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Arbeitskreis
Phytomedizin in den Tropen und Subtropen



Abstracts der Tagung 2000

Das diesjährige Arbeitskreistreffen stand unter dem Leitthema "Aus- und Weiterbildung im Bereich Phytomedizin tropischer und subtropischer Kulturpflanzen" und fand am 7.7.2000 in der DSE-Ausbildungsstätte in Zschortau bei Leipzig statt. Insgesamt 25 Teilnehmer/innen konnten bereits am Vorabend des Treffens in geselliger Runde diskutieren und komprimiert am darauffolgenden Tag interessante Beiträge anhören. In das Arbeitskreistreffen wurde ein Pflanzenschutzkurs mit Stipendiaten/innen aus Asien und Afrika der DSE integriert, der gerade in Zschortau tagte. Die Tagung verlief in einem ausgesprochen angenehmen Rahmen und Klima, was wir dem unermüdlichen Einsatz der Herren P. Jugelt (Zschortau) und Dr. B. Schuler (Feldafing) zu verdanken haben. Im Zwischenbericht des DSE-Seminars schrieb Herr Dr. Schuler u.a.: "Insgesamt war die Tagung ein interessanter Austausch für alle Kursteilnehmer/innen und eine gute Gelegenheit, die DSE-Stipendiaten mit anderen deutschen Institutionen und Wissenschaftlern in Kontakt zu bringen. Auch die Stipendiaten konnten ihre Erfahrungen mit der Fortbildung in Deutschland wiedergeben. Die Präsentation der bisherigen Erfahrungen war auch für die Tagungsteilnehmer sehr beeindruckend, vor allem, was die Qualität der deutschen Sprache anbetraf."

Für das nächste Treffen 2001 konnte konkret kein endgültiger Beschluß gefaßt werden, doch wurde der Vorschlag des Vorsitzenden, das Treffen an den jeweiligen Deutschen Tropentag anzugliedern, mit Wohlwollen aufgenommen. Der Tropentag 2001 wird im Oktober in Bonn stattfinden und unser Mitwirken könnte eine bessere Repräsentanz der Phytomedizin bewirken. Die AK-Aufgabe der Digitalisierung von Dias hat konkrete Gestalt angenommen: Herr Dr. L. Pülschen konnte eine erste Serie von Krankheitssymptomen aus dem Fundus von Prof. Dr. J. Kranz einscannen. Diese werden z.Z. von Herrn Dr. S. Winter beschriftet und könnten im Herbst DPG-Mitgliedern zur Verfügung stehen.

H. Hindorf, Bonn

Titel der Abstracts:


Aus- und Fortbildung im Pflanzenschutz für Fach- und Führungskräfte (aus Entwicklungsländern) - Aktivitäten und Programme der DSE-ZEL

Dr. Bruno Schuler, Zentralstelle für Ernährung und Landwirtschaft (ZEL) der Deutschen Stiftung für internationale Entwicklung (DSE), Wielingerstr. 52, 82340 Feldafing

Die ZEL fördert durch Teilnehmer-orientierte, multidisziplinäre Dialogveranstaltungen (z.B. intern. Tagung über Biotechnologie für Pflanzenschutz) und Fortbildungsprogramme (z.B. Kurs über gesetzl. Grundlagen und Hoheitsaufgaben im Pflanzenschutz) Fach- und Füh-rungskräfte und ihre Organisationen. Die Programme werden im Auftrag des Bundesmini-steriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in enger Abstimmung mit den deutschen Botschaften und mit Unterstützung der Bundesländer Bayern und Sachsen durchgeführt, die je ein Fortbildungszentrum (Feldafing, Zschortau) zur Verfügung stellen. Thematisch konzentrieren sich die Aktivitäten im Pflanzenschutz auf:

