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Arbeitskreis
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Tagung am 20.03.01 |
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| 13:50 | Dr. Frießleben | Begrüßung |
| 14:00 | Prof. Dr. Claus Schroeder | Pflanzenschutz an der Fachhochschule Osnabrück |
| 14:30 | Dipl. Ing Kielhorn | Sensorgesteuerte Unkrautregulierung (Abstract) |
| 14:50 | Dr. Wilde | GPS-Anwendungen in der Bodenbearbeitung (Abstract) |
| 15:10 | Herr Kornmann | GPS-Anwendungen in der Mineraldüngung (Abstract) |
| 15:30 | Kaffeepause |
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| 16:00 | Dr. R. Schwaiberger | Precision Farming in Deutschland aus Sicht eines Spezialdienstleisters: Status Quo, Highlights, Perspektiven |
| 16:20 | Dr. Littmann - ausgefallen - |
Praktische Erfahrungen zum Einsatz von GPS im Pflanzenschutz - Agrargenossenschaft Neetzow |
| 16:40 | Dr. Bernd Göbel | Precission farming und Düsen - Anmerkungen zum Status Quo (Abstract) |
| 17:00 | Harald Kramer | Verschleißverhalten an Flachstrahldüsen (Abstract) |
| 17:20 | Dr. Frießleben | AHL-Anwendung mit Injektordüsen (Abstract) |
| Ende der Tagung gegen 18:00 Uhr |
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Tagung am 21.03.01 |
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| 8:20 | Andreas Schenk | Applikationstechnik für wirksame und abtriftarme Pflanzenschutzmaßnahmen in Spargel (Abstract) |
| 8:40 | Gerhard Rödler | Abstandsauflagen: Möglichkeiten zur Verringerung von vorgeschriebenen Behandlungsabständen zu den Oberflächengewässern aus österreichischer Sicht (Abstract) |
| 9:00 | Friedrich Otto Ripke | Ergebnisse aktueller Abdriftmessungen mit Blick auf die Eintragung "Verlustmindernde Geräte" |
| 9:20 | Dr. Ganzelmeier | Verlustmindernde Geräte und deren Verzahnung mit der Zulassung der Pflanzenschutzmittel (Abstract) |
| 9:40 | Dr. Döpke | Zur Umsetzung der Pflichtkontrollregelungen für Pflanzenschutzgeräte in Weser-Ems |
Kaffeepause |
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| 10:30 | Herr Osteroth | Prüfung von Pflanzenschutzgeräten im European Network for Testing of Agricultural Machinery (ENTAM) durch die BBA |
| 10:50 | Dr. Heribert Koch | Entwicklungen in der Sprühgerätetechnik |
| 11:10 | Friedrich Otto Ripke | Zerstäubervergleich - biologische Wirkungen bei Fungizidapplikationen in Getreide |
| 11:30 | Tilinski | Fördermöglichkeiten von umweltrelevanter Pflanzenschutztechnik |
| 11:40 | Friedrich Otto Ripke | Ergebnisse aus der Arbeitsgruppe Gerätereinigung |
| 12:00 | Berichte aus den Arbeitsgruppen | |
| 12:20 | Mitgliedschaft / sonstiges / nächste Tagung | |
| 12:30 | Ende der Tagung / Mittagessen | |
Die Vorträge befaßten sich mit precission farming Aspekten, Düsentechnik, Abdrift, Gerätekontrolle u.a. verschiedenen Teilaspekten von Applikationstechnik. - siehe Kurzfassung der Vorträge
Aktivitäten folgender Arbeitsgruppen wurden vorgestellt:
Abdrift - Herr Ipach
Gerätereinigung - Herr Ripke
Precission farming - Dr. Wartenberg
Biologische Wirkung - Dr. Frießleben
Die Tätigkeit dieser Arbeitsgruppen wird fortgesetzt.
Bedingt durch berufliche Veränderungen haben die Herren Uhl, Norden, Dr. Bendig, Rübner, Dr. Mahlstedt (Gast), Deutsch und Dr. Clausen ihre Mitgliedschaft im Arbeitskreis beendet. Dem Antrag von Dr. Kemper (Bayer AG) auf Mitgliedschaft im Arbeitskreis wurde stattgegeben.
Die Funktion des stellvertretenden Arbeitskreisleiters wird von Prof. Ganzelmeier übernommen.
Die nächste Tagung findet am 20./21.03.2002 auf Einladung von Gerhard Rödler im Bundesamt und Forschungszentrum für Landwirtschaft in Wien statt.
Ebenso herzlich bedanken wir uns beim Fachbereich Agrarwissenschaften der Fachhochschule Osnabrück unter Leitung von Prof. Lehmann für die Bereitstellung der Tagungsräume und die inhaltliche Ausgestaltung der Tagung.
