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Nematologie



Abstracts der Tagung 2003:

Kurzzusammenfassungen der Arbeitskreistagung Nematologie der DPG 2003

Titel der Abstracts:


Nematologie in den Niederlanden

Been, T.H., Schomaker, C.H.,
Molendijk, L.P.G., Plant Research International, PB 16, 6700 AA Wageningen, The Netherlands; e-mail: t.h.been@plant.wag-ur.nl

In den letzten Jahren wurden in den Niederlanden die wissenschaftlichen Organisationseinheiten wiederholt umorganisiert. Davon war natürlich auch der Fachbereich Nematologie betroffen. Seit dem Zweiten Weltkrieg hat in den Niederlanden eine Dreiteilung all jener wissenschaftlichen Bereiche bestanden, die sich mit der Agrarproduktion beschäftigten. An ihrer Spitze stand die "Universität Wageningen". Hier sollte die Grundlagenforschung für Bekämpfungsverfahren und anderer Konzepte erarbeitet werden. Auf der zweiten Ebene befanden sich die Landwirtschaftlichen Institute (DLO) vom Landwirtschaftsministerium. Diese, damals mehr als 15 Institute, hatten jedes ihren eigenen Teilbereich: Veredelung (IPV), Mechanisierung (IMAG), Pflanzenkrankheiten (IPO), usw. Ihre Aufgaben waren es die Erkenntnis der Universität auf die Möglichkeit ihrer praktischen Umsetzung zu untersuchen. Soweit das möglich erschien, sollte das Wissen der dritten Ebene, den landwirtschaftlichen Prüfungsstationen, übertragen werden. Diese mussten dann die neuen Erkenntnisse in der Praxis testen. Bei Aussicht auf Erfolg waren die Neuerungen den Landwirten anzudienen. Die Prüfungsstationen durften keine eigenen Wissenschaftler haben; diese wurden von der zweiten Ebene, den landwirtschaftlichen Instituten "ausgeliehen". Bis in die 80`er Jahre gab es so drei große Gruppen von Nematologen. Die größte Gruppe arbeitete an der Universität von Wageningen. Eine zweite in dem Institut für Pflanzenkrankheiten (IPO) und eine dritte beim staatlichen Pflanzenschutzamt. Das System hat unbefriedigend gearbeitet, da die `ausgeliehenen` Wissenschaftler nur als "die kleineren Götter" ihrer Institutskollegen galten, sich aber weit besser fühlten als die Praktiker der Prüfungsstation. Die Steuerung kam aus den Instituten in Wageningen und wurde als weit entfernt von den Problemen der Praxis empfunden. Am Ende der 80`er Jahre wurden deshalb die Wissenschaftler auf die DLO-Institute zurückgezogen. Die Prüfungsstationen stellten nun Ihre eigenen Wissenschaftler ein, wodurch die Konkurrenz und der Zwiespalt wuchs. Da das dreischichtige System den modernen Anforderungen nicht mehr genügte, wurden ab 1990 über mehrere Schritte alles was sich mit Pflanzen befasst unter einem einheitlichen Direktorat zur `Kennis Eenheid Plant` (KEP) zusammengefasst. Zu dieser Organisation, mit ungefähr 2.000 Beschäftigte, gehören mit einem Schlag alle Nematologen der Niederlanden an. Obwohl sich die Arbeitsbereiche nicht verändert haben, wird jetst in staatlichen und kommerziellen Aufträgen zusammengearbeitet. Beim staatlichen Pflanzenschutzamt gibt es nur noch eine kleine taxonomische Gruppe; weiter werden dort die Massnahmen zur Bekämpfung für Q-Organismen festgestellt. Die Vernetzung und Zusammenarbeit sind minimal.


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Ein Decision Support System für Nematoden: NemaMod®

Been, T.H., Schomaker, C.H., Plant
Research International, PB 16, 6700 AA Wageningen, The Netherlands; e-mail: t.h.been@plant.wag-ur.nl