  1. Nationale und internationale Rahmenbedingungen und rechtliche Grundlagen einschl. Pflanzenquarantäne,
  2. Entscheidungsfindung im regionalen und lokalen Kontext (Diagnose, Überwachung usw.), 3. Vorbeugungs- und Bekämpfungsmaßnahmen.
Bei den Programmen mit einjähriger Dauer übernehmen zahlreiche Fachinstitutionen wie z. B. die LWK Westfalen-Lippe, Universitätsinstitute, Firmen, usw. einen Teil der Fortbildung, der durch fachübergreifende DSE-Seminare ergänzt wird. Ein Teil der Veranstaltungen findet in den Ländern der Tropen/Subtropen statt, wo es schwerpunktsmäßig um die Entwicklung des integrierten Pflanzenschutzes in Bergregionen geht (z.B. in Tanzania und den Anden). Diese Programme werden mit einheimischen und deutschen Partnern (GTZ, DED) durchgeführt. Die ZEL wird auch mit der Steuerung spezieller nationaler Fortbildungen beauftragt, z.B. Diagnose von Kartoffelvirosen in Nord-Korea und Förderung des Pflanzenschutzes nach Standards der EU in Rumänien. Die Bildungsarbeit ist darauf ausgerichtet, neben der Fach- und Methodenkompetenz die Fähigkeit der Teilnehmer zur Kooperation auf nationaler und internationaler Ebene und einvernehmlichen Konfliktlösung sowie zur Reflexion und Verhaltensänderung zu fördern.

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Bayer's integrated crop management campaign in Brazil

Annik Dollacker, BAYER AG, Agricultural Centre Monheim, D-51368 Leverkusen

Training leads to safety and judicious use of crop protection products. As part of a unique project, information on the correct handling of crop protection products has been conveyed to a large number of farming families in Brazil. Participatory training approaches with an emphasis on children formed the cornerstones of this campaign, the results of which were extremely encouraging.
This ambitious project was initiated by Bayer in May, 1996 in Rio Grande do Sul with cooperation of local authorities, the unions and the farmer associations to reach around half of the 25.000 small family farms in the region. A professional organization was commissioned to carry out surveys before and after the training activities in order to measure the success of the campaign.
The basic concept of Integrated Crop Management formed the overall subject of the campaign. Special attention was given to Integrated Pest Management which included the safe and judicious use of crop protection. Particular importance was attached to find appropriate methods for conveying the information. It seemed sensible to adopt the participatory approach which actively involved the participants.
A great deal of emphasis was placed on involving children. They are an important intermediary in regions, where their level of education is higher than that of their parents. By setting up a school competition, and by staging a play on the subject, they got highly motivated and interested. The effectiveness of these methods was illustrated by the second survey in July, 1998. The participants' understanding and awareness of the risks associated with handling crop protection products had clearly increased since June, 1995. At the end of the campaign, there was a greater appreciation of the basic importance of protective clothing. The ability to rank different items of protective clothing according to their relative importance had also improved greatly. Most of those asked, for example, were aware that gloves are the most important item of protective clothing for the preparation of the spray mixture.
Another aspect investigated was the familiarity with the term of beneficials: the knowledge of that term doubled from 1995 (18%) to 1998 (36%). The results are encouraging: lots can get achieved by joining forces with the different stakeholders involved. This pilot project has now become the accepted model for similar Bayer projects in other countries.


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Fortbildung im modernen Pflanzenschutz aus der Sicht der Industrie

W.Knauf, Aventis, Industriepark Höchst, Insecticides Research, H879, D-65926 Frankfurt/M.