Dr. Reinhard Frießleben
Der hohe Standard bei der Bewertung von Pflanzenschutzmitteln im Rahmen des Zulassungsverfahrens führt (auch in Österreich) zunehmend zu Lückenindikationen, wobei sich hohe Abstandsauflagen (darunter versteht man gegenständlich den Abstand zwischen dem Ort des Ausbringens und dem Oberflächengewässer) gerade für die in Österreich überwiegend kleinstrukturierten landwirtschaftlich genutzten Flächen besonders negativ auswirken und in manchen Fällen einem Ausbringungsverbot gleichkommen können.
Der Einsatz von abtriftmindernden Geräten, Geräteteilen einschließlich abtriftminimierender Anwendungsverfahren und -techniken könnte einen ersten Lösungsansatz zur Abfederung dieser restriktiven Auflagen schaffen.
Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUM) ist jedenfalls bemüht in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Integrierten Pflanzenschutz (ÖAIP), der Bundesanstalt für Landtechnik (BLT), sowie dem Bundesamt und Forschungszentrum für Landwirtschaft (BFL) sinnvolle Methoden zur Abtriftminderung zu entwickeln.
Diese Zusammenstellung über Geräte, Geräteteile sowie Ausbringverfahren wird in der Folge von einem "Befugten und Beeideten Ingenieurkonsulenten für Landwirtschaft" (Hr. Prof. Dr. H. Neururer) in Form eines Befundes sowie eines Gutachtens beglaubigt und dann seitens der ÖAIP dem BMLFUW als entsprechende Entscheidungshilfe für eine weitere Vorgangsweise vorgelegt.
Neben dieser Liste abtriftmindernder Geräte und Geräteteile werden noch weitere Ideen bzw. Möglichkeiten zur Verringerung vorgeschriebener Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern erörtert, vorgestellt und zur Diskussion gebracht werden.
Die freiwillige Eignungsprüfung von Pflanzenschutzgeräten, wie sie von der Biologischen Bundesanstalt durchgeführt wird, hat durchaus auch Gemeinsamkeiten mit der Pflanzenschutzgeräteprüfung in anderen EU-Mitgliedstaaten. Eine Abstimmung dieser Prüfungen zwischen den nationalen Prüfstellen oder eine gegenseitige Anerkennung der Prüfungsergebnisse findet bisher nicht statt. Im Rahmen einer Vereinbarung zwischen nationalen Prüfstellen in Europa wurde nunmehr eine zukünftige Zusammenarbeit auf freiwilliger Basis vereinbart.
Der Anfang dieser Zusammenarbeit geht auf das Jahr 1997 zurück, als die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), die Bundesanstalt für Landtechnik in Wieselburg/Österreich (BLT) und Consorzio Nazionale Meccanizzaione Agricola; Rom/Italien (CONAMA) bei der freiwilligen Geräteprüfung eine Zusammenarbeit in einem Verbund der europäischen Prüfstellen, im so genannten "European Network for Testing of Agricultural Machinery" (ENTAM) vereinbarten. In der Zwischenzeit sind noch andere Prüfstellen dem ENTAM beigetreten bzw. haben ihr Interesse angemeldet. Ziel des ENTAM ist es, nach abgestimmten europäischen Prüfungsvorschriften/Anforderungen zu arbeiten und eine gegenseitige Anerkennung von Prüfungsergebnissen/Prüfberichten zu ermöglichen. Damit können Mehrfachprüfungen entfallen, was Zeit und Kosten spart und ein größeres Angebot von geprüften Geräten in Europa sicherstellt.
Damit die Pflanzenschutzgeräteprüfung in Deutschland, die Aufgabe der Biologischen Bundesanstalt ist, auch im Rahmen des ENTAM durchgeführt werden kann, war eine Vereinbarung mit der DLG notwendig, die bisher als alleinige Prüfstelle im ENTAM fungierte. Diese Arbeitsteilung mit der DLG, die sich seit Jahrzehnten bewährt hat, wird damit auch auf europäischer Ebene praktiziert. Damit ist eine weitere europäische Plattform geschaffen worden, mit neuen Herausforderungen und Chancen die europäische Geräteprüfung mitgestalten zu können.
Im Rahmen intensiver Bemühungen um eine Differenzierung der Abstandsauflagen wurde Ende des Jahres 1999 das Verzeichnis "Verlustmindernde Geräte" auch auf den Ackerbau ausgedehnt und weitere Abtriftminderungsklassen eingeführt, so dass seit Ende des Jahres 2000 nunmehr auch Feldspritz- und Sprühgeräte mit jeweils mindestens 50, 75 und 90 % Abtriftminderung in das Verzeichnis eingetragen werden können.
Für Feldspritzgeräte, ausgestattet mit Injektordüsen (luftansaugende Düsen, die problemlos gegen die üblichen Flachstrahldüsen ausgetauscht werden können) konnten bisher neun Eintragungen in die 50%-Abtriftminderungsklasse, sechs Eintragungen in die 75er Klasse und eine Eintragung in die 90er Klasse erfolgen. Anzumerken ist, dass die genannten Einstufungen für alle Feldspritzgerätetypen und damit typenübergreifend gelten. Für einen Feldspritzgerätetyp mit Luftunterstützung ist eine Abtriftminderung von 75 % nachgewiesen worden, eine entsprechende Eintragung ist ebenfalls erfolgt.