Es gibt schon jetzt eine große Menge an Kenntnisse über Ertragsschäden, Populationsdynamik, Epidemiologie, räumliche Verteilungen, Bodenproben-Entnahmesysteme, (partielle) Resistenz, usw., von in niederländischen Agrosystemen schädlichen Nematoden. Im beendeten DWK-303 und im laufenden DWK-397 Programm (Direktorat Wissenschaft & Kenntnissübertragung) sollen diese Kenntnisse zielgerichtet erweitert werden. Diese sollen dazu führen die Populationsentwicklung der Nematoden und Ertragsverluste vorherzusagen, und die Kosten/Nutzen von Kontrollmaßnahmen zu errechnen. Ziel ist es, Anbauverfahren zu optimieren und mögliche phytosanitäre wie finanziellen Risiken zu erkennen und so genau wie möglich zu quantifizieren. Umweltfeindliche Eingriffe sollen minimiert werden. Das Wirkungsgefüge ist allerdings so komplex, dass es ohne Weiteres nicht durch den Landwirt direkt genutzt werden kann. Deshalb soll ein gebrauchsfreundliches "Decision Support System" für die Praxis entwickelt werden. Das zu entwickelnde, parzellenspezifische DSS für Nematoden - mit Schwerepunkt Meloidogyne chitwoodi und M. fallax - soll sowohl durch die Agrarwirtschaft wie durch den praktischen Landwirt genutzt werden. Das DSS soll sich für Schulung sowohl an der Universität als auch bei den landwirtschaftlichen Fachhochschulen eignen. Gleichzeitig wird an den Aufbau der benötigten ICT Infrastruktur in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und den agrarischen Sektor gearbeitet. So sollen Bodenprobenresultate und Geo-Information gekoppelt werden um die parzellenspezifische Situation anschaubar zu machen. Ein schneller Ausbau in Richtung anderer Pathogene und damit Richtung eines integrierten Pflanzenschutz-DSS wird gefordert. In 2002 wurde mit dem Bau angefangen. Die vorhanden Kenntnisse werden gesammelt und für das DSS-System nutzbar gemacht. Neu gewonnene Kenntnisse werden kontinuierlich eingefügt. Das DSS wird in der Form eines "ActiveX Komponentes" entwickelt; Eine Demoversion ist inzwischen fertiggestellt. Durch die Anwendung eines ActiveX- Komponentes kann die implementierte Software in allen modernen Programmiersprachen hinzugefügt werden. Hiermit kann jeder sein eigenes Interface rund um dieses DSS aufbauen. Die Agrarwirtschaft wie die Landwirte werden ab 2003 bei der Entwickelung und Einführung ständig beteiligt sein.


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Erhebung pflanzenparasitärer Nematoden im Ökologischen Feldgemüsebau

Frankenberg, A., Paffrath, A.,
Landwirtschaftskammer Rheinland, Endenicher Allee 60, 53115 Bonn, e-mail: andrea.frankenberg@lwk-rheinland.nrw.de

Im Ökologischen Gemüsebau wurden insbesondere auf leichten Standorten in den letzen Jahren vermehrt Schäden durch pflanzenparasitäre Nematoden beobachtet. Ein Grund für die zunehmenden Probleme mit Nematoden ist u.a. der hohe Anteil von Gemüse und Leguminosen in der Fruchtfolge. Weiterhin sorgen hoher Unkrautdruck und geringer Anteil von Getreide innerhalb der Fruchtfolge für ein breites Wirtspflanzenspektrum stark schädigender Nematodenarten. Im Rahmen eines Projektes des "Bundesprogramms Ökologischer Landbau" wird seit Oktober 2002 eine bundesweite Status-Quo-Analyse zur Erfassung der Nematodenproblematik durchgeführt. Hierbei sollen wichtige Erkenntnisse und Empfehlungen für Beratung und Praxis zur Nematodenbekämpfung im Ökologischen Feldgemüsebau sowie die Grundlage für einen weiteren gezielten Untersuchungs- und Forschungsbedarf gegeben werden. Bisher wurden 62 Gemüseanbauflächen von 16 Betrieben in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen auf Nematoden untersucht. Hierbei konnten teilweise erhebliche Ertrags- und Qualitätsverluste insbesondere bei Möhren, Sellerie, Chiccoree und Schwarzwurzeln festgestellt werden. Es wurden insgesamt 15 verschiedenen pflanzenparasitären Nematodengattungen gefunden. Die Gattung Pratylenchus mit den Arten P. crenatus, P. neglectus und P. penetrans wurde auf über 90 % der untersuchten Flächen gefunden. Die Gattung Meloidogyne mit den Arten M. hapla und M. naasi wurde in 40 % der Flächen gefunden als weitere pflanzenparasitäre Gattungen waren u.a. Helicotylenchus/Rotylenchus auf 50 %, Paratylenchus auf 21 % und Trichodorus/Paratrichodorus auf 68 % der Flächen vertreten. Insgesamt wurden überwiegend Flächen leichter Standorte beprobt. Zwei Drittel der beprobten Flächen waren Flächen mit der Bodenart Sand, 33 % der Flächen sandiger Lehm und 5% lehmiger Schluff.


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Testing host suitability, damage levels and control strategies of Meloidogyne chitwoodi in the Netherlands

Korthals, G.,
Applied Plant Research (PPO) Nematology, Lelystad, The Netherlands; e-mail: g.w.korthals@ppo.dlo.nl

In the Netherlands the root-knot nematodes Meloidogyne fallax and M. chitwoodi cause serious problems in arable farming and the production of field vegetables. Several field trials were conducted to test host suitability, damage levels and control strategies. The host suitability of most arable crops, field vegetables and green manure crops will be presented. For some cash crops damage levels were determined and will be shown. This newly developed information on host-status and damage levels can be used to control Meloidogyne chitwoodi within rotation schemes.


