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Arbeitskreis
Phytobakteriologie - Tagung 2003



Die 24. Tagung des Arbeitskreises fand am 11. und 12. September 2003 in der Bundesanstalt für Züchtungsforschung in Dresden-Pillnitz statt.

Titel der Abstracts:






Zur Bedeutung von Endophyten in Kulturpflanzen

Naumann, K.; Aschersleben

Obwohl endophytisch lebende Symbionten (Knöllchenbakterien der Leguminosen u.a.) schon seit den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts bekannt sind, hat man das Innere von gesunden Pflanzen lange für mikroorganismenfrei (= steril) gehalten. Erst 1926 äußerte PEROTTI die Auffassung, daß Pflanzengewebe nichtpathogene Bakterien enthalten können. Seitdem wurden solche ”Endophyten” in sehr vielen Kultur- und Wildpflanzen nachgewiesen. Die Zahl der Untersuchungen hat vor allem seit der verbreiteten Anwendung der Gewebekultur­technik stark zugenommen, weil dabei, vor allem in der Anfangsphase, an Explantaten von gesunden Pflanzen häufig Bakterienwachstum festzustellen war. Zur Erfassung von endophytisch lebenden Mikroorganismen ist eine sorgfältige äußere Dekontaminierung der zu untersuchenden Pflanzenorgane von entscheidender Bedeutung. Ihr Nachweis kann mit klassischen bakteriologischen (Kultur-, Färbetechniken) oder neuerdings mit molekular­biologischen (PCR) Methoden erfolgen. Es hat sich dabei gezeigt, daß (1) stets nur ein gewisser Teil der geprüften Pflanzenteile Endophyten enthält und (2) deren Verteilung in der Pflanze ungleichmäßig ist. - In den unteren Stengelpartien und in den Wurzeln ist die Besiedlung stets stärker als in den oberen Pflanzenteilen. Als Endophyten wurden Vertreter der verschiedensten Bakterien­gattungen (Pseudomonas-, Xanthomonas-, Agrobacterium-, Erwinia-, Pantoea-Arten, aber auch grampositive Bakterien und besonders Bacillus-Arten) nachgewiesen. Da diese Bakterien auch verbreitet in der Rhizosphäre vorkommen und im Wurzelinnern besonders häufig anzutreffen sind, ist eine innere Besiedlung der Pflanzen durch saprophytische Bakterien vom Boden aus anzunehmen. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, daß manche Endophyten zu den ”plant growth-promoting bacteria” (PGPB) gehören und das Pflanzen­wachstum stimulieren; andere haben sich als wirksame Antagonisten von Krankheitserregern erwiesen. Neuerdings wird auch die Eignung von endophytischen Bakterien als Vektoren für den gezielten Gentransfer in Kulturpflanzen diskutiert.


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Siderophorbildung bei bakteriellen Epiphyten der Sojabohne: I. Physiologisch-biochemische Charakterisierung

Völksch, B. und Büttner, P. ; Friedrich-Schiller-Universität Jena, Institut für Mikrobiologie, Mikrobielle Phytopathologie, Winzerlaer Str. 10, 07745 Jena

Zwischen dem Erreger des Bakterienbrandes der Sojabohne Pseudomonas syringae pv. glycinea (Psg) und Pseudomonas syringae pv. syringae 22d/93 (Pss) sowie Pantoea agglomerans 48b/90 (Pa) ist auch unter Freilandbedingungen ein deutlicher Antagonismus, der zur Unterdrückung der Krankheit führt, wirksam. Es wird vermutet, daß bei dem Antagonismus Siderophore - niedermolekulare, organische Chelatoren mit einer hohen und spezifischen Affinität zu Fe3+, die zu dessen Transport und Speicherung in Mikroorganismen dienen - eine Rolle spielen. Um Hinweise für eine mögliche Relevanz der Siderophore bei dieser Interaktion zu erhalten, wurden Qualität und Quantität der Siderophorbildung charakterisiert. Die Siderophorbildung erfolgte bei den Stämmen Wachstums-assoziiert. In der Quantität der Siderophorproduktion unterschieden sich die Stämme. Pss bildete etwa 40% mehr unspezifische Siderophore/Zelle als das Pathogen. Pa hingegen erreichte nur etwa 35% der unspezifischen Siderophormenge/Zelle des Pathogens. Andererseits bildete Pa etwa das 7,5- fache pro Volumen und das 3,2-fache pro Zelle mehr an chatecholischen Siderophoren als die beiden Pseudomonaden, deren Produktion nur unwesentlich über der Nachweisgrenze lag. In Abhängigkeit von den verwendeten Medien zeigten sich große Unterschiede in Menge und Art der gebildeten Siderophore. Gepufferte, synthetische Nährmedien erwiesen sich als günstig, sowohl für die volumetrische als auch für die auf die Zelle bezogene Siderophorbildung. Psg und Pss bildeten das für fluoreszierende Pseudomonaden typische Pyoverdin. Pss produzierte noch einen weiteren noch nicht näher charakterisierten Siderophor. Pa bildete neben Ferrioxamin E, ein für einige Vertreter der Enterobakterien bekannter Siderophor, noch einen Chatechol-Siderophor. Kreuzfütterungstests ergaben, daß beide Pseudomonas-Stämme untereinander ihre Pyoverdine aufnehmen und nutzen konnten aber nicht das Ferrioxamin E von Pa. Pa konnte nur seine eigenen Siderophore verwerten. - Welchen Einfluß Siderophore auf die Ökologie der Phyllosphäre besitzen, und ob sie als Agens für die biologische Kontrolle und als Virulenzfaktor bedeutungsvoll sind, ist noch offen und bedarf weiterer Untersuchungen.