Die Pflanzenschutzmittel Industrie hat als Hauptzielgruppen im Sinne einer Weiterbildung den Anwender ihrer Produkte, die Berater aber auch den amtlichen Dienst und die eigenen Mitarbeiter anzusprechen. Es kommen dabei verschiedene Techniken der Komunikation zur Anwendung, die auf die jeweilige Zielgruppe abgestimmt sein muß.
Beim Anwender sind dies direkte (Demonstartionsversuche) aber auch indirekte (Schriftmaterialien etc) Maßnahmen (z.B. über Beratungs und Verkaufsstellen), die genutzt werden. Auch hat man die Versorgung von weiterführenden Schulen mit Unterrichtsmaterial schon länger als wichtig erkannt. Die freien und amtlichen Berater erhalten neben schriftlichem Material auch zunehmend visuelle Hilfen (Video, Computeranimationen), die ihrer Position als Vermittler von Information gerecht wird. Insgesamt werden visuelle Materialien sichr weiter an Bedeutung zunehmen. Zunehmend wichtiger wird auch aus diesem Grund das Internet, wobei die Firma alle Möglichkeiten der visuellen Information nutzen kann. Z.T. sind diese Verfahren interaktiv, was deren Gebrauchswert auch für den Anwender beträchtlich steigert. Nicht zu unterschätzen ist der Bedarf einer ständigen Schulung der eigenen Mitarbeiter. Das Training "on the job" wird in vielen Fällen als nicht mehr als ausreichend angesehen, so dass viele Firmen verstärkt auf interne Forbildungsseminare setzen. Es werden Fälle berichtet, bei denen die internen Karrierechancen vom erfolgreichen Besuch solcher Fortbildungsmaßnahmen (z.B. im IPM/ ICM Training) abhängen. Ebenso trägt eine zunehmende Rotation von Arbeitplätzen zu einem intensiveren Verständnis der nicht immer einfachen Zusammenhänge bei.
Anschließend wurde das ICM- Konzept von Aventis vorgestellt, was gerade in Sachen Fortbildung viele Beispiele für die oben genannte Art der Unterrichtung und Weiterbildung des Anwenders und der Beratung bereitstellt.


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Kurse zur Striga-Bekämpfung vor Ort

J. Kroschel, Institut für Nutzpflanzenkunde, GhK, Witzenhausen


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DAAD-Alumni-Seminare für ehemalige Stipendiatinnen und Stipendiaten aus dem Yemen

H. Hindorf, Institut für Pflanzenkrankheiten, Universität, Nußallee 9, D-53115 Bonn

Die besondere politische Lage der bis 1989 getrennten zwei yemenitischen Staaten und die Wiedervereinigung fast gleichzeitig mit der der Bundesrepublik Deutschland hat für den Yemen zusätzliche Förderungsmöglichkeiten durch den DAAD erbracht. Bei ca. 4000 in beiden deutschen Staaten ausgebildeten yemenitischen Wissenschaftlern (in Aden spricht über die Hälfte der Professoren deutsch mit leicht sächsischem Klang) lohnt sich eine vor Ort Fortbildung mit Austauschwissenschaftlern.
Federführend durch das Akademische Auslandsamt der Universität Rostock konnte 1999 ein Alumni-Projekt für ehemalige Stipendiaten/innen an den drei großen Hochschulen des Landes, Sana'a, Aden und Mukalla, initiiert werden. Vorgestellt wurde in Seminaren ein breites Spektrum aktueller Themen aus dem Umweltbereich, wie z.B. Vorschläge zur Erhaltung des Naturschutzgebietes auf Socotra (Wranik), Lebensmittelschutz vor Mykotoxinen (Hindorf), Pflanzenbau nach organischen Gesichtspunkten (Kowalski), Abfallbeseitigung (Nassour), Abwassernutzung (Eckstädt), Kläranlagenbau (Zickert), Partizipation im Management natürlicher Ressourcen (Becker) und Einsatz von Solarenergie (Schmidt). Neben den wissenschaftlichen Schwerpunkten wurde ausführlich über Möglichkeiten von Fortbildung, Studium, Finanzierung und Partnerschaft gesprochen (Ronnecker, van de Sand, Lutze). Eine Intensivierung der angesprochenen Thematik wird in einer zweiten Seminarreihe im Oktober 2000 folgen.


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Überblick und Erfahrungen über das Rotational Advanced Study Program (RASP) für Doktoranden/innen in Hohenheim

Gerhard Lung, Institut für Phytomedizin, Universität Hohenheim, D-70593 Stuttgart

