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Arbeitskreis
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Tagung am 18. März 2003 |
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| 13:30 | R. Frießleben | Begrüßung / Tagesordnung |
| 13:40 | H. Raffel | Sind Grenzen zwischen Risiko und biologischer Wirkung bei der Anwendung von Produkten kalkulierbar? (Abstract) |
| 14:00 | R. Ippach | Ergebnisse von Düsenvergleichen (Standarddüse/Injektordüsen) im Weinbau (Abstract) |
| 14:20 | R. Schubert | Leistungsmöglichkeiten moderner Feldspritzgeräte (Abstract) |
| 14:40 | R. Frießleben | Zusammenfassende Ergebnisse biologischer Versuche im Acker- und Obstbau (Abstract) |
| 15:00 - 15:30 | Diskussion der 3 Vorträge |
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| 15:30 - 16:00 | Kaffeepause |
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| 16:00 | G. Bäcker | Applikation im Rebschutz mit mehrreihigen Tunnelgeräten (Abstract) |
| 16:20 | H. Neururer | Pflanzenschutzmittel in Bezug auf EU-Förderung, Versicherungsschutz und Schadenersatz im Zivilprozeß (Abstract) |
| 16:40 | R. Wohlhauser | Wassersensitives Papier - Nur nutzbar als Möglichkeit zur visuellen Kontrolle bei Applikationen? (Abstract) |
| 17:00 | U. Raisigel | Abdriftpotential-aus dem Tropfengrössenspektrum ablesbar? |
| 17:20 | Kemper | Anforderungen an Pflanzenschutzgeräte aus Sicht der Praxis |
Tagung am 19. März 2003 |
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| 17:20 | G. Rödler | Geräteaufgebaute Driftschutzfolien in Raumkulturen (Abstract) |
| 8:40 | H. Müller | ISOBUS für den Einsatz im Pflanzenschutz (Abstract) |
| 9:00 | H. Dammann | 7 Jahre Erfahrungen mit pneumatische Direktschaltung an der Düse (Abstract) |
| 9:20 | A. Schenk | Kontrolle von Sprühgeräten und Spezialspritzgeräten sowie allgemeine Probleme bei der Prüfung von Feldspritzgeräten (Abstract) |
| 10:00 - 10:30 | Pause |
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| 10:30 | H. Ganzelmeier | GIS-basierte Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln (Abstract) |
| 10:50 | H. Osteroth | Ergebnisse der ISO-Arbeitsgruppe Gerätereinigung |
| 11:10 | Zb.Czaczyk, H. Kramer, S.Kleisinger | Verschleißverhalten von Pflanzenschutzdüsen - Einfluss der Verschleißmittelkonzentration(Abstract) |
| 11:30 | R. Stadler | Dosiermodelle in Raumkulturen - aktueller Stand und weiteres Vorgehen (Abstract) |
| 12:15 | Berichte aus den Arbeitsgruppen Gerätereinigung; Abdrift; Precision farming (Abstract) | |
| 12:40 | Mitgliedschaft / sonstiges / nächste Tagung | |
| 13:00 | Ende der Tagung / Mittagessen | |
Arbeitsgruppen:
Die Leitung der Arbeitsgruppe Gerätereinigung wird von Herrn Jörg Klingenmaier übernommen.
Mitgliedschaften:
Als neues Mitglied im Arbeitskreis wurde Herr Dr. Harald Kramer - Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe aufgenommen. Der Arbeitskreis dankte den Herren Dr. Schubert, Ripke und Dr. Pape für Ihre langjährige aktive Mitwirkung.
Nächste Tagung:
Die Nächste Tagung findet am 17. Und 18. März 2004 bei der Firma BASF statt.
Dr. Reinhard Frießleben
Leiter des Arbeitskreises Applikationstechnik
Am Beispiel von Herbizid-, Fungizid- und Insektizidversuchen wird der Frage nachgegangen, ob bei der Anwendung von Produkten die biologische Wirkung bei der Anwendung kalkulierbar sind und somit bereits bei der Anwendung die biologische Wirkung abschätzbar ist.
Bei der Herbizidanwendung bestehen bei den Schadgräsern bzw. Unkräutern unterschiedliche Retentionsvermögen, die vor allen Dingen durch das Entwicklungsstadium, den Habitus (Wuchsform, Blatthaltung, Blattstellung, Blattform) der Pflanze und die Beschaffenheit der Blattoberfläche (Relief, Rauhigkeit, Behaarung,Wachsausbildungen) vorgegeben sind. Die besten Retentionseigenschaften ergeben sich bei stark behaarten Oberflächen, die eine Aderung aufweisen, zudem rauh sind und keine kristallinen epikutikulären Wachsauflagerungen besitzen. So weisen efeublättriger und persicher Ehrenpreis bezüglich der Aderung und der Behaarung Unterschiede auf, die sich in der Retention mit 451 +/- 57 µl/gTM bei dem efeublättrigen zu 608 +/- 51 µl/g TM bei dem persichen Ehrenpreis unterscheiden [O.A. Welker, 1979].
Diese Unterschiede konnten in einem applikationstechnischen Freilandversuch mit 100 -170 - 400 l/ha Wasseraufwandmenge bestätigt werden. Bei dem persichen Ehrenpreis wurde mit 7,5 bis 8,8 ng/cm2 bis zu doppelt soviel Aktivsubstanz angelagert, wie bei dem efeublättrigen Ehrenpreis mit 3,7 bis 4,5 ng/cm2. Somit beeinflußt die Oberflächenbeschaffenheit die angelagerte Spritzflüssigkeit stärker als die Wasseraufwandmenge.