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Effektivität von Paecilomyceslilacinus (Stamm 251) zur biologischen Bekämpfung des Wurzelgallennematoden Meloidogyne incognita

Kiewnick, S., Sikora, R.A.,
Universität Bonn, Phytopathologie und Nematologie in Bodenökosystemen, Nussallee 9, 53115 Bonn; e-mail: skiewnick@uni-bonn.de

Paecilomyces lilacinus (Stamm 251) ist ein fakultativer, eipathogener Pilz, der im Rahmen einer integrierten Bekämpfung von pflanzenparasitären Nematoden angewendet werden kann. Seit Februar 2002 ist dieser Stamm als BIOACT® WG in einer neuen Formulierung für die Anwendung in Bananen wieder zugelassen und in den Philippinen in den Markt eingeführt worden. Aufgrund eines modifizierten Produktions- und Formulierungsprozesses, war es nötig, die biologische Wirksamkeit gegenüber Wurzelgallennematoden und eine mögliche Phytotxizität durch den Trägerstoff Glucose zu überprüfen. Dazu wurden verschiedene Konzentrationen von P. lilacinus Konidien, mit und ohne Formulierung, appliziert. Um eine ausreichende Wirkung gegen das primäre Inokulum, M. incognita-Eier zu erzielen, wurde das Substrat 6 Tage vor der Pflanzung der Tomaten (Sorte: Hellfrucht Früher Stamm) mit P. lilacinus behandelt. Die Aufwandmenge von P. lilacinus lag zwischen 1 x 108 und 4 x 109 Konidien/Pflanze wobei die empfohlene Aufwandmenge bei 2 x 109 Konidien/Pflanze liegt. In Bezug auf die Reduktion der Populationsentwicklung von M. incognita zeigte sich eine deutliche Abhängigkeit zwischen der applizierten Konidienzahl und einer Reduktion in Bezug auf die Parameter Gallindex, Anzahl Eiermassen sowie Anzahl Eier und Larven/Wurzel, 10 Wochen nach Versuchsansatz. Ausreichende Wirkungsgrade in Bezug auf Gallindex (bis 58%), Anzahl Eiermassen/Wurzel (bis 70%) und Reduktion der Anzahl neugebildeter Eier und Larven/ Wurzel (bis 70%) wurde nur bei Applikation von 2 bzw. 4 x 109 Konidien/Pflanze erzielt. Die begleitende Untersuchung der Populationsentwicklung von P. lilacinus zeigte, dass eine Konzentration von ≥ 106 cfu pro Gramm Boden nötig ist, um eine ausreichende Wirkung gegen M. incognita zu erzielen. Eine wiederholte Applikation während der Vegetationsperiode könnte eine ausreichend hohe Konzentration im Boden über einen längeren Zeitraum garantieren und somit die Wirksicherheit und die Wirkungsdauer erhöhen. Phytotoxizität wurde in keinem der Versuche, selbst bei Applikation der zweifachen empfohlenen Aufwandmenge, festgestellt


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Wirksamkeit des biologischen Nematizids Bioact WG - Zusammenfassung der Ergebnisse aus dem ersten Versuchsjahr

Brückner, S., Prophyta Biologischer
Pflanzenschutz GmbH, Inselstraße 12, 23999, Malchow

Die Prophyta Biologischer Pflanzenschutz GmbH hat das biologische Nematizid BioAct®WG auf Basis des nematophagen Pilzes Paecilomyces lilacinus (Stamm 251) zur Zulassung in Europa angemeldet. In diesem Zusammenhang werden umfangreiche Gewächshaus und Freilandversuche an Gemüsekulturen zur Wirksamkeit des Präparates durchgeführt. Die Versuche dienen einerseits der Ermittlung wirksamer Dosierungen abhängig vom Anbaussystem wie auch der Entwicklung einer Anwendungsstrategie für eine nachhaltige Bekämpfung pflanzenparasitärer Nematoden. Die aus dem Jahr 2002 vorliegenden Versuchsergebnisse belegen eine hohe biologische Wirksamkeit des Präparates. Die Anwendung von BioAct®WG 7 bis 14 Tage vor Pflanzung der entsprechenden Kultur brachte wesentlich deutlichere Wirkeffekte als eine Anwendung unmittelbar vor der Pflanzung. Auch die Inokulation der Jungpflanzen in der Anzuchtkiste vor der Pflanzung erwies sich als effektiver als eine Bodenbehandlung zur Pflanzung. Weitere Versuche sollen ergänzend klären, wieweit die Bodentemperatur die Aktivität des entomophagen Pilzes P. lilacinus beeinflusst und ob ein Einsatz des Präparates in Freilandkulturen in Mitteleuropa sinnvoll erscheint.