Vom 26. Sept. bis zum 2. Okt. 1999 fand in Hohenheim der zweite RASP-Kurs statt. Es nahmen insgesamt 14 Doktoranden/innen teil. Der Schwerpunkt dieses RASP-Kurses war die Molekularbiologie in der Phytomedizin. Es wurden aktuelle Forschungsansätze sowie ein Ausblick auf diesem Gebiet angeboten. In Vorlesungen und Praktika wurde an Hand von Beispielen dargelegt, welche Möglichkeiten heute mit der Molekularbiologie sowie mit dem gesamten Instrumentarium der molekularbiologischen Methoden innerhalb der Phytomedizin zum Nachweis und zur Bestimmung von Krankheiten und Resistenz sowie zur Selektion und zum Monitoring bestehen. Außerdem fand eine Exkursion zur Firma Cyanamid Agrar GmbH statt, um einen Überblick über die Pflanzenschutzmittel- Entwicklung zu geben.
Der Kurs wurden von den Teilnehmern als gut bis sehr gut bewertet. Die Mehrzahl würde den Kurs nochmals belegen. Ein höherer Anteil an internationalen Aspekten wurde von den Teilnehmern gewünscht, sowie mehr Informationen über die Forschungsschwerpunkte des gastgebenden Institutes.
Die Kosten eines solchen Kurses sollten für die Teilnehmer so niedrig wie nur möglich sein, vor allem die Unterkunftskosten, was sich jedoch abhängig vom Standort nicht immer realisieren läßt. Unterkünfte im Studentenwohnheim, auch in Mehrbettzimmern, würden akzeptiert werden, wenn dadurch die Kosten in Grenzen gehalten werden.
Ein einwöchiger Kurs wurde als ausreichend angesehen. 10 Tage wäre den meisten Teilnehmern zu lange, teils aus Kostengründen, teils, weil sie so lange nicht von ihrer Arbeit fernbleiben können. Zum Teil wurden für die Zukunft Spezialkurse zu einzelnen Themenbereichen innerhalb der Phytomedizin gewünscht.


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Die Langzeitfortbildung im Bereich Pflanzenschutz der DSE/ZEL aus Dozentensicht

Martin Baumgart, Gut Ostler, Burgweg 19, D-53123 Bonn, Tel.0228/640895, e-mail: M.Baumgart-Gut.Ostler@t-online.de

Die 13 monatige, individuelle Fortbildung für Fachkräfte des Pflanzenschutzes aus Entwicklungsländern, wird zeitversetzt durch drei DSE-Seminare (Einführungs-, Zwischen- und Abschlußseminar) von externen Dozenten begleitet. Die Seminare unterscheiden sich sowohl in Ihrer zeitlichen Dauer (2-4Wochen), als auch inhaltlichen Ausrichtung (Pflanzenschutz allgemein, Alternativen im Pflanzenschutz, Übertragbarkeit des Wissen auf die Verhältnisse in den Entwicklungsländern). Das interkulturelle Lern- und Arbeitsumfeld der ca. 20-30 Teilnehmer (TN) ist geprägt durch unterschiedliche Sprachen, Kulturen, Religionen sowie Klimate entsprechend der Herkunftsländer. Arbeits- und Kommunikationssprache zw. TN ist ausschließlich deutsch. Erhöhte Anforderungen ans Dozentenprofil sind erforderlich, da Arbeit, Betreuung und das "Miteinanderleben" während der Seminare einhergehen. Der Dozent ist ebenso Ressourceperson, Moderator, Psychologe und Allround-Betreuer in einer Person. Außer der fachlichen Kompetenz wird Teamfähigkeit und interkulturelle Sensibilität vorausgesetzt. Die Fortzubildenden kommen aus allen phytomedizinischen Fachbereichen und Berufssparten (vom Extremspezialisten bis zum Allroundberater). Die bewährte DSE-Seminarmethodik kann neben den fachlichen Inputs gleichzeitig auch Seminardidaktik vermitteln, so daß die TN in ihrer Rolle als Multiplikatoren ihr neues Fachwissen in den Heimatländern auch methodisch weitergeben können und somit die Übertragbarkeit von Ergebnissen besser erreicht wird. Die phytomedizinischen Kenntnisse werden durch einen Cocktail aus fachterminologischen Übungen, Fachvorträgen, Exkursionen, Computer- und Internetschulungen vermittelt.


