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Arbeitskreis Phytomedizin in den Tropen und Subtropen
Deutsches Forum für Agrarforschung
2. DSE-Ideenwerkstatt: Effizienzsteigerung der deutschen Entwicklungsorientierten Agrarforschung in Feldafing vom 10. - 12.12.2001
An diesem workshop nahmen ca 30 Teilnehmer/innen aus Verbänden,
Gesellschaften, Ministerien, Universitäten, Industrie und NGO's
mit dem Ziel teil, ein "Deutsches Forum" als Koordinator
für die internationale Agrarforschung zu gründen. In einer
ersten Ideenwerkstatt vom 20. - 21.11.2000 in Königswinter waren
die Grundlagen hierfür bereits erarbeitet worden. Die DPG wurde
durch den Leiter des Arbeitskreises "Phytomedizin in den Tropen
und Subtropen", Dr. H. Hindorf, Bonn, vertreten.
Der erste Abend diente den Teilnehmern/innen zur informellen Vorstellung und
Kontaktaufnahme. Nach der Begrüßung durch den
Tagungsleiter, Herrn Prof. Dr. C. Bonte-Friedheim, Berlin,
wurden bereits die ersten Themen vorgestellt, die in der
Ideenwerkstatt besprochen werden sollten:
- Prof.Dr. C.B.A. Wollny, Göttingen: Regionale Ausbildung am Beispiel in Malawi
- Dr. H.-J. de Haas, Bonn: Challenge Programs der Internationalen Agrarforschung
- Climate change
- Water and agriculture
- Global initiative on HIV/AIDS, agriculture and food security
- Agriculture and combating desertification
- Global mountain program
- Global genetic resources: Conservation, management and improvement for food and nutritional security, agrobiodiversity and sustainable livelihoods
- Biofortification: Linking agriculture to human health and nutrition
- Development of sustainable agricultural production systems in Central Asia and the Caucasus
- African challenge program
- Reducing poverty by removing market barriers caused by animal diseases
- Dr. S.Krall, Eschborn: Vorstellungen über die Internationale Agrarforschung des BMZ und der GTZ
Am zweiten
Tag begann die Ideenwerkstatt mit der Begrüßung durch den
stellvertretenden Leiter der DSE Ausbildungsstätte Feldafing,
Dr. K. Klennert. Die Thematik "Effizienzsteigerung der
deutschen Entwicklungsorientierten Agrarforschung" ist nicht nur
hoch aktuell, sondern sollte durch die Gründung eines deutschen
Forums auch mit Aktivitäten nach außen hin versehen
werden. Herr Klennert stellte die Zukunft der DSE nach der Fusion mit
der Carl-Duisberg-Gesellschaft (CDG) ab 1.1.2002 vor, die ihren Sitz
in Bonn haben wird. Gleichzeitig tagte neben der Ideenwerkstatt in
Feldafing ein internationaler Arbeitskreis zum "Sektornetzwerk
Agrarforschung der GTZ".
Frau Dr. P. Mutlu, Eschborn, berichtete über die
Entwicklungsorientierte Arbeit der GTZ, die im ländlichen Raum
angesiedelt ist.
Prof. Dr. C. Bonte-Friedheim, Berlin, leitete die Vorstellungen der Ziele
der Ideenwerkstatt ein, in die alle Organisationen eingebunden sein
sollen. Zunächst müssen Prioritäten gesetzt werden,
z.B. Gründung eines schlagkräftigen Forums: welche Aufgaben
übernimmt dieses in Deutschland, in der Europäischen Union
und global in der Entwicklungsorientierten Agrarforschung. Sehen wir
in der Osterweiterung der Agrarforschung Handlungsbedarf?
Der
Vertreter des Dachverbandes Deutscher Agrarforschung
(DAF), Prof. Dr. E. Kalm, Kiel, betonte, daß
Deutschland eine starke Agrarforschung und Lehre braucht, heute aber
bereits der letzte Zug auf dem Bahnsteig eingelaufen ist und abfahren
wird. Das 2. Europäische Forum tagt vom 15. - 17.5.2002 in Rom
und weist bisher eine zu geringe deutsche Beteiligung auf.
