kennzeichnen. In diese Betrachtung wird die Verbreitung der Vektoren einbezogen und die für das Bursaphelenchus-Monitoring wichtige Feststellung der Dauerlarven der Nematoden am Vektor erörtert.


Zurück zum
Seitenanfang
6.Ergebnisse des Monitorings zur Verbreitung des Kiefernholznematoden (Bursaphelenchus xylophilus) in Kiefernforsten im Land Brandenburg

Schönfeld, Ute; Landesamt für Verbraucherschutz und Landwirtschaft, Pflanzenschutzdienst, Wünsdorf

Im Rahmen der Untersuchungen in allen EU-Mitgliedsstaaten zur Verbreitung des Kiefernholznematoden (Entscheidung 2001/218/EG) erfolgten in den letzten 2 Jahren auch in Brandenburg Erhebungen in Kiefernforsten. Im Jahr 2000 sind in Zusammenarbeit mit der Landesforstanstalt Eberswalde Kiefern von Forstrevieren aus allen Landesteilen gefällt und beprobt worden. Ein Viertel der Stämme wiesen Befall durch Bockkäfer der Gattung Monochamus, dem Vektor des Kiefernholznematoden, auf. An 12,5 % der untersuchten Kiefern wurden Nematoden der Gattung Bursaphelenchus nachgewiesen, deren Artzugehörigkeit durch die Biologische Bundesanstalt bestimmt wurde.
Im Jahr 2001 konzentrierte sich die Probenahme auf "Risikostandorte", das waren Forsten in Südbrandenburg mit hohen sommerlichen Durchschnittstemperaturen (ca. 19 °C) in der Nähe von Holzlagerplätzen, Sägewerken oder Waldbrandflächen. An 45 % der untersuchten Einzelbäume wurde eine Kontamination mit Bursaphelenchus-Arten festgestellt und morphologisch sowie durch PCR differenziert.
Der Kiefernholznematode wurde in keiner der untersuchten Kiefern gefunden.


Zurück zum
Seitenanfang
7.Einsatz der IST-RFLP-Analyse zur Identifizierung des Kiefernholznematoden, Bursaphelenchus xylophilus, und experimentell erhaltener B. xylophilus x B. mucronatus-Hybriden

Burgermeister, W., Biologische Bundesanstalt, Braunschweig, und Braasch, H., Biologische Bundesanstalt, Kleinmachnow

Bei der IST-RFLP-Analyse wird der IST-Bereich der ribosomalen DANN durch PCR amplifiziert und das PCR-Produkt mit Restriktionsenzymen fragmentiert. Durch Einsatz von 5 Restriktionsenzymen wurden IST-RFLP-Muster für bisher 17 Bursaphelenchus-Arten etabliert. Seit Auffindung des Kiefernholznematoden in Portugal im Jahre 1999 werden innerhalb der EU jährliche Erhebungen ("monitoring surveys") durchgeführt, bei denen Koniferenholzproben aus dem Forst, von Risikostellen (Häfen, Sägewerke etc.) und aus importiertem Packholz auf Befall mit dem Kiefernholznematoden untersucht werden. B. xylophilus kann anhand einiger morphologischer Kriterien durch geschulte Personen identifiziert werden. Wenn jedoch nur Larven oder nur männliche Tiere zur Verfügung stehen, oder wenn Weibchen mit spitzem Schwanzende in amerikanischen Holzproben gefunden werden, ist zur Artbestimmung eine IST-RFLP-Analyse erforderlich. So wurden in Deutschland während der Erhebungen 2001 in zwei Proben aus Palettenholz von Importsendungen aus China präadulte Nematoden isoliert, die anhand ihrer IST-RFLP-Muster als B. xylophilus identifiziert wurden. Die morphologische Bestätigung des Befundes erfolgte nach mehrwöchiger Kultivierung der Tiere auf Botrytis cinerea.
In Gebieten, wo sich B. xylophilus etabliert, könnte eine Hybridisierung mit der nahe verwandten, in Europa verbreiteten Art B. mucronatus stattfinden und zu schwer abschätzbaren phytopathologischen Auswirkungen führen. In einem Hybridisierungsversuch wurden entweder je 50 Tiere beider Arten auf Botrytis cinerea-Agarplatten ko-kultiviert oder je 3000 Tiere an vierjährigen Kiefernsämlingen ko-inokuliert. Ein Teil der nach einigen Wochen rückisolierten Tiere zeigte intermediäre morphologische Merkmale. Die Artbestimmung bei 51 rückisolierten Tieren durch IST-RFLP-Analyse ergab bei 33 Tieren B. xylophilus, bei 10 Tieren B. mucronatus und bei 8 Tieren Hinweise auf das Vorliegen von Hybriden. Bei letzteren zeigte das IST-RFLP-Muster Merkmale beider Arten.


