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Arbeitskreis
Pflanzenschutztechnik



Protokoll der Tagung 2002 des Arbeitskreises Applikationstechnik der DPG

Tagungsprogramm

Tagung am 19. März 2002
14:00 Dr. Frießleben Begrüßung
  Dipl.-Ing. Harald K. Berger Begrüßung und Vorstellung des BFL
14:30 Prof. Neururer Tätigkeit und Funktion des Geräteausschusses der ÖAIP
14:50 G. Rödler Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern: "Soll und Ist"
15:10 K. Schmidt Zusammenfassende Ergebnisse zu Abdriftuntersuchungen
Kaffeepause
16:00 H. Knewitz Quantifizierung von Driftbelägen in terrestrischen Strukturen
16:20 Dr. Dechet Gewässerschutz und Punkteinträge - Ansatzpunkte für technische Veränderungen
16:40 Osteroth Auswirkungen der Einsatzdauer von Düsen auf Tropfengröße und Abdriftklassifikation
17:00 Prof. Kleisinger / H. Kramer Untersuchungen zum Verschleißverhalten von Injektordüsen
17:20 Dr. Bäcker Bewertung neuer Sprühgebläse im Weinbau
Tagung am 20. März 2002
8:20 J. Klingenmaier Einsatz und Bedeutung von Zweistoffdüsen im Rheinland
8:40 Dr. Wartenberg Voraussetzungen für die Praxiseinführung der sensorgestützten Unkrauterkennung
9:00 Dr. Dammer Lösungsansatz für eine teilflächenspezifische Applikation von Fungiziden unter Praxisbedingungen
9:20 Dr. Göbel Precison Farming und Düsen am Beispiel von VarioSelect
9:40 Prof. Ganzelmeier EU-/ISO-Normen für Pflanzenschutzgeräte und deren Nutzem für die landwirtschaftliche Praxis
10:00 - 10:15
Pause

10:15

-

11:45


Dr. Göbel

Prof. Ganzelmeier

Dr. Stadler
Gruppendiskussion zu Schwerpunktthemen:

  • precision farming
  • Driftproblematik und Abstandandsauflagen
  • Dosierungsmodelle Raumkulturen
11:45   Vorstellung der Gruppenergebnisse
12:15 Berichte aus den Arbeitsgruppen Gerätereinigung; Abdrift; biologische Wirkung; Precision farming
12:40 Mitgliedschaft / sonstiges / nächste Tagung
13:00 Ende der Tagung / Mittagessen


Am 20. und 21.März 2002 führte der Arbeitskreis Applikationstechnik der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft die Jahrestagung 2002 durch. Auf Einladung des Bundesamtes und Forschungszentrums für Landwirtschaft in Wien konnten in sehr angenehmer und konstruktiver Atmosphäre neueste Forschungsergebnisse zu den Themen Abdrift, Gewässerschutz, "precission farming", Normung von Pflanzenschutzgeräten u.a. diskutiert werden. Alle Arbeitskreismitglieder und Gäste bedanken sich recht herzlich bei Herrn Dipl. Ing. Harald K. Berger, Herrn Ing. Rödler und Frau Brigitte Luh für die Vorbereitung und die Durchführung dieser Veranstaltung. Eine Institutsbesichtigung bei der Zuckerforschung Tulln GmbH unter Leitung von Dr. Dietmar Grüll und DI Manfred Haluschan war für alle Teilnehmer von großem Interesse und unterstrich die Kompetenz die in Österreich der Zucker- und Stärkeforschung gewidmet wird.

Arbeitsgruppen:

Es wurde eine Arbeitsgruppe mit dem Ziel der Vereinheitlichung und Vereinfachung von Dosiermodellen in Raumkulturen gegründet - Leitung Dr. Reinhold Stadler.

Mitgliedschaften:

Bedingt durch berufliche Veränderungen haben die Herren Dr. Kemper und Dr. Wartenberg ihre Mitgliedschaft im Arbeitskreis beendet. Dem Antrag der Herren Ernst Herbst und Dr. Dammer auf Mitgliedschaft wurde stattgegeben.

Nächste Tagung:

Die Nächste Tagung findet am 18./19. März 2003 bei der Firma Syngenta statt.

Dr. Reinhard Frießleben

Leiter des Arbeitskreises Applikationstechnik


Kurzfassung der Tagungsbeiträge

Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern: "Pflicht und Kür"

Ing. Gerhard Rödler, Bundesamt und Forschungszentrum für Landwirtschaft-Wien Bereits seit 1991 werden im Rahmen der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern festgelegt. Diese, zum Schutz von Gewässerorganismen einzuhaltenden Mindestabstände können die davon betroffenen Landwirte bei der Applikation von Pflanzenschutzmitteln und damit bei der Pflanzenproduktion vor große Probleme stellen, wobei vor allem die sehr klein strukturierte österreichische Landwirtschaft besonders in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Für manche Flächen bedeuten diese Abstandsauflagen schlichtweg ein Anwendungsverbot von Pflanzenschutzmitteln.

