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Arbeitskreis
Pflanzenschutztechnik



Abstracts der Tagung 2000

  1. Mehrreihige Applikationsverfahren im Weinbau
  2. Wirkstoffaufnahme während und nach dem Auftrocknen der Spritzflüssigkeit und der Einfluß von Temperatur und Luftfeuchte
  3. Einfluss von Applikationstechnik auf die biologische Wirksamkeit von Pflanzenschutz­mitteln
  4. Innenreinigung von Pflanzenschutzgeräten
  5. ID-Düsen im Obstbau - biologische Wirksamkeit im Vergleich zu Hohlkegeldüsen
  6. Verschleißverhalten von Pflanzenschutz-Injektordüsen
  7. Neues über die periodische Kontrolle von Pflanzenschutzgeräten ab dem Jahr 2000 in Österreich
  8. Applikationstechnik im Unterglasanbau
  9. Technische Möglichkeiten zur Verringerung der Abdrift
  10. Qualitätsbeurteilung der Applikation - Vergleich biologischer und analytischer Auswertemethoden
  11. Dynamische Belagsverteilung bei Feldspritzgeräten größerer Arbeitsbreite
  12. Flüssigdüngung in der Pflanzenproduktion

Mehrreihige Applikationsverfahren im Weinbau

G. Bäcker,Forschungsanstalt Geisenheim

Die Erhöhung der Schlagkraft bei der Pflanzenschutzmittelapplikation im Weinbau ermög­licht neben den allgemeinen arbeitswirtschaftlich bedingten Wettbewerbsvorteilen auch eine termingerechtere Durchführung von Pflanzenschutzmaßnahmen und damit eine Qualitätssi­cherung im Sinne zeitgemäßer Produktionsmethoden. Die Möglichkeiten zur Steigerung der Flächenleistung beim Einsatz konventioneller Geräte sind begrenzt. Da die Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit und die einseitige Behandlung der Rebzeile mit Risiken für den Be­handlungserfolg verbunden ist, finden mehrreihige Verfahren mit Luftunterstützung aller Teilbreiten zunehmendes Interesse in der Praxis. Dabei zeichnen sich die auf dem Radialge­bläse basierenden Verfahren mit zentraler Luftstromerzeugung durch ein einfacheres Hand­ling aus. Hinsichtlich der Applikationsqualität sind jedoch Verfahren mit dezentraler Luft­stromerzeugung, bei denen bevorzugt Tangentialgebläse zum Einsatz kommen, im Vorteil.

Mit schleppergezogenen Geräten können bei zentraler Luftstromerzeugung mit einer Arbeits­fahrt bis zu 6 Teilbreiten und damit 3 Rebreihen abgedeckt werden. Bei dezentraler Luft­stromerzeugung ist die Teilbreitenzahl beim Nachläufer auf 4 begrenzt. Im Vorblütenstadium, wenn die Rebzeile nur von einer Seite behandelt wird, ermöglicht die vorteilhafte Luftstromgeometrie von Tangentialgebläsen jedoch auch bei diesem Verfahren die Behand­lung von 4 Reihen mit einer Durchfahrt. Bei der Aufbauversion für Hochschlepper oder Vollernter werden mit beiden Verfahren 8 Teilbreiten abgedeckt.

Die arbeitswirtschaftlichen Vorteile mehrreihiger Verfahren liegen auf der Hand. In Normal­anlagen beläuft sich die effektive Flächenleistung eines schleppergezogenen Gerätes mit 4 Teilbreiten auf 1,5 bis 1,8 ha/h und die eines Nachläufers mit 6 Teilbreiten auf bis zu 2,5 ha/h.Eine Vollernter-Aufbauversion mit 8 Teilbreiten bewältigt unter günstigen Voraus­setzungen ohne weiteres 3 bis 4 ha/h. In Anbetracht der arbeitswirtschaftlichen Vorteile wer­den mehrreihige Verfahren künftig weiter an Bedeutung gewinnen. Da die Entwicklung neuer Geräte und die Anpassung ausländischer Gerätetypen an die einheimischen Einsatzbedingun­gen noch keinesfalls abgeschlossen ist, sollten momentan keine überstürzten Geräteanschaf­fungen getätigt werden. Nur eine aufmerksame Beobachtung des Marktes wird dazu beitra­gen, die richtige Auswahl einer auf die betriebsspezifischen Verhältnisse optimal abge­stimmten Lösung zu treffen.