Zurück zum
Seitenanfang
8.Fakten und Fragen zur Wirtsspezifität bei Heteroderen und anderen Phytonematoden

Sturhan, D., Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Nematologie und Wirbeltierkunde, Toppheideweg 88, 48161 Münster

Viele Phytonematoden, endoparasitäre wie ektoparasitäre, zeigen eine ausgeprägte Wirtsspezialisierung. Zelluläre oder gewebliche Reaktionen der Wirtspflanzen (Bildung von Riesenzellen, Synzytien, Gallen usw.) sind in vielen Fällen Voraussetzung für die Etablierung der parasitären Nematoden. Trotz intensiver Forschungen über die teilweise hochkomplexen Wirt-Parasit-Beziehungen sind die Ursachen der Wirtsspezifität noch weitgehend unbekannt. Faktoren, die auf der einen Seite die Wirtseignung bestimmen und auf der anderen Seite die Fähigkeit zur erfolgreichen Parasitierung, sollen vor allem anhand von Befunden bei Zystennematoden und anderen Heteroderen sowie bei Ditylenchus dipsaci (mit den hier vorkommenden zahlreichen biologischen Rassen) diskutiert werden. Aspekte der Evolution von Wirtsspezifität werden dabei erörtert.


Zurück zum
Seitenanfang
9.Die Kontrolle von Heterodera schachtii in Zuckerrüben-Fruchtfolgen

Schlang, J., Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Nematologie und Wirbeltierkunde, Aussenstelle Elsdorf