Der
Vorsitzende der ATSAF, Prof. Dr. V. Hoffmann, Hohenheim,
zeigte zunächst die Defizite auf, die mit der Gründung
eines Deutschen Forums behoben werden müßten. In
Deutschland besteht ein Koordinationsmangel, der u.a. durch die
Freiheit in Forschung und Lehre bedingt ist; es fehlt eine gewisse
Gruppenidentität; in der Forschung besteht Intransparenz; die
deutschen Wissenschaftler/innen betonen den Zukunftspessimismus zu
stark und haben eine geringe Öffentlichkeitswirksamkeit. Der
Begriff "Agrar" hat ein schlechtes Image.
An
Aktivitäten für das neue Forum werden empfohlen:
gemeinsames Interesse vorbringen, Synergieeffekte sammeln,
transparente Spielregeln bilden, offenen Zugang vermitteln, gutes
Kooperationsklima schaffen, keine Nullsummenspiele zulassen und eine
Vermehrung verstärkter Geberkoordination betreiben. Eine
Verbesserung der Organisation der Akteure ist anzustreben:
Vermittlung zwischen der Kette des Deutschen, Europäischen und
Globalen Forums; Verbindung zwischen den einzelnen nationalen
Organisationen; effektivere Information; kontinuierliche
Öffentlichkeitsarbeit mit einer Position bei der BEAF; deutsche
Beteiligung in den CG-Centers (die Wahl von Prof. Dr. J. von Braun,
Bonn, zum Generaldirektor von IFPRI wurde während der Tagung
erfreulicherweise bekannt gegeben).
Vorschläge
für erste Arbeitsansätze: Stärkung der ATSAF und BEAF;
Veranstaltung zentraler Konferenzen, Optimierung des Deutschen
Tropentages; Überwindung von Hemmschwellen wie zu begrenzte
Forschungsförderung; Beteiligung an EU-Rahmenprogrammen;
Mobilisierung des Ethikfonds für internationale Agrarforschung;
Einflußnahme bei der Umstrukturierung der Agrarfakultäten
der Universitäten; Verbesserung des Images der Landwirtschaft in
der Öffentlichkeit.
Einzelne
Fortschritte sind bereits erzielt: In der BEAF wurde
nachrekrutiert, das BMVEL hat zwei halbe Stellen der ZADI bewilligt,
die ATSAF ist finanziell konsolidiert, die CGIAR Reform macht
Fortschritte u.a. durch Global Challenge Programs; zentrale
Konferenzen haben stattgefunden oder werden folgen: IFPRI 2020 in
Bonn, Deutscher Tropentag in Bonn, Osteuropakonferenz während
der Grünen Woche 2002 in Berlin; Forschungsfinanzierung der
VW-Stiftung auf Tropenbereich ausgeweitet; Nachwuchsförderung;
Aufbaustudiengänge mit Tropenrelevanz in Hohenheim, Göttingen
und Bonn sind sehr gut angenommen worden und ausgelastet.
Im weiteren
Verlauf stellen sich einzelne Verbände vor. Prof. Dr. E.
Kalm, Kiel, weist auf die Geschäftsstelle des Dachverbandes
für Agrarforschung (DAF) bei der DLG in Frankfurt/M. hin. Er
betont den Hinweis auf den Namen "Agrar" und bittet, diesen
Ausdruck nicht zu eliminieren. Der DAF gibt eine Reihe von
Publikationen heraus, wie z.B. Agraranalysen, Agrarspektrum,
Forschungsberichte, die an die Mitgliedsgesellschaften verteilt
werden (sind in der DPG-Geschäftsstelle vorhanden).