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Wirkstoffaufnahme während und nach dem Auftrocknen der Spritzflüssigkeit und der Einfluß von Temperatur und Luftfeuchte

Peter Baur, Bayer AG, Landwirtschaftszentrum, Alfred-Nobelstr. 50, 40789 Monheim

Bei der Wirkstoffaufnahme nach Spritzapplikation lassen sich grob zwei Phasen unterschei­den, nämlich der Zeitraum während der Verdunstung von Wasser und eventuell Lösungsmit­teln aus der Spritzflüssigkeit und der nach Ausbildung des Spritzbelages. Die Aufnahmeraten für anfangs gelöste Wirk- und Zusatzstoffe nehmen während der Verdunstung stark zu. Bei gut wasserlöslichen Wirkstoffen ist diese Zunahme weit stärker, weil die treibende Kraft für die Aufnahme erst bei Erreichen der Sättigungskonzentration maximal wird. Neben diesen Konzentrationseffekten nehmen die Raten auch durch die Aufnahme von Lösungsmitteln und/oder Additiven in die Kutikula schnell zu, wenn diese die Durchlässigkeit der Kutikula erhöhen. Die Verdunstung von Wasser läßt sich aus der Tropfengröße bzw. nach Deposition auf der Blattoberfläche aus der durchschnittlichen ungerührten Luftschicht sowie der Tau­punktdifferenz schätzen, und liegt oft im Bereich von Minuten bis zu höchstens einer halben Stunde.

Wegen der sehr schnellen Verdunstung von Wasser und anderer flüchtiger Bestandteile der Spritzflüssigkeit ist der Anteil der Wirkstoffaufnahme aus dem Tropfen bei einem bezüg­lich der Aufnahme optimierten Produkt für die Gesamtaufnahme unbedeutend. Der Effekt der Umweltfaktoren Temperatur und relative Luftfeuchte auf die Aufnahme aus dem Spritzbelag ist ungleich größer. Mit Temperaturkoeffzienten zwischen drei und zehn ist die Temperatur­abhängigkeit der Stoffaufnahme viel ausgeprägter als etwa die der Verflüchtigung der Sub­stanzen. Ursächlich dafür ist die exponentielle Zunahme der Wirkstoffbeweglichkeit in der Kutikula mit steigender Temperatur. Die Luftfeuchte hat keinen Einfluß auf die Durchlässig­keit der Kutikula, kann aber die Aufnahme von gut und schlecht wasserlöslichen Wirkstoffen über die Verfügbarkeit im Spritzbelag beeinflussen. Man beobachtet dabei meist eine Zu­nahme der Aufnahmeraten mit der relativen Luftfeuchtigkeit. Dies liegt daran, dass hydrophile Wirkstoffe aus dem festen Belag in Lösung gehen und damit besser (mehr) ver­fügbar sind, während sich mit hydrophoben Wirkstoffen durch die hohe Luftfeuchtigkeit das Verteilungsgleichgewicht vom Spritzbelag in Richtung Kutikula bzw. Blatt verschiebt. Der Einfluß von Formuliertyp bzw. speziellen extra zugesetzten Additiven ist erheblich. Grund­sätzlich lassen sich nachteilige Wirkstoffeigenschaften und Umweltbedingungen durch in die Formulierung eingebaute oder als Tankmischung zugesetzte Additive zumindest teilweise kompensieren.


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Einfluss von Applikationstechnik auf die biologische Wirksamkeit von Pflanzenschutz­mitteln

Dr. Reinhard Frießleben, Aventis CropScience

Durch die breite Einführung von Luftinjektordüsen (z.B. AI; ID; TD) bei der Applikation von Pflanzenschutzmitteln im Feldbau konnte ein bedeutender Beitrag zur Driftreduzierung ge­leistet werden. Diese Driftreduzierung wird durch ein deutlich vergrößertes Tropfenspektrum erreicht. In umfangreichen Feldversuchen wurden bei optimalen meteorologischen Bedingun­gen, optimaler gerätespezifischer Einstellung und suboptimalen Einsatzbedingungen von Pflanzenschutzmitteln (Dosierung, Termin, Befallsstärke, Spritzintervalle) die Wirkung von Luftinjektordüsen im Vergleich zu Standarddüsen (z.B. XR, LU) bewertet.