Um diese restriktiven Maßnahmen abzufedern und verminderte Abstände zu Oberflächengewässern zu ermöglichen, wurde im Juli dieses Jahres ein Erlass verabschiedet, in dem eine jeweils angepasste Abschätzung der Risiken für Gewässerorganismen festgelegt wird.

Für den Praktiker bedeutet dies, dass er durch die Verwendung von in diesem Erlass erwähnten abtriftmindernden Pflanzenschutzgeräten und/oder -geräteteilen (z. B. Düsen, Zusatzeinrichtungen) aber auch durch Berücksichtigung sonstiger, die Abtrift mindernde Maßnahmen bzw. Anwendungssituationen (z. B. Unterblattspritzung, Gewässerrandvegetation) und unter Einhaltung der "Guten fachlichen Praxis", den behördlich festgelegten Mindestabstand ("Regelabstand") zu Oberflächengewässern um 50 %, 75 % oder 90 % (jeweilige "Abtriftminderungsklasse") verringern kann.

In der Folge wird die österreichische Auflistung "Abtriftmindernden Pflanzenschutzgeräte und -geräteteile" vorgestellt. Da es sich dabei - wie in der Bundesrepublik Deutschland - um eine "nach unten offene Liste bzw. Aufzählung" handelt, das heißt, dass nach dem jeweiligen Stand der Technik bzw. dem Stand des Wissens, diese Liste laufend ergänzt werden kann, sollen - vor allem mit dem Ziel, den Pflanzenschutzmitteleintrag in die Umwelt künftighin noch geringer halten zu können - zusätzlich auch "Sonstige abtriftmindernde Maßnahmen, Anwendungssituationen sowie -verfahren in der Ausbringtechnik" angesprochen, aufgezeigt und diskutiert werden.


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Zusammenfassende Ergebnisse von Abdriftuntersuchungen

Schmidt, Klaus Landesanstalt für Pflanzenschutz, Stuttgart

Die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln erfolgt fast nur noch mit Anwendungsbestimmungen, die in der Nähe von Oberflächengewässern oder terrestrischen Biozönosen den Einsatz von verlustmindernden Pflanzenschutzgeräten vorschreiben. Zusätzlich sind meist Mindestabstände einzuhalten, die von der Abdriftminderungsklasse (50, 75 oder 90 %) des Pflanzenschutzgerätes abhängen. Feldspritzgeräte erreichen die verschiedenen Abdriftminderungsklassen durch die Verwendung grobtropfiger Injektordüsen, meist in Verbindung mit einer Begrenzung des Spritzdruckes. Auch durch eine Luftunterstützung wird eine Abdriftminderung erzielt, allerdings nur in höheren Beständen. In Raumkulturen sind zur Abdriftminderung neben grobtropfigen Düsen weitere Maßnahmen notwendig. Hierzu gehören Reduzierung der Gebläseleistung, einseitige Abschaltung des Gebläseluftstromes oder einseitige Behandlung der Randreihen. Im Obstbau erreichen so alle Sprühgeräte die Abdriftminderungsklasse 50 %. Sprühgeräte mit einem nur wenig nach oben gerichteten Gebläseluftstrom können die Abdrift um mehr als 90 % verringern. Bei einer Applikation unter Hagelschutznetzen entsteht auch mit konventionellen Sprühgeräten 50 % weniger Abdrift bei feintropfiger und 75 % weniger bei grobtropfiger Applikation. Mit Hecken lässt sich der Eintrag von Pflanzenschutzmitteln in Gewässer sowohl in Flächen- als auch in Raumkulturen ebenfalls deutlich verringern. Dabei ist der Einfluss auf das Bodensediment direkt hinter der Hecke am größten. Hier wurde eine Abdriftreduzierung von über 75 % gemessen. In einer Entfernung von 50 m hinter der Hecke war die Abdrift mindernde Wirkung dagegen fast nicht mehr vorhanden. Den gleichen Effekt wie eine Hecke hat ein aufgestellter Windschutz, der die Höhe des Spritzgestänge um wenigstens 1 m überragt.


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Quantifizierung von Driftbelägen in terrestrischen Strukturen

Knewitz, H., Koch, H., Weißer, P.; Landesanstalt für Pflanzenbau und Pflanzenschutz, Mainz

In einer Untersuchungsreihe wurde mit einem Feldspritzgerät ein fluoreszierender Farbstoff als Tracer appliziert, mit dem Ziel, die durch Abdrift entstandenen Belagsmassen auf den Pflanzenoberflächen außerhalb der Behandlungsfläche zu messen. Die erfassten Belagswerte werden in ng/cm Blattoberfläche angegeben. Zu berücksichtigen ist, dass Driftbeläge bei gleichem Abstand zum Feldrand in großer Variabilität entstehen. Mit zunehmendem Abstand nimmt die Belagsmasse rasch ab, während die Variabilität zunimmt. Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass Wind nicht eine sich konstant ausbreitende Luftbewegung ist, sondern auch kleinflächig erheblich in Richtung und Stärke schwankt. Verdriftende Partikel sind schwebefähig und daher allein von der Luftbewegung abhängig. Verglichen wurden Universaldüsen ( XR 110 03 bei 2 bar) und als verlustmindernd (50%) eingestuften Düsen (AI 110 025 3 bar) bei einem Wasseraufwand von 200 l/ha. Das Belagsmuster, bildet sich im Driftbereich aus einzelnen Partikeln mit sehr geringem Deckungsgrad. Demzufolge ist die Exposition nicht mit der eines Spritzbelages gleichzusetzen. Große Teile der Bestandesoberfläche werden von verschwebenden Partikeln überhaupt nicht erreicht.

