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Arbeitskreis
Nematologie



33. Tagung des Arbeitskreises Nematologie

13. und 14. April 2005 in Groß Strömkendorf
Tagungsstätte:

Hotel „Schäfer Eck“
23974 Groß Strömkendorf
Tagungstel.: 03842-5230
Tagungsfax: 03842-52323
E-mail: info@prophyta.com

Die 33. Arbeitskreistagung des Arbeitskreises “Nematologie“ fand auf Einladung der Prophyta Biologischer Pflanzenschutz GmbH vom 13. bis 14. April 2005 in Groß Strömkendorf statt. Vor und nach der Tagung konnten die Teilnehmer die Produktionsstätte für biologische Pflanzenschutzmittel der Prophyta GmbH in Wismar besichtigen. Für die hervorragende Organisation der Tagung danken wir ganz herzlich Herrn Dr. Peter Lüth und seinem engagierten Team, insbesondere Frau Kessin und Frau Eiben.

Unter den 60 Teilnehmern waren auch zahlreiche Kollegen aus den Niederlanden und der Schweiz. In 21 Vorträgen, 6 Postern und einem Filmbeitrag wurden aktuelle Probleme in der Nematologie vorgestellt und diskutiert. Ein Schwerpunkt des Arbeitskreises bildete die biologische Bekämpfung von pflanzenparasitären Nematoden mit insgesamt 7 Beiträgen. Fünf Beiträge beschäftigten sich mit Bursaphelenchus, drei Beiträge mit dem Stock- und Stängelnematoden Ditylenchus dipsaci. Weiterhin vorgestellt wurden neue Entwicklungen bei der Resistenzzüchtung gegenüber Meloidogyne spp. bzw. Pratylenchus spp, sowie der Bekämpfung pflanzenparasitärer Nematoden mittels Zwischenfrüchte (Ölrettich, Senf, u.a.), Fangpflanzen (Solanum sisymbriifolium) und des neu zugelassenen Nematizids Nemathorin. Weitere Themen waren Nematodenprobleme in engen Getreide-Raps-Fruchtfolgen in Schleswig-Holstein, im ökologischen Landbau sowie in den Niederlanden, Verfahren zur Pflanzeninokulation mit Aphelenchoides spp. und Verbreitung pflanzenparasitärer Nematoden in Kaffee in Äthiopien.

Die nächste Arbeitskreistagung wird am 7. und 8. März 2006 an der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Braunschweig stattfinden. Die Einladungen werden in gewohnter Weise verschickt bzw. entsprechende Informationen sind im Internet unter http://dpg.phytomedizin.org nachzulesen.

J. Hallmann und P. Knuth

Programm der Tagung 2005

Mittwoch, 13. April 2005
Betriebsbesichtigung Prophyta GmbH
12.00Mittagspause
13.00TagungsbeginnBegrüßung und technische Information durch Herrn Lüth und Herrn Hallmann
Moderation: Sebastian Kiewnick
13.30Peter LüthWeitere Entwicklung des biologischen Nematizides BioAct WG (Abstract)
13.45Alexander MendozaEfficacy of Paecilomyces lilacinus strain 251 for the control of the burrowing nematode Radopholus similis in banana (Abstract)
14.00Christos RumbosA new approach for biosystem management of endoparasitic nematodes using combinations containing a fungal egg pathogen with endomycorrhiza or mutualistic endophytic fungi against Meloidogyne incognita on tomato (Abstract)
14.15Amer DababatAnalysis of the mode of action of the mutualistic endophyte Fusarium oxysporum 162 toward Meloidogyne incognita on tomato plants (Abstract)
14.30Brigitte SlaatsHirsutella rhossiliensis : Formulierung, Wirkung auf Nicht-zielorganismen und Beeinflussung durch Pflanzenschutzmittel (Abstract)
14.45VerschiedeneVorstellung der Poster
15.00 - 15.30 Kaffeepause mit Posterdemonstration
Moderation: Johannes Hallmann
15.30Kerstin Schäfer Molekularbiologische Untersuchungen der durch Rhizo-sphärebakterien induzierten systemischen Resistenz gegen Meloidogyne incognita in Tomate (Abstract)
15.45Heinz FrenkingNemathorin, ein neu zugelassenes Nematizid zur Bekämpfung von Kartoffelnematoden (Abstract)
16.00Richard JanssenResistance breeding to Meloidogyne spp. in potato (Abstract)
16.15Tobias KeilSelektion von Gerstenlinien mit Resistenz gegen Pratylenchus spp. (Abstract)
16.30Helen BraaschBursaphelenchus species in packaging wood in East Asia (Abstract)
16.45Matthias DaubPopulationsdynamik und Ausbreitungsverhalten von Burs-aphelenchus xylophilus in 3-4 jährigen Pinus sylvestris in der Frühphase der Kiefernwelke - Erste Ergebnisse eines Inokulationsversuches (Abstract)
17.00Ute SchönfeldUntersuchungen an Monochamus galloprovincialis mit Hilfe der Fangbaum-Methode (Abstract)
ab 19.00Gemütlicher Abend mit Abendessen
Donnerstag, 14. April 1005
Moderation: Peter Knuth
8.30Videovorführung Der Rübenzystennematode Heterodera schachtii
8.45Michaela SchlathölterBiologische Nematodenbekämpfung mit Gelbsenf und Ölrettich - Alte Technik mit neuen Entwicklungen (Abstract)
9.00Josef SchlangZum Anbau von Raps in Zuckerrübenfruchtfolgen (Abstract)
9.15Peter KnuthErfahrungen mit Rübenkopfälchen (Ditylenchus dipsaci) in Zwischenfrüchten im Jahr 2004 (Abstract)
9.30Volker KühnholdEntwicklung eines Screening-Verfahrens zur Untersuchung von Zuckerrüben auf Resistenz/Toleranz gegenüber dem Rübenkopfälchen Ditylenchus dipsaci (Abstract)
9.45Christian HeinrichsPrüfung von Zuckerrübensorten auf Toleranzeigenschaften gegenüber Rübenkopfälchen Ditylenchus dipsaci (Praxistest von zugelassenen, sich im Anbau befindlichen Sorten) (Abstract)
10.00 - 10.30 Kaffeepause mit Posterdemonstration
Moderation: Björn Niere
10.30Tesfamariam MeketeBiogeography of plant parasitic nematodes in coffee from Ethiopia (Abstract)
10.45StompNematodes in the northern part of the Netherlands (Abstract)
11.00Leendert MolendijkNematode control strategy on Paratrichodorus teres, developed and tested in ten years field research in the Netherlands (Abstract)
11.15Johannes HallmannBekämpfungsstrategien für Meloidogyne hapla und Pratylenchus spp. im ökologischen Gemüsebau (Abstract)
11.30 - 12.00Verschiedenes
13.00Betriebsbesichtigung Prophyta GmbH

POSTER

Kai MetgeMolecular identification and pathway analysis of introduced pinewood nematode Bursaphelenchus xylophilus (Abstract)
Janina PolomskiAre Bursaphelenchus vallesianus and B. mucronatus pathogenic to Pinus sylvestris seedlings? (Abstract)
Michael ArndtUntersuchungen zur Pflanzeninokulation mit Blattälchen (Aphelenchoides spp.) und deren Bekämpfung (Abstract)
Christian HesselbarthZur Situation freilebender Nematoden in engen Getreide-Raps-Frucht-folgen in Schleswig-Holstein (Abstract)
Björn NiereEinfluss von Solanum sisymbriifolium auf Schlupf und Vermehrung von Globodera spp. (Abstract)
Eberhard GroßeEinfluss arbuskulärer Mykorrhiza-Pilze auf die Population zystenbildenter Nematoden (Abstract)
Tim ThodenDer Einfluss von Pyrrolizidin-Alkaloiden auf Meloidogyne incognita (Abstract)

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1 Weitere Entwicklung des biologischen Nematizides BioAct WG

Lüth, P.; Prophyta GmbH, Inselstraße 12, D-23999 Malchow/Poel; e-mail: peterlueth@prophyta.com