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Konzepte zur Dichteschätzung des Rübennematoden aus Luftbildern

Kai Schmidt,
Nemaplot, 53129 Bonn; e-mail: kai.schmidt@uni-bonn.de

In der Theorie ermöglicht die in einem Luftbild dargestellte Information eine Schätzung der Populationsdichte des Rübennematoden Heterodera schachtii anhand eines Gradienten von befallener zu unbefallener Fläche. Ungeachtet der optischen oder physikalischen Möglichkeiten zur Darstellung von Luftbildern repräsentiert dieser Gradient ein Problem mit mehreren Unbekannten. Die relativen Differenzen sind nicht nur eine Funktion der Nematodendichte, sondern synchron eine Funktion der Zeit und der vergangenen Witterungsbedingung seit Saat. Insbesondere das sehr frühe Wirt-Parasit-Verhältnis ist eine Funktion der drei gleichzeitig zu berücksichtigen Faktoren Dichte, Pflanzenalter und Temperatur. Ausgehend von diesen Faktoren ist ein Bestandesmodell entwickelt worden, welches die Wirt-Parasit-Beziehung sowohl zeitlich als auch in der Fläche simuliert. Der Modellansatz ermöglicht nicht nur eine iterative Lösung des zu suchenden Gradienten anhand des Witterungsverlaufs, sondern bietet auch den Ansatz zur Berücksichtigung bestimmter Störgrößen. Erste Ergebnisse des Flächenmodells werden vorgestellt.


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Erfassung der räumlichen und zeitlichen Verteilung von Rübenzystennematoden (Heterodera schachtii) in Zuckerrüben mit Hilfe von Fernerkundung

Schmitz A., Kiewnick S., Schlang J., Schmidt K., Sikora R. A.,
Universität Bonn, Phytopathologie und Nematologie in Bodenökosystemen, Nussallee 9, 53115 Bonn; e-mail: astrid.schmitz@uni-bonn.de

Der Rübenzystennematode (Heterodera schachtii) ist ein weltweit verbreiteter Schädling an Zuckerrüben. Bei hohen Populationsdichten sind durch diesen Schädling erhebliche Ertragsverluste zu verzeichnen. Da sich die spektralen Reflexionssignaturen von gesunden und befallenen Zuckerrüben unterscheiden, können diese durch Fernerkundung und entsprechende GIS Technologien sichtbar gemacht werden. Im Rahmen eines DFG- Graduiertenkollegs der Universität Bonn zum Thema "Informationstechniken zur Präzisierung des Pflanzenschutzes" soll eine exakte Kartierung von Heterodera schachtii Befall durch Aufnahmen mit einer Multispektralkamera (spektrale Konfiguration RGB/CIR) sowohl im Nahbereich (3 m Höhe) als auch aus 50 m bis 500 m Höhe erfolgen. Mit Hilfe von Farb-Infrarot-Luftbildaufnahmen des LIZ (Landwirtschaftlicher Informationsdienst Zuckerrübe) und gezielten Boden- und Bestandesmerkmalen (Ground truth data) einer Referenzfläche wurde eine überwachte Klassifikation durchgeführt. Durch Analyse von Farbspektren von nematodenverseuchten und befallsfreien Flächen soll die spektralanalytische Differenz zum Zeitpunkt der Luftaufnahme mit der Ausgangsverseuchung (Pi-Wert) zum Zeitpunkt der Saat in Übereinstimmung gebracht werden. Ziel ist es, durch die Einbindung des Populationsmodelles Nemaplot eine Referenzkarte mit teilspezifischen Nematodendichten zum gewünschten Zeitpunkt z.B. Saat oder Ernte der Zuckerrüben zu erstellen. Dadurch ist eine gezielte räumliche Beratung in Bezug auf Befalls-/Verlust-Relationen nach Flächenanteilen möglich.


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Vollständige und partielle Resistenz von Zuckerrüben gegenüber Heterodera schachtii

Beyer, W., Holtschulte, B., Niehoff, B.,
KWS SAAT AG, Grimsehlstrasse 31, 37574 Einbeck; e-mail: w.beyer@kws.de