Das niedrige Niveau der Driftbeläge stützt die Studien, die eher geringfügige Effekte durch Abdrift zeigen (Altes Land, BBA, Uni Gießen) und belegt nochmals, dass Abdrift überschätzt wird.

Die Driftreduktion gegenüber der Universaldüse lag im Bereich 90%. Obwohl bei eher hoher Windgeschwindigkeit gemessen wurde (2 - 5m/sec) lagen sämtliche Belagswerte nach etwa 10m bei der driftreduzierenden Düse bereits unterhalb von Bestimmungs- bzw. Nachweisgrenze. Die grobtropfige Variante zeichnet sich durch ein sehr geringes Feintropfenvolumen von ca. 0,3% aus und lediglich 0,3% des ausgebrachten Flüssigkeitsvolumens werden in schwebefähigen, d.h. driftanfälligen Tropfen emmitiert. Die Praxis rüstet rasch um auf die neuen Düsen, seit Wochen gibt es längere Lieferzeiten für Düsen.

Abdrift wird in Deutschland durch diese Maßnahmen grundsätzlich weiter abnehmen.

Literatur: Koch, H., P.Weisser, M. Landfried, O. Strub (2002) Exposition durch Pflanzenschutzmittel-abdrift an Blattoberflächen von Nichtzielpflanzen in terrestrischen Saumstrukturen. Zeitschrift für Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschutz, Sonderheft XVIII, 1023-1030.


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Untersuchungen zur Bewertung von Sprühgebläsen im Weinbau

Gerhard Bäcker, Fachgebiet Technik, FA Geisenheim

Stand die gerätetechnische Entwicklung der letzten 10 Jahre ganz im Zeichen verbesserter Bedienungs- und Dosiermöglichkeiten, so trat aufgrund der gestiegenen Anforderungen an die Applikationsqualität und die Verlustminimierung in jüngster Zeit die gebläsetechnische Entwicklung wieder mehr in den Vordergrund. Bei einheimischen Herstellern erstreckt sich diese momentan vor allem auf verbesserte Luftleitsysteme bei Axialgebläsen und auf modifizierte Radialgebläse mit Leistungsparametern, die der Zielflächencharakteristik der Rebe besser angepaßt sind. Darüber hinaus drängen ausländische Gerätehersteller mit hierzulande bisher kaum verbreiteten Gerätekonzepten immer stärker auf den einheimischen Markt. Im Rahmen eines KTBL/ATW-Vorhabens wurden deshalb Untersuchungen zur Bewertung des aktuellen Gebläseangebotes für den Weinbau durchgeführt. Dabei wurden neben dem Leistungsbedarf im stationären Zustand die Luftstromprofile aufgezeichnet. Im Anschluß daran wurde beim Befahren einer Meßbahn das Penetrationsverhalten, die Vertikalverteilung und die Wirkstoffverluste untersucht.

Unter den bereits eingeführten Bauarten konnte das Tangentialgebläse seine Führungsposition behaupten. Aufgrund strömungstechnischer und praktischer Überlegungen wurde das Tangentialgebläse unter Berücksichtigung der Meßergebnisse des Vorjahres in Zusammenarbeit mit einem Gebläsehersteller einer eingehenden Überarbeitung unterzogen. Dabei wurden die Düsenstatioenen außerhalb des Luftstromes an beweglichen Trägern positioniert, beide Lüftereinheiten wurden mit separater Drehzahlregelung ausgestattet und für den Anschluß einer elektronischen Luftstromregeleinheit vorbereitet. Auf diese Weise konnte die Applikationsqualität des Tangentialgebläses deutlich verbessert werden. Als herausragende Neuentwicklung konnte sich ein Radialgebläse anhand der Meßergebnisse qualifizieren. Das Luftleitsystem dieses Gebläsetyps ermöglicht im Bereich der Traubenzone eine exaktere Anpassung der Luftführung an die Laubwandgeometrie und im Bereich der Gipfelzone eine mit dem Tangentialgebläse vergleichbare Begrenzung des Luftstromes.

Neben der reinen Typenbewertung trat im Verlauf der Untersuchungen ein weiterer Aspekt in den Vordergrund, der sich mit dem Begriff "bauartspezifische Konfektionierung des Düsenverbandes von Gebläsen" umschreiben läßt. Ersten Ergebnissen zufolge stellt diese ein vielversprechendes Instrument zur weiteren Steigerung der Applikationsqualität dar. Damit könnte auch vonseiten der Gerätetechnik ein Bogen zu neuen, zeitgemäßeren Dosiermodellen, wie sie z.Z. diskutiert werden, gespannt werden.