Das biologische Nematizid BioAct WG, das als Wirkstoff die Konidien des Pilzes Paecilomyces lilacinus enthält, wurde in den USA nach zweijähriger Prüfung durch die US EPA zugelassen. Damit wird eine Vermarktung des Produktes bereits im Jahr 2005 möglich. Aus diesem Grund werden zur Zeit verstärkte Anstrengungen unternommen, die Wirkung des Produktes unter Praxisbedingungen zu demonstrieren. Es laufen Versuche an Tomaten, Gurken und Paprika sowie im Golfrasen in Florida und Georgia. Weitere Versuche unter anderem in der Erdnuß- und Ananasproduktion sind noch in diesem Jahr in Georgia, Oklahoma und Hawaii geplant. Aufgrund der hohen Ansprüche des Pilzes P. lilacinus an die Bodentemperatur ist eine Vermarktung des Produktes lediglich in den Südstaaten der USA vorgesehen. Auch in anderen Ländern macht die Entwicklung des Marktes für das Produkt Fortschritte. So wurde die Zulassung für die Länder Italien und Mexiko beantragt. Ein biologisches Dossier wurde für die Zulassung in Spanien, Frankreich und Griechenland erstellt. In dieses Dossier sind Ergebnisse aus Gewächshausversuchen an Tomaten und Gurken, die in mehreren Ländern des Mittelmeerraumes durchgeführt wurden, eingeflossen. Die durchgeführten Versuche, in denen das Nematizid mittels Tröpfchenbewässerung verabreicht wurde, zeigten in jedem Fall eine Wirkung des Mittels, die vergleichbar mit der Wirkung des chemischen Vergleichspräparates war. So hatte die Anwendung von BioAct WG Ertragszuwächse von bis zu 56 % zur Folge. Versuche aus Mexiko zeigten eine Reduzierung der durch Nacobbus aberrans (Falsches Wurzelgallenälchen) verursachten Symptome um 89 %. Die Zahl der Larven pro Kilogramm Boden war 80 Tage nach der Applikation im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle um 92 % verringert.


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2 Efficacy of Paecilomyces lilacinus strain 251 for the control of the burrowing nematode Radopholus similis in banana

Mendoza, A., Sikora R.A., Kiewnick, S.; Universität Bonn, Institut für Pflanzenkrankheiten, Abteilung Pflanzenkrankheiten und Nematologie in Bodenökosystemen, Nußallee 9, D-53115 Bonn; e-mail: mendozaal66@yahoo.com

The biocontrol efficacy of Paecilomyces lilacinus strain 251 (PL251) on the burrowing nematode Radopholus similis in banana cv.`Grand naine` was evaluated under greenhouse conditions. The goal was to determine the optimum dose and application system for this biocontrol agent. It could be demonstrated that the highest level of control was achieved when PL251 was incorporated into soil simultanously with the nematode inoculum six days prior to transplanting banana plantlets. In addition, a significant dose response relationship could be established. To further increase biocontrol efficacy, pre-planting soil applications were combined with plantlet and at-planting soil drench. With multiple applications biocontrol efficacy could be increased from 50 to 80 %. The results showed that the biocontrol agent P. lilacinus is an excellent candidate for an IPM program against plant parastitic nematodes in banana.


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3 A new approach for biosystem management of endoparasitic nematodes using combinations containing a fungal egg pathogen with endomycorrhiza or mutualistic endophytic fungi against Meloidogyne incognita on tomato

Rumbos, C., Reimann, S., Dababat A., Kiewnick S., Sikora R.; Universität Bonn, Institut für Pflanzenkrankheiten, Abteilung Pflanzenkrankheiten und Nematologie in Bodenökosystemen, Nußallee 9, D-53115 Bonn; e-mail: rsikora@uni-bonn.de

To effectively control root-knot nematodes in an holistic biosystem management program the use of different tools for biocontrol is necessary for efficient pathogen suppression. Combining microorganisms with different control mechanisms toward root-knot nematodes and with activity at different times of the season, especially targeting the seedling production system and transplants, may be most efficient and economical. The objective of these studies was to determine whether the application of Paecilomyces lilacinus strain 251 (PL251) in combination with symbiotic endomycorrhiza or with a endophytic Fusarium oxysporum strain (Fo162) improves control of M. incognita on tomato. P. lilacinus strain 251 is a facultative egg pathogen of sedentary nematodes and Fo162 a mutualistic endophytic fungus, both reducing nematode damage on tomato when applied singly through egg parasitism or inhibition of juvenile penetration and development. These two antagonists were tested in combination in an attempt to increase efficacy. Additionally, tomato plants inoculated with Glomus intraradices were planted in soil treated with PL251 and inoculated with M. incognita to evaluate possible interactions between the two biocontrol fungi. In all experiments, the combination of PL251 with the mutualistic endophyte Fo162 or with seedlings colonized by the mycorrhizal fungus, increased control of M. incognita. Important was the fact that no negative interactions between the two biocontrol agents in combination were observed.


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4 Analysis of the mode of action of the mutualistic endophyte Fusarium oxysporum 162 toward Meloidogyne incognita on tomato plants

Dababat, A.1, Sikora, R.A.1, Hauschild, R.2; 1Universität Bonn, Institut für Pflanzenkrankheiten, Abteilung Pflanzenkrankheiten und Nematologie in Bodenökosystemen, Nußallee 9, D-53115 Bonn; 2DLR Rheinpfalz, Abteilung Phytomedizin, Breitenweg 71, D-67435 Neustadt an der Weinstrasse; e-mail: adababat@uni-bonn.de

Plant parasitic nematodes of the genus Meloidogyne cause severe crop losses worldwide. Meloidogne incognita is considered the most damaging species of root-knot nematodes due to its wide occurrence and wide host range. Soilborne and endophytic fungi have been shown to be an active part of the naturally occurring antagonists of nematodes and have the potential to regulate plant parasitic nematode populations by egg and female parasitism, endoparasitism, nematode-trapping, or production of nematostatic or nematicidal compounds. Conversely, some fungi are able to induce changes in plant metabolism and thus indirectly affect nematode populations. The non-pathogenic fungus Fusarium oxysporum 162 which was originally isolated from the endorhiza of tomato roots was shown to reduce damage by M. incognita especially by inhibiting juvenile penetration and development. However, there is still insufficient knowledge about the mode of action against the nematode. This study aimed at investigating the mode of action of the fungus on nematode motility, survival and induced resistance. In soil treated with the fungus, nematode penetration of tomato was decreased between 40-60 % in repeated tests. In experiments using the split-root chamber to test for induced resistance, nematode penetration, number of galls, number of egg masses, and nematode galling were investigated 2, 6 and 12 weeks after nematode inoculation, respectively. Plants treated with F. oxysporum 162 showed 26 % less nematode penetration, 21 % less galls and a 26 % reduction in number of egg masses when compared to untreated control plants following resistance induction. In conclusion, inoculation of tomato plants with the non-pathogenic fungus F. oxysporum 162 results in a signficant reduction of nematode infection of tomato which is in part due to induced resistance in the first 2-3 weeks after inoculation.


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5 Hirsutella rhossiliensis: Formulierung, Wirkung auf Nichtzielorganismen und Beein-flussung durch Pflanzenschutzmittel

Slaats, B.E.1, Patel, A.2, Beitzen-Heineke, W.3, Müller, J.1, Hallmann, J.1; 1Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Nematologie und Wirbeltierkunde, Toppheideweg 88, D-48161 Münster,  2Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft, Institut für Technologie und Biosystemtechnik, Bundesallee 50, D-38116 Braunschweig, 3BIOCARE GmbH, Dorfstr. 4, D-37574 Einbeck; e-mail: b.slaats@bba.de

Der nematophage Pilz Hirsutella rhossiliensis parasitiert zahlreiche pflanzenparasitäre Nematoden und ist somit ein hervorragender Kandidat für ein biologisches Bekämpfungsverfahren. Wirkungshöhe und Wirkungssicherheit sind jedoch weiter zu optimieren. Inwieweit dies durch eine entsprechende Formulierung (Verkapselung) möglich ist, wurde in dem vorliegenden Forschungsvorhaben untersucht. Als Kapselmaterial wurde ein Guargumderivat basierend auf nachwachsende Rohstoffe gewählt. Die Wirksamkeit der Formulierung wurde in den Pathosystemen Zuckerrübe/Heterodera schachtii und Tomate/Meloidogyne incognita untersucht. Bei H. schachtii an Zuckerrüben führte die Applikation von trockenen Guargum MF + PA Pilzkapseln mit 1 % und 10 % Pilzgehalt zu einer Reduzierung der Anzahl Eier und Larven um mehr als 68 % im Vergleich zur inokulierten, unbehandelten Kontrolle. An Tomate/M. incognita wurde die Effektivität feuchter MF + PA Pilzkapseln mit 5 % Pilz in zwei Kapselgrößen (Größe: 2,4 - 4 mm und 4,5 - 6 mm) untersucht. Die Pilzkapseln wurde vierzehn Tage vor dem Auspflanzen der Tomaten bzw. der Inokulation mit M. incognita in die Erde eingemischt. Nach einer weiteren Woche wurde die Anzahl eingedrungener Larven ermittelt. Insgesamt wurde nur eine geringe Reduzierung von M. incognita beobachtet. Des weiteren wurde die Wirkung von H. rhossiliensis auf die Nichtzielorganismen Steinernema feltiae und Heterorhabditis bacteriophora untersucht. Die Parasitierung von S. feltiae war insgesamt sehr gering. Für parasitierte Larven lag die Mortaltitätsrate allerdings bei 90 % innerhalb von vier Tagen. Vergleichbares galt für H. bacteriophora, jedoch war die Mortalitätsrate insgesamt geringer (< 5 % für Larven mit 1-10 anhaftenden Konidien, < 70 % für Larven mit 10-20 anhaftenden Konidien). Pflanzenschutzmittel hatten eine recht unterschiedliche Wirkung auf H. rhossiliensis. Das Insektizid Pirimor G WG und das Herbizid Goltix WG hatten keinen Einfluss auf H. rhossiliensis. Das Herbizid Betanal Progress bewirkte bei normaler Aufwandmenge eine Unterdrückung des Pilzes, nicht jedoch bei reduzierter Aufwandmenge. Erwartungsgemäß hemmte das Fungizid Euparen M WG das Wachstum von H. rhossiliensis. Insgesamt handelt es sich bei H. rhossiliensis um einen vielversprechenden Antagonisten, der sich gut in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren lässt.