Für die
NGO's wird stellvertretend das "Forum Umwelt und Entwicklung"
von R. Stegemann, Bonn, vorgestellt. Die NGO's sehen sich
nicht nur als Wadenbeißer von anderen Forschungsträgern,
sondern streben intensivere Zusammenarbeit an. Auf die gute
Beteiligung am Global Forum in Dresden und die Vorbereitungssitzungen
zum Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg 2002
(Rio + 10) wird hingewiesen. Nach wie vor geht die Reform der
CG-Centers den NGO's zu langsam, seit 1991 bestehen Begegnungen mit
Absichtserklärungen, ohne bisher große sichtbare Erfolge
der Zusammenarbeit zu sehen.
Von Seiten
der Stiftungen wurde nach kurzfristiger Absage von Dr. H. J. von
Lengerke, Hannover, auf die schriftlichen Unterlagen der
VW-Stiftung hingewiesen. Mittlerweile wurden 9 agrar- und
forstwirtschaftliche Forschungsprojekte mit Partnern in
Entwicklungsländern genehmigt (u.a. "resistance against
diseases in crop plants: the biochemistry and molecular biology of
plant-pathogen interactions" für Halle und "influence
of land use on the dynamics of native soil nitrogen at watershed
scale in West Africa" für Bonn). Ebenfalls beteiligt sich
die VW-Stiftung an der Finanzierung von Forschungsprojekten der
CG-Centers. Dr. A. Fadani, Ulm, stellte die Eiselen Stiftung
vor: diese Stiftung fördert die "7 Sachen zum Kuchenbacken"
(mit Sitz im einzigartigen Brotmuseum in Ulm). Die Satzung der
Stiftung besitzt ein internationales Mandat. Ein BMZ-Eiselen
Partnerschaftsprojekt existiert seit einiger Zeit. Allgemein konnte
auf die Verbesserung der Organisation der privaten Stiftungen (Bosch,
VW, Eiselen, etc) hingewiesen werden mit z.B. Doktorandenprogrammen.
Dr. H.-J.
Lutzeyer, Brüssel, berichtete über
Entwicklungsorientierte Strategien in der EU. Der EU-Beitrag an die
CG-Centers wurde 1999 gestrichen , ist aber seit kurzem über
regionale Titel mit EURO 20 Mill. wieder aufgelebt. Eine Kooperation
mit Mitgliedsstaaten (einschließlich der Schweiz und Norwegens)
aus den Entwicklungsländern ist ausdrücklich vorgesehen.
Die EU-Beiträge für die AKP-Länder sind jetzt
gesichert. Das 6. Rahmenprogramm enthält u.a. 19
Forschungsschwerpunkte mit Entwicklungsorientierter Thematik, zu
denen Anträge gestellt werden können und eine Arbeitsgruppe
in der Ideenwerkstatt gebildet wird.
- Conservation, management and sustainable utilization of plant genetic resources for food security and poverty alleviation
- Conservation, management and sustainable utilization of animal genetic resources for food security and poverty alleviation
- Plant genomics for food security and health using rice as a model plant
- Global initiative on vector-borne livestock diseases and on Trypanosomosis control for animal and human health
- Integrated land and water management for sustainable food production in (semi) humid tropical ecosystems
- Integrated land and water management for sustainable food production in (semi) arid and Mediterranean areas
- Direct sowing, mulch-based agriculture and conservation tillage for food security, poverty alleviation and conserving natural resources
- Integrated pest management for sustainable agro-ecosystems
- Agro-ecosystems and human interactions for sustainable agriculture in peri-urban and coastal areas
- Sustainable forestry and agro-forestry management in (sub) tropical areas, including carbon sequestration
- European network on natural resources management policy research
- Sustainable animal production systems and biodiversity protection using conventional and non-conventional feed resources
- Local innovation of farmers for valuing indigenous knowledge on sustainable natural resources management and agro-ecological practices
- Improved food safety and quality of tropical food supply chains at the smallholder level in order to improve human health and enhance trade opportunities
- Global programmes on major export/cash crops (coconut, cocoa, bananas, ...)