Ungräser besitzen häufig epikutikuläre Wachsauflagerungen, sind in der Regel bei der Anwendung sehr klein und ungünstig zur Düse ausgerichtet. Somit kann es bei Wasseraufwandmengen von mehr als 300 l/ha, grobtropfig appliziert, zu einem Abrollen von Spritzflüssigkeit kommen. Bei einer gleichzeitigen Reduktion der Produktaufwandmenge kann unter Umständen die Wirkung nicht mehr gewährleistet sein, sofern es sich um rein blattaktive Produkte handelt. Bei ungünstigen klimatischen Bedingungen, wie beispielsweise geringer Luftfeuchte, kann durch die Zugabe eines Additives die Wirkstoffaufnahme erhöht und die Wirkung, insbesondere bei der Ungrasbekämpfung, abgesichert werden.
Bei applikationstechnischen Fungizidversuchen kann mittels fluorometrisch markierter Aktivsubstanz die Abhängigkeit zwischen angelagerter Produktmenge und dem Krankheitsbefall herausgearbeitet werden. Wird bei gleicher Wasseraufwandmenge die Wirkstoffmenge reduziert, resultiert hieraus unmittelbar eine geringere Aktivsubstanzmenge pro cm2 Blattfläche. Die Folge hiervon ist der Anstieg des Befallsrisikos, sobald eine kritische Grenze an Wirkstoff unterschritten wird. Diese Grenze ist vom Wirkstoff, der Wirkungsweise und dem Krankheitserreger abhängig. In dem vorliegenden Versuch wurde eine 100 % Kontrolle von Septoria bei mehr als 1,2 µg /cm2 Aktivsubstanz erzielt während bei weniger als 1,0 µg/cm2 der Befall auf 20 % anstieg.
Bei dem Insektizidversuch gegen Blattläuse (187 Läuse / 20 Triebabschnitte) in Ackerbohnen wurden Wassermengen von 150 l/ha und 300 l/ha jeweils mit KARATE ZEON und der Tankmischung KARATE ZEON + PIRIMOR gefahren. Gerade bei sehr schwer erreichbaren Schaderregern zeigt sich, dass die Wasseraufwandmenge eine sehr zentrale Bedeutung für die Biologie besitzt. So konnte in beiden Varianten mit 300 l/ha Wasser eine 100 %-ige Kontrolle erzielt werden. Durch den Einsatz der Tankmischung wurde zudem die Wirkungsgeschwindigkeit verbessert und auch versteckt sitzende Läuse erfasst.
Bei dem Einsatz von Pflanzenschutzprodukten besteht durchaus die Möglichkeit, die Risiken in der Biologie abzuschätzen, wenn die Kenntnisse über Kultur und Schaderreger mit den Anforderungen des Produktes unter Berücksichtigung klimatischer Faktoren verknüpft werden.
Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln wird immer stärker von Auflagen und Anwendungsbestimmungen geregelt. In der Nähe von Oberflächengewässern und terrestrischen Strukturen müssen je nach Gefährdungspotential eines Mittels unterschiedliche Abstände eingehalten werden. Häufig sind diese Abstände so groß, dass große Bereiche der Kulturfläche zu den angrenzenden gefährdeten Flächen nicht mehr ordnungsgemäß bewirtschaftet werden können. Die Zulassungsbehörden haben jedoch die Möglichkeit geschaffen, dass durch den Einsatz risikomindernder Anwendungsbestimmungen, vor allem durch die Anwendung von anerkannt verlustmindernder Geräte, die Abstände zu Nachbarflächen deutlich verringert werden können. Mit Ausnahme der Recyclinggeräte sind für den Weinbau immer nur Kombinationen bestimmter Geräte, abdriftarmer Düsen und Anwendungsverfahren als verlustmindernd anerkannt. Dabei sind als abdriftarme Düsen immer grobtropfig arbeitende Düsen wie Injektordüsen (z.B. Lechler ID oder Albuz AVI) oder Antidriftdüsen (z.B. Lechler AD oder TeeJet DG) einzusetzen. Das mit diesen Düsen erzeugte Tropfenspektrum ist dabei um den Faktor 2 bis 3 gröber als jenes, das mit herkömmlichen Hohlkegeldüsen erzeugt wird. Bisher galt, dass mit möglichst feinen Tropfen eine bessere und gleichmäßigere Verteilung und Anlagerung und damit einen besseren Bekämpfungserfolg erzielt werden kann als mit größeren Tropfen. Zur Überprüfung dieser These wurde in Rheinland-Pfalz ein landesweiter Versuch im Weinbau durchgeführt. An mehreren Standorten wurden an verschiedenen Rebsorten unterschiedliche Spritzfolgen mit Standard- und Injektordüsen ausgebracht. Eine Auswertung der unterschiedlich behandelten Parzellen auf die häufigsten Krankheiten und Schädlinge ergab keine signifikante Unterschiede im Bekämpfungserfolg. Zur Absicherung der einjährigen Ergebnisse werden die Versuche in diesem Jahr wiederholt.
werden von der Konstruktion der Geräte und der Technologie ihres Einsatzes bestimmt. Sie wirken sich betriebswirtschaftlich aus.
Mit Hilfe von Zeitstudien ist nachzuweisen, daß nur max. 50 ... 60 % des theoretisch Möglichen in der Grund- od. Hauptzeit, also dem eigentlichen Spritzen, zu nutzen sind. Die andere Hälfte des verfügbaren Zeitfonds wird zum Erledigen notwendiger Hilfsarbeiten benötigt.