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6 Molekularbiologische Untersuchungen der durch Rhizosphärebakterien induzierten systemischen Resistenz gegen Meloidogyne incognita in Tomate

Schäfer, K.1, Silva Fabry, C.2, Sikora, R.A.1, Hauschild, R.3; 1Universität Bonn, Institut für Pflanzenkrankheiten, Abteilung Pflanzenkrankheiten und Nematologie in Bodenökosystemen, Nußallee 9, D-53115 Bonn; 2Universidade de Viçosa, Departamento de Fitopatologia, Lab. Bionema, 36571-000- Viçosa - MG - Brasil; 3DLR Rheinpfalz, Abteilung Phytomedizin, Breitenweg 71, D-67435 Neustadt/Weinstr.; e-mail: kerstinschaefer@gmx.com

Rhizosphärebakterien sind eine viel versprechende Alternative zu Bodenbegasungsmitteln zur Bekämpfung von bodenbürtigen Krankheiten und Schädlingen wie dem Wurzelgallen-Nematoden Meloidogyne incognita. Einige Rhizosphärebakterien haben schon in vorherigen Untersuchungen ihre Wirksamkeit als Induktoren systemischer Resistenz gegen Meloidogyne incognita an Tomate gezeigt. Die systemische Resistenz zeigt sich in einer reduzierten Zahl von Gallen und Eiern pro Wurzelsystem im Vergleich zu Wurzeln von nicht-induzierten Tomaten. Unterschiede im Wirkungsspektrum zwischen den untersuchten Bakterienisolaten wurden festgestellt. Die für die gesteigerte Resistenz verantwortlichen Änderungen im pflanzlichen Stoffwechsel sind bislang nicht bekannt. In dieser Untersuchung soll die pflanzliche Antwort auf eine Resistenz-Induktion näher untersucht werden. Dazu wurde mRNA aus induzierten und nicht-induzierten Wurzeln extrahiert. Mit „Subtraktiver Suppressiver Hybridisierung“ wurden Abschnitte differentiell exprimierter Gene angereichert. Erste Informationen über die Identität dieser Gene werden vorgestellt. Die darauf aufbauenden Untersuchungen werden vorgestellt und auf eine mögliche Nutzung in der Praxis verwiesen.


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7 Nemathorin, ein neu zugelassenes Nematizid zur Bekämpfung von Kartoffelnematoden

Frenking, H.; ISK Biosciences, Avenue Louise 480, B-1050 Brüssel; e-mail: heinz.frenking@isk-hfr.coe.uunet.de

Nemathorin, mit dem Wirkstoff Fosthiazate (C9 H18 NO3 PS2) aus der Gruppe der Organophosphate wurde von Ishihara Sangyo Kaisha Ltd. entwickelt, um Nematoden in vielen Kulturen zu bekämpfen. Hauptanwendungsgebiete sind Kartoffel, Banane, Citrus, Tomate, Melone und andere Gemüsepflanzen. Nemathorin ist aktiv gegen Zysten-, Gallen-, und freilebende Nematoden, wie Heterodera, Globodera, Meloidogyne, Pratylenchus, Radopholus und Helicotylenchus. Nemathorin zeigt in Versuchen eine hervorragende biologische Aktivität, sowohl durch Kontakt- als auch systemischen Wirkmechanismus. Der Wirkstoff Fosthiazate greift in die Acetylcholinesterase ein, Paralyse und anschließendes Absterben der Nematoden sind die Folge. Darüber hinaus hat Nemathorin ein für Nematizide umweltfreundliches und toxikologisch gutes Profil. Neben der nematiziden Wirkung konnte auch eine Nebenwirkung auf einige Blatt- und Bodeninsekten festgestellt werden, z.B. Cosmopolites und Agriotes. Nemathorin ist darüber hinaus in der festgelegten Aufwandmenge sehr kulturverträglich, sowohl als Granulat appliziert als auch in den entwickelten Flüssigformulierungen. Nemathorin 10 G wurde im Mai 2004 in Deutschland zugelassen, mit einer Aufwandmenge von 30 kg/ha gegen Kartoffelnematoden, und steht ab der Saison 2005 zur Verfügung. Zulassungserweiterungen in Gemüsekulturen, Zwiebelgewächsen, Karotten und Zierpflanzen werden angestrebt, auch erste Versuche in Zuckerrüben wurden durchgeführt.


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8 Resistance breeding to Meloidogyne spp. in potato

Janssen, R.1, Bokhoven-Schipper, D.1, van der Vossen, E.1, Arens-de Reuver, M.1, Zoon, F.1, Poleij, L.1, Wang, C.2, van Heusden, S.1; 1Plant Research International, PO Box 16, NL-6700 AA Wageningen; 2College of Horticulture & Forestry, Huazhong Agricultural University, Wuhan, Hubei, 430070 China; e-mail: r.janssen@plant.wag-ur.nl

Plant Research International (PRI) has a long history of research on nematode resistance, in many crops, amongst which potato. This has resulted in the development of germplasm that has found its way to breeding companies. All the Dutch potato cyst nematode resistant cultivars are bred from PRI progenitors. For the root-knot nematodes Meloidogyne chitwoodi and M. fallax, important pests for the potato crop in north-western Europe due to the quarantine status, resistance has been identified in several wild Solanum spp. Although resistance to these nematodes is still absent in the currently used cultivars, resistant traits of S. fendleri progenitors are being introgressed into the cultivated S. tuberosum cultivars. Progenies of S. fendleri segregated clearly in resistant and susceptible plants to M. chitwoodi and M. fallax. The observed 1 : 1 ratio of resistant and susceptible plants indicates a single dominant inherited gene, Rmc2, which is present in a simplex form in the resistant parent. AFLP markers were detected in segregating populations of S. fendleri crosses. These markers provide a powerful tool to help for marker assisted breeding in introgression programs. Therefore a selection of these AFLP markers for resistance was converted into CAPS (Cleaved Amplified Polymorphic Sequence) for indirect selection. On basis of their map position of closely linked markers for Rmc2 on the UHD map (Dept. of Plant Breeding, WUR, The Netherlands) it was concluded that this gene is localised on the short arm of chromosome 11. To develop markers for direct selection of the Rmc2 gene of S. fendleri a BAC (Bacterial Artificial Chromosome) bank has been constructed. For a durable management of resistance to Meloidogyne spp., rotation of cultivars with resistance genes from different Solanum spp. should be recommended to avoid selection pressure. Even resistance genes with a restricted working spectrum or incomplete resistance can be useful and durable as well.


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9 Selektion von Gerstenlinien mit Resistenz gegen Pratylenchus spp.