Mit der Einführung nematodenresistenter Zwischenfrüchte zu Beginn der 80er Jahre, konnte die biologische Bekämpfung des Rübenzystennematoden innerhalb einer dreijährigen Fruchtfolge mit Zuckerrüben, Winterweizen und Wintergerste erfolgreich durchgeführt werden. Der Anbau resistenter Ölrettich- und Senfsorten erfolgte nach der Wintergerste oder im Rahmen der Flächenstillegung. Durch die biologische Bekämpfung wurden die Besatzdichten bis weit unter die Schadensschwelle abgesenkt und die Rübenerträge abgesichert.
Die biologische Wirkung resistenter Zwischenfrüchte beruht auf der Aktivierung encystierter Eier und Larven und der Verhinderung oder Begrenzung der Vermehrung des Nematoden in der Pflanze. Die Wirkung ist temperatur- und dichteabhängig. Zwischen der Besatzdichte (PI-Wert) und der Vermehrungsrate (r) besteht ein sortenspezifischer und funktionaler Zusammenhang. Zur Charakterisierung dieser Beziehung wurden für alle Anfälligkeitsstufen nach der beschreibenden Sortenliste des BSA, Potenzfunktionen ermittelt, und grafisch dargestellt. Anhand dieser Funktionen kann die Wirkung einer Zwischenfrucht besser prognostiziert und der Bekämpfungserfolg sicher verifiziert werden. Ein Wiederanstieg der Nematodenpopulation unter Zuckerrüben kann mit dem Anbau von resistenten Zwischenfrüchten allerdings nicht verhindert werden. Dieses Problem ist nur mit dem Anbau resistenter Zuckerrübensorten zu lösen.
Erste Versuche mit resistenten Zuckerrübenhybriden zeigten bereits die vorzügliche Wirkung dieser neuen Bekämpfungsstrategie. Neben der Sicherung des Zuckerertrages wird die Populationsdynamik des Nematoden erheblich beeinflußt. Hohe und mittlere Besatzdichten werden unter resistenten Zuckerrüben auf 25 bis 30 % des Ausgangswertes reduziert. Bei niedrigen Besatzdichten wird ein Wiederanstieg der Populationsdichte sicher verhindert. Zwischen PI-Wert und der Vermehrungsrate besteht, wie bei den Zwischenfrüchten, ein funktionaler Zusammenhang. Neben der Resistenz besitzen die bisher geprüften Hybriden und zugelassenen Sorten eine ausgeprägte Toleranz gegenüber H.schachtii. Diese Toleranz ist sorten- und jahresspezifisch ausgeprägt.
In einer Langzeitstudie mit verschiedenen resistenten Zuckerrübenhybriden und Sorten konnte die hohe Stabilität der Nematodenresistenz eindeutig nachgewiesen werden. Die wirtschaftsspezifische Verseuchungsdichte (WVD) der resistenten Hybriden und Sorten liegt mit 380 E+L/100 ml Boden weit unterhalb der Schadensschwelle von ~ 500 E+L/100 ml Boden. An den anfälligen Sorten liegt dieser Wert bei 5100 E+L/100 ml Boden. In allen Untersuchungsjahren wurde die Vorzüglichkeit der nematodenresistenten Zuckerrübensorten zur Bekämpfung der Rübenzystennematoden nachgewiesen.


Zurück zum
Seitenanfang
10.Diskussionsbeitrag aus Rheinland-Pfalz zur Schwad-Beprobung auf H. schachtii.

Augustin, Bernd


Zurück zum
Seitenanfang
11.Untersuchungen zur Toleranz der Zuckerrübe gegenüber Heterodera schachtii

Gierth, K.(1), Hallmann, J.(2), Schlang, J.(2), Müller, J.(2) und Sikora, R.A.(1)
(1) Universität Bonn, Institut für Pflanzenkrankheiten, Nußallee 9, 53115 Bonn, (2) Biologische -Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Nematologie und Wirbeltierkunde, Toppheideweg 88, 48161 Münster

Die Fähigkeit toleranter Kulturpflanzen, selbst unter hohem Nematodendruck gute Erträge zu bringen, stellt einen bedeutenden ökonomischen Faktor dar. Von besonderer Bedeutung ist die Toleranz bei Pflanzen, deren Ernteprodukt sich aus dem befallenen Pflanzenorgan entwickelt. So kann zum Beispiel bei der Zuckerrübe ein früher Befall der Wurzel durch Heterodera schachtii zu starken Ertragsverlusten führen. Um in der Züchtung gezielt auf Toleranz selektieren zu können, brauchen wir ein gutes Verständnis ihrer Wirkungsweise. Entsprechende Untersuchungen zu den Toleranzmechanismen wurden an den Sorten/Hybriden 'Nematop' (tolerant und resistent), Stru1915 (tolerant und anfällig) und 'Penta' (empfindlich und anfällig) im Freiland und Gewächshaus durchgeführt. In Feldversuchen zeigte die Sorte 'Nematop' bzw. die Hybride Stru1915 eine hohe Ertragsstabilität bei Nematodenbefall und bestätigten damit das Vorliegen von Toleranz. In Gewächshausversuchen wiesen die toleranten Zuckerrüben bereits zu einem frühen Zetpunkt ein höheres Sprossfrischgewicht, größeres Wurzelsystem und besseres Kompensationswachstum auf. Die toleranten Pflanzen litten weniger unter Wasserstress und hatten eine effektivere Photosynthese. Die Toleranzeigenschaften zeigten sich bereits im jungen Pflanzenstadium, so dass eine frühzeitige Selektion möglich ist.