Es betrifft Zeiten für
Mit der verschärften Risikobewertung von Pflanzenschutzmitteln ist die Reduzierung der Abdrift in den vergangenen 10 Jahren weitaus stärker in die Diskussion geraten. In erster Linie wurden bisher technische Ansätze zur Reduzierung der Abdrift, wie grobtropfige Applikation von Pflanzenschutzmitteln, diskutiert. Durch die Einführung von Luftinjektordüsen (z.B. AI; ID; TD; AirMix, IDK) konnte ein bedeutender Beitrag zur Driftreduzierung geleistet werden. Diese Driftreduzierung wird durch ein deutlich vergrössertes Tropfenspektrum erreicht - Tropfengrößen werden im Vergleich zum bisherigen Standard nahezu verdoppelt. Das veränderte Tropfenspektrum und Driftverhalten dieser Düsen ist bereits visuell für jeden Anwender erkennbar.
Mit der Eintragung verschiedener Luftinjektordüsen in die Liste verlustmindernde Geräte vom Januar 2001 wurden dadurch differenzierte Abstände zu Oberflächengewässern und anderen Nichtzielorganismen möglich. Im Vergleich zu bisherigen Düsensystemen sind Abdriftreduzierungen von 50; 75 und 90 % möglich. Diese von allen Fachexperten unumstrittenen Zusammenhänge werden bereits von einer Vielzahl von Anwendern umgesetzt. Dennoch wird immer wieder die Leistungsfähigkeit der grobtropfigen Injektordüsen in Frage gestellt. Nach bisheriger Lehrmeinung galt der Grundsatz „ Je feintropfiger die Applikation desto besser die Wirkung von Pflanzenschutzmitteln“. Vor dem Hintergrund eines in der Praxis vollständig veränderten Tropfenspektrums wurden seit 1994 bei verschiedenen Institutionen und Firmen Versuche zu der Fragestellung angelegt:
„Welchen Einfluß haben grobtropfige Applikationen mit Injektordüsen im Vergleich zum bisherigen Standard auf biologische Wirkungen von Pflanzenschutzmittel“.
Methodik
In umfangreichen praxisnahen Feldversuchen wurden bei optimalen meteorologischen Bedingungen, optimaler gerätespezifischer Einstellung und suboptimalen Einsatzbedingungen von Pflanzenschutzmitteln (Dosierung, Termin, Befallsstärke, Spritzintervalle) die Wirkung von Luftinjektordüsen im Vergleich zu Standarddüsen bewertet.
Insgesamt wurden von 1995 bis 2001 121 Versuche in verschiedenen Obstbau - Indikationen (Schadmilben / Blattläuse und Schorf/Mehltau) bei LA Stuttgart, Aventis CropScience, LFP Mainz, Lechler GmbH, OVB York und BASF durchgeführt. Zum Einsatz kamen praxisübliche Sprühgeräte bei 150 bis 300 l/ha/m Kronenhöhe in verschiedenen Sorten und Erziehungsformen mit verschiedenen zugelassenen Pflanzenschutzmitteln.
In verschiedenen Ackerbauindikationen (Herbizideinsatz in Zuckerrüben, Getreide, Mais und Fungizideinsatz in Getreide und Kartoffeln) bei Wasseraufwandmengen zwischen 100 und 400 L/ha wurden in den Jahren 1994 bis 1999 146 Einzelversuche bei Aventis CropScience, LA Stuttgart, LK Hannover und BASF durchgeführt. Die Versuche wurden teils mit Parzellen- und mit teils mit Praxisspritzen durchgeführt. Dosierung und Terminierung der zugelassenen Pflanzenschutzmittel wurde so gewählt, daß eher verschärfte Selektionsbedingungen für die geprüfte Applikationstechnik gegeben waren. Die Versuche wurden mit den laut Herstellerangaben empfohlenen optimalen Drücken der Injektordüse (4-5 bar Ackerbau und 8 - 15 bar Obstbau) durchgeführt.
Die Ergebnisse wurden zu relevanten Terminen bonitiert. Um die unterschiedlichen Versuche gemeinsam statistisch verrechnen zu können, wurde der bisherige Standard bei der Bewertung = 100 gesetzt und die erzielten Wirkungen bei Verwendung von Luftinjektordüsen relativ dazu verglichen. Statistische Häufigkeitsverteilungen der ermittelten relativen Vergleiche ermöglichen eine bessere Bewertung der geprüften Technik in verschiedenen Indikationen unter unterschiedlichen meteorologischen Bedingungen.
Auswertung / Diskussion der Ergebnisse
In keinem Einzelversuch waren statistisch gesicherte Unterschiede zwischen den geprüften Düsenvarianten festzustellen. Auch die Häufigkeitsverteilungen lassen weder gesicherte Unterschiede noch Tendenzen hinsichtlich der Vorzüglichkeit einzelner Düsenvarianten erkennen. Grobtropfige Applikationen von Pflanzenschutzmitteln haben also im Mittel aller Versuche zu keiner Wirkungsbeeinflussungen geführt. Dies deckt sich mit umfangreichen mehrjährigen Praxiserfahrungen. Einzelne Tendenzen waren dennoch aus den Versuchsdaten abzuleiten. In den Obstbauversuchen bei Schorf- und Mehltaukontrolle hatte die Injektordüse leicht bessere und sichere Wirkungen als der derzeitige Standard, wogegen die Ergebnisse bei der Kontrolle von Schadmilben und nicht so eindeutig zugunsten der Injektordüse ausfielen (geringere Anzahl an Versuchen).