Insgesamt wurden 146 Vergleiche in den Indikationen Herbizide (Getreide, Zuckerrüben, Mais, Raps) und Fungizide (Getreide, Kartoffel)bei Aventis CropScience, BASF, LA Stuttgart und LK Hannover durchgeführt.

Der bisherige Standard (XR / LU) wurde bei der Bewertung = 100 gesetzt und die erzielten Wirkungen bei Verwendung von Luftinjektordüsen relativ dazu verglichen. Die vorhanden umfangreiche Datenbasis zeigt im Vergleich der geprüften Indikationen keine gesicherten Unterschiede zwischen beiden Düsentypen. Grobtropfige Applikationen von Pflanzenschutz­mitteln haben also in der Mehrzahl der Versuche zu keinen signifikanten Wirkungsbeeinflus­sungen geführt. In folgenden Indikationen waren Injektordüsen dem bisherigen Standard ge­ringfügig unterlegen: Graminizide (sehr frühes Behandlungsstadium BBCH 11 - 13); Fusariumkontrolle Weizen BBCH 55-59). In den Indikationen Fungizide (Getreide Blattbe­reich und Kartoffel) sowie Herbizide (späteres Entwicklungsstadium der Kultur) zeigten In­jektordüsen geringfügig verbesserte Wirkungen. Dies wird aus dem zielflächenspezifischen Anlagerungs- und Penetrationsverhalten von gröberen Tropfen erklärt.

Aus Sicht der biologischen Wirkung können daher nur begrenzt indikations- und wirkstoff­spezifischen Düsenempfehlungen abgeleitet werden. Aufgrund der Komplexität des Anlage­rungsprozesses bei Applikationen unter Freilandbedingungen sind endgültige Bewertungen von technischen Fragestellungen nur auf Basis einer hinreichenden Anzahl von Versuchen vorzunehmen. Labor- und Gewächshausversuche können nicht zur Ableitung applikations­technischer Praxisempfehlungen herangezogen werden. Die zusammengefassten Ergebnisse unterstützen den Einsatz von Luftinjektordüsen im Feldbau aus biologischer Sicht und sollen die Beratungssicherheit bei Düsenempfehlungen erhöhen.


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Innenreinigung von Pflanzenschutzgeräten

Bericht aus der Arbeit des ISO/TC 23/SC 6/WG 6:

Heinz Ganzelmeier
Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft,
38104 Braunschweig

Die Aktivitäten zur sachgerechten Reinigung von Pflanzenschutzgeräten haben zwischenzeit­lich Eingang in die Beratung und in die technische Ausstattung von neuen Pflanzenschutzge­räten genommen.

Neue Pflanzenschutzgeräte müssen deshalb grundsätzlich mit einem Zusatzwasserbehälter zum Zwecke der Innen- und Außenreinigung des Gerätes ausgestattet sein, über eine Behälterinnenreinigungseinrichtung verfügen und einen Anschluß für die Außenreinigung (mit Bürste oder Spritzpistole) aufweisen.

Für eine wirksame, zeit- und wassersparende Außenreinigung sind in der Arbeitsgruppe "Ge­rätereinigung2 noch weitere Untersuchungen verabredet worden.

Nachdem zur Innenreinigung von Pflanzenschutzgeräten in Deutschland weitgehend Klarheit besteht, wurde hierzu von deutscher Seite bei der ISO ein Normungsvorhaben angeregt.

Dieser Vorschlag wurde von den übrigen Mitgliedern unterstützt und die deutsche Seite daraufhin mit der Leitung einer Arbeitsgruppe "Testmethod for tank inside cleaning (Arbeitsgruppe 6)" beauftragt. Diese Arbeitsgruppe hat am 20./21. Januar 2000 ein erstes Arbeitstreffen bei der Biologischen Bundesanstalt durchgeführt. Es wurde eine Testmethode erarbeitet die von einem mit einer 1 %igen Suspension aus OB 21 (Cupravit) befüllten Gerätetank aus­geht. Nach einer simulierten Leerspritzung wird diese Innenreinigungseinrichtung aktiviert und das gesamte hierbei entstehende Spülwasser in einem Behälter (A) aufgefangen. Das hierbei von der Innenoberfläche nicht abgelöste OB 21 wird in einem zweiten Schritt mit einem handgeführten Hochdruckreiniger entfernt und in einem zweiten separaten Behälter (B) aufgefangen. Eine gute Reinigungsleistung gilt als dann erreicht, wenn bei der Hochdruck­reinigung nur noch eine geringe Kupfermenge von den Oberflächen der Wandungen abgelöst wird. Derzeit wird noch überprüft, ob eine Antrocknung der OB 21-Spritzflüssigkeit auf den Innenoberflächen zu einer noch deutlicheren Differenzierung der Reinigungsleistung von Be­hälterinnenreinigungseinrichtungen beitragen kann. Anlässlich der nächsten Sitzung am 4./5. April 2000 werden diese Ergebnisse dem ISO/TC 23/SC 6 - Gremium vorgetragen.