- Under-utilized and orphan commodities network
- Rural innovation, multi-functionality, post-harvest systems and rural small & medium enterprises
- European knowledge on ARD (Agricultural Research for Development): Facilitated access and increased use for human resource development
- Structuring the components of the European Research Area for Agricultural Research for Development (ERA-ARD): Poles of research, platforms of cooperation, research networks
Prof. Dr.
C. Bonte-Friedheim, Berlin, machte Angaben zum European
Forum on Agricultural Research for Development
((EFARD). Diese Initiative erweckt großes Interesse in
Frankreich (wegen des Mittelmeerprogrammes), in den Niederlanden.
Großbritannien und Dänemark. Eine erste Entwicklung guter
Forschungsprogramme (s. oben) berücksichtigt auch die
Entwicklungsländer. Die zweite Forumskonferenz im Mai 2002 in
Rom wird sicherlich mehr einen politischen als wissenschaftlichen
Charakter erhalten.
Dr. H.-J.
de Haas, Bonn, führt noch einmal die anfangs erwähnten
Challenge Programs für die CGIAR's auf, deren Innovation und
Unterstützungswürdigkeit in einer in der Ideenwerkstatt
anstehenden Arbeitsgruppe diskutiert werden soll. Diese Programme
haben eine Laufzeit von 5 Jahren und ein Budget von US$ 8-12
Mill./Jahr. Die Finanzierung muß vor Beginn der Arbeiten
gesichert sein. Eine Kooperation mit zwei der CG-Center unter
Hinzuziehung von mindestens 2 NARS-Partnern ist erforderlich. Zur
Realisierung der Forschungsförderung sind 5 Phasen vorgesehen,
wobei die erste bereits begonnen hat. Für die Förderung der
Agrarforschung durch das BMZ weist er auf die hohe Aktualität
durch den Anspruch auf das Recht auf Nahrung hin. Bedeutende
Konferenzen wurden und werden auch in Zukunft vom BMZ initiiert und
getragen wie z. B. die Vision 2020 in Bonn, die Süßwasserkonferenz
in Bonn, die 40-Jahrfeier des BMZ (wobei die Zukunftssicherung des
Ministeriums unterstrichen wurde), der G7/8 Gipfel 2002 (mit der
Afrikafrage, die an U. Eid verantwortlich übertragen wurde) und
die Grüne Woche 2002 in Berlin (mit Hinblick auf den Osten).
Anschließend
wurde das bisherige Konzept zur Gründung eines Deutschen Forums
vom Tagungsleiter, Prof. Dr. C. Bonte-Friedheim, Berlin,
vorgestellt. Der zunächst vorgeschlagene Titel "Deutsches
Forschungsforum für Internationale
Zusammenarbeit in Ernährung, Umwelt und
Ländlicher Entwicklung (DFF-IZ-EULE) schien allen
Teilnehmern/innen zu lang und die Abkürzung könnte das
Vorhaben zu einem "Eulen-Forum" degradieren. Im Anschluß
an eine allgemeine Aussprache über das Für und Wider eines
solchen Vorhabens, wobei sich eine einheitliche Mehrheit für die
Realisierung eines Forums aussprach, konnten die vorbereiteten
Statuten detailhaft besprochen und geändert werden. Die
Grundphilosophie eines kleinen und unbürokratischen Forums
sollte erhalten bleiben und nicht durch Rechtsformen oder
Vereinsgründung behindert werden. Ihre Aufgaben müssen
entwicklungsbezogen und multilateral bleiben. Mitgliedschaften können
Verbände, Gesellschaften, Firmen, Ministerien und private
Organisationen erhalten. Eine individuelle Mitgliedschaft wird nicht
angestrebt, wohl aber werden die Organisationen durch Einzelpersonen
im Forum vertreten. Der Titel des Forums wurde nach langer Diskussion
so definiert und auch angenommen:
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