Zu beachten sind ferner die mit der Eintragung genannten Verwendungsbestimmungen; denn nur bei Einhaltung dieser Bestimmungen wird die jeweilige Abtriftminderungsklasse erreicht.
Für Sprühgeräte des Wein-, Obst- und Hopfenbaus weist das Verzeichnis bereits 20 Eintragungen (Abtriftminderungsklasse 50 %: 5 Eintragungen; 75 %: 7 Eintragungen; 90 %: 8 Eintragungen) auf. So erreichen nahezu alle Sprühgeräte für den Obstbau die 50 %-Abtriftminderungsklasse, wenn diese Geräte mit bestimmten Injektordüsen ausgestattet sind.
Für das Zulassungsverfahren der Pflanzenschutzmittel bedeutet dies, dass nunmehr bei der Festlegung von Mindestabständen zu Oberflächengewässern auch die zu den 50 %, 75 % und 90 %igen Abtriftminderungen korrespondierenden Expositionen herangezogen und daraus folgend kürzere Mindestabstände festgelegt werden können. Die Flexibilisierung von Abstandsauflagen wurde in der Zwischenzeit weiterentwickelt, in dem neben der Anwendungstechnik nunmehr auch risikomindernde Bedingungen wie beispielsweise Gewässertyp und Uferrandvegetation berücksichtigt werden können. Für eine sichere Anwendung dieser risikominimierenden Anwendungsbedingungen in der Praxis, wurde ein Punktesystem eingeführt, mit dem sich die Risikominderungsfaktoren einzeln oder in ihrer gesamten Wirkung auf die Verminderung der einzuhaltenden Abstände bestimmen lassen. Auf der Gebrauchsanleitung der zugelassenen Pflanzenschutzmittel für die ein Mindestabstand einzuhalten ist, können die den Risikokategorien zugeordneten reduzierten Mindestabstände vom Praktiker direkt entnommen werden. Seit Mai 2000 ist eine Vielzahl von Pflanzenschutzmitteln neu zugelassen worden, bei denen durch den Einsatz verlustmindernder Technik und beim Vorliegen weiterer risikomindernder Bedingungen (Uferrandvegetation, Gewässertypen) die Mindestabstände zu Oberflächengewässer beträchtlich verkürzt werden können.
Die mechanische Beikrautregulierung innerhalb von Reihen landwirtschaftlicher Reihenkulturen konnte bisher nicht zufriedenstellend gelöst werden. Aus diesem Grund war es Ziel eines interdisziplinären Forschungsprojekts an der Fachhochschule Osnabrück eine sensorgesteuerte Hackmaschine zu entwickeln, die exemplarisch auf die Kulturart Mais ausgerichtet war.
Für die Entwicklung des Sensorsystems zur Einzelpflanzenunterscheidung sowie eine auf die speziellen Anforderungen hin konzipierte Hacke, mußten Informationen zu botanischen und pflanzenbaulichen Parametern bei Mais und maistypischen Beikräutern erarbeitet werden.
An Maispflanzen und verschiedenen Beikrautarten wurden kontinuierliche Messungen zu den Parametern Entwicklungsgeschwindigkeit, Wachstumsverlauf und Pflanzengeometrie durchgeführt. Als Grundlage zur Arbeitsweise und der sich daraus ergebenden Konstruktion der mechanischen Hacke dienten Untersuchungen zu Tiefe und Geometrie des Wurzelsystems sowie umfangreiche Erhebungen zu Verteilung und Standgenauigkeit der Maispflanzen auf Praxisflächen. Die entwickelten sensorischen und mechanischen Komponenten sollten in Pflanzenbeständen getestet werden, wie sie typischerweise in der Praxis vorkommen. Dazu sind im Gewächshaus und Freiland praxisrelevante Testreihen mit Maispflanzen und Beikräutern angelegt worden, die sich hinsichtlich der Entwicklungsstadien, Bestandesdichte und Artenzusammensetzung unterscheiden.
Die aus den Einzelergebnissen erstellte Datenbank bildete wiederum die Grundlage für die Optimierung von Sensoren und Hacke. In der letzten Projektphase wurden die sensorischen und maschinenbaulichen Komponenten verbunden und als Einheit im Feldversuch erfolgreich in ihren Funktionen getestet. Die weiteren Entwicklungsschritte richten sich darauf, sowohl die bisher erarbeitete Gerätestudie zu optimieren und dessen Einsatz in anderen Reihenkulturen durch ergänzende Untersuchungen zu ermöglichen.
Untersuchungen des Anlagerungsverhaltens in Obstbäumen sowie der biologischen Wirksamkeit bei grobtropfiger Applikation zeigen in Verbindung mit den grundlagen der Sprühgeräteeinstellung und der Notwendigkeit zur Reduzierung von Abdrift zeigen eine Entwicklung bei den Sprühgeräten auf, die insbesondere von Herstellerseite begleitet werden muß.