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ID-Düsen im Obstbau - biologische Wirksamkeit im Vergleich zu Hohlkegeldüsen

Dr. Heinkel, Lechler GmbH + Co.KG

Die Anwendungstechnik im Obstbau steht durch die Verschärfung des Pflanzenschutzmittel­gesetzes im Mittelpunkt des Interesses von Praxis und Beratung. Konkret heißt dies, daß viele Pflanzenschutzmittel nur noch mit verlustmindernden Geräten ausgebracht werden dürfen. Dadurch stehen viele für die Praxis wichtigen Mittel nicht mehr zur Verfügung. Zur Zeit wird an einem Abdriftmeßprogramm im Obstbau an verschiedenen Standorten unter Einbeziehung von Injektorflachstrahldüsen mit der Zielsetzung zur Anerkennung als verlustmindernde Technik gearbeitet.

Im Vordergrund steht für den Anwender nach wie vor die Frage nach der biologischen Wirksamkeit und Bestandesdurchdringung von grobtropfigen ID-Injektorflachstrahldüsen im Vergleich zu feintropfigen Hohlkegeldüsen. An verschiedenen Standorten wurden Versuche mit schorfempfindlichen Apfelsorten "Golden Delicious", "Braeburn" und "Elstar" angelegt.

Nach den vorliegenden Ergebnissen lassen sich bei grobtropfiger Ausbringung von Pflanzen­schutzmitteln mit ID-Injektorflachstrahldüsen die gleiche in der Tendenz sogar bessere biolo­gische Wirksamkeit im Vergleich zu den bisher üblichen feintropfigen Hohlkegeldüsen ab­leiten. Die Bestandesdurchdringung und somit die Belagswerte sind mit ID-Düsen in den Baumsegmenten Stamm, 30 cm und 60 cm vom Stamm sehr gleichmäßig. Spritzflecken­bildung war durch visuelle Kontrolle nach grobtropfiger Applikation mit ID-Düsen in Elstar kurz vor der Ernte bei Verwendung nicht sichtbar. Das Ziel einer deutlichen Abdriftreduktion im Obstbau läßt sich somit einfach und praktikabel mit ID-Injektorflachstrahldüsen erreichen.


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Verschleißverhalten von Pflanzenschutz-Injektordüsen

Harald Kramer & Prof. Dr. S. Kleisinger, Institut für Agrartechnik, Universität Hohenheim, Garbenstr. 9, 70599 Stuttgart, email: harry@uni-hohenheim.de

Im Rahmen einer Diplomarbeit wurde ein Prüfstand (siehe Abbildung) zur Untersuchung des Verschleißverhaltens von Pflanzenschutzdüsen eingerichtet. Dieser Prüfstand soll hauptsächlich im Bereich der Grundlagenuntersuchungen eingesetzt werden. Hierbei ist neben dem Düsenverschleiß das Verschleißverhalten diverser abrasiver Mittel von besonderem Interesse.

Zum einen sollen standardisierte Verschleißmittel untersucht werden, und zum Anderen sollen auch ökologische Präparate in den Versuchsplan mit aufgenommen werden.

Als Maß für den Düsenverschleiß wird die relative Zunahme des Volumenstromes in % und die Zunahme des Variationskoeffizienten VK der Querverteilung (10 cm Rinnenblech) betrachtet.

Erste Vorversuche wurden mit Injektordüsen der Typen ID, TD und AI mit einer 1%igen OB21 Suspension über 192 Stunden bei einem Betriebsdruck von p=5 bar und einer Flüssigkeitstemperatur von 20° C durchgeführt.