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Einsatz und Bedeutung von Zweistoffdüsen im Rheinland

Jörg Klingenmaier, Pflanzenschutzdienst Bonn, Landwirtschaftskammer Rheinland

Im Rheinland werden ca. 5.500 Feldspritzen eingesetzt, davon sind derzeit 98 Feldspritzen mit den aktiv Luftunterstützten Zweistoffdüsen ausgerüstet. Trotz der zusätzlichen Anschaffungskosten von ca. 500 € je m Arbeitsbreite und der relativ kleinen Betriebsstrukturen, ist das Interesse an dieser Technik groß wodurch der Anteil dieser Geräte steigen wird.

Der Vorteil dieser Spritztechnik liegt in der Verringerung der Wasseraufwandmenge auf 80 l bis 100 l je ha. Es werden ca. 60 l Luft je Minute und Düse mit einem zusätzlichen Kompressor an Der Feldspritze erzeugt, die über eine gesonderte Luftleitung zu den einzelnen Düsen Transportiert wird. In der Düse wird die Luft mit der Spritzbrühe gemischt.

Der Luftdruck wird unabhängig vom Spritzdruck gesteuert, was ein Steuern der Tropfengröße ermöglicht. Durch die geringe Wassermenge je Hektar wird eine hohe Schlagkraft erreicht. Beim Einsatz von Kontaktmittel wird eine gute Oberflächenbenetzung erreicht. Speziell bei der Unkrautbekämpfung in Zuckerrüben zeigt diese Technik ihre Stärken, da hier mit einer geringen Wassermenge eine gute Benetzung erreicht wird.

Als großer Nachteil steht dem gegenüber, dass derzeit keiner dieser Zweistoffdüsen im Verzeichnis der verlustmindernden Geräte eingetragen ist und somit keine Verminderung von Abständen zu Gewässern und Saumbiotopen möglich ist. Auch muss der Umgang mit den hohen Brühkonzentrationen gelernt werden sowie das reinigen der Geräte sehr viel Sorgfalt erfordert, weil kleinste Ablagerungen an den Prallkörper der Düsen zu einer schlechten Querverteilung führt.

Sinnvoll erscheint die Anschaffung bei Betrieben, die eine hohe Schlagkraft fordern, sowie einen hohen Anteil Hackfrüchte in der Fruchtfolge, speziell Zuckerrüben anbauen. Eine Verringerung des Pflanzenschutzmittel Aufwand durch diese Technik, muss differenziert betrachtet werden und ist stark vom eingesetzten Mittel möglich.


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Voraussetzungen für die Praxiseinführung der sensorgestützten Unkrauterkennung

Gerhard Wartenberg, Potsdam

Nachhaltige Landbewirtschaftung fordert die Entwicklung neuer Verfahren für die bedarfsgerechte Anwendung von Agrarchemikalien. Der teilflächenspezifische Einsatz von Herbiziden ist seit Jahren ein Gegenstand intensiver Forschungs- und Entwicklungsarbeiten. Schritte zur praktischen Anwendung lassen sich jedoch noch nicht deutlich erkennen.

Der Beitrag soll Bearbeitungsstand und Gründe für die fehlende Marktreife technischer Entwicklungen untersuchen. Am Beispiel umfangreicher Praxisversuche werden die nachfolgenden Fragestellungen bewertet:

  • Entwicklungsstand der Unkrauterkennung und gegenwärtige technische Realisierungsmöglichkeiten.
  • Aufwand und Nutzensrelationen als Grenze für technische Entwicklungen.
  • Notwendigkeit der Erarbeitung weiterer pflanzenbaulicher Grundlagen für die differenzierte Anwendung von Herbiziden.
  • Anforderungen an zukünftige Applikationstechnik.

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Lösungsansatz für eine teilflächenspezifische Applikation von Fungiziden unter Praxisbedingungen

Dr. Karl-Heinz Dammer

Im Gegensatz zur teilflächenspezifischen Düngung, Aussaat und auch Herbizidapplikation steht die bedarfsgerechte Ausbringung von Fungiziden erst am Anfang. Hauptprobleme dabei sind:

  • Auftreten mehrerer Krankheitserreger gleichzeitig im Bestand
  • hohe Ausbreitungsgeschwindigkeit von Pilzkrankheiten setzt ein schnelles Reagieren vom Erstauftreten bis zur Applikation voraus
  • hoher Arbeitsaufwand bei Krankheitsbonituren, vor allem beim Auftreten von latentem Befall
  • zur Zeit keine Echtzeitverfahren zur sensortechnischen direkten Erkennung von Pflanzenkrankheiten praxisverfügbar.
Es werden Versuche vorgestellt, bei denen die momentane ortsspezifische Pflanzenoberfläche genutzt wird, um bei Getreide die Fungizidaufwandmenge zu optimieren.