Keil, T.1, Laubach, E.², Jung, C.1; 1Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Institut für Pflanzenzüchtung, Am Botanischen Garten 1-9, D-24118 Kiel; ²Nordsaat Saatzucht GmbH, Hofweg 8, D-23899 Segrahn; E-mail: t.keil@plantbreeding.uni-kiel.de

Nematoden der Gattung Pratylenchus verursachen zunehmend Schäden im Getreidebau in Schleswig-Holstein. Offenbar hat die Populationsdichte in den letzten zwei Jahrzehnten aufgrund von engen Fruchtfolgen, zunehmender Frühsaat und milden Wintern immer weiter zugenommen. Es wurden in Wintergerste aber auch in Winterweizen und Winterraps Schäden bis zum Totalausfall gemeldet. Als Haupterreger treten dabei P. penetrans, P. neglectus und P. crenatus auf. In Zusammenarbeit mit der Nordsaat Saatzucht GmbH, Gudow wurde damit begonnen einen Gewächshausresistenztest zu etablieren. Ziel des Tests ist die Selektion von P. penetrans-resistenten zwei- und mehrzeiligen Wintergerstenherkünften. Dazu werden circa 450 Gerstenherkünfte verwendet, die neben etablierten Gerstensorten auch exotisches Material umfassen. Die Gerstenpflanzen werden in Quarzsand angezogen. Nach zehn Tagen werden die Wurzeln mit 1000 Nematoden inokuliert und wachsen für zehn Wochen bei 21°C unter künstlicher Beleuchtung. Danach werden die Wurzeln abgeschnitten und fünf Tage in einer Feuchtekammer inkubiert, so dass die Nematoden aus den Wurzeln schlüpfen. Die Nematoden werden in circa 200 ml wässriger Suspension aufgefangen und unter dem Mikroskop bei vierzigfacher Vergrößerung ausgezählt. Ergebnisse: Der Aufbau des Gewächshausresistenztests ist abgeschlossen und es konnten in einem ersten Screening 60 Herkünfte untersucht werden. Die Zahl der Nematoden/Pflanze lag zwischen 400 und 3400. Zwei Herkünfte zeigten eine deutlich geringere Nematodenzahl, was auf mögliche Resistenz hinweisen könnte. Wiederholungen zur Bestätigung dieser Ergebnisse stehen noch aus. Ausblick: Nach erfolgter Selektion von Wintergerstenherkünften mit geringer Nematodenentwicklung werden diese in einem Freilandversuch auf verseuchten Flächen getestet. Im Anschluß daran sind Untersuchungen über die Vererbung der Resistenz sowie die Wirt-Parasit Interaktion in resistenten und anfälligen Wurzeln geplant.


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10Bursaphelenchus species in packaging wood in East Asia Braasch, H.1, Burgermeister, W. 2, Gu, J. 3, Buchbach, E. 2 und Schröder, T. 2; 1Kantstraße 5, D-14471 Potsdam; 2Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Messeweg 11/12, D-38104 Braunschweig, 3Ningbo Entry-Exit Inspection and Quarantine Bureau, 9 Mayuan Street, Ningbo, Zhejiang, China; e-mail: h.braasch@t-online.de

Intensiven Untersuchungen an importiertem Packholz im Ningbo Entry-Exit Inspection and Quarantine Bureau in China ist es zu verdanken, dass neue Kenntnisse über Umfang, Verbreitung und Artenspektrum der mit Packholz lebend transportierten Bursaphelenchus-Arten gewonnen wurden. Diese wurden morphologisch und mit der ITS-RFLP-Methode bestimmt. Zu den bisher in Holztransporten aus Asien gefundenen Arten gehören neben den am häufigsten festgestellten B. xylophilus und B. mucronatus die Arten B. fraudulentus, B. hellenicus, B. borealis, B. hylobianum, B. leoni, B. paracorneolus, B. thailandae, B. aberrans und B. sinensis. Neu in Packholz in China festgestellte Arten sind B. rainulfi in Holz aus Südkorea, Japan und Taiwan, B. pinasteri aus Italien, B. conicaudatus aus Taiwan und 3 unbeschriebene Arten, von denen 2 zur xylophilus-Gruppe (aus Singapur, Südkorea und Taiwan) und eine zur fungivorus-Gruppe (aus Taiwan und Südkorea) gehören. Außerdem wurden B. aberrans und B. hylobianum in Packholz aus Japan festgestellt. Da die Form des weiblichen Schwanzendes eine wichtige Rolle bei der Artbestimmung in der xylophilus-Gruppe spielt, wird mit der weiteren Beschreibung einer nicht mukronaten und einer mukronaten Art die Bestimmung komplizierter. Zusammen mit den in letzter Zeit beschriebenen Arten umfasst die xylophilus-Gruppe nunmehr 9 Arten, die alle in Ostasien, aber nur 3 davon (B. xylophilus, B. mucronatus, B. fraudulentus) in anderen Gebieten vorkommen. In China wurde auch B. mucronatus in Packholz aus Deutschland und Frankreich gefunden. Im Falle eines Nachweises von B. xylophilus in Packholz aus Thailand konnte der Ursprung des Holzes in Taiwan festgestellt werden. Dieses Beispiel zeigt, dass auch aus Nichtbefallsländern der gefährliche Quarantäneschädling mit zirkulierendem Packholz eingeschleppt werden kann und generellen Quarantäneanforderungen für Packholz große Bedeutung zukommt. Aus vielen Herkünften wurden Zuchten für weitere Untersuchungen angelegt.


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11 Populationsdynamik und Ausbreitungsverhalten von Bursaphelenchus xylophilus in 3-4 jährigen Pinus sylvestris in der Frühphase der Kiefernwelke - Erste Ergebnisse eines Inokulationsversuches

Daub, M., Schröder, T.; Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Messeweg 11/12, D-38104 Braunschweig; e-mail: m.daub@bba.de

Inokulationsversuche mit Bursaphelenchus xylophilus zeigen, dass P. sylvestris eine sehr hohe Empfänglichkeit für die Kiefernwelke aufweist. Entsprechende Schäden an P. sylvestris sind auch aus den USA bekannt. Ein für die EU geltendes Risikovorhersagemodell für diesen Schädling wird im Rahmen eines durch die EU geförderten Projektes „PHRAME“ weiterentwickelt. Untersuchung der Pathogenität von B. xylophilus an europäischen Koniferen sind Bestandteil des hierfür zu entwickelnden Modells. Die Pathogenität drückt sich in der Fähigkeit von B. xylophilus aus, die Abwehr der Kiefer zu durchbrechen, sie zu besiedeln und sie schließlich in Folge blockierter Wasserversorgung zu schädigen. Reproduktion und Ausbreitung des Nematoden im Wirtsbaum standen im Fokus eines Inokulationsversuchs mit 3-4 jährigen P. sylvestris unter optimalen Temperaturbedingungen (25°C) in der Klimakammer. Insgesamt 120 Bäume wurden mit je 4000 Nematoden inokuliert. Ausbreitung und Populationsdynamik wurden in einem Zeitraum von 27 Tagen erfasst. Jeweils 10 Bäume wurden inklusive Wurzel komplett in 17 morphologisch unterschiedliche Segmente unterteilt, aus denen Nematoden zu 9 Terminen separat extrahiert wurden. In den nach 4 Wochen abgestorbenen Kiefern (Mortalität 100 %) erreichte B. xylophilus nach bereits 12 Tagen eine Gesamtpopulation von über 20.000 Tieren (über 700 Nematoden/g TG Holz). Zwei Tage nach Inokulation lag sie bei 14 Nematoden/g TG Holz. Bereits nach 4 Tagen konnten die Tiere aus allen Baumsegmenten (bis auf Primärwurzel) extrahiert werden. Deutlich starke Konzentrationen von B. xylophilus in der Wurzel wurden bei fortschreitender Welke im Zusammenhang mit abnehmenden H2O-Gehalten oberirdischer Pflanzenteile beobachtet. Die Ergebnisse belegen dem Nematoden ein aggressives Invasionsverhalten in P. sylvestris, dass auch auf eine Latenz von B. xylophilus in Wurzeln nach dem Baumtot vermuten lässt. Die Ergebnisse sind vorläufig und müssen noch verifiziert werden.