Derzeit für den Anbau zugelassene nematodenresistente Sorten zeigen nahezu vollständige Resistenz gegenüber Heterodera schachtii. Die mit der Resistenz einhergehenden agronomischen Eigenschaften sowie der Leistungsabfall unter Nichtbefallsbedingungen stellen nach wie vor Nachteile dieser Sorten dar. Neben Stabilisierung der Resistenz und einer weiteren Verbesserung agronomischer Eigenschaften wurde in den letzten Jahren auch Zuchtmaterial mit partieller Resistenz weiterentwickelt und züchterisch eingesetzt. Derzeit befinden sich Experimentalhybriden in der Wertprüfung, die sich durch sehr gute Leistung unter Nematodenbefall und einer wesentlich verbesserten Leistung unter Nichtbefall auszeichnen. Die Resistenz in diesen Hybriden ist nicht vollständig, so dass es - wenn auch in weit geringerem Umfang als in anfälligen Sorten - zu einer Vermehrung der Nematodenpopulation kommen kann. Den eindeutigen Vorteilen im Anbau auf Befalls- und Verdachtsflächen sowie einem geringeren Druck auf die Entwicklung neuer Pathotypen von H. schachtii stehen mögliche Nachteile aus phytosanitärer Sicht entgegen, da die Nematodenpopulation weniger deutlich unterdrückt wird. Einer geeigneten Fruchtfolge muss damit weiterhin besondere Beachtung zukommen.


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Prüfung und Bewertung der Resistenz gegen Heterodera schachtii bei Zuckerrübensorten

J. Müller, Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Nematologie und Wirbeltierkunde, Toppheideweg 88, 48161 Münster; e-mail: j.mueller@bba.de

Resistenz gegen den Rübenzystennematoden (Heterodera schachtii) wurde bisher durch Einkreuzung des Gens Hs1pro-1 aus der Wildform Beta procumbens in die Zuckerrübe übertragen. Diese Resistenz wird dominant vererbt, die bisher zugelassenen Sorten haben aber trotzdem einen Anteil von etwa 5 - 10 % vollständig anfälligen Pflanzen. In einem standardisierten Testsystem enthielten solche anfälligen Pflanzen 70 - 400 Zysten, gegenüber 0 - 30 Zysten an resistenten Pflanzen. Beide Rübengenotypen können also eindeutig und sicher getrennt werden. Die Transmissionsrate der Resistenz wurde bisher im Biotest durch Prüfung von mehreren Hundert Einzelpflanzen ermittelt und als Kriterium für die Resistenzbewertung herangezogen. Bei den bisher als resistent zugelassenen Sorten besteht die Gefahr, dass die Resistenz wegen des monogenen Erbgangs relativ schnell wieder verloren geht. Seit 1992 ist bekannt, dass in natürlichen H. schachtii-Populationen virulente Individuen vorkommen, aus denen sich Resistenz brechende Pathotypen selektieren lassen (Nematologica 38, S. 50-64). Inzwischen ist nachgewiesen worden, dass dieser Prozess unter Feldbedingungen schon nach vier- bis fünfmaligem Anbau resistenter Sorten erkennbar wird. Um solche Sorten mit dem Hs1pro-1 -Gen trotzdem längerfristig nutzen zu können, müssen sie im Wechsel mit anderen Resistenzquellen eingesetzt werden. Möglich wäre die Einkreuzung des ebenfalls monogen vererbten Hs2-Gens, aber auch die Verwendung der aus B. maritima bekannten, wahrscheinlich polygen vererbten Resistenz. Zuckerrüben mit polygen vererbter Resistenz weisen im Vergleich zu anfälligen Pflanzen eine reduzierte Zystenzahl auf, das Befallsniveau liegt aber deutlich höher als bei der durch das Hs1-Gen vererbten Resistenz. Eine Aufspaltung in Pflanzen mit geringer und solche mit hoher Zystenzahl tritt nicht auf, so dass die bisher bewährte Testmethodik hier ungeeignet ist. Zur Resistenzbewertung der Sorten müssten mit hohem Aufwand die Vermehrungsraten (Pf/Pi-Werte) bestimmt werden. Da die Übergänge fließend sind, wäre es sinnvoll, wie bei Ölrettich und Weißem Senf eine Klassifizierung in die Anfälligkeitsstufen 1 - 9 vorzunehmen. Es wird angeregt darüber zu diskutieren, ob solche Sorten mit polygener, schwacher Resistenz theoretisch für neue Fruchtfolgestrategien geeignet sind und ob sie von der Praxis überhaupt angenommen würden.


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Untersuchungen zur Wirkung einer Bodendämpfung gegenüber Heterodera schachtii in Grundbeeten von Gewächshäusern

Große, E.(1), Dannenberg, H.(2),
(1)Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Nematologie und Wirbeltierkunde, Toppheideweg 88, 48161 Münster, (2)Firma Strube Saatzucht KG Söllingen, 38358 Schöningen.