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Alternativen zu Methylbromid - Vorstellung aktueller Ergebnisse der Demonstrationsversuche in Ägypten

Gerhard Lung, Institut für Phytomedizin, Universität Hohenheim, 70593 Stuttgart

Im Montreal Protokoll wurde vereinbart, daß für die Industrieländer der Ausstieg aus der Methylbromid-Anwendung bis zum Jahre 2005, für die Entwicklungsländer bis zum Jahre 2015 vollzogen sein muß. In GTZ Projekten wird versucht, Alternativen zu Methylbromid aufzuzeigen, damit schon ein vorzeitiger Ausstieg möglich ist.
In Ägypten wurden an zwei Standorten in zwei Produktionssystemen Alternativen zu Methylbromid erprobt und auf Farmebene in Demonstrationsversuchen getestet.
Im Gemüsebau (Tomaten und Gurken) sind die Hauptprobleme Nematoden und bodenbürtige Pilze als Sekundärinfektion. Im Erdbeeranbau liegen die Hauptprobleme bei den Nematoden und zum Teil bei Wurzelfäulen.
Strohballenkulturen haben sich als praktikabel erwiesen. Nematodenbefall konnte keiner mehr festgestellt werden. Auch die Wurzelfäulen waren im Vergleich zu Bodenkulturen bedeutend geringer. Tagetes zeigte im Gemüsebau deutliche Effekte. Der Ertrag war nach Aussage des Farmers in den Tagetes-Parzellen um bis zu 30% höher. Gleichzeitig war die Populationsdichte der Nematoden in den Tagetes-Parzellen deutlich reduziert und teilweise bei fast null.
In den Erdbeerkulturen wurden detaillierte Ertragsstudien durchgeführt, so daß neben den Wirkungsgraden der einzelnen Varianten auch sehr gute Aussagen über den Ertrag getroffen werden konnten. Dabei zeigte sich, daß einige der Varianten entweder gleich oder besser als Methylbromid abschnitten. Erstaunlich war, daß trotz Methylbromid die Bodenpopulation bei Meloidogyne mehr anstieg als in den Tagetes- bzw. Nemaless-Varianten. Auch die Wurzelfäulen wurden von Methylbromid nur unzureichend erfaßt, während der bakterielle Antagonist Bacillus subtilis, der als Saatgutbehandlung bei Tagetes eingesetzt wurde, hier eine gute Wirkung zeigte. Die beste Wirkung sowohl gegenüber Nematoden als auch gegen Wurzelfäulen wurde mit der Kombination Solarisation, Tagetes, Bacillus subtilis sowie durch die Kombination Tagetes plus Bacillus subtilis erzielt. Mit Tagetes ist nicht nur eine Nematodenbekämpfung möglich, sondern es wird während der Kultivierung der Tagetes mit Bacillus subtilis ein antagonistisches Potential aufgebaut, das den Wurzelfäuleerregern (Phytophthora und Verticillium) entgegensteht. Durch das Einmulchen der Tagetes wird eine Gründüngung und somit letztendlich eine Bodenverbesserung erreicht, was vor allem in der "New Land Area" mit den sandigen Böden notwendig ist. Außerdem werden neben den günstigen ökologischen Voraussetzungen beim Anbau von Tagetes auch eindeutig ökonomische Vorteile erzielt. Die Methylbromid-Anwendung beläuft sich auf ca. 6000-7000 DM/ha, während der Anbau von Tagetes mit Bacillus subtilis auf ca. 500 DM/ha kommt. Würde noch eine Solarisation hinzukommen, würden die Kosten auf ca. 900 DM/ha ansteigen.


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Erfahrungen aus dem organischen Anbau von Chayote (Sechium edule (Jacq.) Sw.) - eine Studie aus dem Valle de Ujarrás, Costa Rica

William Gamboa, Apartado Postal 129-7100, Cartago-Paraíso, Costa Rica
Jürgen Pohlan, Institut für Obst- und Gemüsebau, Auf dem Hügel 6, D-53121 Bonn