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12 Untersuchungen an Monochamus galloprovincialis mit Hilfe der Fangbaum - Methode

Schönfeld, U.; Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung, Steinplatz 1, D-15838 Wünsdorf; e-mail: ute.schoenfeld@lvlf.brandenburg.de

Im Rahmen der EU-weiten Monitorings zur Verbreitung des Kiefernholznematoden (Bursaphelenchus xylophilus) wurden in Brandenburg in den Jahren 2002 bis 2004 aus Stämmen oder starken Ästen von Pinus sylvestris Käfer ausgezüchtet und nematologisch untersucht. Dazu wurden gesunde Kiefern, sog. „Fangbäume“, im Zeitraum von April bis Juli gefällt und mehrere Wochen bis Monate an insgesamt 27 Standorten (16 Sägewerksstandorte in Kiefernwaldnähe, 3 Waldbrandflächen, 2 Holzverladebahnhöfe, 4 Einschlagflächen) abgelegt. Zur Zeit der Fällung konnten im Splintholz der Fangbäume keine Nematoden der Gattung Bursaphelenchus festgestellt werden. Nach mehreren Monaten haben sich z.T. erhebliche Populationsdichten von Bursaphelenchus mucronatus im Holz der Fangbäume entwickelt. Zum Ende des trockenen und überdurchschnittlich warmen Jahres 2003 waren bis zu 600 Bursaphelenchen je 10 g Holz nachweisbar (2002 und 2004: weniger als 4 Bursaphelenchen je 10 g Holz). Aus den im Herbst eingeholten Stämmen schlüpften nach der Puppenruhe folgende Käferarten: Monochamus galloprovincialis, Acanthocinus griseus (beide Cerambycidae), Pissodes notatus und Hylobius abietis (beide Curculionidae). Frisch geschlüpfte Käfer wurden nach Mazerierung und Extraktion im modifizierten Baermann-Trichterverfahren auf Dauerlarven von Bursaphelenchus-Arten untersucht. Dauerlarven von B. mucronatus konnten ausschließlich an Bäckerbockkäfern (M. galloprovincialis) nachgewiesen werden, obwohl die übrigen Käferarten sich ebenfalls in Stämmen entwickelten, die mit B. mucronatus kontaminiert waren. An einzelnen Bäckerbockkäfern wurden bis zu 40.000 Dauerlarven festgestellt. Auch bei nur geringer Nematodenzahl im Holz der Fangbäume trugen Käfer bis zu mehrere Tausend Dauerlarven. Der Käferschlupf ließ sich um mehrere Wochen bis Monate im Vergleich zum Freilandtermin vorverlegen, wenn Fangbaumsegmente bei Zimmertemperatur eingekäfigt wurden.


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13 Erfahrungen mit Rübenkopfälchen (Ditylenchus dipsaci) in Zwischenfrüchten im Jahr 2004

Knuth, P.; Landesanstalt für Pflanzenschutz, Reinsburgstraße 107, D-70197 Stuttgart; e-mail: peter.knuth@lfp.bwl.de

Der Zwischenfruchtanbau zur biologischen Bekämpfung des Rübenzystenälchens (Heterodera schachtii) mit nematodenresistenten Senf- und Ölrettichsorten unmittelbar vor Zuckerrüben ist in vielen Betrieben eine Standardmaßnahme. Da Ackersenf in der Literatur als Wirtspflanze des Rübenkopf- und Stängelälchens (Ditylenchus dipsaci) beschrieben wird, sollte mit zwei Streifenversuchen auf von Rübenkopfälchen verseuchten Feldern geklärt werden, ob der Zwischenfruchtanbau mit Senf- und Ölrettich zur Vermehrung des Nematoden im Boden beitragen kann und ob sich das Sortenspektrum in der Wirtseignung unterscheidet. Der erste Untersuchungstermin (Mai 2004) ergab für beide Standorte, dass sowohl in die Senf- als auch in die Ölrettichsorten eine hohe Anzahl von Tiere einwanderten. Eine Ausnahme stellte der Sareptasenf dar: Er wurde als einziger nicht befallen und war offensichtlich nicht attraktiv für die Nematoden. Bis zum zweiten Untersuchungstermin (Juli 2004) zeigten sich dann deutliche Unterschiede sowohl in der Wirtseignung der Sorten auf demselben Feld, als auch zwischen den beiden Standorten. Auf beiden Versuchsfeldern (Kleinglattbach, Enzkreis und Hohenstadt, Main-Tauberkreis) konnte sich D. dipsaci in allen Senfsorten und in der Ölrettichsorte Adagio fortpflanzen. In Bezug auf die Vermehrung in den einzelnen Senf- und Ölrettichsorten spielt vermutlich die Rassenproblematik von D. dipsaci eine wesentliche Rolle. Während sich die Nematoden auf dem Standort Kleinglattbach in allen Senfsorten mehr oder weniger deutlich vermehren konnten, war dies in Hohenstadt nur in den Sorten Hohenheimer und Concerta zu beobachten. Diese Sorten sind vermutlich unabhängig von der vorhandenen Wirtsrasse gute Vermehrungssorten für Rübenkopfälchen. Die Vermehrungsraten im Boden (Pf/Pi-Wert) entsprachen im wesentlichen den Entwicklungsmöglichkeiten der Nematoden in den einzelnen Sorten. Bei Senfsorten ist generell Vorsicht geboten, bei fast allen Sorten lagen die Vermehrungsraten über 1,0 und z.T. auch deutlich darüber (Concerta 12,1). Unter allen Ölrettichsorten und unter Sareptasenf ging die Bodenpopulation dagegen zurück.


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14 Entwicklung eines Screening-Verfahrens zur Untersuchung von Zuckerrüben auf Resistenz/Toleranz gegenüber dem Rübenkopfälchen Ditylenchus dipsaci

Kühnhold, V., Sikora, R.A., Kiewnick, S., Universität Bonn, Institut für Pflanzenkrankheiten, Abteilung Pflanzenkrankheiten und Nematologie in Bodenökosystemen, Nussallee 9, D-53115 Bonn; e-mail: skiewnick@uni-bonn.de

Um mögliche Toleranzen oder Resistenzen verschiedener Zuckerrübensorten und -stämme gegen Ditylenchus dipsaci aufzudecken wurde ein Screening-Verfahren erarbeitet welches reproduzierbare Daten gewährleistet. Dazu wurde eine in-vitro Vermehrung entwickelt, welche eine hohe Anzahl an Nematoden zur Inokulation zur Verfügung stellt. Anschließend wurde ein Inokulationsverfahren entwickelt, welches eine hohe prozentuale Eindringung von D. dipsaci gewährleistet. Da eine D. dipsaci-Kultur bereits über 1,5 Jahre auf Möhrenkallus kultiviert worden war, wurde überprüft ob sich die Virulenz gegenüber einer Feldpopulation aus dem Jahr 2004 verändert hatte. Weiterhin wurden 21 Zuckerrübensorten und -stämme auf ihre Anfälligkeit gegenüber D. dipsaci hin untersucht. Es konnte gezeigt werden, dass selbst bei langfristiger Kultivierung auf Möhrenkallus die Virulenz von D. dipsaci nicht vermindert wird. Durch das Screening von Zuckerrübensorten und -linien konnte gezeigt werden, dass bei machen die Eindringung um bis zu 56 % niedriger war als im Vergleich zu einer anfälligen Sorte. Inwieweit diese verringerte Eindringung mit einer reduzierten Vermehrung einhergeht soll in weiteren Untersuchungen geklärt werden. Bei dem Vergleich der bisher erarbeiteten Daten aus dem Sortenscreening mit Ergebnissen aus Feldversuchen des Jahres 2004, konnte eine deutliche Korrelation zwischen verminderter Eindringung und Toleranz der Zuckerrübensorten in Bezug auf Fäulnissymptome gezeigt werden.


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15 Prüfung von Zuckerrübensorten auf Toleranzeigenschaften gegenüber Rübenkopf-älchen Ditylenchus dipsaci (Praxistest von zugelassenen, sich im Anbau befindlicher Sorten)

Heinrichs, C.; Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Siebengebirgsstraße 200, D-53229 Bonn; e-mail: christian.heinrichs@lwk.nrw.de

Die Schädigung von Zuckerrüben durch das Rübenkopfälchen Ditylenchus dipsaci nimmt in der Anbauregion "Südliches Rheinland" immer größere Dimensionen an. Mittlerweile sind in der Region über 130 Anbauer (ca. 2000 ha) betroffen. Auf befallene Praxisschlägen, die mit unterschiedlichen Rübensorten bestellt waren, konnten jeweils zur Ernte deutliche Unterschiede in der Befallsausprägung (Fäulnisgrad der Rübenkörper) festgestellt werden. Ausgehend von dieser Feststellung wurden 2003 und 2004 mit am Markt befindlichen Sorten Streifenversuche angelegt um der Praxis möglichst schnell Hilfen bei der Problemlösung, -minderung anzubieten. Zur Lokalisierung eines gesicherten Befalls wurden auf den vorgesehenen Standorten im Vorfeld Bodenproben gezogen und untersucht. Zur Ernte wurden dann Fäulnisbonitoren durchgeführt. Bewertet wurde dabei der prozentuale Anteil verfaulter Rübenkopfschnittfläche je Einzelrübe nach der Entblattung. Zur Vereinfachung des Verfahrens erfolgte eine Einteilung in 10 Befallsklassen. Bonitiert wurden jeweils 100 Rüben an 6 über die Streifenanlage verteilten Probeparzellen. Dabei lagen die Probestreifen der einzelnen Sorten immer nebeneinander. Im ersten Versuchsjahr hatte sich dabei die Standardsorte Dorena als sehr anfällig und die Rhizoctonia-tolerante Sorte Syncro als relativ gesund gezeigt. Die Versuchsanlage wurde auf Grund dieser Daten 2004 wie folgt angepasst: Ein 12-reihiges Sägerät wurde in der 1. und 12. Saatreihe mit der anfälligen Sorte (Dorena) und in der 7. Saatreihe mit der gesünderen Sorte Syncro bestückt. Auf die restlichen 9 Säreifen wurden die zu testenden Sorten verteilt. Durch dieses Verfahren wird es möglich an Hand von Befallsgradienten die Rangfolge der Sorten untereinander darzustellen. Im Jahr 2004 zeigten dabei alle Sorten mit einer Toleranz gegenüber Rhizoctonia eine deutlich geringere Fäulnis, wobei sich die Sorten Syncro und Pemiere als besonders gesund darstellten. Auch in der Verteilung über die Befallsklassen wurden Unterschiede deutlich. Während die gesünderen Sorten nur vereinzelte Rüben in den hohen Befallsklassen (Fäulnis über 30 %) hatten, waren die Einzelrüben bei einer anfälligen Sorte zu über 80 % in den höchsten Befallsstufen zu finden. Auf Grund der nun zweijährigen Versuche werden daher für den Rübenanbau auf Befallsstandorten von der Arbeitsgemeinschaft überwiegend Rhizoctonia-tolerante Sorten empfohlen. 2005 werden die Streifenversuche mit anderen Sorten fortgesetzt. Darüber hinaus werden die Sorten, die sich bei den bisherigen Versuchen als gesünder darstellten in randomisierter Blockanlagen angebaut um neben der Fäulnis auch die Ertragsleistung der Sorten unter Befallsbedingungen zu erfassen.