Auf Grund festgestellter Wachstumsdepressionen als Folge einer hohen Verseuchung durch Heterodera schachtii in Anzuchtfolienhäusern für Zuckerrüben wurden im Herbst 2001 Oberflächendämpfungen zur Bekämpfung des Nematoden durchgeführt. Diese aufwendige Methode zur Bekämpfung des Nematoden wurde gewählt, da alle bisher durchgeführten Bekämpfungsmaßnahmen nicht befriedigten. Zur Beurteilung der Wirksamkeit dieser Bekämpfungsmaßnahme wurde Boden von fünf Folienhäusern aus 0-30, 30-60 und 60-90 cm Tiefe entnommen. Da nach den herkömmlichen Untersuchungsmethoden der Zysteninhalt nach einer Bodendämpfung nicht sicher als tot oder vital beurteilt werden kann, erfolgte die Untersuchung nach dem Schlupftest mit Acetox. Dabei wurde festgestellt, dass in der Bodenschicht bis 30 cm in allen fünf behandelten Häusern eine vollständige Vernichtung der Nematoden erreicht wurde. In drei Häusern konnte in 30-60 cm Tiefe lediglich eine geringe Restverseuchung (140-600 Eier und Larven pro 100 g Boden) und in 60-90 cm Tiefe eine noch wesentlich geringere Verseuchung nachgewiesen werden. Nach einmaligem Anbau von Zuckerrübenstecklingen im Jahre 2002 wurden diese Folienhäuser erneut beprobt und die Bodenproben entsprechend untersucht. Dabei zeigte sich, dass selbst in 0-30 cm Tiefe die Nematodenpopulation die Schadschwelle von ca. 500 Eier und Larven pro 100 g Boden in fast allen Folienhäusern wieder überschritten hatte. Um künftig nematodenbedingte Schäden auszuschließen, müssten die Grundbeete, insbesondere wegen der praktizierten Rübenmonokultur, jährlich gedämpft werden.


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Untersuchungen zur Resistenz von Ölrettich gegenüber Meloidogyne hapla

Hallmann, J.,
Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Nematologie und Wirbeltierkunde, Toppheideweg 88, 48161 Münster; e-mail: j.hallmann@bba.de

Über die letzten Jahre wird insbesondere im ökologischen Landbau ein verstärktes Auftreten von M. hapla an Möhren und Kartoffeln beobachtet. Probleme mit M. hapla sind vor allem bei einem geringen Getreideanteil innerhalb der Fruchtfolge, häufigem Anbau von Leguminosen und unzureichender Unkrautregulierung zu erwarten. Die Regulierung von M. hapla gestaltet sich als äußerst schwierig, es fehlt an Alternativen, insbesondere resistenten Sorten. Da neuere Untersuchungen zeigten, dass sich einzelne Ölrettichpflanzen als hoch resistent gegenüber M. hapla erweisen, wurden in einem Forschungsvorhaben die gehandelten Ölrettichsorten hinsichtlich ihrer Wirtseignung für M. hapla charakterisiert. In Einzelpflanzenuntersuchungen im Gewächshaus zeigte die Sorte 'Commodore' die geringste Vermehrung von M. hapla. Der Pf/Pi-Wert bei 'Commodore' betrug 0,1 im Vergleich zur anfälligen Sorte 'Siletina' mit einem Pf/Pi von 5,0. An 60 % der Einzelpflanzen von 'Commodore' fand keine Vermehrung von M. hapla statt. Die höchste Vermehrung pro Einzelpflanze betrug 320 Larven ('Siletina': 14.000 Larven). In Kleinparzellenversuchen im Freiland konnte die gute Wirkung von 'Commodore' gegen M. hapla bestätigt werden. Insbesondere bei hohem Ausgangsbefall mit M. hapla kam es zu einer deutlichen Reduktion der Besatzdichte von 70 %. Die höchste Reduktion der Besatzdichte wurde aber mit 94 % nach unkrautfreiem Anbau von Sommergerste erzielt. Die bisherigen Ergebnisse stimmen recht zuversichtlich, dass durch eine weitere züchterische Bearbeitung des Ölrettichs die Wirkung gegen M. hapla noch verbessert werden kann, so dass sich eine für die Praxis akzeptable Bekämpfungsalternative ergeben könnte.


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Die Rübenkopffäule der Zuckerrübe verursacht durch das Rübenkopfälchen Ditylenchus dipsaci

Schlang,J.,
Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Nematologie und Wirbeltierkunde, Außenstelle Elsdorf in Zusammenarbeit mit der Zuckerfabrik Jülich AG