Zurück zum
Seitenanfang
12.Untersuchung schwierig zu behandelnder Bodenproben auf Besatz mit Heterodera schachtii mithilfe des Schlupftestes

Große, E., Müller, J.; Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Nematologie und Wirbeltierkunde, Toppheideweg 88, 48161 Münster.

Beim Schlupftest wandern die nach chemischer Schlupfinduktion mit einer Lösung von Acetoxy- ethylhexa-dien (Acetox) im Boden vorhandenen vitalen Nematodenlarven aus und werden anschließend mikroskopisch erfasst. Die Südzucker AG versucht in Kooperation mit der Biologischen Bundesanstalt sowie mit Pflanzenschutzdiensten, die ausgewanderten Nematodenlarven mithilfe der PCR-Methode quantitativ zu bestimmen, um damit die mikroskopische Auszählung zu ersetzen. Für diese weitgehend automatisierte Technik müssen Lösungen für schwierig zu behandelnde Bodenproben gefunden werden, die auch für große Probenmengen anwendbar sind. Voraussetzung für die Durchführung des Schlupftestes sind erdfeuchte und siebfähige Bodenproben. Bei Proben vom Rübenschwad mit hohem Anteil an organischem Material ist dies schwierig zu erfüllen. Daher wurde versucht, die Bodenbehandlung entstprechend anzupassen. Es zeigte sich, dass der Schlupftest hier ohne Einschränkung genutzt werden kann, wenn die organischen Bestandteile vorher abgesiebt und die Bodenproben bei ca. 4 °C zwischengelagert werden. Ein grundsätzliches Problem sind zu nasse, einer Modelliermasse ähnliche Bodenproben. Um sie bearbeiten zu können, wurden sie vor dem Schlupftest bis zur völligen Lufttrockenheit offen gelagert. Da der Schlupftest jedoch erdfeuchte Bodenproben erfordert, wurden sie später durch optimierte Wasserzugabe erneut befeuchtet. Dies lässt sich weit besser handhaben als die Trocknung von Böden bis zur normalen Erdfeuchte. Es zeigte sich, dass so getrocknete und wiederbefeuchtete Bodenproben mittels Schlupftest sicher untersucht werden können. Bei derartig behandelten Böden liegt die Schlupfrate jedoch um etwa 50 % niedriger, was bei der Berechnung der Besatzdichte zu berücksichtigen ist. Ebenso behandelte Bodenproben vom Rübenschwad eigneten sich dagegen nicht für den Schlupftest auf H. schachtii.


Zurück zum
Seitenanfang
13.Zunehmende Probleme mit Rübenkopfälchen Ditylenchus dipsaci im rheinischen Zuckerrübenanbau