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Precision Farming und Düsen am Beispiel von VarioSelect

Dr. Bernd Göbel, Lechler GmbH

VarioSelect ist ein Mehrfach - Düsenträger, mit dem je nach Konfiguration bis zu 4 Düsen einzeln oder in Kombination spritzend gefahren werden können. Dies wird erreicht mittels pneumatischer Einzelschaltung jeder Düse am VarioSelect. Dadurch ergibt sich ein gänzlich neues Dosierverhalten der Feldspritze. Die Bestückung erfolgt mit Düsen verschiedener Größen (z.B. 4-fach Düsenträger mit grob-/sehr grobtropfigen Injektordüsen in der Kombination 01, 015, 02, 04 oder 015, 02, 03, 05). Feldspritzen werden mit VarioSelect tauglich für die teilflächenspezifische Applikation. VarioSelect - kombiniert mit dem MÜLLER-LBS-Controller - ermöglicht (bei gleichbleibender Fahrgeschwindigkeit) eine jederzeitige variable Anpassung der Ausbringmenge an die Sollmenge über einen Bereich von 50 bis 600 l/ha und mehr. Dies gilt insbesondere z.B. in Verbindung mit dem on-line messenden Hydro-N-Sensor bei der Ausbringung von Flüssigdünger (AHL). Weitere Einsatzvarianten von VarioSelect sind die gezielte Zu- und Abschaltung einzelner Düsengrößen für eine stufenweise Änderung der Ausbringmenge während der Fahrt oder die komfortable Umschaltung während des Spritzens an Gewässern auf eine BBA-anerkannte, verlustmindernde Düsengröße. Durch das dauerhafte Spritzen während der Überfahrt sind Spritzlücken in der Längsverteilung ausgeschlossen.

VarioSelect besteht aus verschiedenen Einzelkomponenten. Eine konventionelle Klappschelle sitzt auf dem flüssigkeitsführenden Rohr mit vertikalem Abgang zum L-Stück zur Aufnahme eines Ventilkörpers (Montage von 2 Düsen) oder zum T-Stück zur Aufnahme von zwei Ventilkörpern (Montage von 4 Düsen). Ein Ventilkörper besteht aus zwei Einzelventilen, jeder Ventilkörper hat zwei alternativ zu betreibende Anschlussmuffen als Flüssigkeitseingang, mittig oder tangential. Diesem Eingang schließt sich der zentrale Verbindungskanal an, der die Ventilkammern beaufschlagt. Die beiden Anschlüsse für die Pneumatik sitzen im oberen Teil des Ventilkörpers. Spritzen: Ventil "auf" mittels Druckluft, Abschalten: Ventil "zu" mittels Federkraft. Es erfolgt jeweils eine Kolbenbewegung nach oben bzw. unten, die Abdichtung von flüssigkeits- und luftführenden Kanälen erfolgt über O-Ringe. Eine Schmierung geschieht über einen Öler in der Pneumatik. Alle Verbindungen zwischen Schelle, L-/T-Stück und Ventilkörper bestehen aus Raststeckverschlüssen, gesichert mit U-Bügeln. L- und T-Stück sind durch das Stecksystem um 90 Grad gedreht einbaubar, dadurch kann der Ventilkörper wahlweise vor, hinter oder unter der Spritzleitung sitzen.

Aus den verschiedenen Anschlussmöglichkeiten ergibt sich eine Vielzahl von Anbaumöglichkeiten am Spritzbalken. Zur Gewährleistung der korrekten Ausrichtung der Düsen ist im Ventilkörper die Aufnahme für die Düsenkappe vorher entsprechend einstellbar. Alle Ventilkörper eines Feldspritzgestänges werden in gleicher Düsenkonfiguration (Größe, Typ) bestückt. Die Düsen eines Nestes und die der Nester untereinander beeinflussen sich nicht negativ in der Querverteilung. Zur Teilbreitenschaltung und zur Schaltung von Düsen über das gesamte Gestänge werden die Einzelventile entsprechend pneumatisch gesteuert.

Variable Ausbringmengensteuerung ("Vario"): bei vier Injektor-Düsen der Kaliber 01, 015, 02 und 04 ist je Düsennest im eingegrenzten Druckbereich von 3 bis 6 bar ein Volumenstrom von 0.4 bis 4.80 l/min möglich, also ein Rate von 1 zu 12. Wird dies auf eine konstante Fahrgeschwindigkeit von 7 km/h bezogen und unter Berücksichtigung der bis zu 12 verschiedenen Schaltkombinationen der vier Düsen, ergibt sich eine Rate von 70 bis 840 l/ha. Die Spanne vergrößert sich, wenn der Druckbereich 3 bis 8 bar beträgt bzw. die Fahrgeschwindigkeit verändert wird. Mittels MÜLLER-LBS-Controller und herkömmlicher Volumenstromregelung an der Feldspritze wird bei Erreichen eines programmierten maximalen Volumenstroms der kleinsten Düse auf die nächst größere Düse oder Düsenkombination umgeschaltet, gleichzeitig wird der aktuelle Spritzdruck an die gestiegene Sollmenge angepasst. Dies lässt sich fortsetzen bis zur größtmöglichen Ausbringmenge. In umgekehrter Weise wird herunter gesteuert. Bei teilflächenspezifischer Ausbringung wird das gesamte Kennlinienfeld abgefahren.