Der ungehemmte Einsatz von Inputs und ein auf Flächenerweiterung ausgerichteter Anbau von Chayote haben die Agroökosysteme im Valle von Ujarrás sehr anfällig gemacht. Ursache dafür sind besonders die Monokultur und die unkontrollierte Anwendung von Agrochemikalien, die zur Bodendegradierung und zur verringerten Biodiversität führten. Die Existenz vieler Chayote-Bauern schien durch die stetige Zunahme von Krankheits- und Schädlingsbefall und einen drastischen Ertragsrückgang sowie eine schlechte Fruchtqualität gefährdet.
Deshalb wurde von 1990 bis 1994 in einigen Betrieben der konventionelle Anbau in einen intensiven organischen Anbau umgewandelt. Dies beinhaltete eine größere Biodiversität in den Chayote-Pflanzungen, das Anlegen von Ablenkstreifen, die Applikation von biologischen Insektiziden, die Kompostwirtschaft und den Einsatz von Dung. Als biologische Mittel zur Abwehr von Krankheiten und Schädlingen wurden genutzt: Extrakte von Allium cepa, Allium. sativum, Capsicum annuum, Chenopodium ambrosioides, Quassia amara und Neurolaena lobata sowie Samen von Citrus paradisi und Gliricidia sepium. Als Wirtspflanze für mehrere Insektenarten wurde Amaranthus spinosus belassen. Zur Reduzierung des Nematodenbefalls wurde um die Chayotepflanzen ein Ring von Allium schoenoprasum gepflanzt. Als Streifenkultur kamen in den ersten 4 Monaten Sellerie, Mais, Phaseolus-Bohne und Tomate hinzu. Anschließend diente eine natürliche Begrünung, die mit dem Rotationsmäher kurz gehalten wurde, als Mulch.
Ascochyta phaseolorum verursacht die stärkste Beeinträchtigung der Exportqualität von Chayote. Die organische Bewirtschaftung der Chayote führte zu einer signifikanten Reduzierung der Schadwirkung. Dagegen nahm der Befall mit Phoma cucurbitacearum im Gegensatz zur konventionellen Variante leicht zu. Das Auftreten von vejiga (Mycovellosiella cucurbiticola) war in den ersten beiden Jahren im organischen Anbau um bis zu 32 % geringer. In den darauf folgenden Jahre schlug diese Tendenz wieder um. Thripse (Frankliniella williamsi) sind der wichtigste Schädling hinsichtlich einer verringerten Fruchtqualität. Im organischen Anbau wurde aufgrund dessen Befalls im 1. Jahr ein um 57 % geringerer Exportanteil im Vergleich zum konventionellen Anbau erreicht. Ab dem 2. Jahr gab es keine Unterschiede und der Anteil nicht exportfähiger Früchte lag bei 16 und 14 % in beiden Varianten. (Erträge im organischen Anbau: 118,7, 103,4 und 102,2 t/ha und im konventionellen Anbau: 179,7, 116,8 und 99,8 t/ha).
Abschließend kann festgestellt werden, daß der organische Anbau von Chayote im exportorientierten Management gute Ergebnisse zuläßt. Dafür sind jedoch eine größere agronomische Disziplin sowie umfassendere theoretische und praktische Kenntnisse erforderlich.


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Untersuchungen über Wurzelgallennematoden (Meloidogyne spp.) an Maniok (Manihot esculenta) in Uganda

Makumbi-Kidza, Nakato, N. (1), (2); Speijer, P. (1); Sikora, R.A. (2)
(1) International Institute of Tropical Agriculture-Eastern and Southern Africa Regional Center (IITA-ESARC), P.O. Box 7878, Kampala, Uganda
(2) Institut für Pflanzenkrankheiten, Abteilung Phytomedizin in Bodenökosystemen, Nußallee 9, D-53115 Bonn

In Anbetracht der Tatsache, daß Maniok für die Sicherung der Ernährung der ländlichen Bevölkerung Afrikas eine einzigartige Stellung einnimmt, ist überraschend, wie wenig über den Einfluß von Wurzelgallennematoden auf diese Kulturpflanze bekannt ist. Eine Reihe von Versuchen zu der Thematik, die in Uganda am IITA-ESARC durchgeführt wurden, konnte vorgestellt werden. Felderhebungen in nördlichen und westlichen Regionen Ugandas zeigten, daß Nematodenschäden an Maniok im Feld hauptsächlich auf sandigen Böden auftraten, auf denen Maniok in Kombination oder Rotation mit für Wurzelgallennematoden anfälligen Pflanzen angebaut wurden. Die Hauptmechanismen, durch die Ertragsverluste durch Nematoden verursacht wurden, waren:

  1. eine Reduktion des Pflanzenaufgangs
  2. eine Reduktion der Anzahl der Wurzelknollen
  3. eine Reduktion des Wurzelknollengewichts in den ersten drei Wachstumsmonaten.
Nematoden verursachten außerdem eine Qualitätsminderung durch erhöhte Gehalte an zyano-glykosidischen Verbindungen. Die erhöhten Werte konnten erstmals an mit Nematoden infizierten Maniokpflanzen festgestellt werden. Alle beschriebenen Wirkungen waren sortenabhängig. Eine Reihe von Maßnahmen, die im Rahmen eines IPM (Integrated Pest Management) Planes angewandt werden könnten, um einer Ertragsdepression durch Nematoden bei Maniok vorzubeugen, wurde vorgeschlagen.

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Cassava Mosaik Viren und Bemisia tabaci als Vektor zahlreicher Virosen in Afrika

S. Winter, I. Abdullahi und H.W. Karakacha, DSMZ AG Pflanzenviren, c/o BBA, Messeweg 11/12, 38104 Braunschweig

Das African Cassava Mosaikvirus, ACMV, wurde bereits in den 40er Jahren in Ost Afrika beschrieben und ist in allen Regionen zu finden, in denen Maniok angebaut wird. Tolerante Pflanzen mit guten "Feldresistenzeigenschaften" haben bislang Ertragsverluste, die durch African Cassava Mosaic Disease (ACMD) hervorgerufen werden, in Grenzen gehalten und die Virusinfektion wurde als typische Blattkrankheit eingestuft. Mit dem Auftreten einer natürlichen Virusrekombinanten, der sog. Uganda Variante (UgV) des Cassava Mosaikvirus veränderte sich die Situation dramatisch. Dieses neue Virus ist eine Chimäre zwischen einem Ost Afrikanischen Stamm, E-ACMV, und einem West Afrikanischen Stamm, ACMV. Mit dem Auftreten des UgV brachen die feldresistenten Sorten zusammen und Ertragsausfälle bis zum Totalverlust waren die Folge, weil durch die UgV-Infektion die Ausbildung der Knollen völlig unterbunden wird. Die Ausbreitung des UgV Virus verläuft außerordentlich schnell und das Virus ist in Richtung Westen bis in die Zentralregionen der Federal Republic of Congo, vorgedrungen. Dabei werden bestehende ACMV-Infektionen durch die UgV eliminiert und das Virus wird das dominante Pathogen. In Afrika kommen verschiedene Stämme des ACMV vor, jedoch haben unsere in verschiedenen Regionen durchgeführten Virusuntersuchungen gezeigt, daß ausschließlich die UgV die Knollenbildung unterdrückt. Trotz der viel diskutierten Variabilität der Begomoviren konnten bislang nur die Typen ACMV, E-ACMV und UgV in verschiedenen Ländern gefunden werden. Das South African Cassava Mosaikvirus, SACMV, und eine spezifische E-ACMV Variante aus Kamerun, können nur als geographisch isolierte Virustypen eingeordnet werden, die einen ACMV-ähnlichen Krankheitsphänotyp hervorrufen.
Eine Erklärung für den spezifischen Krankheitstypus der UgV, besonders für das Ausbleiben der Knollenbildung gibt es bislang nicht. Für die rasante Ausbreitung des Virus wird eine veränderte Weiße Fliegenpopulation diskutiert. Unsere molekularen Untersuchungen zur Differenzierung von Weiße Fliegen Populationen (RAPD, ITS Sequenzanalyse) an Cassava haben gezeigt, daß sich Bemisia tabaci Populationen von Cassava deutlich von allen nicht Cassava Populationen unterscheiden lassen. Alle Cassava B. tabaci zeigten eine einheitliche Populationsstruktur, und Hinweise für veränderte Biotypen konnten nicht gefunden werden. Da das Rekombinationsereignis zur Entstehung der UgV im Bereich des Hüllproteins stattgefunden hat, welcher u.U. für die Vektorübertragung wichtig ist, ist eine veränderte Virus-Vektorinteraktion möglich. Diese Hypothese wird z.Zt. untersucht.