Die gewonnenen Ergebnisse stellen nur einen ersten Anhaltspunkt dar, um der Modifikation des Prüfstandes während der Versuchsphase gerecht zu werden, so dass von einer Darstellung in diesem Zusammenhang abgesehen wird.

Die Standardisierung der Versuchsdurchführung ist notwendig, um einen Vergleich unterschiedlicher Düsen und Düsenwerkstoffe zu ermöglichen. Ebenso gilt es den Einfluss der Temperatur und des Betriebsdruckes in weiteren Versuchen eingehend zu untersuchen.

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Hohenheimer Verschleißprüfstand (1=Tank; 2=Rührring; 3=Rührdüse; 4=Pumpe; 5=3-Wege Hahn; 6=Saugfilter; 7=Druckfilter; 8=Regelarmatur; 9=Düsenbalken; 10=zum Mittelauffangbehälter)

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Neues über die periodische Kontrolle von Pflanzenschutzgeräten ab dem Jahr 2000 in Österreich

H. Neururer, Universität für Bodenkultur, Wien
G. Rödler, Bundesamt und Forschungszentrum für Landwirtschaft, Wien

Die periodische Kontrolle von Spritz- und Sprühgeräten wurde bisher in Österreich nicht aus­reichend durchgeführt. Es besteht zwar in einigen Bundesländern eine gesetzliche Verpflich­tung hiefür; die Landesregierungen haben aber bisher keine Durchführungsbestimmungen erlassen.
Ab dem Jahre 2000 soll nun im Rahmen der umweltschonenden integrierten Pflanzen­produktion (ÖPUL 2000) die periodische Überprüfung von Spritz- und Sprühgeräten die Vor­aussetzung für den Bezug von Flächenförderungsprämien darstellen.

Geräte die nur im Eigenbetrieb verwendet werden müssen jedes dritte Jahr, Geräte die über­betrieblich zum Einsatz gelangen (Maschinenringe) jährlich überprüft werden. In Österreich sind ca. 65.000 Feldspritzen und Sprühgeräte vorhanden; ein großer Teil davon sind alte Geräte, die eine teuere Nachrüstung erfordern würden wenn sie den derzeitigen Richtlinien der Geräteausstattung entsprechen sollen. Wir haben daher in Österreich ab dem Jahr 2000 zwei unterschiedliche Kontrollvorgänge für die periodische Gerätekontrolle vorge­sehen.

a) eine umfangreichere Kontrolle (Ländersache) die der bisher in einigen Bundesländern gesetzlich vorgeschriebenen periodischen Kontrolle entspricht und zur Erlangung einer Prüfplakette führt und

b) eine angepaßte Kontrolle (Bundessache) im Rahmen der ÖPUL-Förderung, die lediglich eine ordnungsgemäße Ausbringung der Pflanzenschutzmittel gewährleistet, was in einem Prüfbericht der Werkstätte bestätigt wird.. Dabei werden folgende Gerätefunktionen ge­prüft:

- bei Feldspritzgeräten: Horizontalverteilung, Manometer, Pumpenleistung und Sicherheit
- bei Sprühgeräten: Einzeldüsenausstoß, Vertikalverteilung, Manometer, Pumpenleistung und Sicherheit.

Die angepaßte Kontrolle erfordert keine oder nur geringe Nachrüstungskosten und ist daher auch für alle Pflanzenschutztreibenden zumutbar.
Da die periodischen Kontrollen (sowohl die angepaßten als auch die umfangreicheren) nur von autorisierten Werkstätten mit geschultem Personal durchgeführt werden dürfen, wurde das Werstättenpersonal bereits geschult und die Werkstätten werden derzeit auf Grund von Ansuchen autorisiert. Es soll eine flächendeckende Gerätekontrolle möglich sein.


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Applikationstechnik im Unterglasanbau

Siegfried Rietz, Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, 38104 Braunschweig

Pflanzenschutzmittel (PSM) werden im Gemüse- und Zierpflanzenbau in Gewächshäusern überwiegend mit handgeführten Spritzgeräten angewendet. Das Spritzen von Hand ist arbeitsintensiv und eine genaue Dosierung und Verteilung der Spritzfüssigkeit auf und unter dem Blatt ist nur begrenzt möglich. Häufigere Anwendungen von PSM mit den entsprechenden Belastungen für die Kulturarbeiter, die Anwender, die Umwelt und die Kulturpflanzen sind erforderlich.