Selektive Ausbringmengensteuerung ("Select"): bei den vier spezifizierten Düsen (s.o.) einzeln und kombiniert, konstanter Fahrgeschwindigkeit und Druck (4 bar) lässt sich stufenweise ein Volumenstrom je Düsennest im Verhältnis von 1:4 bis 1:8 (0.46 bis 3.92 l/min) erreichen. So können beispielsweise 100, 200, 300 und 400 l/ha und mehr selektiv eingestellt werden.


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EN-/ISO-Normen für Pflanzenschutzgeräte und deren Nutzen für die landwirtschaftliche Praxis

Dr. Ganzelmeier

Bekanntlich enthält die EU-Richtlinie 91/414 keine Regelungen für Pflanzenschutzgeräte. Seit Jahren wird daher die europäische (CEN) bzw. internationale (ISO) Normung genutzt, um auch die technischen Anforderungen an Pflanzenschutzgeräte zu harmonisieren.

Im Jahr 1992 wurde von deutscher Seite die Erarbeitung einer EN-Norm für neue Pflanzen-schutzgeräte angeregt und von den anderen CEN-Mitgliedern mehrheitlich unterstützt. Diese EN-Norm (EN 12761) ist nunmehr veröffentlicht und liegt in den drei Sprachfassungen (Eng-lisch, Französisch, Deutsch) vor. Von deutscher Seite wurde hierzu einer hoher Input erbracht mit dem Ergebnis, dass der weit überwiegende Teil der BBA-Anforderungen/Merkmale für Feldspritz- und Sprühgeräte dort Eingang gefunden hat. Im Interesse von europaweit einheit-lichen, das heißt harmonisierten Anforderungen an Pflan-zenschutzgeräte wird die BBA bei den wenigen Differenzen, die zwischen BBA-Merkmalen und der EN 12761 noch bestehen, die EN-Anforderungen in die BBA-Merkmale überführen und eine Übereinstimmung der BBA-Merkmale mit der EN 12761 herbeiführen. In der EN 12761 noch nicht berücksichtigte Merkmale, wie z. B. die zur Innen- und Außenreinigung der Feldspritz- und Sprühgeräte wer-den bei der BBA-Prüfung beibehalten. Eine ISO-Arbeitsgruppe befasst sich bereits mit dieser Thematik (der Berichterstatter ist Leiter dieser Arbeitsgruppe), so dass bei der Fortschreibung der EN 12761 diese entsprechend angepasst werden kann.

Neben der genannten EN 12761 stehen für Pflanzenschutzgeräte weitere zwei EN-Normen, 20 ISO-Normen und vier DIN-Normen zur Verfügung bzw. kurz vor ihrer Veröffentlichung. Derzeit werden auf Arbeitsgruppenebene noch acht ISO-Projekte und ein EN-Projekt bear-beitet, die nach der Bearbeitungs- und Abstimmungsphase in den nächsten Jahren noch dazu-kommen werden.

Die Verfügbarkeit von EN-/ISO-Normen ist in hohem Maße auch im Interesse der deutschen und europäischen Hersteller von Pflanzenschutzgeräten, die heute ihre Geräte europa- bzw. weltweit absetzen und dem nationale Regelungen entgegenstehen. Ein Gleichklang zwischen BBA-Merkmalen/Prüfmethoden und EN-/ISO-Normen ist weiterhin geboten, weil dadurch ein deutscher Sonderweg vermieden und bei Pflan-zenschutzgeräten gleichzeitig ein hohes Niveau sichergestellt ist.

Darüber hinaus ergeben sich aus der Normung noch eine Reihe weiterer Vorteile zum Nutzen für Pflanzenschutzgerätehersteller, Landwirte und Prüfstellen, die sich wie folgen zusammenfassen lassen:

  • EN-/ISO-Normen legen den Stand der Technik fest, der auf eine europaweite und internationale Akzeptanz zurückgeht.
  • Hersteller von Pflanzenschutzgeräten/Prüfinstitutionen berücksichtigen Normen bei ihren Entscheidungen/Prüfungen. Eine Verpflichtung zur Einhaltung von EN-/ISO-Normen besteht zunächst jedoch nicht.
  • Mandatierte Normen werden vielfach zur Interpretation von allgemeinen Schutzanforde-rungen herangezogen. Werden solche EN-/ISO-Normen nicht eingehalten, muss seitens des Herstellers der Beweis geführt werden, dass auch durch eine andere technische Lö-sung die allgemeinen Schutzanforderungen erfüllt werden (Beweislast!).
  • Eine europa-/weltweite Vermarktung von Maschinen und Geräten wird erleichtert, wenn diese mit bestehenden EN-/ISO-Normen übereinstimmen.
  • Die gegenseitige Anerkennung von Prüfungen einzelner Mitgliedstaaten in der EU wird erleichtert, wenn diese auf der Grundlage von EN-/ISO-Normen durchgeführt werden.
  • Der landwirtschaftlichen Praxis steht eine größere Auswahl von geprüften und anerkannten Geräten/Maschinen zur Verfügung, wenn Prüfungen eines Prüfinstituts europaweit akzeptiert und anerkannt werden.
  • Kosten und Zeit werden eingespart, wenn Mehrfachprüfungen von Geräten und Maschinen entfallen können.
  • Die Prüfinstitute in der EU werden sich zu Kompetenzzentren (Kernbereiche mit höherer Kompetenz) entwickeln und in einem Prüfstellenverbund als "Virtuelle Europäische Prüf-stellen für Landmaschinen" zusammenarbeiten.
  • Eine ausreichende Anzahl von EN-/ISO-Normen könnte Entscheidungsträger veranlassen, die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln an die Verwendung geeigneter und zuverlässig arbeitender Pflanzenschutzgeräte (die bestimmten EN-/ISO-Normen entsprechen müssen) zu knüpfen.