Die Ausbreitung der durch Ditylenchus dipsaci verursachten Rübenkopffäule hat sich in den letzten Jahren weiter fortgesetzt. Neue Befallsflächen treten immer häufiger im Kerngebiet des rheinischen Zuckerrübenanbaus auf. Auch aus anderen Zuckerrübenanbaugebieten wird über ein verstärktes Auftreten der Rübenkopffäule berichtet. Im Jahre 2002 wurden erstmals in größerem Umfang Befall an jungen Zuckerrüben im 3-4-Blattstadium nachgewiesen. Die Pflanzen zeigten Missbildungen, die mit Wuchsstoffschäden vergleichbar sind. Ab Anfang Juli traten erstmals Frühsymptome am Rübenkörper auf. Es bildeten sich kleine, weiße, 3-4 mm große Pusteln, die vorwiegend am oberen Teil des Rübenkörpers dem Hypokotyl auftraten. Die Pusteln bestehen aus einem aufgelockerten schwammartigen Zellverband, einem Aerenchym, mit einem sehr hohen Besatz an Ditylenchus dipsaci. In einem Gramm Pustelgewebe konnten mehrere Tausend Tiere nachgewiesen werden. In der Umgebung der Pusteln platzt mit fortschreitendem Wachstum der Rübe das Gewebe auf. Vier bis fünf Wochen nach dem Auftreten der ersten Pusteln war der gesamte Rübenkopf verfault. Bei weniger starkem Frühbefall treten erst im August Symptome am Rübenkörper auf. Aufgrund der hohen Vermehrungsfähigkeit des Rübenkopfälchens reichen Besatzdichten von 10 bis 15 Tiere pro 100 ml Boden bei der Rübensaat aus, um starke Schäden zu verursachen. Beim Einsatz von insektiziden-(nematiziden) Granulaten konnten in den einzelnen Versuchsjahren (2000-2002) je nach Befallsstärke und Witterungsverlauf eine Ertragssteigerung gegenüber der unbehandelten Kontrolle von 3 bis 27 % beim bereinigten Zuckerertrag (BZE) erreicht werden. Eine hoch gesicherte Korrelation besteht zwischen der Befallsstärke (% befallener Zuckerrüben) und dem Bereinigten Zuckergehalt ( BZG = 15,05 - 0,0688 * x, r = 0,806***, n = 168).Mit dem Anbau von alkaloidreichen und kumarinhaltigen Vorfrüchten konnte noch keine wirksame Ertragssicherung erzielt werden, obwohl mit einer Pflanzenart eine signifikante Reduktion der Besatzdichte des Nematoden erreicht wurde. Neben den Versuchen mit nematiziden Granulaten und anderen geeigneten Wirkstoffen, dem Anbau von nematizid wirkenden Pflanzen werden auch die Untersuchungen mit antagonistischen Bodenpilzen fortgeführt.


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Entomopathogene Nematoden in Deutschland Sturhan, D.,
Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Nematologie und Wirbeltierkunde, Toppheideweg 88, 48161 Münster; e-mail: d.sturhan@bba.de

Von den bisher beschriebenen 43 Arten entomopathogener Nematoden (32 Steinernema- und 10 Heterorhabditis-Arten, 1 Neosteinernema-Art) sind 11 aus Europa bekannt, von diesen 8 Arten auch in Deutschland. Eine weitere Steinernema-Art aus Deutschland wird zurzeit beschrieben; die Beschreibung einer zweiten neuen Art ist in Vorbereitung. Zwei bis drei weitere noch unbeschriebene Arten wurden in Deutschland festgestellt. Infektionsjuvenile entomopathogener Nematoden waren an 40 % aller untersuchten Standorte nachweisbar, in Wäldern an mehr als jeder zweiten Untersuchungsstelle. Heterorhabditis-Arten waren insgesamt nur schwach vertreten (< 5 % aller Nachweise entomopathogener Nematoden). Die geringste Artenvielfalt wiesen Ackerböden mit nur fünf Arten auf; Steinernema affine und S. feltiae stellten hier über 90 % aller Nachweise. In Waldböden wurden vor allem eine noch unbeschriebene Steinernema-Art sowie S. intermedium gefunden (zusammen 70 % aller Nachweise), in Nadelwäldern vor allem S. kraussei. Einige Arten zeigten eine deutliche Bevorzugung bestimmter Biotope. In geringem Umfang waren Unterschiede im regionalen Vorkommen und im jahreszeitlichen Auftreten nachweisbar. Gemeinsames Vorkommen von zwei bis vier Arten entomopathogener Nematoden ließ sich für mehr als 20 % aller Untersuchungsstellen belegen.


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Notes on Steinernema taxonomy and phylogeny.