Es besteht das Ziel, die Applikationsleistung über die Verteilgenauigkeit hinsichtlich Anlagerung der PSM am Blatt so zu optimieren, dass die Effizienz der PSM gegen relevante pilzliche und tierische Schadorganismen deutlich erhöht wird und mögliche Einsparpotentiale von PSM weiter ausgeschöpft werden können

In einem Deutschen Normgewächshaus wurden über vier Jahre unter Versuchsbedingungen Anlagerungsversuche mit automatischen, selbstfahrenden Applikationsgeräten an Gurken- und Tomatenbeständen durchgeführt. Der Einfluss von Fahrgeschwindigkeiten, Düsentypen- und Einstellwinkel, Tröpfchengröße, Spritz/Sprühdruck und Luftunterstützung auf das Anlagerungsverhalten wurden mit Hilfe fluoriszierender Farbstoffe unter dem Blatt und auf dem Blatt untersucht.

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Auf der Grundlage der von der Biologischen Bundesanstalt erarbeiteten applikationstechnischern Daten, wurde ein automatisches Applikationsgerät von der SBS-Sondermaschinen GmbH, Braunschweig, entwickelt. Dieser neue automatische Sprühroboter appliziert Pflanzenschutzmittel zielgenau und gleichmäßig auf und unter dem Blatt, ohne dass sich Personen in dieser Zeit im Gewächshaus aufhalten müssen.


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Technische Möglichkeiten zur Verringerung der Abdrift

Schmidt, Klaus, Landesanstalt für Pflanzenschutz, Stuttgart

Bei der Zulassung von Pflanzenschutzmittel stellt die bei der Ausbringung entstehende Ab­drift derzeit ein entscheidendes Kriterium dar. Manche Mittel dürfen nur noch mit abdrift­mindernder Technik, das waren bislang die Tunnel- oder Recycling-Spritzgeräte für den Wein- und Obstbau, ausgebracht werden. Diese erreichen eine Reduzierung der Abdrift um mindestens 90 %. In der Praxis sind solche Geräte jedoch nur wenig verbreitet und in vielen Fällen auch nicht einsetzbar. Nach der Einführung zusätzlicher Abdriftminderungsklassen (50 und 75 % Abdriftminderung) ergeben sich nunmehr auch für konventionelle Pflanzenschutzgeräte - bei entsprechender Ausstattung und angepassten Einsatzbedingungen - Möglichkeiten, in eine dieser Klassen eingestuft zu werden. Bei Feldspritzgeräten ist dies bereits erfolgt. Wichtiger als Neuentwicklungen sind die Möglichkeiten, den vorhandenen Gerätebestand mit geringem technischen und finanziellen Aufwand nachzurüsten und damit einen schnellen Ein­zug in die landwirtschaftliche Praxis zu erreichen. Eine Abdriftreduzierung bei fast allen Pflanzenschutzgeräten um mindestens 50 % kann durch die Verwendung grobtropfiger Düsen mit geringem Feintropfenanteil, das sind in der Regel die Injektordüsen, erzielt werden. Dies kann durch weitere Maßnahmen wie z.B. einseitige Gebläseabschaltung oder -abdeckung bei den Sprühgeräten ergänzt werden, so dass Abdriftreduzierungen von 75 bis 90 % und mehr auch bei konventionellen Geräten im Bereich des Möglichen liegen.


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Qualitätsbeurteilung der Applikation - Vergleich biologischer und analytischer Auswertemethoden

Reinhold Stadler, S. Strathmann, R. Saur (BASF Agrarzentrum), M. Landfried (FH-Bingen), H. Koch (LPP, Mainz)

Die Minimierung der Umweltbelastung durch Abdrift und eine Optimierung der biologischen Wirksamkeit sind zwei Ziele, die mit der gleichen Düse nicht immer in gleichem Maße erfüllt werden. Es sind die Einflüsse von Witterung, Tageszeit, eingesetzter Technik, Pflanzenart, Bestandesdichte, Einsatzzeitpunkt, Wirkungsweise der Substanz, Mischung von verschiedenen Wirkstoffen und Befallsdruck zu beachten. Die verschiedenen Einflussgrößen, die bei der Applikation von Pflanzenschutzmitteln in Flächenkulturen berücksichtigt werden müssen, lassen es schwierig erscheinen, generell die richtige Düse oder eine richtige Düse zu empfehlen.