Am Institut für Agrartechnik der Universität Hohenheim wurden Universal-Flachstrahldüsen vom Typ LU 120 05 in den Materialvarianten, Kunststoff (POM), Edelstahl und Keramik, auf ihr Verschleißverhalten untersucht. Dabei stand die Wirkung der Materialpaarung der Düsenwerkstoffe mit drei unterschiedlichen Verschleißmitteln im Vordergrund. Hierfür wurden Aluminiumoxid (nach DIN/ISO 5682/1) eine Kieselsäure und mit Kupferoxychlorid ein praxisrelevanter Wirkstoff ausgewählt. Der Betriebsdruck lag bei allen Verschleißversuchen bei 2 bar und die Konzentration der Verschleißmittel bei 2 %. Von besonderem Interesse war die Abnutzung des Verschleißmittels in sich. Deshalb wurde jeweils ein Versuch mit einem Mittelansatz bis zur Volumenstromkonstanz und ein Weiterer zum Vergleich mit Wechsel des Verschleißmittels alle 24 Stunden bis zu einer Volumenstromzunahme von 50 % durchgeführt. Dieser Zeitpunkt war bei der Variante POM mit Kieselsäure nach 216 Stunden erreicht, so dass zur besseren Vergleichbarkeit die beiden anderen Mittelvarianten ebenfalls über diesen Zeitraum angesetzt wurden.
Als Maß für den Düsenverschleiß wurde die relative Volumenstromzunahme der einzelnen Düsen und die Veränderung des Variationskoeffizienten der Querverteilung, gemessen an einem 100 mm Rillenblech, herangezogen.. Zusätzlich wurden Tropfengrößenmessungen durchgeführt, um Veränderungen des mittleren volumetrischen Durchmessers (MVD) herauszuarbeiten.
Wie die Ergebnisse zeigen, nutzen sich alle Verschleißmittel ab, so dass nach 100 Stunden keine nennenswerte Zunahme des Volumenstrom mehr zu verzeichnen ist. Die Materialpaarung spielt für den Vergleich von Düsenmaterialien insofern eine wesentlich Rolle, als bei Aluminiumoxid die Kunststoffdüse im Vergleich zur Edelstahldüse verschleißfester erscheint, während bei Kieselsäure wie auch bei Kupferoxychlorid die Edelstahldüse gegenüber der Kunststoffdüse vorteilhaft abschneidet. Eine Verschlechterung des Variationskoeffizienten der Querverteilung konnte auch nach einer Volumenstromzunahme von 50 % nicht festgestellt werden.
In weiteren Schritten sollen nun andere Düsenbauarten auf ihr Verschleißverhalten untersucht werden, da z.B. bei Injektionsdüsen oder Antidriftdüsen eine andere Art der Zerstäubung und Tropfenaufbereitung vorliegt als bei Flachstrahldüsen. Ebenso sollten unterschiedliche Düsenkaliber und Betriebsdrücke in die Grundlagenuntersuchungen mit einbezogen werden.
An der Fachhochschule Osnabrück lernen und forschen zur Zeit ca. 6.000 Studierende an sieben Fachbereichen und fünf Instituten. Die rund 1000 Studierenden am Fachbereich Agrarwissenschaften verteilen sich in etwa wie folgt auf vier Studiengänge: 450 Landwirtschaft, 350 Gartenbau, 100 Ökotrophologie und 100 Bodenwissenschaften. Für die Aufgabenbereiche Lehre und angewandte Forschung verfügt der Fachbereich über drei Versuchsbetriebe, einen gärtnerischen und zwei landwirtschaftliche, sowie zahlreiche Lehr- und Forschungslabore.
Das Studienangebot ist derzeit noch in achtsemestrigen Diplomstudiengängen mit dem Abschluß Dipl.-Ing. (FH) bzw. Dipl.-oec. troph. (FH) organisiert. Integriert in die Studiengänge sind jeweils zwei praktische Studiensemester. In Kürze jedoch wird der Fachbereich Agrarwissenschaften ebenso wie alle anderen Fachbereiche der Fachhochschule Osnabrück sein gesamtes Lehrangebot reformiert haben. Dies bedeutet: Organisation des Lehrangebotes in Modulen, die thematisch konzipiert sind und sich vom Umfang am notwendigen Studieraufwand orientieren. Der erste berufsqualifizierende Abschluß wird dann bereits nach drei Jahren erreicht sein (Bachelor). Dieses grundständige Studienangebot wird durch zweijährige Master-Kurse sowie diverse Weiterbildungsangebote ergänzt werden.