In den geprüften Ackerbauindikationen war die grobtropfige Applikation ebenfalls dem bisherigen Standard vergleichbar. Feintropfige Applikationen hatten geringfügig höhere Sicherheiten bei Gräserkontrolle im frühen Nachauflauf und Fusariumkontrolle (Ährenbehandlung). Dagegen wurden häufig bessere Wirkungen der Injektordüse bei Unkrautkontrolle im späteren Nachauflauf Getreide sowie bei Fungizideinsatz in Getreide und Kartoffeln ermittelt.
Folgende zusammenfassenden Aussagen können aus den Auswertungen der praxisnahen Versuche getroffen werden:
Während der Vegetationsperiode 2002 wurde ein Mechanisierungssystem auf der Basis des neuentwickelten Hochschleppers Z 124 im Weinbau erprobt. Das Gesamtmechanisierungskonzept umfasst Bodenpflege, Laubarbeiten und Pflanzenschutz, wobei das besondere Interesse dem Pflanzenschutz in Verbindung mit einem auf 8 Teilbreiten erweiterten Tunnelspritzverfahren galt. Während zahlreicher Einsätze auf einem 50-ha-Betrieb wurden neben der Aufzeichnung arbeitswirtschaftlicher Daten vor allem Untersuchungen zur Bewertung der Applikationsqualität im Vergleich zum Gebläse-Sprühverfahren durchgeführt.
Als Gesamtmechanisierungssystem bietet der Überzeilenschlepper Z 124 eine interessante Alternative zur konventionellen Bewirtschaftung.
Unter applikationstechnischen Aspekten stellt die kategorische Einstufung des Tunnelspritzverfahrens in die Abtriftminderungsklasse 90 % den entscheidenden Vorteil dar. Hinsichtlich der Belagsqualität und der biologischen Leistung konnten keine Unterschiede zum Sprühverfahren festgestellt werden.
Bei der Pflanzenschutzmittelapplikation mit 4 Teilbreiten ist die Flächenleistung mit der alternativer Verfahren vergleichbar. Kommen 8 Teilbreiten zum Einsatz ist das Tunnelverfahren im gegenwärtigen technischen Entwicklungsstadium auf Grund der schwierigeren Wendemanöver, trotz verkürzter Tankpausen infolge des Recyclingeffektes, gegenüber dem bekannten Verfahren mit dem Vollernterfahrwerk als Trägerfahrzeug leicht im Nachteil.
Eindeutige arbeitswirtschaftliche Vorteile lassen sich jedoch durch Kombination mehrerer Arbeitsgängen erzielen. Unter idealer Voraussetzung könnten zum Beispiel die Bodenpflege in den offenen und begrünten Gassen, der Laubschnitt und der Pflanzenschutz kombiniert werden. Obwohl dabei das Verfahren auf 4 Teilbreiten, d.h. 2 komplette Rebreihen begrenzt ist, konnte damit der Arbeitszeitaufwand auf ein bisher nicht für möglich gehaltenes Maß reduziert werden.
Das Österreichische Programm zur Förderung umweltgerechter extensiver, den natürlichen Lebensraum schützender Landwirtschaft (ÖPUL 2000) in Verbindung mit dem Erlaß des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft vom Juli 2001 sieht vor, daß gewisse Wirtschaftsweisen in der Pflanzenproduktion (Biolandbau und Integrierte Produktion) Flächenförderungen erhalten. Die Förderungen, die von der EU mitfinanziert sind, werden aber nur gewährt, wenn die Vorschriften hinsichtlich des Pflanzenschutzes und der Düngung eingehalten werden. Zu diesen wichtigsten Vorschriften zählen das Verbot der Anwendung bestimmter Pflanzenschutzmittel, die Beachtung der Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern sowie terrestrischen Nicht - Zielorganismen und die dreijährige periodische Überprüfung von Pflanzenschutzgeräten.
Die Vorschriften werden von einer Kontrollbehörde mit der Bezeichnung „Agrarmarkt Austria“ (AMA) überwacht, die bei Verstoß Sanktionen in Form von Rückforderungen bzw. Ausschluß von Förderungen verhängt. In einzelnen Fällen können derartige Sanktionen für den Betrieb ein existenzbedrohliches Ausmaß erreichen. Wenn sich ein Betrieb zu Unrecht von der Kontrollbehörde behandelt fühlt, kann es zu einem Zivilprozeß vor Gericht kommen. Das Gericht hat dann darüber zu entscheiden, ob das unerlaubt verwendete Pflanzenschutz-mittel, das auf den Pflanzen nachgewiesen wurde, vom Landwirt selbst appliziert wurde oder von einer Abtrift stammt. Hat der Landwirt absichtlich oder aus Versehen, bzw. durch Verwendung verunreinigter Geräte, das Pflanzenschutzmittel selbst ausgebracht, dann sind die Sanktionen berechtigt. Ist aber von einer behandelten Nachbarfläche das Mittel durch Wind abgetriftet worden, dann liegt eine Verschuldensfrage vor und sofern der Nachbar haftpflichtverichert ist, trägt den Schaden dessen Betriebshaftpflichtversicherung. Wird aber kein Verursacher gefunden, dann erhält der betroffene Landwirt, Wein- oder Ostbauer keinen Schadenersatz. Die Kontrollbehörde verhängt die Sanktionen, wenn sie ein unerlaubtes Mittel am Pflanzenbestand feststellt, das in den Aufzeichnungen des Landwirtes nicht aufscheint, egal woher es stammt.
Die Beweislast obliegt dem Kläger, also dem Landwirt, der in derartigen Streitfällen zumeist überzeugt ist, daß er das prozeßgegenständliche Präparat nicht verwendet hat.