Viele Formulierungen (EC, SC oder SE-Formulierungen) enthalten oberflächenaktive Substanzen, die Tropfengrößen verändern. Die Tropfengröße kann durch die Formulierung vergrößert oder verkleinert werden. Die Tropfengrößenverteilungen von Spritzmittellösungen sind nach unseren Messungen enger als bei Messungen von reinem Wasser.

Welche Tropfen lagern sich an den Pflanzen an - Visualisierung und Auswertung der Beläge:
Die Tropfen in unseren Versuchen sollten an Zielkulturen bei normaler Beleuchtung sichtbar bleiben und ausgewertet werden können. Dies geht mit einem geeigneten magenta-roten Farbsystem und einem automatischen Auswerteprogramm. Die Auswertung der Versuche erfolgte durch Zerlegung der Pflanzen, Aufnahme der Blattapparate mit einem hochauflösenden Scanner und Auswertung mittels eines Bildanalysesystems. Das Programm wertet die Blattfläche des untersuchten Blattes, die Anzahl der Tropfen und die belegte Fläche aus.

Am Beispiel von verschiedenen Injektor- und Mehrbereichsdüsen sollte aufgezeigt werden, welche Flächen letztendlich benetzt werden. Die Konzentration des Wirkstoffes wurde so gewählt, dass die Menge pro ha konstant blieb, die Wassermengen wurden zwischen 50 - 300 l/ha variiert.

Jeweils mit der höchsten Wasseraufwandmenge wird der höchste Blattbelag erzielt. Die feinen Tropfen, die bei 50 - 100 l/ha erzeugt werden, erreichen die Zielflächen nur noch bedingt, Wassermengen ab 200 l/ha führen zu besseren Blattbelägen. Die bildanalytischen Ergebnisse decken sich mit den biologischen Ergebnissen aus dieser Versuchsreihe. Der Krankheitsbefall konnte mit mehr Wasser wirkungsvoller bekämpft werden. Letztendlich wirkt sich dies auf den Ertrag aus. Der Versuch im Freiland mit dichtem Bestand zeigt, dass für eine effiziente Krankheitsbekämpfung viel Wasser nötig ist. Mit systemischen Produkten zeigten sich keine Unterschiede zwischen feintropfigen oder grobtropfigen Düsen. Der Einsatz von lokal wirkenden Substanzen kann jedoch zu einem anderen Ergebnis führen. Bei 100 l Wassermenge wird mit Injektordüsen ein geringerer Flächenbelag auf dem Blatt erzielt als mit 100 l XR-Düsen, dies führt zu einer Wirkungseinbuße. Ab 200 l/ha ist kaum noch ein Unterschied zu erkennen.

Empfehlungen - Zusammenfassung:
Generell ist vor den Risiken von Reduktion von Wassermengen auf 100 l/ha in hohe Bestände bei gleichzeitiger Wirkstoffreduktion und dem Einsatz von grobtropfigen Düsen zu warnen.
Bei gut benetzenden Formulierungen spielt die Art der Düse keine Rolle, sofern die Produkte systemisch sind. Bei weniger gut benetzenden oder nicht systemischen Produkten sollen Injektordüsen nur eingeschränkt eingesetzt werden. Die Injektordüsen können auf jeden Fall Standardflachstrahldüsen gleichgestellt werden, wenn die Wasseraufwandmenge 200 - 250 l/ha mindestens eingehalten wird oder gar überschreiten.


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Dynamische Belagsverteilung bei Feldspritzgeräten größerer Arbeitsbreite

Pamela Wolf, Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, 38104 Braunschweig

Bei der Verteilung von Pflanzenschutzmitteln in Flächenkulturen können die Gestängebewegungen der Feldspritzgeräte in hohem Maß zu Über- und Unterdosierung der Mittel auf der Zielfläche führen. Dies wird bisher bei der Geräteprüfung nicht berücksichtigt. In Hinblick auf ein zusätzliches Kriterium in der Geräteprüfung wurde auf dem Schwingungsprüfstand der BBA eine Versuchsreihe mit neun Anhängegeräten mit 27 m Arbeitsbreite durchgeführt, wobei jedes Gerät einer Feld-, einer Sinusanregung mit veränderlicher Frequenz und einer konstanten Auslenkung des Gestänges unterworfen und das Bewegungs- und Verteilungsverhalten der Geräte erfaßt wurde.