Neben der Lehre spielt die angewandte Forschung eine zunehmend wichtigere Rolle. Die Hochschule und der Fachbereich verstehen sich in diesem Bereich als Partner und Dienstleister für die Industrie bzw. die jeweilige Branche. Gemeinsame Arbeitsfelder können in der Produktentwicklung liegen sowie im Know-How- und Technologietransfer. Als Beispiel für letzteres sei der Aufbau des Kompetenzzentrums "Precision Farming" am Fachbereich Agrarwissenschaften angeführt. Betreut durch eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe (Landtechnik, Pflanzenbau, EDV, Bodenkunde) werden verfügbare Systemkomponenten für die praktische Umsetzung von Precision Farming auf den Versuchsbetrieben getestet und in der praktischen Aus- und Weiterbildung eingesetzt. Kompatibilitätsprobleme oder Ansätze für Verbesserungen werden an die jeweiligen Partner weitergegeben und in gemeinsamen Workshops diskutiert. Kontakte mit dem Fachbereich können entweder über die Technologie-Kontaktstelle der Hochschule (Dr. G. Holtkamp, Tel. 0541 / 969-2050) oder direkt über das Dekanat aufgenommen werden (Fachhochschule Osnabrück, Fachbereich Agrarwissenschaften, Oldenburger Landstraße 24, 49090 Osnabrück, fb-aw@fh-osnabrueck.de bzw. www.aw.fh-osnabrueck.de.
Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln erfolgt häufig in Kombination mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL). Vorteile bestehen grundsätzlich in Zeiteinsparung und teilweise in verbesserten Wirkungen. Somit können häufig Mitteleinsparung realisiert werden. Diese Mischungen von Pflanzenschutzmitteln mit AHL erfordern allerdings hohe Sachkenntnis hinsichtlich der optimalen Einsatzbedingungen, um Pflanzenschäden zu vermeiden. Insbesondere feintropfige Applikationen bei feuchten Bedingungen können auf Kulturpflanzen Schäden verursachen.
Mit der Einführung von Luftinjektordüsen seit Beginn der 90er Jahre (AI von TeeJet, ID von Lechler und TD/AirMix von Agrotop) wurde deren Einsatz auch mit AHL breit empfohlen, wobei generell gute Erfahrungen vorliegen. Injektordüsen arbeiten nach dem Venturi -Prinzip, wobei Luft mit Spritzflüssigkeit gemischt wird und große luftgefüllte Blasentropfen entstehen. Die Tropfengröße wird dabei im Vergleich zu herkömmlichen Düsen nahezu verdoppelt. Für den AHL Einsatz wurden Injektordüsen teilweise mit niedrigen Drücken von 2-3 bar empfohlen. Messungen auf einem 100 mm Rillenprüfstand bei unterschiedlichen Drücken und Abspritzhöhen ergaben, daß die geforderten Werte der Querverteilung (VK 7%) bei den untersuchten Injektordüsen / AHL Einsatz oft im Grenzbereich liegen. Dadurch besteht bei niedriger Abspritzhöhe und Drücken die Gefahr von Über-/Unterdosierungen und möglichen Pflanzenschäden. Aus ersten Untersuchungen werden folgende Empfehlungen für die Praxis abgeleitet:
Bislang ungelöst ist beispielsweise die stufenlose Ausbringung von Flüssigdünger. Bei Düngerstreuern hingegen kann durch die elektrohydraulische Bestätigung des Schiebers problemlos der Bereich von Null bis Maximum eingestellt werden. In Verbindung mit dem N-Sensor ist somit eine teilflächenspezifische Applikation möglich. Mit verfügbaren Düsentechniken einschließlich Schleppschlauch sind im Geschwindigkeitsbereich 6 bis 8 km/h bei voller Ausnutzung des Druckbereichs Ausbringmengen von 1:2 bis 1:3 möglich. Bei Standarddüsen (LU) ergeben sich erhebliche Änderungen der Tropfengröße (mittel-, fein, sehr feintropfig), bei Injektordüsen (ID) beschränkt sich dies auf Grobtropfigkeit (grob, sehr grob), mit Zweistoffdüsen (Airtec) ist die Erhaltung der Tropfengrößenkategorie durch die Anpassung von Luft- und Flüssigkeitsdruck weitgehend möglich.
Variablere Düsen (Bypass-, Spill-Return-Nozzles) zur Anpassung der Menge von Bodenherbiziden an den Humusgehalt wurden schon Ende der 70er/Beginn der 80er in den USA u.a. durch Bode/Goering/ Butler/Risk/Lefebvre et al. konzipiert. Der Volumenstrom der Einzeldüse wird hier durch die Rücklaufmenge im Bypass geregelt. Mittels einer beweglichen Nadel konnte eine Veränderung der Innengeometrie zur Anpassung an den jeweiligen Volumenstrom erzielt werden, um bei den verwendeten Kegelstrahldüsen eine annähernd gleichbleibende Spritzqualität (Winkel, Tropfengröße) zu erhalten. Dadurch ließen sich Volumenströme von 1:3, später auch bis 1:8 realisieren. Letztlich kamen diese Entwicklungen über das Versuchsstadium nicht hinaus.