Die beklagte Partei ist nicht die Kontrollbehörde (AMA) sondern die Republik Österreich, vertreten durch die Finanzprokuratur. Somit trägt der Landwirt das Prozeßrisiko und es ist daher verständlich, daß in der Regel nur dann ein Prozeß angestrengt wird wenn das Prozeßrisiko durch eine Rechtsschutzversicherung abgedeckt ist.
Dem Gerichtssachverständigen obliegt nun die schwierige Aufgabe, Befund und Gutachten zu erstatten, aus dem nachvollziehbar hervorgeht, ob eine Direktbehandlung oder Abtrift vorliegt. Als große Mängel in der Rechtsfindung erweisen sich immer wieder Fehler in der Probenahme, zu große Streuung der Analysenergebnisse sowie unsachgemäße Beurteilung der verschiedenen Abtriftformen durch das Fehlen gesicherter Grenz- oder Toleranzwerte.
Das wasser- und oelempfindliche Papier (WSP und OSP) wurde zu Beginn der 80er Jahre von Ciba-Geigy entwickelt, um die Applikationsqualität bei niedrigen Ausbringmengen beurteilen zu können, und zwar im Feld, ohne aufwändige Analytik und ohne Farbstoffstoffzusatz.
Das WSP ist ein Papier mit einer speziell beschichteten gelben Oberfläche, die sich beim Zusammentreffen mit wässrigen Tropfen dunkelblau verfärbt. Das OSP besteht aus einem schwarzen Papier mit einer dünnen, weissen, oellöslichen Wachsschicht. Beide Papiere zeichnen zuverlässig Tröpfchen > 30 um (OSP), resp. > 50 um (WSP). Zusätzlich sind für das WSP folgende Einsatzgrenzen zu beachten: ab einer rel. Luftfeuchtigkeit von > 70 % beginnt sich das Papier leicht bläulich zu verfärben, ebenso bei Tau und nassen Kulturen. Bei Temperaturen < 8° C können die Tropfen abperlen; zudem besitzt das Papier ein begrenztes Retentionsvolumen.
WSP und OSP können wie folgt eingesetzt werden:
Zur visuellen Beurteilung der Spritzbrühenverteilung in der Kultur (horizontal und vertikal) und am Balken (Ueberlappung), sowie zum Erkennen von fehlerhaften Düsen.
Zur visuellen und quantitativen Beurteilung der Tropfendichte/cm2. Ab einer gewissen Tropfendichte (ab ca. 200 - 400 Tropfen/cm2) wird das Auszählen allerdings schwierig, da sich die Tropfen überlappen.
Zur Bestimmung der Tropfengrösse. Hierbei muss man berücksichtigen, dass der Spritzfleck auf dem Papier mit einem gewissen Spreitungsfaktor dividiert werden muss, um den wahren Tropfendurchmesser zu erhalten. Der Spreitungsfaktor für WSP ist typischerweise ca. 2, kann aber durch die Spritzbrühekonzentration, das Kollektormaterial und die Tropfengrösse beinflusst werden. Die Spreitungsfaktoren beim OSP schwanken zwischen 2 und 5.
Mit Hilfe der D-max Methode kann der mittlere volumetrische Durchmesser (MVD) einfach und schnell bestimmt werden.
Zur Auswertung mit optischen, automatisierten Bildanalysesystemen.
Zur Geräteeinstellung sowie für die Praxis und das Beratungs- und Kurswesen.
WSP und OSP sind im Handel frei erhältlich oder können bei Syngenta bezogen werden, inklusive Broschüre und Tropfenzählhilfe.
Ein Erlass des Bundesministeriums für Land und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) vom 10. Juli 2001 ermöglichte es, unter Beachtung genau vorgeschriebener Auflagen während einer Pflanzenschutzmittel- (PSM) Ausbringung, die Abstände zu Oberflächengewässern zu verringern. Diese österreichische Lösung des Abtrift- und Abstandsproblemes zu Oberflächengewässern war für den Praktiker einfacher und leichter zu verstehen und durchzuführen als die zum Beispiel wesentlich restriktiveren Lösungsansätze in der BRD.
Vorerst!
Denn bereits ein Jahr später, im Agrarrechtsänderungsgesetz vom 19. Juli 2002 wurde im Artikel 5 (Änderung des PSM Gesetzes) festgelegt, dass ein PSM, das „in einem anderen Staat, der Vertragspartner des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum ist, zugelassen ist“, nur mehr eines „vereinfachten Zulassungsverfahren in Österreich“ bedarf. Das bedeutet, dass auch die Abstandsauflagen für den österreichischen Landwirt so zu übernehmen sind, wie sie z. B. in der BRD für das jeweilige PSM vorgeschrieben sind. Da in Deutschland neben den aquatischen auch terrestrische Auflagen auf den PSM Packungen ausgewiesen sind, müssen diese Auflagen nunmehr auch in Österreich vom Praktiker beachtet und eingehalten werden.
Für die vorwiegend sehr kleinstrukturierten landwirtschaftlichen Flächen Österreichs kommt dies in vielen Fällen einem Behandlungsverbot gleich, wobei vor allem Raumkulturen durch die wesentlich höheren Regelabstände zu Nichtzielorganismen am stärksten betroffen sind.
Aus diesem Grunde wurde von der Niederösterreichischen Landesregierung und der ÖAIP ein Forschungsprojekt mit geräteaufgebauten Driftschutzfolien beim BMLFUW eingereicht. Dieser „mitfahrende Driftschutz“ soll folgende Kriterien erfüllen:
Kostengünstig (Recyclinggeräte sind Landwirten meist zu teuer)
Rahmen: Leicht, stabil, chemikalienfest, beidseitig aufsteckbar
Schutzfolie: UV-Licht beständig, reißfest, gut zu reinigen, leicht
Brüherückführung (Auffangrinne, Pumpe)
PSM Einsparung
PSM Kostensenkung
Gleichbleibende Flächenleistung je Zeiteinheit
Hohe Driftreduzierung
(Hohe) Driftreduzierung auch unter Verwendung geräteeigener Gebläseluft
Konstruktion des mitfahrenden Driftschutzes sowie erste Versuche damit am Landesweingut Retz werden vorgestellt.