Der VK der untersuchten Anhängegeräte zur Feldanregung betrug selbst am Gestängeende weniger als 12%. Insgesamt waren die Unterschiede zwischen den Geräten eher unbedeutend. Im Vergleich zu früheren Untersuchungen an Anbaugeräten mit 15 m Arbeitsbreite erfolgte die Belagsverteilung sehr gleichmäßig. Dies ist hauptsächlich auf die mit der Arbeitsbreite ansteigende Massenträgheit zurückzuführen.
Ein vereinfachtes Verfahren zur Bestimmung der Gerätedynamik besteht in der Sinusanregung des Gerätes unter einem Rad mit zunehmender Frequenz bei abnehmender Amplitude. Mit der Sinusanregung wird ein exakteres Differenzieren der Geräten möglich, da der VK höher ausfällt als bei der Feldanregung.Eine Methode, bei der das Grundgerät stationär bleibt, besteht im definierten Auslenken des Gestängeendes und Aufzeichnen der Gestängebewegung beim Rückschwingen in die Ruhelage. Die zur Feld- bzw. zur Sinusanregung gemessenen Verteilungskoeffizienten sinken mit abnehmender Eigenfrequenz und zunehmender Dämpfung des Gerätes in der horizontalen Bewegungsebene.

Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass auch mit einfachen Methoden eine Beurteilung der dynamischen Eigenschaften der Geräte erfolgen kann und die Aufnahme eines zusätzlichen Prüfkriteriums realisierbar erscheint.


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Flüssigdüngung in der Pflanzenproduktion

Herbert zum Hingste, Lechler GmbH + Co.KG

Der erste Einsatz flüssiger Düngemittel ist aus den USA seit den 30er Jahren, in Deutschland seit Ende der 40er bis Anfang der 50er Jahre bekannt. Als Flüssigdünger hat sich in Deutschland AHL durchgesetzt und die stetige Nutzung von AHL zeigt, daß sehr viele Anwender die Vorteile der Flüssigdüngung zu nutzen verstehen. Diese sind: Günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis, 3 N-Formen, exakte und gleichmäßige Verteilung, Nutzung der Ausbringtechnik für PSM (hohe Schlagkraft), Kombinationsmöglichkeit mit PSM, Wachstumsreglern und Spurennährstoffen, Eignung zur Boden- und Blattdüngung, gleiche N-Düngewirkung wie Vergleichsdünger.

Umfangreiche eigene aber auch amtliche Untersuchungen belegen die N-Düngewirkung. Unter Praxisbedingungen kommt es vor, daß witterungsbedingt Termine oder Anwendungsbedingungen nicht eingehalten werden können und dadurch die Düngewirkung von AHL beeinträchtigt werden kann. Aus diesem Grund führen wir seit 1992 Versuche unter unterschiedlichen Standortbedingungen durch, die folgende Ergebnisse gezeigt haben: Bis zum ES 32 kann AHL mit allen für Menge und Zweck geeigneten Düsen ausgebracht werden. Bei späteren Anwendungsterminen steigt die Empfindlichkeit der Pflanzen. Ab dem Erscheinen des Fahnenblattes stellen Mehrlochdüsen eine Alternative zu den bisher empfohlenen Schleppschläuche dar. Vorteilhaft ist die Anwendung bei Pflanzen mit ausreichend ausgebildeter Wachsschicht und bei günstigen Witterungsbedingungen. Im Ergebnis der bisherigen Untersuchungen erwies sich die 5-Lochdüse als günstigste Variante.

Nach dem ES 9/51 können nur noch Schleppschläuche angewendet werden. Die Kombination mit Pflanzenschutzmaßnahmen bleibt auf den Anwendungsfall der verschiedenen Varianten der Flachstrahldüse beschränkt. Die vorgestellten Versuchserfahrungen und sich daraus abgeleiteten Anwendungsempfehlungen wurden mit Marken-AHL mit gleichbleibenden Qualitätseigenschaften gewonnen.


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Last modified: Tue Jun 7 00:13:30 CEST 2005