Ein andere Alternative sind intermittierende Düsen, die Standard z.B. bei der Rauchgasreinigung und in Einspritzverfahren der Motorentechnik sind. Eine Volumenstromänderung wird durch eine periodische Änderung des Spritzvorganges z.B. mittels eines schnell schaltenden Magnetventils vor jeder Düse erreicht. Mit dem Pflanzenschutz wurde dieses Prinzip erstmals durch Schmitt-Ott (TU Berlin 1977) in Verbindung gebracht, später aufgegriffen durch die Universität Davis (1995) - kommerzialisiert mit dem Synchro-Capstan-System -, in ähnlicherweise bei Lechler (1995) und zuletzt beim Pulstec-Verfahren in den Niederlanden (2000), letzteres insbesondere für die Anwendung in Gewächshäusern. Allen gemeinsam ist mehr oder weniger ein großes Düsenkaliber am Auslaß (z.B. 06/08), ein Ventilstößel anstelle der Membrane oder ein Ventilkegel am Düsenzulauf, die von einem Magnetventil durch ein periodisches Rechtecksignal gesteuert werden (z.B. 10 Hz). Die Dauer für den Zustand "Ventil auf" ist einstellbar im Bereich von 10 bis 90%. So ergeben sich bei 10 Hz Relationen von 10 ms Spritzen/90 ms Nichtspritzen bis umgekehrt 90 ms Spritzen/10 ms Nichtspritzen. Der Volumenstrom wird bestimmt durch den Druck, die Schaltfrequenz und das Verhältnis von "auf/zu". So konnte beim Lechler-Ventil ein Volumenstrom von 1:6 bei annähernder Konstanz von Druck und Tropfengröße und 1:10 bei Änderung von Druck und Tropfengröße erzielt werden. Synchro-Capstan (zu sehen bei Case auf der Agritechnica 1999) erreichte 1:8.
Die intermittierenden Düsen werfen jedoch Fragen auf, beispielsweise: ist die Stromversorgung für Magnetventile ausreichend (0.5 A und mehr je Ventil, max. 25 A der 12 V-Systeme), kommt es zur Bildung unerwünschter großer Tropfen bei Strahlaufbau und Zusammenfall, entstehen Spritzlücken bei geschlossenem Ventil (bei 6 bis 10 km/h, 10 Hz und 10 bis 90% "Ventil zu" ergeben sich ungespritzte Lücken von 1.6 cm 24.9 cm). Letzteres versucht Case durch eine doppelte Düsenbestückung (25 cm Abstand) zu kompensieren, wobei die Düsen alternierend betrieben werden, z.B. Düse 1 20/80%, Düse 2 80/20%.
Andere, neuere Entwicklungen aus England (Mitte/Ende 90er) sind durch die Verwendung von Pneumatikventilen, doppelte oder dreifache Düsenbestückung, teils doppelte Leitungen, dauerhaften alternierenden oder accumulierenden Betrieb gekennzeichnet. Dadurch sind Volumenströme von mindestens 1:3 möglich.
Aus heutiger Sicht definieren sich die Anforderungen an Düsensysteme für Precision Farming im Pflanzenschutz weitgehend wie folgt: Ausbringmengen von 100 bis 400 l/ha in Stufen von 50 Litern, noch besser stufenlos, alles bei gleicher Tropfengröße (z.B. grobtropfig, entsprechend ID-Düsen, ggf. mitteltropfig einstellbar), selektiver Betrieb von Düsen bei Unkrauterkennung, eventuell Kombination mit Direkteinspeisung. Für den Bereich der Flüssigdüngung ergeben sich stufenlos 60 bis 400 l/ha, grob-/sehr grobtropfig, bei großen Arbeitsbreiten unterschiedliche Dosierung links/rechts. Anforderungen genereller Art sind die unbedingte Gültigkeit bisheriger Kriterien zur Längs-/Querverteilung und eine schnelle Änderung der Ausbringmenge bei bisher bekannter Regelgenauigkeit.
Zu einem erfolgreichen Anbau von Spargel gehört auch ein sachgerechter Pflanzenschutz zur Verhinderung von Verlusten durch Krankheiten. Dabei kommt es neben der richtigen Auswahl und Handhabung des Mittels und dem termingerechten Einsatz besonders auf eine gute Spritztechnik an. Viele Betriebe bekommen nämlich trotz konsequenter Behandlung mit herkömmlicher Technik die Botrytis und den Spargelrost nicht richtig in den Griff. Dichte Bestände und das fast undurchdringbare Spargelkraut erschweren erfolgreiche Behandlungen. Eine ausreichende Benetzung bis an den "Stamm" der Spargelpflanzen ist aber aus Wirkungsgründen dringend erforderlich. Von den eingesetzten Mitteln, die wegen der Dichte der Bestände mit höherem Druck ausgebracht werden müssen, darf aber nichts auf Nachbarflächen verdriften.