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16 Biologische Nematodenbekämpfung mit Gelbsenf und Ölrettich - alte Technik mit neuen Entwicklungen

Schlathölter, M.; P. H. Petersen Saatzucht Lundsgaard GmbH & Co. KG, D-24977 Grundhof; e-mail: schlathoelter@phpetersen.com

Die biologische Nematodenbekämpfung von Heterodera schachtii mit resistenten Gelbsenf- und Ölrettichsorten ist in Deutschland eine gängige Anbaumethode zur Regulierung des Schädlings in Zuckerrübenfruchtfolgen. Während in Deutschland, forciert durch die Umsetzung der GAP-Reformen, die Tendenz zur Vereinfachung der traditionellen Anbaumethode geht, werden in anderen Ländern Potentiale in der Nutzung von Gelbsenf und Ölrettich erkannt, die auch die Nutzung in Deutschland erweitern und ergänzen können.


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17 Zum Anbau von Raps in Zuckerrübenfruchtfolgen

Schlang, J.; Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Nematologie und Wirbeltierkunde, Außenstelle Elsdorf, Dürener Str. 71, D-50189 Elsdorf; e-mail: bba-elsdorf@t-online.de

Der Anbau von Raps in einer Zuckerrübenfruchtfolge wurde in der Vergangenheit wegen der Gefahr der Übervermehrung des Rübenzystennematoden Heterodera schachtii besonders kritisch bewertet. Zahlreiche Versuche belegten die hohen Ertragsverluste bei der Zuckerrübe, nach der Aufnahme der Rapskultur in eine Zuckerrübenfruchtfolge. Neuere nematologische Untersuchungen zur Vermehrung des Rübenzystennematoden unter Raps, die Entwicklung von H. schachtii-resistenten Rapshybriden, der Anbau H. schachtii-resistenter und -toleranter Zuckerrübensorten sowie das breite Spektrum an H. schachtii-resistenten Zwischenfrüchten führen zu einer Neubewertung des Anbausystems Raps / Zuckerrübe. Mehrjährige Untersuchungen zeigen, dass die Gefahr der Übervermehrung des Rübenzystennematoden nicht vom eigentlichen Winterraps, sondern vielmehr vom unvermeidbaren Ausfallraps ausgeht. Es wurde daher ein Temperatursummen-Modell "Ausfallraps" entwickelt, um eine Vermehrung von H. schachtii unter Ausfallraps zu verhindern. Weitere Fortschritte sind mit der Einführung von homozygot H. schachtii resistenten Rapshybriden zu erwarten. Da der Ausfallraps dann ebenfalls resistent wäre, ist ein Umbruch des Ausfallrapses dann nicht mehr erforderlich. Beim vorläufigen Anbau von H. schachtii anfälligem Winterraps in einer Zuckerrübenfruchtfolge ist neben einem rechtzeitigen Umbruch des Ausfallrapses, der gezielte Anbau von resistenten Zwischenfrüchten oder von resistenten bzw. toleranten Zuckerrübensorten ratsam.


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18 Biogeography of plant parasitic nematodes in coffee from Ethiopia

Mekete, T.1, Hallmann, J.2, Sikora, R.A.1, Kiewnick, S.1; 1Universität Bonn, Institut für Pflanzenkrankheiten, Abteilung Pflanzenkrankheiten und Nematologie in Bodenökosystemen, Nußallee 9, D-53115 Bonn; 2Biologishe Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Nematologie und Wirbeltierkunde, Toppheideweg 88, D-48161 Münster

To evaluate the populations of plant parasitic nematodes in coffee in Ethiopia, a country wide survey was conducted. From a total of 132 farms soil and root samples were collected during the rainy season of 2003. The main parasitic nematode genera found were: Helicotylenchus, Xiphinema, Tylenchorhychus, Rotylenchus and Scutellonema. The predominant genera throughout the area were Helicotylenchus (73 %), followed by Xiphinema (40 %), and Tylenchorhynchus (36 %). In addition, a number of plant parasitic nematodes belonging to the genera Ditylenchus, Trophurus, Criconemella, Hoplolaimus, Meloidogyne, Heterodera, and Pratylenchus were also found in the samples. Further investigations on these locations will focus on the presence of antagonistic microorganisms, suitable for biocontrol of the predominant nematode species in coffee.


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19 Nematodes in the northern part of the Netherlands

Stomp, H.R.; Hilbrands Laboratorium voor Bodemziekten (HLB), Kampsweg 27, NL-9418 PD Wijster, Niederlande; e-mail: stomp@hlbbv.nl

HLB research and consultancy is the result of an initiative that was taken in 1963 to tackle the growing problem of potato yield decline in the north-eastern part of Holland. It was discovered that two species of nematodes were responsible for the problem, namely Globodera rostochiensis and G. pallida. Besides fundamental research HLB has especially carried out applied scientific research, with other words the potato farmer and breeder should benefit from the research results as soon as possible. HLB has been actively involved in controlling of G. rostochiensis and G. pallida in the north-eastern part of Holland. In 2004 HLB has accredited by the Dutch Plant Protection Service (PD) for testing and certifying fields as Potato Cyst Nematode free (PCN-free). But also other nematodes remain to be investigated. We have found in our samples that the populations of nematodes like Meloidogyne hapla, M. chitwoodi and Trichodorus spp. are increasing over the last 5 years. We are investigating all kinds of nematicides for controlling these nematodes. Also biological agents are tested. In order to have a quick and inexpensive but reliable test we have developed the Y-tube test for free-living nematodes. This test is adapted from the existing test for entomopathogenic nematodes. The first tests are completed and the results will be presented during the presentation. In the next years we will develop more molecular tests. We will specialize our methods on PCR for determine the different populations of Meloidogyne spp., Pratylenchus spp. and of course PCN. Further on we want to develop quick screening tests for testing resistance of crops for breeding companies.


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20 Nematode control strategy on Paratrichodorus teres, developed and tested in ten year field research in the Netherlands

Molendijk, L.P.G., Korthals, G.W., Hartsema, O.H., Plentinger, M.C.; Wageningen UR, Applied Plant Research Arable farming and field production of vegetables, P.O. Box 430, NL-8200 AK Lelystad; e-mail: leendert.molendijk@wur.nl

Paratrichodorus teres is a serious problem on the light marine soils in the Dutch polders. This species causes direct yield damage in potatoes, onions and sugarbeet and furtheron quality problems by transmission of tobaco rattle virus in potato, gladioli and tulips. A normal routine was to fumigate the soil every three years with dichloropropene and the additional use of granular nematicides in potatoes or sugarbeet. Because of the environmental impact of these control measures a project started in 1991 to diminish the dependency on chemical control. In a longterm rotation experiment (1991 - 2000) the factors frequency of soil fumigation, green manure crops and organic amendments were brought together in such a statistical design that effects of single measures and combination of measures could be tested. The rotation consisted of winter wheat-tulip-seedpotato-onion-sugarbeet. Yield and quality were measured and nematode populations were monitored. Most important conclusion is that the conscious design of cropping order, use of oilseed radish (Raphanus sativus) instead of Italian ryegrass (Lolium multiflorum) makes it possible to skip the granular nematicides and to diminish the fumigation frequency to at most once every five years. Organic amendments improved yield but could not prevent damage completely.