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"Auswirkungen der Einsatzdauer von Düsen auf Tropfengröße und Abtriftklassifikation".

Herr Osteroth

In Zusammenarbeit mit dem Pflanzenschutzamt Hannover wurden im Jahr 2001 drei Standarddüsensätze (LU 120 04 POM, XR 110 04 VS, AXI 110 04 Keramik) sowie vier Injektordüsensätze (ID 120 03 POM, AI 110 03 VS, TD 110 03 Keramik, AIRMIX 04 Kunststoff) einem Verschleißtest ausgesetzt. Der Test erfolgte mit Kupfer-Suspension (Funguran 0,5 %, Wirkstoff: Kupfer-Oxychlorid) über eine Dauer von 1000 h mit unterschiedlichen Drücken. Während die Standarddüsen bei 3,0 bar betrieben wurden, betrug der Spritzdruck der Injektordüsen 6,0 bar.

Ergebnis:

Die Änderungen der Volumenströme der einzelnen Düsen über die Versuchsdauer sind gering bis nicht erkennbar. Erstaunlich ist, dass Kunststoffdüsen offensichtlich ein gewisses Quellverhalten zeigen, da zunächst eine Abnahme und nach 100 h eine geringe Zunahme des Einzeldüsenvolumenstromes beobachtet wurde. Kunststoffdüsen und Edelstahldüsen sind hinsichtlich des Verschleißverhaltens unter den oben genannten Bedingungen gleichwertig. Keramikdüsen zeigten praktisch keine verschleißbedingte Zunahme des Düsenvolumenstromes.

Der höhere Spritzdruck der Injektordüsen hat keinen nachweisbaren Einfluss auf den Verschleiß.

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Das Driftverhalten der Düsen wird durch das Tropfengrößenspektrum und den Driftpotential-Index (DIX) charakterisiert. Die Veränderungen der Tropfengrößen bewegen sich außer einem Anstieg um 7 % bei einer Injektorflachstrahldüse aus Kunststoff innerhalb der statistischen Streubreite. Eine Zunahme der Abtriftneigung konnte sogar bei einer Einsatzzeit von 1000 Stunden nicht festgestellt werden (Tab. 3).

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Belastungen der Feldwege in Raumkulturen durch Pflanzenschutzmittel

Ipach, Roland, Fachbereich Phytomedizin, Staatliche Lehr- und Forschungsanstalt Neustadt/Weinstraße

Die Raumkulturen wie Obst- und Weinbau bestehen meistens aus zusammenhängenden, aber sehr kleinstrukturierten Parzellen, die häufig in hängigem oder gar steilem Gelände liegen. In der Regel sind dabei alle Flächen über Bewirtschaftungswege zu erreichen. Dadurch ist der Anteil an Feldwegen im Verhältnis zur Kulturfläche recht hoch. Häufig sind die Wege befestigt und dabei so ausgebaut, dass sie auch Regenwasser und anfallendes Oberflächenwasser abführen können. Rein rechnerisch können auf einen Kilometer Feldweg bis zu eintausend Kulturreihen (Weinbau) stoßen. Entsprechend groß ist auch die Anzahl von Ein- bzw. Ausfahrten bei Pflanzenschutzmaßnahmen aus der Kulturfläche, die fast immer über den Feldweg erfolgen. Geräte die nicht ordnungsgemäß bedient werden oder deren Düsen nachtropfen, können dabei die Wege mit Pflanzenschutzmittel kontaminieren. Beim nächsten Niederschlag besteht dann die Gefahr, dass die Pflanzenschutzmittel von den befestigten Wegen abgewaschen werden. Untersuchungen haben gezeigt, wie eine unnötige Belastung der Wege durch Pflanzenschutzmittel vermieden werden können. Dabei sind vom Anwender mehrere Vorgaben nach guter fachlicher Praxis einzuhalten: Keine nachtropfenden Düsen verwenden - Tropfstopp- oder Rücksaugeinrichtungen einbauen. Düsen genau am Ende der Baum- oder Rebreihe mit Zentralabsperrung ein- bzw. ausschalten (eine Schaltung über Sensorsteuerung ist von Vorteil) - nicht über Zapfwelle schalten. Zwischen der bestockten Fläche und den Wegen ein Randstreifen von mindestens einem Meter Breite als Schutzstreifen belassen.