Spritzversuche ergaben folgende wichtigen Punkte:
Komplette Neugeräte mit diesem speziellen Spritzgestänge bietet die Fa. Wanner, Wangen im Allgäu, an. Gestängenachrüstsätze können bei der Fa. Agrotop, Gebelkofen, bezogen werden
Die landesrechtliche Umsetzung der Pflichtkontrollregelungen für im Gebrauch befindliche Pflanzenschutzgeräte für Flächenkulturen aufgrund der Änderung der Pflanzenschutzmittelverordnung vom 11.6.1992 wurde in Niedersachsen auf die Landwirtschaftskammern übertragen. Die Durchführung der Pflichtkontrollen erfolgt auf der Grundlage von zwei niedersächsischen Verwaltungsvorschriften sowie nach den Vorgaben der BBA-Richtlinien VII 1-3.1.1 und VII 1-3.2.1. In Weser-Ems sind derzeit 23 Kontrollstellen mit 127 Kontrollorten für die Durchführung der Pflichtkontrollen amtlich anerkannt. 14 der 17 eingesetzten Prüfeinrichtungen sind mit einem Querverteilungsmesswagen ausgestattet. Während bei den freiwilligen Geräteprüfungen vor Einführung der Pflichtkontrolle durchschnittlich ca. 800 Geräte pro Jahr vorgestellt wurden, erhöhte sich die Beteiligung auf durchschnittlich ca. 3000 Geräte pro Jahr durch Einführung der Kontrollverpflichtung. Die Anzahl kontrollierter Geräte entsprach in den Jahren 1999 und 2000 durchschnittlich ca. 44 % des geschätzten Gerätebestandes von 7000 Feldspritzgeräten in Weser-Ems. Über 99 % der bei den Pflichtkontrollen vorgestellten Geräte durchliefen die Kontrollen in den zurückliegenden Jahren mit dem Erhalt einer Prüfplakette. Bei einem erheblichen Anteil der vorgestellten Geräte werden im Rahmen der Kontrolle jedoch Mängel festgestellt, die im Zuge der Kontrolle beseitigt werden. In den Jahren 1999 und 2000 ergab sich die höchste Mängelhäufigkeit bei den Kontrollmerkmalen Düsen / Querverteilung (13 %), Armaturen (8 %), Spritzgestänge (7 %) sowie Leitungssystem (7 %). Die für die Pflichtkontrollen seitens der Gerätebesitzer zu zahlenden Kontrollentgelte werden in Niedersachsen landeseinheitlich und verbindlich in Form eines Entgeltrahmens festgelegt, in dem die Entgelte nach Gerätegröße, erforderlichem Prüfumfang und unter Berücksichtigung eines Bonussystems für mit unterdurchschnittlichem Aufwand zu prüfende Geräte differenziert werden. Die Spannbreite der aktuellen Prüfentgelte beträgt danach 194 bis 632 DM pro Gerät. In den Jahren 1996 bis 2000 durchgeführte Überwachungen zur Teilnahme an den Pflichtkontrollen ergaben bei insgesamt 811 überwachten Geräten (Feld- und Hofkontrollen) eine durchschnittliche Beanstandungsquote von ca. 16 %. Aufgrund der Beanstandungen wurden bis 1998 Verwendungsuntersagungen ausgesprochen und seit 1999 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Eine bei 300 Gerätebesitzern durchgeführte Umfrage zu Ablauf und Akzeptanz der Pflichtkontrollen in der Praxis ergab, dass die Bedeutung der Pflichtkontrolle für eine hohe Applikationsqualität sowie für die Minimierung von gerätebedingten Risiken weit überwiegend anerkannt wird. Gleichzeitig fordert die Praxis eine Begrenzung des mit der Pflichtkontrolle verbundenen Aufwandes.
Die AMAZONEN-WERKE wurden im Jahre 1883 von Heinrich Dreyer gegründet. Schon früher beschäftigte sich die Familie Dreyer in mehreren Generationen mit der Herstellung von Landmaschinen. Als Handwerksbetrieb stellte sie Getreidereinigungsmaschinen und Ackerwagen in Einzelanfertigung her. Die einsetzende Industrialisierung erzwang dann die Umstellung auf rationellere Serienfertigung. Das geschah vor nunmehr 113 Jahren. Auch heute noch befinden sich die AMAZONEN-WERKE in Familienbesitz. Inzwischen ist schon die vierte Generation hier tätig.
Seit Bestehen der Firma wurden bei AMAZONE ständig Pionierleistungen vollbracht.
Einige herausragende Beispiele:
Der erste Kartoffelsortierer, der auf Federn stand,
der erste leichte und preiswerte Walzendüngerstreuer,
der erste Anbau-Zentrifugalstreuer mit zwei Streuscheiben (ab 1958),
der erste Anbau-Zentrifugalstreuer mit variablen Arbeitsbreiten durch Wechselscheibensystem von 10-24m und Grenzstreuscheiben (ab 1980, ZA-U),
der erste Anbau-Zentrifugalstreuer mit Arbeitsbreiten von 10-36m durch neues Einstellsystem: Omnia-Set (ab 1990, ZA-M Typen),
das erste Düngertestlabor: Dünge-Service (ab 1992),
die erste Drillmaschine mit Fahrgassenschaltung,
die erste Drillkombination: Rüttelegge mit Walze und Drillmaschine (ab 1967),
die erste Zahn-Packerwalze,
die erste Reifenpacker-Drillmaschine,
die erste von 6m Arbeitsbreite auf 3m Transportbreite zusammenfaltbare Direktsaat- und Mulchsaat- Großflächendrillmaschine mit Meißelscharen (ab 1993 DMC-Primera),
der erste Anbau-Zentrifugalstreuer, die erste Drillmaschine und die erste Einzelkorn-Drille, die GPS-gesteuert zur teilflächenspezifischen Pflanzenproduktion eingesetzt wurden (ab 1995) usw. usw.