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21 Bekämpfungsstrategien für Meloidogyne hapla und Pratylenchus spp. im ökologischen Gemüsebau

Hallmann, J.1, Klinger, S.1, Rau, F.2; 1Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Nematologie und Wirbeltierkunde, Toppheideweg 88, D-48161 Münster; 2Ökoring Niedersachsen, Bahnhofstraße 15, D-27374 Visselhövede; e-mail: j.hallmann@bba.de

Meloidogyne hapla und Pratylenchus spp. sind bedeutende Schaderreger im ökologischen Gemüsebau. Beide Schaderrger treten im allgemeinen gleichzeitig auf. Eine Bekämpfung dieser Nematoden ist äußerst schwierig. Es gibt keine resistenten Sorten und nur wenige Nichtwirte unter den Kulturpflanzenarten. In den Jahren 2003 und 2004 wurde die Wirkung verschiedener Anbaumaßnahmen (Nichtwirtspflanzen, Fangpflanzenverfahren, Brache, Unkrautregulierung) auf die Besatzdichte von M. hapla bzw. Pratylenchus spp. untersucht. Die Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen. Eine Reduzierung des M. hapla-Besatzes konnte durch Anbau von Nicht-Wirtspflanzen (Getreide, Mais, Tagetes), Fangpflanzenverfahren (Ölrettich) oder mindestens dreimonatiger Schwarzbrache erreicht werden. Rote Bete war unter den Anbaubedingungen 2004 ein schlechter Wirt für M. hapla. Zur Reduzierung von Pratylenchus spp. erwiesen sich Schwarzbrache und Anbau von Tagetes als wirkungsvollste Maßnahmen. Kleegras führte ebenfalls zu einer Reduzierung des Pratylenchus-Besatzes, was möglicherweise an der schlechten Etablierung des Klees lag. Darüber hinaus besteht weiterhin erheblicher Forschungsbedarf zur Anfälligkeit bzw. zum Vermehrungspotenzial von Gemüsearten bzw. -sorten für M. hapla sowie die verschiedenen Pratylenchus-Arten.


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22 Molecular identification and pathway analysis of introduced pinewood nematode Bursaphelenchus xylophilus

Metge, K., Burgermeister, W.; Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Pflanzenvirologie, Mikrobiologie und biologische Sicherheit, Messeweg 11/12, D-38104 Braunschweig; e-mail: k.metge@bba.de

Der Kiefernholznematode, Bursaphelenchus xylophilus, wurde aus Nordamerika zunächst nach Japan und weiter nach China, Korea und Taiwan verschleppt. 1999 wurde der Nematode erstmals in Europa (Portugal) gefunden. An den Kiefernarten seiner neuen Verbreitungsgebiete verursacht B. xylophilus letale Welkeschäden. Trotz der Quarantäneauflagen der EU für Nadelholzimporte aus Befallsländern wurden lebende Kiefernholznematoden von 2000 bis 2004 in 47 Importholzproben gefunden. Zur Identifizierung von B. xylophilus wird neben der morphologischen Untersuchung die molekulare ITS-RFLP-Technik eingesetzt. Artspezifische ITS-RFLP-Bandenmuster wurden bis jetzt für 26 der etwa 70 weltweit vorkommenden Bursaphelenchus-Arten erstellt. Zur Ermittlung der Herkunft des nach Portugal eingeschleppten Kiefernholznematoden wurden amplifizierte DNA-Fragmentmuster von 30 B. xylophilus-Populationen aus Kanada, den USA, Japan, China, Südkorea und Portugal verglichen. Hierzu wurde die Nematoden-DNA mit 13 Decamer-Primern durch RAPD-PCR amplifiziert und insgesamt 611 elektrophoretisch unterscheidbare DNA-Fragmentpositionen ermittelt. Aus der An- bzw. Abwesenheit der einzelnen Fragmente wurden die genetischen Distanzen der Nematodenpopulationen berechnet. Durch Clusteranalyse dieser Daten wurde ein Dendrogramm erzeugt, das die Verwandtschaftsbeziehungen graphisch wiedergibt. Die nordamerikanischen und asiatisch/portugiesischen Populationen sind in zwei getrennten Bereichen gruppiert, wobei höhere genetische Distanzen bei den nordamerikanischen Populationen auftreten. Dies ist zu erwarten, weil die verschleppten Populationen nur einen Teil der genetischen Vielfalt im Ursprungsgebiet dieser Art repräsentieren. Die drei portugiesischen Populationen sind innerhalb der asiatischen Gruppe an zwei Positionen, bei China und Japan, gruppiert. Nach diesen Ergebnissen ist B. xylophilus wahrscheinlich mindestens zweimal aus verschiedenen Gebieten Asiens nach Portugal eingeschleppt worden.


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23 Are Bursaphelenchus vallesianus and B. mucronatus pathogenic to Pinus sylvestris seedlings?

Polomski, J.1, Schönfeld, U.2, Fritz Schweingruber1, Daniel Rigling1; 1Swiss Federal Research Institute WSL, Research Department Forests, Zürcherstrasse 111, CH-8903 Birmensdorf; 2Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung, Steinplatz 1, D-15838 Wünsdorf; e-mail: janina.polomski@wsl.ch

B. vallesianus and B. mucronatus have been frequently found in declining pine trees in Canton Valais in Switzerland. We tested their pathogenicity by inoculating 6000 nematodes of each species into the stem of 4-year-old seedling, in 10 replications for each isolate. The plants were placed in a greenhouse in June 2004 and observed for 12 weeks. Seedlings inoculated with B. mucronatus were subjected to different watering regimes to study the effect of water status on the disease dynamic. Both species were highly pathogenic to the pine seedlings. B. mucronatus killed 90 % of the plants within six weeks. The population increased four times and reached on average 25.049 nematodes per plant. B. vallesianus caused 70 % mortality. Its population was significantly lower and reached 7.166 nematodes per plant. The nematodes were distributed throughout the whole plant, including the roots. However, 65 % to 85 % of the population was observed in the stem below the inoculation site. Distribution pattern was affected neither by watering regime nor by nematode species. Watering regime significantly affected mortality rate of the seedlings, but not population density of the nematodes.


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24 Untersuchungen zur Pflanzeninokulation mit Blattälchen (Aphelenchoides spp.) und deren Bekämpfung

Kolz, S.1, Arndt, M.2, Westermeier, G.1, Gerlach, W.1; 1Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan, Institut für Gartenbau, Am Staudengarten 14, D-85350 Freising; 2Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Pflanzenschutz, Lange Point 10, D-85354 Freising; e-mail: michael-arndt@lfl.bayern.de

An einigen Staudenarten bereiten Blattnematoden zunehmend Probleme. Um den steigenden Ansprüchen an die Qualität zu entsprechen, wurden im Rahmen einer Diplomarbeit in Gewächshausversuchen zwei Wirkstoffe gegen Blattälchen getestet, nachdem zurzeit kein Mittel für die Bekämpfung zugelassen ist. Zunächst wurde die Eignung verschiedener Wirtspflanzen für die Inokulumgewinnung geprüft und nach optimalen Inokulationsmethoden gesucht. Sehr gute Infektionsergebnisse mit relativ schneller Symptomausprägung zeigten sich an Zinnien nach Nematodeninokulation mittels Sprühflasche. Für die ersten Bekämpfungsversuche wurde die Wirkung von NeemAzal-T/S und Mesurol bei Anwendung vor als auch nach der Nematodeninokulation gegenüber der unbehandelten Kontrolle verglichen. Zum ersten Auswertungstermin nach einer Woche waren zwischen den Wirkstoffen und der Kontrolle weder bei präventiver noch kurativer Anwendung Unterschiede zu erkennen. Drei Wochen später ergab sich im Vergleich zur Kontrolle dagegen ein Wirkungsgrad bei Mesurol von 98 % und bei NeemAzal-T/S von 30 %, unabhängig vom Anwendungszeitpunkt, gemessen an den aus den Blättern extarhierbaren Blattälchen. Ziel ist es, weitere Wirkstoffe, z.B. Abamectin, die für andere Indikationen zugelassen sind, auf mögliche nematizide Nebenwirkungen zu testen.