Spiridonov, S.E.,
Institute of Parasitology, Russian Academy of Sciences, Leninskii pr., 33, Moscow, Russia; e-mail: spiridon@rjnem.msk.ru

The genus Steinernema Travassos, 1927 includes about 30 described species of soil inhabiting entomopathogenic nematodes. Despite comparatively rich morphology of both adults and juveniles there are no secure methods of morphological identification and phylogenetic hypothesis for relationships between Steinernema species. The ITS1+5.8S+ITS2 rDNA sequences are obtained now for more than a 100 of Steinernema isolates. The sequences for LSU D2D3 domain rDNA are known for about 30 isolates. Several variants of alignments were obtained and the set of phylogenetic trees was created for the entire genus. At least five stable clades were revealed inside Steinernema and separate phylogenetic trees were constructed for these evolutionary lines. Only minor morphological differences were observed between steinernematid isolates with high level of nucleotide divergence (e.g. Steinernema arenarium vs. Steinernema sp. from Tichino, Switzerland). Also, the differences between 15-20 isolates of such widespread species as S. feltiae were estimated. An intraspecific polymorphism was discovered inS. feltiae - two types of rDNA sequences can be found in the same population or even individuals of this species. Potentially, the tracing of such rDNA variants can elucidate populational structure of steinernematid species.


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Entomopathogene Nematoden - Neues aus Forschung und Anwendung Ehlers, R.-U.,
Inst. f. Phytopathologie, Abt. Biotechnologie & Biologischer Pflanzenschutz, Universität Kiel, 24223 Raisdorf; e-mail: ehlers@biotec.uni-kiel.de

Der biologische Pflanzenschutz, in der allgemeinen Landwirtschaft noch eher selten anzutreffen, ist heute aus dem Gartenbau gar nicht mehr wegzudenken. Ca. 80% des europäischen Unterglasanbaus benutzt heute biologische Systeme zur Schädlingsbekämpfung. Dieser Markt hat inzwischen ein Volumen von über 200 Millionen Euro/Jahr mit Zuwachsraten von bis zu 20%. Davon entfallen 55% auf den Sektor Nützlinge und 26% auf mikrobiologische Pflanzenschutzmittel. Entomopathogene Nematoden spielen eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von Sciariden in Zierpflanzen. Inzwischen werden 10 Nematodenarten vermarktet. Erste Versuche zur Bekämpfung von Thrips auf der Blattoberfläche verliefen sehr vielversprechend. In Deutschland werden Nematoden auch in Baumschulen gegen Dickmaulrüßler und gegen Engerlinge im Rasen eingesetzt. Seit Ausweitung der Produktion in Flüssigkultur sind die Preise erheblich gefallen, wodurch die Anwendung mehr als verdoppelt wurde. Neuste Anwendungsergebnisse werden vorgestellt. Die Produktion in Flüssigkultur ist nicht ohne ein genaues Verständnis des Lebenszyklus der Nematoden und der Symbiose mit ihren Begleitbakterien möglich. Einzelne Phasen der Entwicklung werden vorgestellt und die Anpassung der Prozessbedingungen an spezielle Anforderungen der Nematoden beschrieben.


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Untersuchungen zum Einfluss von Neem-Produkten auf das Pflanzenwachstum und den Befall durch Wurzelgallenälchen (Meloidogyne incognita)

Arndt, M., Hermann, A.,
Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Pflanzenschutz, Lange Point 10, 85354 Freising; e-mail: michael.arndt@lfl.bayern.de

Im ökologischen Land/Gartenbau gibt es aussichtsreiche Anwendungsfelder für NeemAzal- T/S , dessen Wirkpotential gegen eine breite Gruppe von Zielschädlingen an Gewächshaus- und Freilandgemüsekulturen als recht hoch eingeschätzt wird (Stadler 2002). Da in der Literatur verschiedene Hinweise auch über nematizide Effekte von Neemprodukten vorliegen (Akhtar 2000), wurden Gefäßversuche zur Bekämpfung von Wurzelgallenälchen (Meloidogyne incognita) durchgeführt und zwar mit NeemAzal -T/S, zwei Pulverformulierungen und Neempresskuchen in verschiedenen Aufwandmengen und Applikationsformen an Salat und Tomaten. Nach neun Wochen Versuchsdauer im Gewächshaus wurde das Pflanzen/Wurzelgewicht, der Gallenindex und die mittels Sprühnebelanlage aus Wurzeln extrahierten L2-Larven von jeweils fünf Wiederholungen ausgewertet. Im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle bzw. zur Leerformulierung war eine suppressive Wirkung einiger Neemvarianten auf die Nematoden nachweisbar. Außer bei Neempresskuchen wurde teilweise auch das Pflanzenwachstum negativ beeinflusst, vermutlich durch eine phytotoxische Wirkung oder eine schlechtere Nährstoffaufnahme. Eine Befallsbonitur (Wurzelgallenindex) allein erwies sich für eine Bewertung im Vergleich zu den aus den Wurzeln exrahierbaren L2-Larven als weniger sicher.

Literatur:

STADLER, CH., STAUKE, H. (2002): Perspektiven des Präparates NeemAzal -TS in Gemüsekulturen. Gesunde Pflanzen, 54. Jg., Heft 1, 23-26.

AKHTAR, M. (2000): Nematicidal potential of the neem tree Azadirachta indica. Intergrated Pest Management Reviews 5: 57-66


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