ISOBUS, was ist das?
eine genormte Verbindung zwischen Traktor und Gerät ist in ISO 11783 genormt die Norm legt die physikalische Verbindung und den Datenaustausch zwischen den Jobrechnern auf dem Traktor, den Maschinen-Jobrechnern und dem Terminal fest. Der Datenaustausch erfolgt über den CAN-BUS.
Merkmale des ISOBUS jeder Jobrechner ist für seine Maschine zuständig nur ein Terminal für alle Maschinen enormter Datenaustausch mit dem Hofcomputer eine Auftragssteuerung für die teilflächenspezifische ewirtschaftung für alle Maschinen.
ISOBUS-Ausrüstungen - BASIC-Terminal entspricht ISO 11783 Grafic-Display 320 x 240 Pixel Bedienung der Maschinen durch 10 Softkeys Arbeitsfunktionen mit Multifunktionsgriff ISOBUS - Grundausrüstung Traktor
Sämtliche Traktoren können mit einer ISOBUS-Grundausrüstung ausgerüstet werden. Ohne Traktor-Jobrechner für gezogene Maschinen, mit Traktor-Jobrechner für alle Maschinen, Anschluß an die Signalsteckdose - DIN 684.1/ISO 11786 für ISOBUS-Traktoren - ISOBUS-Jobrechner - Maschine für die Feldspritzen ist ein leistungsfähiger Jobrechner erforderlich Funktionsumfang :
Ansteuerung und Überwachung sämtlicher brüheführender Ventile
Ansteuerung und Überwachung sämtlicher Hydraulik-Ventile
Optionale Ausrüstungen:
DISTANCE-Control für die automatische Gestängesteuerung
TRAIL-Control für den spurgetreuen Nachlauf der Feldspritze
TANK-Control für die exakte Messung des Faßinhaltes
VarioSelect, elektropneumatische Ansteuerung von Mehrfachdüsenträgern
AIRTEC, Ansteuerung von luftunterstützten Düsen.
Resüme:
- ein Terminal für alle ISOBUS-Maschinen, kostengünstig, kurze Rüstzeiten, bedienerfreundlich, leistungsfähig
- Zukunftssicher, internationale Normung der Schnittstellen (ISO 11783)
Die pneumatisch gesteuerten Einzeldüsenträger sind schon mit meiner Mitwirkung vor Jahren bei einem Lieferanten entwickelt worden. Wir setzen diese in unseren Geräten seit 1996 in der Praxis ein. Besonders die Anwendungsvorteile macht die an sich so sichere robuste Technik so wertvoll.
Besonders zu bemerken ist:Schnelles sicheres An- und Abschalten vor der Düse, ohne Nachzutropfen
Bei Ausstattung mit Düsenleitung Druckumlaufspülung wird der Wirkstoff, ohne anzuspritzen, gleichmäßig in den Düsen verteilt. Dieses bewirkt ein gleichmäßiges zielgenaues Spritzen ohne dass der sogenannte Schmetterlingseffekt entsteht oder alternative Todesstreifen auf dem Vorgewende durch vorheriges Anspritzen entstehen.
Weiterer Vorteil ist, dass durch den beständigen Bewegungslauf der Flüssigkeit keine Mittelablagerungen entstehen und nach Beendigung des Spritzvorganges eine optimale Spülung der Leitung mit Klarwasser möglich ist.
Der Aufbau des Schaltventilkörpers ist aus einem Kunststoffkörper. Ein innenliegender Federspeicher sorgt für das sichere Schließen ohne Fremdenergie. Die Luft, die vom Fahrzeug zugeführt wird, und über ein Elektroventil geschaltet wird, sorgt für das Öffnen des ACS Ventil zur Spritzstellung. Die einzelnen pneumatisch gesteuerten ACS Ventile sind jedoch zu einer gewünschten Teilbreitenschaltung zusammen gefasst.
Seit 7 Jahren setzen wir diese Technik ein. Trotzdem möchte ich auch von Problemen dieser Technik berichten. Vor 2 Jahren hat unser Vorlieferant die Produktion dieser ACS Ventile umgestellt. Hiermit begannen die Probleme. Trotz mehrmaliger wiederholter Mängelmitteilungen an unseren Vorlieferanten sind die Mängel nicht beseitigt worden. Um den entstandenen Schaden abzuwenden, und unsere betroffenen Kunden zu helfen, haben wir eine eigene Weiterentwicklung des Ventils durchgeführt, so daß eine volle Funktion wieder gegeben ist.
Auch bei dem Einsatz in der Flughafentechnik kann man auf die Vorteile dieser Technik nicht verzichten. Wir haben 3 Jahre lang nach einem Lieferanten gesucht, der uns diese pneumatischen Abschaltventile als Mehrfachblock fertigen kann. Nach längerer Überzeugungskraft trotz verschiedener anderer Meinungen über solche Systeme habe ich vor 2 Jahren die Firma Lechler hierfür gewinnen können. Mit einer eigenen entwickelten Multifunktionssteuerung ist es uns gelungen, eine hohe Zahl von Geräten mit den neuen pneumatischen Mehrfachdüsenträgern auf den Markt zu bringen.