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25 Zur Situation freilebender Nematoden in engen Getreide-Raps-Fruchtfolgen in Schleswig-Holstein

Hesselbarth, C.; Amt für ländliche Räume Kiel, Abt. Pflanzenschutz, Westring 383, D-24118 Kiel; e-mail: christian.hesselbarth@pfs.alr-kiel.landsh.de

Die seit Mitte der 80er Jahre auf leichteren Böden in Schleswig-Holstein vermehrt auftretenden Minderwuchsflächen in der Wintergerste haben sich kontinuierlich weiter ausgebreitet und wandern auf diesen Flächen zunehmend in den Winterweizen der Frucht-folge ein. Zu Vegetationsbeginn entstehen die typischen, nesterartigen Schadflächen. Die mit der Schossphase einsetzende Regeneration der Bestände ist beachtlich, dennoch kommt es zu erheblichen Ertragsausfällen in den Getreidekulturen. Gründe für das Auftreten und die Verbreitung der Nematodenproblematik im Lande werden in einem umfangreichen Ursachenkomplex gesehen. Primärer Faktor dieses Ursachenkomplexes ist die Dauergrün-Fruchtfolge (Winterraps, Winterweizen, Wintergerste) mit ihrer guten Wirtseignung der drei Ackerfrüchte. Eine Reduzierung der Problematik ist zur Zeit nur durch Fruchtfolgeänderung und ackerbauliche Maßnahmen möglich. Aus den Untersuchungen und Erfahrungen lassen sich folgende Aussagen ableiten: (1) Der Einbau von Feind- oder Neutralpflanzen bzw. einer Schwarzbrache in die Dauer-Grün-Fruchtfolge kann zu einer erheblichen Reduzierung der Nematoden und damit zur Vermeidung oder Beseitigung von Minderwuchsflächen führen, wenn die folgenden Kulturen ackerbaulich vor Stress bewahrt werden. (2) Zur Sanierung von Problemflächen im Rahmen der Flächenstilllegung ist derzeit eine Winterschwarzbrache mit anschießendem Ölrettich die einzige praktikable Möglichkeit. Für den Erfolg der Maßnahme ist es zwingend, die Fläche über den Herbst ohne Bewuchs zu halten. (3) Grundsätzlich ist bei Problemflächen auf eine gute Rückverfestigung und ein abgesetztes Saatbeet zu achten, da insbesondere Zonen mit ungenügender Rückverfestigung den Nematoden optimale Lebensbedingungen bieten. (4) Die Vermeidung von Frühsaaten auf bekannten Befallsflächen ist besonders wichtig. Späte Saaten reagieren in der Regel erst im Frühjahr mit nur schwachen Schäden. Grundsätzlich sollten alle ackerbaulichen Faktoren optimiert werden.


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26 Einfluss von Solanum sisymbriifolium auf Schlupf und Vermehrung von Globodera spp.

Niere, B.1, Hellendorn-Vos, H.2; 1Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Nematologie und Wirbeltierkunde, Toppheideweg 88, D-48161 Münster; 2Vandijke Semo BV, Postbus 2, NL-9679 ZG Scheemda; e-mail: b.niere@bba.de

Solanum sisymbriifolium („Litschitomate“) ist ein aus Südamerika stammendes Nachtschattengewächs, das einen Schlupfreiz auf Kartoffelzystennematoden (Globodera spp.) ausübt aber die weitere Entwicklung der Nematoden verhindert. In den Niederlanden wird S. sisymbriifolium als Fangpflanze für Kartoffelzystennematoden vermarktet und ist als Bodenentseuchungsmaßnahme zugelassen. Untersuchungen aus Deutschland über den Einfluss dieser S. sisymbriifolium Sorten auf Globodera spp. liegen bislang nicht vor. In Gewächshausversuchen sollte der Einfluss von vier S. sisymbriifolium Sorten auf den Larvenschlupf und die Vermehrung verschiedener Populationen von Globodera spp. ermittelt werden. In den Versuchen wurden die Globodera-Populationen von Ro1, Ro5, Pa2 und Pa3 verwendet, die in der amtlichen Resistenzprüfung von Kartoffeln gegen Kartoffelzystennematoden in Deutschland eingesetzt werden. In den Versuchen wurden gegen die jeweiligen Pathotypen resistente Kartoffelsorten, sowie in allen Versuchen die Sommergerstensorte „Baronesse“ als Nichtwirtspflanze, eingesetzt. Die Versuche fanden im Zeitraum Mitte Mai- Anfang November 2004 statt. Alle getesteten S. sisymbriifolium Sorten reduzierten den Ausgangsbesatz mit den Pathotypen Ro1, Ro5, Pa2 und Pa3 der Kartoffelzystennematoden, wobei Unterschiede zwischen den Sorten nicht festgestellt werden konnten. Sommergerste reduzierte ebenfalls den Ausgangsbesatz mit Globodera spp., allerdings war der Befallsrückgang von 60-75 % deutlich geringer als durch den Anbau von S. sisymbriifolium. Die Vermehrungsrate (Pf/Pi) der untersuchten Nematodenpopulationen an S. sisymbriifolium lag bei unter 0,1 und war vergleichbar mit der Befallsreduktion durch resistente Kartoffelsorten.


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27 Einfluss arbuskulärer Mykorrhiza-Pilze auf die Population zystenbildender Nematoden

Große, E.1, Adam, L.2; 1Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Nematologie und Wirbeltierkunde, Aussenstelle Kleinmachnow, Stahnsdorfer Damm 81, D-14532 Kleinmachnow; 2Landesamt für Verbraucherschutz und Landwirtschaft des Landes Brandenburg, Berliner Str., 14532 Güterfelde; e-mail: e.grosse@bba.de

Das Vorhandensein arbuskulärer Mykorrhiza-Pilze beeinflußt die mikrobielle Zusammen­setzung der Rhizosphäre. So können Antagonisten von Phytonematoden begünstigt werden, die in der Folge die Vermehrung der Nematoden behindern bzw. deren Population reduzieren. Zum Beispiel ist von Wurzelgallennematoden ein Populationsabfall nach Applikation von Mykorrhiza-Pilzen bekannt. In Gefäßversuchen prüften wir deshalb den möglichen Effekt von MYCOSYM TRI-TON auf die Zystenausbildung von Heterodera avenae, H. filipjevi, Globodera rostochiensis und G. pallida an entsprechenden Wirtspflanzen. Bei den vier Versuchen mit Getreidezystennematoden wurde bei drei Versuchen eine deutlich geringere Zystenausbildung als in den unbehandelten Kontrollen festgestellt. Von den fünf entsprechenden Versuchen mit Kartoffelzystennematoden kam es demgegenüber bei drei Versuchen zu einer stärkeren Zystenausbildung bei den Mycosym-Varianten. Offenbar ist die Wirkung von MYCOSYM TRI-TON auf die Nematodenpopulation vom Vorhandensein geeigneter Antagonisten abhängig.


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28 Einflüsse verschiedener Pyrrolizidin-Alkaloide auf Meloidogyne incognita (Nematoda)

Thoden, T, Boppré, M, Burzlaff, T.; Forstzoologisches Institut, Albert-Ludwigs-Universität; D-79085 Freiburg i.Br.; e-mail: tcthoden@hotmail.com

Pyrrolizidin-Alkaloide (PA) sind eine wichtige Gruppe pflanzlicher Sekundärstoffe mit unter­schiedlichen ökologischen Funktionen (z.B. Fraßschutz vor Herbivoren) und weiter Ver­breitung in Pflanzen aus verschiedensten Familien. Auffällig ist, dass PA häufig (immer?) in den Wurzeln synthetisiert werden, und mehr und mehr Arten werden bekannt, bei denen PA fast ausschließlich in den Wurzeln vorkommen. Möglicherweise wirken PA gegen Wurzel-Antagonisten einschließlich Nematoden. In einigen (sub-)tropischen Regionen werden Crotalaria-Arten zur Bodenverbesserung einge­setzt und bewähren sich dabei auch im Nematoden-Management. Der Wirkungs­mechanismus ist unbekannt, aber Arten von Crotalaria sind für die Produktion von PA bekannt. Wenn PA Einfluss auf die Vitalität von pflanzenparasitären Nematoden haben, könnte sich ein Spektrum PA-haltiger Pflanzen für das Management von Nematoden erschließen. In-vitro Versuche sowohl mit wässrigen Extrakten PA-haltiger Pflanzen (0,5 % bis 2 % TG) als auch mit reinen PA (1x10-3 bis 5x10-2 Molarität; 48-well cell culture plates; 10 Tage Expositionsdauer, tägliche Auswertung) zeigen deutliche Vitalitätsminderung bei J2 von M. incognita. Weiterhin zeigte sich auch in in-vivo Infektionsversuchen mit Tomatenkeimlingen, dass wässrige Extrakte als Beimengung zum Gießwasser (1 Tag vor Inokulation (1200 Individuen/Pflanze) mit 10 ml, 1 und 10 Tage nach Inokulation mit 5 bzw. 10 ml) zur Reduktion des Wurzelbefalls durch M. incognita führen.


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