Es ist also kein Wunder, daß man AMAZONE-Technik heute bei praktisch allen Düngerstreuern und Drillmaschinen in Europa wiederfindet. Aber das Original ist immer das Beste!
Die AMAZONE-Maschinen werden heute in drei verschiedenen Werken von ca. 1000 Mitarbeitern hergestellt: Im Stammwerk in Hasbergen/Gaste, in Hude i.0. und in Forbach/Frankreich. Um an der Spitze zu bleiben, setzen die AMAZONEN-WERKE verstärkt auf eine fortschrittliche Entwicklung, auf höchste Qualität und auf eine rationelle Fertigung. Mit Spitzentechnik, konkurrenzfähigen Preisen und einem schlagkräftigen Service wird AMAZONE auch in Zukunft der Landwirtschaft und dem Handel ein fairer Partner sein. Bei Düngerstreuern und Drilltechnik ist AMAZONE seit langer Zeit der absolute Marktführer, bei Spritzen und Maschinen für die Bodenbearbeitung wächst der Marktanteil ständig. AMAZONE-Maschinen machen sich schneller bezahlt und lassen sich daher leichter verkaufen. Daher gilt für Händler wie für alle landwirtschaftlichen Betriebe, Landschaftsgärtner und kommunalen Bereiche:
Mit AMAZONE-Maschinen Geld verdienen!
Das ist heute wichtiger denn je!
Betrachtet man die Kostenstruktur eines durchschnittlichen Ackerbaubetriebes so entfallen auf die Ernte ca. 38%, auf die Primärbodenbearbeitung 33%, auf die Saatbettbereitung und Saat ca. 10% und auf Düngung und Pflanzenschutz ca. 5% der Kosten. In der Primärbodenbearbeitung liegt somit ein erhebliches Kostensenkungs-Potential. Dieses Potential kann man durch reduzierte Bestellverfahren der konservierenden Bodenbearbeitung zu einem erheblichen Teil erschließen. Durch nicht wendende Bestellverfahren lassen sich Kosten und Zeit sparen und somit die Schlagkraft vergrößern. Positive Effekte in der Bodenstruktur, dem Wasserhaushalt und dem Erosionschutz stellen sich ein. Weitere Einsparungen lassen sich erzielen wenn die Böden teilflächenspezifisch bearbeitet werden. Einerseits wird die Heterogenität der Flächen als auch innerhalb der Schläge berücksichtigt. Im Vorschungsprojekt "pre agro" wird dazu mittels DGPS-Steuerung der Boden unterschiedlich tief während der Bestellung gelockert. Die Algorithmen zur Tiefensteuerung des krumenlockernden Werkzeugs sollen dargestellt werden anhand von ersten Ergebnisse aus der Praxis.
Die Ausbringung mineralischer Düngemittel erfolgt heute in der Landwirtschaft überwiegend mit Zentrifugaldüngerstreuern. Hohe Arbeitsgeschwindigkeiten in Verbindung mit großen Nutzlasten und zeitgemäßen Arbeitsbreiten (bis 36 m) sind verantwortlich für die weite Verbreitung dieser Düngerstreuerbauart. Die universelle Einsatzmöglichkeit für die Ausbringung unterschiedlicher Nährstoffe und die Möglichkeit, die Sollmenge stufenlos über eine große Spannweite zu verändern, bieten ideale Voraussetzungen für die teilschlagspezifische Applikation von Düngemitteln.
Die konstruktive Auslegung des Streuwerkes, die Anbaugeometrie am Traktor sowie die Stoffeigenschaften des Düngers bilden die zentralen Einflußgrößen der Düngerverteilung mit Zentrifugaldüngerstreuern. Zur Maschinenüberwachung werden einfache Informations- und Überwachungssysteme, elektronische Steuerungssysteme und Regelcomputer eingesetzt. Um Arbeitsprozesse (Applikationskarten) am PC planen zu können, ist eine Anbindung des Prozeßrechners des Düngerstreuers an den Hof-PC, z.B. über PC-Card, erforderlich. Damit werden die Daten der Applikationskarte an den Jobrechner des Düngerstreuers übertragen und mit dem Empfangssignal des DGPS-Empfängers zusammengeführt. Über geeignete Aktoren wird der Düngerstreuer während der Fahrt automatisch auf die jeweilige Arbeitssituation (Grenz-, Rand-, Keil- und Normalstreuen) eingestellt. Optische Sensoren, die den augenblicklichen Ernährungszustand der Pflanzen erkennen (Hydro-N-Sensor), können zusätzlich in Systeme zur teilflächenspezifischen Düngung integriert werden.