Auch sollte darauf geachtet werden, dass bei Flurbereinigungsmaßnahmen die Anzahl befestigter Wege die Regenwasser abführen können, auf ein notwendiges Maß beschränkt bleibt.


Gruppendiskussion Schwerpunktthema PrecisionFarming

Forderungen an die Applikationstechnik:

  • online Unkrauterkennung und Bestimmung der Pflanzenmasse mittels Kamera und geeigneter Sensoren einschl. entsprechender Auswertealgorithmen
  • Hohe Dynamik in der Steuerung von Ausbringmengen (Trägerstoff, incl. Flüssigdünger), variabel von 0 bis Max. bzw. stufenweise (z.B. 100%/75%/50%) bei gleicher Konzentration, optional gleicher Wirkstoffmenge
  • Wirkstoffspezifikationen bei Herbiziden (Wechsel von Blatt- und Bodenwirkung; Mono- und Dikotyle)
  • Differenzierte Mengensteuerung über die Arbeitsbreite einer Spritze (links/rechts; teilbreitenbezogen oder variable Teilbreitensegmente)
  • Annähernd gleiche Zerstäubungsqualität bei unterschiedlichen Ausbringparametern
Fazit: Gegenwärtige Gerätetechnik, auch unter Berücksichtigung von Verfahrensprototypen, kann Forderungen teilweise realisieren, teilweise besteht jedoch hoher Bedarf an Entwicklungsarbeit.

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Diskussionsforum "Aufwandmengen in Raumkulturen":

Die Diskussionsteilnehmer regten eine Arbeitsgruppe "Aufwandmengen in Raumkulturen" an, da das Thema recht vielfältigen Diskussionsstoff bot. Die verschiedenen existierenden Modelle sind zum einen sehr stark vereinfacht, so daß sie die Zielflächen nur bedingt widerspiegeln oder die Modelle sind derart aufwendig, daß sie von Praktikern kaum akzeptiert werden.

Ziel der Arbeitsgruppe "Modell zur Aufwandmengen-Berechnung in Raumkulturen" ist die Festlegung eines Europaweiten Berechnungsmodells. Das Berechnungsmodell soll die Zielfläche zum Applikationszeitpunkt als Grundlage verwenden.

Bei der Bestimmung der Zielfläche gibt es folgende Unterscheidungskriterien:

Was ist die biologische Zielfläche?

Bei der Biologischen Zielfläche gibt es unterschiedliche Ziele, z.B. Skelettkulturen (Bäume, Sträucher) und aufwachsende Kulturen (austreibend oder einjährig). Bei der biologischen Zielfläche gilt es auf einen Initialbelag zur Gewährleistung einer Wirkung auf der Zielfläche zu erzeugen. Die Zielfläche kann hierbei Blattfläche als auch Skelettstruktur sein. Eine mögliche Kenngröße ist der Blattflächenindex abhängig vom ntwicklungsstadium der Kulturen.

Welche Fläche ist gerätetechnisch erreichbar?

Es gilt zu differenzieren, wie die Geräteeinstellung gleichmäßige vertikale Verteilungen gewährleisten kann und wie ist die Verteilung auf unterschiedliche räumliche Ausdehnungen anzupassen ist.

In die Überlegungen zu dem Modell sollten die bisherigen Berechnungsmodelle, die Laubwandfläche, Anbaufläche, Reihenabstand, Baumvolumen, Blattflächenindex möglichst mit eingebunden werden. Eine Kombination oder Anpassung der verschiedenen Modelle, je nach Entwicklungsstadium oder Kulturform wäre denkbar, so daß letztendlich auch mehrere Modelle verwendet werden könnten.

Gleichzeitig sollte die "Aufwandmengenberechnung in Raumkulturen" derart einfach sein, daß sie für den Praktiker hinreichende Anwendungssicherheit und gleichmäßige Behandlungsdichte gewährleistet, damit die Berechnungen z.B. auch für Rückstandsstudien verwendet werden können.

Zunächst wird die Arbeitsgruppe vorhandene Daten gemeinsam sichten und Vergleichsversuche für eine weitere interne Diskussionsbasis erarbeiten.

Teilnehmer der Arbeitsgruppe: (alphabetische Ordnung)

Dr. Bäcker, Forschungsanstalt Geisenheim
Dr. Dechet, IVA Frankfurt
Dr. Reinhard Frießleben, Aventis
Prof. Ganzelmeier, BBA Braunschweig
Hr. Ipach, SLFA Neustadt/Weinstraße
Dr. Koch, LPP Mainz
Hr. Raisigl, Syngenta/Novartis Crop Protection Basel
Hr. Rödler, Bundesamt und Forschungszentrum für Landwirtschaft Wien
Hr. Schmidt, Landesanstalt für Pflanzenschutz Stuttgart
Dr. Stadler, BASF AG, Agrarzentrum Limburgerhof


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