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A biochemical and molecular approach to the taxonomy of Colletotrichum (Glomerella) strains responsible for anthracnose of yam (Dioscorea spp.) in Nigeria

M.M. Abang (1), (3), S. Winter (1), P. Hoffmann (1), H.D. Mignouna (2), K.R. Green (2) and G.A. Wolf (3)
(1) Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen, Mascheroder Weg 1B, D-38124 Braunschweig
(2) International Institute of Tropical Agriculture, Oyo Road, PMB 5320, Ibadan, Nigeria;
(3) Institut für Pflanzenpathologie und Pflanzenschutz, Grisebachstr. 6, D-37077 Göttingen

Foliar anthracnose is a major constraint to the production of yam (Dioscorea spp.), with D. alata, the most widely distributed species being particularly susceptible to the disease. Leaf necrosis and shoot die-back reduce the photosynthetic surface of the crop, with deleterious effects on tuber yield. The development and utilization of anthracnose-resistant varieties could potentially form an important component of disease management strategies appropriate for resource-poor farmers.
Four morphotypes of Colletotrichum representing three distinct virulence phenotypes are associated with foliar anthracnose of yam in Nigeria: the aggressive, slow-growing grey (SGG); the moderately virulent, fast-growing salmon (FGS); the avirulent/weakly virulent, fast-growing grey (FGG); and the moderately virulent, fast-growing olive (FGO) types. All four groups of isolates have previously been identified as forms of C. gloeosporioides (Glomerella cingulata) based on morphological and pathological characteristics, but isolates in some groups have conidial morphology and colony and cultural characteristics typical to C. acutatum. In this study, the reaction of isolates on casein hydrolysis medium (CHM), PCR-RFLP and sequence analysis of the ribosomal DNA ITS region were compared with well-characterized reference isolates to authenticate the identity of the yam anthracnose pathogen.
Protease activity on CHM defined all isolates as C. gloeosporioides and no C. acutatum isolates were found. A PCR-RFLP was developed based on ITS sequence analysis. FGG isolates produced unique RFLP banding patterns, while the FGS, FGO and SGG isolates produced RFLP patterns identical with those of C. gloeosporioides reference isolates, but distinct from those of other Colletotrichum species. Sequence analysis and comparison with published ITS1 sequences showed that SGG, FGS, and FGO isolates were identical to each other (98-99 % similarity) and clustered with C. gloeosporioides reference isolates, including those causing anthracnose of yam in the Caribbean (Barbados). Only 79 to 80 % homology of these isolates to C. acutatum was observed. Molecular evidence provided that the SGG, FGS, and FGO strains, which induce typical foliar anthracnose symptoms on yam, are all forms of C. gloeosporioides (G. cingulata). Research is on going to further clarifying the taxonomic position of these isolates.


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Virusfreimachung von Yams-Accessionen mit Hilfe der in vitro Technologie

P. Dembele, Mali, z.Z. Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung, D-06466 Gatersleben

Bisher werden die kultivierten Yamswurzel-Arten über vegetative Stecklinge vermehrt. Dadurch sieht sich der Feldanbau mit verschiedenen Einschränkungen konfrontiert. Eine besondere Problematik stellt sich durch die geringe Vermehrungsrate der Pflanzen dar. Krankheiten wie die Anthraknose (Colletotrichum gloeosporioides) , Yams-Mosaik, Nematoden und hier besonders Scutellonema bradys begrenzen den Ertrag.
Zur Pflanzgutgewinnung werden verschiedene biotechnologische Methoden wie die in vitro-Vermehrung, Meristem- oder Protoplastenkultur angewendet, um die Probleme der Pflanzgutproduktion zu lösen, Virosen zu eliminieren oder die Erzeugung von Pflanzen mit verbesserten Eigenschaften zu erreichen. Die in vitro-Vermehrung stellt einen zeitgemäßen Weg zur Lösung des Pflanzgutproblems für Yams in Mali dar. Darüber hinaus kann diese Technik zum Schutz und zur Erhaltung des genetischen Potentials der einheimischen Yamssorten im Sinne der Sicherung der Biodiversität beitragen.
Die Meristem-Kultur zur Viruseliminierung und der Nachweis der Virusfreiheit mit der ELISA-Technik sind die bereits praktizierte Methoden.


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Last modified: Thu Feb 6 12:28:47 CET 2003