Besonders in Kombination mit dem LBS Computersystem ist eine weitere Optimierung und Automatisierung der Düsensteuerung möglich. Besondere Technik hat zwar auch seinen Preis, jedoch zählt für jeden Anwender schließlich die geforderte wirtschaftliche Qualität.
In Gebrauch befindliche Spritz- und Sprühgeräte für den Hopfen-, Wein- und Obstbau unterliegen jetzt auch der Prüfpflicht. Wurden sie zwischen dem 01. Mai 2001 und dem 30. April 2002 noch freiwillig geprüft, so gilt diese Plakette bis Ende 2004 bzw. 2005.
Alle Geräte ohne Plakette, die im Hopfen- und Obstbau eingesetzt werden, müssen ab 01. Mai 2003, die im Weinbau eingesetzt werden, müssen ab 01. Mai 2004 geprüft sein und eine Prüfplakette haben.
Bei der Prüfung selbst muss auch eine Sichtkontrolle zur Überprüfung des „Spritzstrahles“ erfolgen. Die hierbei freiwerdende Prüfflüssigkeit muss in einer „Düsenprüfkammer“ aufgefangen und zurückgegeben werden.
Probleme gibt es bei der Überprüfung der Pumpenleistung. Diese entspricht oft nicht dem „Bedarf“ des Gerätes. Die Gerätehersteller geben auf den Typenschildern zwar oft die Pumpenleistung des Pumpenherstellers an. Durch Vorschaltung von kleinen Filtern und Saugleitungen leisten die Pumpen aber oft weit weniger als angegeben. Für das Rührwerk reicht die Durchlaufmenge dann nicht mehr. Hier sind Hersteller und BBA gefordert.
Für die Überprüfung der Düsenausstoßmenge von Band- und Unterblattspritzeinrichtungen eignen sich zertifizierte Kunststoffmessbecher.
Die Düsen von Spargel-, Erdbeer- und anderen Spezialspritzgeräten werden zweckmäßigerweise mit einem Einzeldüsenprüfstand für Sprühgeräte gemessen.
Zur ordnungsgemäßen Durchführung dieser „neuen“ Prüfungen wurden in Bayern alle Prüfmonteure im Januar/Februar 2003 von der LfL geschult.
Seit 1988 sind einheitliche spezielle Prüfanschlüsse zur Überprüfung von Manometern, Pumpen und Durchflussmenge von der BBA vorgeschrieben.
Bei einer Untersuchung von Neugeräten im Frühjahr 2003 durch die LfL wurde festgestellt, dass diese Anschlüsse häufig fehlten. Viele Geräte hatten nicht einmal ein Typenschild. Ebenso fehlten weitere Angaben wie Typ, Baujahr, Pumpenleistung. Dazu erreichen uns von den Kontrollwerkstätten viele Klagen. Auf der einen Seite fordert der Bauernverband kostengünstige Überprüfungen, auf der anderen Seite müssen umständlich fehlende Gerätedaten festgestellt werden, Schläuche und Manometer zeitaufwendig vor der Überprüfung ausgebaut werden und mehr als 80 verschiedene Adapter mitgeführt werden, damit die Überprüfung überhaupt möglich ist. Viele Manometer werden durch den Ausbau beschädigt oder gehen ganz kaputt. Den Schaden muss der Kontrollbetrieb tragen. Zudem stimmt das Messergebnis nicht, wenn die Prüfung nicht im „Flüssigkeitsstrom“ erfolgt.
Das kann so nicht weitergehen. Die BBA wurde über die Mängel bei den einzelnen Herstellern informiert. Es besteht dringender Handlungsbedarf.
Auffällig ist, dass auch große ausländische Hersteller, ihre Geräte vorbildlich mit den gesetzlich vorgegebenen Prüfanschlüssen ausrüsten.
In Bayern sind rund 50.000 Feldspritzen und 5.000 Sprühgeräte regelmäßig zu prüfen.
Die GIS-basierte Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln stellt eine Erweiterung des bisherigen Presicion farming (PF) dar, indem bei der Ausbringung des Pflanzenschutzmittels auch die Umgebung eines Schlages, wie Oberflächengewässer und Saumbiotope in Betracht gezogen wird.
Das Institut für Folgenabschätzung der BBA (Leiter: Professor Gutsche) arbeitet an Projekten, in denen GIS-basierte Risikokarten erstellt werden, die die landwirtschaftlich genutzten Flächen in Deutschland in Abhängigkeit ihrer Nähe zu Gewässern und Saumbiotopen bestimmten Risikoklassen zuordnen. Diese Risikokarten sollen u.a. dazu genutzt werden, die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf bestimmten Flächen einzuschränken.
Die ersten Karten liegen in digitaler Form vor. Es erhebt sich die Frage, ob die für PF im Offline-Verfahren verfügbare Technik, die sich bei der teilflächenspezifischen Dosierung der Pflanzenschutzmittel bislang vorrangig auf die Heterogenität des Schlages selbst stützt, künftig nicht auch die Informationen aus den Risikokarten verarbeiten und die Dosierung steuern kann. Hierfür müsste die vorhandene Elektronikausstattung nur unwesentlich erweitert werden.
Die GIS-basierte Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln könnte für die landwirtschaftliche Praxis folgende Vorteile haben:
Das Verschleißverhalten von Pflanzenschutzdüsen kann bis jetzt noch nicht genau beschrieben werden. Verschleißtests mit verschiedenen Verschleißmitteln ergeben bezogen auf die Düsenmaterialien unterschiedliche Ergebnisse. Während das in der ISO 5682-1 empfohlene Aluminiumoxid (Martoxid®) Düsen aus Kunststoff begünstigt, kann mit Siliziumdioxid (Sipernat 320®) ein realitätsnaher Verschleißverlauf bei vertretbarer Laufzeit erreicht werden.