Christian Heinrichs, Landwirtschaftskammer Rheinland, Pflanzenschutzdienst Bonn

Die starke Ausdehnung der "Späten Rübenfäule" ausgelöst durch den Schadpilz Rhizoctonia solani führte dazu, dass im Rheinland seit 1998 in größerem Umfang Laboruntersuchungen an faulen Rübenkörpern durchgeführt wurden, um geeignete Bekämpfungsstrategien gegen diese Krankheit zu erarbeiten.
Dabei zeigte sich, dass nicht nur Rhizoctonia solani für das Faulen der Rübenkörper verantwortlich war, sondern vielfach ein Befall mit Ditylenchusbefall dipsaci vorlag. Eine Kartographierung der Befallsstandorte ließ dabei bis auf wenige Ausnahmen einen engen Gebietsbezug erkennen. Es handelt sich um die vor dem Nordhang der Eifel liegende Zülpicher- und Jülicher Lößplatte. In einer Höhenlage von 100 - 150 m liegen hier beste Braun- und Parabraunerden, mit Bodenzahlen von über 75, vor. Klimatisch liegt die Region im Regenschatten der Eifel mit durchschnittlich 600 mm Jahresniederschlag. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei +9,5 °C, in der Hauptvegetationszeit von Mai bis Oktober werden bei 300 - 350 mm Niederschlag +16 °C erreicht. Die Wasserverfügbarkeit ist der begrenzende Faktor im Ertragsaufbau.
Bisher wurde in der Region auf 48 landw. Betrieben ein Ditylenchusbefall an Zuckerrüben festgestellt. Die ersten Schritte in der Bekämpfung liegen derzeit in der Suche schlagspezifischer Gemeinsamkeiten. Für Betriebsbefragungen wurde dabei eine Checkliste erarbeitet, die neben dem zeitlichen Erstauftreten des Befalls auch alle angebauten Ackerkulturen erfasst. Ein weiteres Hauptaugenmerk wird auf den Einsatz organischer Dünger gelegt. Vor allem Herkunft und Zusammensetzung dieser Dünger erscheinen wichtig.
Gleichzeitig wurde die Versuchstätigkeit ausgeweitet. In Bekämpfungsversuchen kommen dabei Bodeninsektizide bzw. Nematizide zum Einsatz, die schon eine Zulassung in anderen Ackerkulturen besitzen. Erste positive Ansätze wurden dabei gefunden.
Betrachtet man den gesamten Zuckerrübenanbau im Rheinland ist das Ditylenchusproblem noch von untergeordneter Bedeutung. Auf Befallsflächen ergeben sich jedoch enorme Ertragsverluste, die letztlich die gesamte Wirtschaftlichkeit eines landw. Betriebes gefährden können. Kenntnisse über weitere Befallsorte nicht nur in Deutschland und die dortigen Erfahrungen bei der Bekämpfung die auch Fruchtfolge- und Anbaumaßnahmen einschließen, wären sehr hilfreich für ein weiteres Vorgehen im Rheinland.


Zurück zum
Seitenanfang
14.Monitoring zur Nematodenfauna bei Anbau von Bt-Mais

Arndt, M., Abdel Kader, K.; Landesanstalt für Bodenkultur und Pflanzenbau (LBP) - Freising

In einem vom Bayerischen Umweltministerium geförderten Forschungsvorhaben "Monitoring der Umweltwirkungen von gentechnisch veränderten Pflanzen (GVP)" wird von der LBP am Beispiel Bt-Mais untersucht, ob sich - außer bei dem Zielorganismus Maiszünsler -Auswirkungen auf die Bodenmikrobiologie, die Bodenfauna oder andere Nichtzielorganismen ergeben. In dem von 2000 bis 2003 laufenden Projekt werden auf fünf Standorten von Staatsbetrieben dazu u.a. auch vergleichende Nematodenuntersuchungen auf Parzellen mit Maisdaueranbau von zwei Bt- bzw. nicht Bt-Maissorten durchgeführt. Neben den pflanzenparasitären Nematoden Pratylenchus spp., die sowohl in Boden- als auch Wurzelproben erfasst werden, sind auch andere Ernährungsgruppen Gegenstand der Untersuchung. Die ersten vorläufigen Ergebnisse zeigen keine gesicherten Unterschiede, weder in der Wirtspflanzenqualität der Maissorten gegenüber Pratylenchus, noch in deren Einfluss auf mykohage oder bakteriophage Nematoden. Inwieweit ein Biotest mit Caenorhabditis elegans zum Nachweis von Bt-Toxinen im Boden geeignet ist, wird ebenfalls geprüft und bedarf noch weiterer Untersuchungen.