In weiteren Experimenten auf dem Verschleißprüfstand sollte die optimale Konzentration von Sipernat 320® ermittelt werden. Die Volumenstromzunahme und die Querverteilung wurden an Flachstrahldüsen (LU 120 05) aus Kunststoff, Edelstahl und Keramik mit Verschleißmittelkonzentrationen von 0.5 %, 1,0 % und 2,0 % bei 2 bar Betriebsdruck über eine Gesamtlaufzeit von 200 h bei einem Wechsel des Verschleißmittels alle 25 h untersucht.
Wie erwartet ergab sich kein linearer Zusammenhang zwischen Volumenstromzunahme und Verschleißmittelkonzentration. Mit einer Konzentration von 1 % ist eine Volumenstromzunahme von 10 % bei Düsen aus Kunststoff in ca. 8 h, aus Edelstahl in ca. 25 h und aus Keramik in ca. 110 h zu erreichen. Für die Darstellung der Verschleißdynamik im Anfangsbereich ist für Kunststoffdüsen eine Konzentration von 0,5 % vorteilhaft. Der Variationskoeffizient (VK) der Querverteilung lag in allen Fällen unter 7 %.
Literatur:
Zb. Czaczyk, H. Kramer & S. Kleisinger, 2002: Comparison of two abrasive materials for testing nozzles wear. Aspects of Applied Biology, 66, International Advances in Pesticide Application, 457 - 461.
Der Arbeitskreis "Dosiermodelle in Raumkulturen" kam nach diversenArbeitstagungen zu folgenden Überlegungen:
Ein geeignetes Dosiermodell sollte für Raumkulturen aller Art (Wein, Obst, Tomate, Paprika, Gurken) angewandt werden können. Das Dosiermodell sollte möglichst eine dem Entwicklungsstand der Kultur und der Erziehungsform angemessene Wirkstoffmenge vorgeben, auf der anderen Seite sollte es so einfach sein, dass es von den Anwendern akzeptiert wird.
Zunächst sollte ein Vergleich von verschiedenen, bereits existierenden Modellen (Kronenhöhe, Blattfläche, Baumvolumen, PACE-Modell (UK) durchgeführt werden. Hierzu bietet sich folgende Methode an:
Die Mitglieder des Arbeitskreises werten durchgeführte Versuche aus indem für biologische Versuche nicht nur die eingesetzten Aufwandmengen und das biologische Ergebnis angegeben wird, sie geben ferner ergänzend Reihenabstand, Baum- bzw. Kulturabstand innerhalb der Reihe an, sowie die mittlere Laubwandhöhe an. Am Ende der Saison werden alle durchgeführten Versuche nach den verschiedenen Modellen ausgewertet und überprüft welches Modell die Versuche am besten wiederspiegelt.
Für die Weiterentwicklung der Modelle gilt folgende Unterscheidung:
Wie groß ist die ertragsrelevante Kulturfläche (Blattfläche, Triebfläche)?
Die Fachgruppe Anwendungstechnik beteiligte sich im Rahmen der ISO-Arbeitsgruppe Gerätereinigung mit Versuchen zur Innen- und Außenreinigung an der Erarbeitung neuer Prüfmethoden bei ISO. Inzwischen liegen Vorschläge zur Prüfmethode für die Bereiche Tank-Innenreinigung, Komplettgeräte-Innenreinigung und Geräteaußenreinigung vor. Begleitend führten Italien und Deutschland Innen- und Außenreinigungsversuche an Spritz- und Sprühgeräten für Flächen- und Raumkulturen durch, um erste Erfahrungen mit diesen Normentwürfen zu sammeln. Für diese Tests wurde sowohl mit Lebensmittelfarbstoff Tartrazin (Italien) wie auch mit Kupferoxychlorid (Deutschland) gearbeitet.
Für die Tank-Innenreinigung ergibt sich ein Wirkungsgrad verschiedener Tankreinigungssysteme zwischen 78 % bis 90 %.
Für die komplette Geräte-Innenreinigung ist die absolute Höhe der technischen Restmenge von entscheidender Bedeutung. Eine geringe Restmenge in Verbindung mit einem möglichst großen Spülwasservolumen ergibt hier die besten Resultate. Versuche haben gezeigt, dass man die Spülwassermenge absätzig zu je einem Drittel teilen und ausbringen sollte. Dies führte im gezeigten Beispiel zu einer vierfach geringeren Konzentration in der Feldspritzleitung zum Ende des Reinigungsvorganges.
Für die Prüfung der Außenreinigungsleistung verschiedener Systeme ist zunächst eine möglichst reproduzierbare Verschmutzung des Gesamtgerätes herzustellen. Dies geschieht entsprechend der ISO-Vorlage in dem man mit dem Gerät jeweils 5 min links- und rechtsherum im Kreis fährt (Durchmesser der Kreisbahn = 2 x Arbeitsbreite). Die anschließende Säuberung des Gerätes erfolgt in einem „catchment pool“, einem allseitig geschlossenem Raum mit der Möglichkeit zum Sammeln der Spülflüssigkeit. Die ersten Ergebnisse zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Gerätetechnik (Luftunterstützung, Düsenauswahl, Spritzdruck) und der Kontamination des Gesamtgerätes. Ferner zeigte sich, dass Spritzlanze und Hochdruckreiniger der Waschbürste in den Punkten Wasserverbrauch, Zeitverbrauch und Reinigungsleistung erheblich überlegen sind.
Für das Jahr 2003 sind weitere Reinigungsversuche mit unterschiedlichen Geräten geplant.