Zurück zum
Seitenanfang
15.Welche Rolle spielen kartoffelassoziierte Bakterien bei der Bekämpfung pflanzenparasitärer Nematoden und bodenbürtiger Pilze

Faupel, A.(1), Hallmann, J.(1), Krechel, A(2) und Berg, G(2); (1) Universität Bonn, Institut für Pflanzenkrankheiten, Nußallee 9, 53115 Bonn; (2) Universität Rostock, Institut für Molekulare Physiologie und Biotechnologie, Albert-Einstein-Str. 3, 18051 Rostock

Pflanzenassoziierte Bakterien fördern das Pflanzenwachstum und die Pflanzengesundheit. Bakterien mit antagonistischer Wirkung gegen verschiedene Pathogene wären dabei von besonderem Interesse für den biologischen Pflanzenschutz. Über die Diversität dieser Bakterien und den Anteil antagonistischer Isolate an der Gesamtpopulation ist bisher recht wenig bekannt. In einem Kooperationsprojekt der Universität Bonn mit der Universität Rostock wurden aus der Rhizosphäre, Endorhiza, Phyllosphäre und Endosphäre von Kartoffel cv. 'Cilena' Bakterien isoliert und auf ihre antagonistische Wirkung gegen Verticillium dahlia, Rhizoctonia solani (Rostock) und Meloidogyne incognita (Bonn) untersucht. Bis zu 10 % der kultivierbaren Bakterien zeigten Antibiosis gegen V. dahliae und R. solani. Von diesen Isolaten führten wiederum 20 % zu einer signifikanten Befallsreduzierung von M. incognita in Gewächshausversuchen. Die Bakterien wurden anhand ihres Fettsäurespektrums mittels GC-FAME und Sherlock Microbial Identification System (MIDI) charakterisiert. Isolate mit antagonistischer Wirkung traten in der Rhizosphäre und Phyllosphäre vor allem bei den Gattungen Curtobacterium und Streptomyces auf und in der Endorhiza und Endosphäre bei den Pseudomonaden. Zahlreiche Isolate konnten Bakterienarten zugeordnet werden, die bisher nicht als Antagonisten bekannt waren. Der Anteil antagonistischer Isolate lag am höchsten in der Endorhiza, etwas geringer in der Rhizosphäre und am geringsten in der Phyllosphäre und Endosphäre. Über die Vegetationsperiode betrachtet, lag der Anteil antagonistischer Isolate zur Blüte der Kartoffel am höchsten.


Zurück zum
Seitenanfang
16.BIOACT WG, ein biologisches Nematizid auf der Basis von Paecilomyces lilacinus Stamm 251

Kiewnick, S., Sikora, R.A. Universität Bonn, Phytopathologie und Nematologie in Bodenökosystemen, Nussallee 9, 53115 Bonn. skiewnick@uni-bonn.de

Biologische Pflanzenschutzmittel auf der Basis von Mikroorganismen stehen auf dem Weg zur erfolgreichen Kommerzialisierung verschiedenen Problemen gegenüber, die oftmals eine nicht zu überwindende Hürde darstellen. Besonders kritisch wird neben der biologischen Wirksamkeit auch die Lagerfähigkeit bzw. Qualität solcher Produkte betrachtet. Am Beispiel von BIOACT WG, einem biologischen Nematizid auf der Basis von Paecilomyces lilacinus (Stamm 251), sollen die Zusammenhänge zwischen der Lagerfähigkeit, Formulierungsart und der Qualität des Produktes aufgezeigt werden. Dieses Produkt wurde in einer neuen, anwenderfreundlichen WG-Formulierung im Februar 2002 für den Bananenanbau in den Philippinen neu in den Markt eingeführt. Möglichkeiten und Grenzen in Bezug auf Handhabung und Shelf life unter verschiedenen Temperaturregimen werden diskutiert.


Zurück zum
Seitenanfang
17.Mikroskopische Präparate: Erfahrungen mit schneller Präparationsmethode (zur Bestimmung freilebender Nematoden).

Sylvia Schütz


Zurück zum
Seitenanfang
| Arbeitskreis Nematologie | Arbeitskreise der DPG | DPG Startseite|

Webmaster
Last modified: Mon May 9 14:50:52 CEST 2005