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Siderophorbildung bei bakteriellen Epiphyten der Sojabohne: II. Genetische Charakterisierung

Wensing, A., Weingart, H. und Ullrich, M.; School of Engineering and Sciences, International University Bremen, Bremen.

Unter Eisenmangel produzieren viele Pseudomonaden Pyoverdine, Peptid-Siderophore, die sich durch eine typische gelb-grüne Fluoreszenz auszeichnen. Für verschiedene Pathovare von P. syringae wurde gezeigt, dass alle das gleiche Pyoverdin bilden. Dennoch zeigen einige Isolate wie P. syringae pv. syringae 22d/93 und P. syringae pv. glycinea 1a/96 unterschiedlich starke Reaktionen auf CAS-Agar, einem Medium zum allgemeinen Nachweis von Siderophoren. Eine Pyoverdin-negative Mutante von Pss 22d/93 soll klären, ob die starke CAS-Reaktion dieses Stammes auf die Bildung eines zweiten Siderophors zurückzuführen ist. Während sich die Pyoverdine in der Aminosäurezusammensetzung ihrer Peptidketten unterscheiden, ist das Pyoverdinchromophor hoch konserviert. Daher wurde das entsprechende Biosynthese-Gen des Chromophores, pvsA, zur Erzeugung einer Pyoverdin-negativen Mutante ausgewählt. Eine durch `Marker Austausch-Mutagenese erzeugte pvsA-Mutante von Pss 22d/93 zeigt, wie erwartet, keine Fluoreszenz mehr, weist aber noch eine deutliche CAS-Aktivität auf. Eine zweite Mutation innerhalb der Peptidkettenbiosynthese soll klären, ob die in der ersten Mutante beobachtete CAS-Aktivität tatsächlich auf ein zweites Siderophor zurückzuführen ist, oder ob in der pvsA-Mutante noch ein aktiver Pyoverdinvorläufer gebildet wird. In dem kürzlich erschienenen Paper zur Genom-Sequenz von P. syringae pv. tomato DC3000 wurde beschrieben, dass DC3000 homologe Gene zum Yersiniabactin-Biosynthesecluster aus Yersinia pestis besitzt (Buell et al., 2003 PNAS,100(18) 10181-10186). Es soll überprüft werden, ob dieses Biosynthesecluster, das sich auf einer hochmobilen Pathogenitätsinsel findet, auch in Pss 22d vorkommt.


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Molecular characterization of the type III translocation system of Xanthomonas campestris pv. vesicatoria

Berger, C.,. Weber, E, *Hause, G., Bonas, U., Koebnik, R.; Institut für Genetik and *Biozentrum, Martin-Luther-Universität, D-06099, Germany.

The Gram-negative bacterium Xanthomonas campestris pv. vesicatoria (Xcv) is the causal agent of bacterial spot disease in pepper and tomato plants and serves as a well-established model organism to study bacterial plant pathogens. The interaction between the bacteria and its host plant is controlled by hrp genes (hypersensitive response and pathogenicity), which encode a type III protein secretion system. The Hrp system translocates effector proteins across the bacterial envelope and injects some of them into the plant cell. This process depends on the presence of a surface-attached structure, the Hrp pilus. The major pilus subunit is HrpE. Non-polar chromosomal mutants in hrpE display a Hrp phenotype, i.e. they are not pathogenic on susceptible plants and do not elicit a hypersensitive response in resistant plants. Furthermore, hrpE mutants are non-piliated and do not allow in vitro secretion of type III-secreted proteins from Xcv. - The translocation apparatus consists out of at least 10 different proteins among which six are predicted inner membrane proteins. To study the membrane topology of these inner membrane proteins the corresponding genes were subjected to insertional mutagenesis with a mini-Tn5 derivative bearing a dual pho-lac reporter, thus creating translational fusions. Using reporter-specific chromogenic substrates, subcellular localization of the fusion proteins could be determined. From these data a topology model has been devised.

Literature: Büttner, D. and Bonas, U. (2002) Getting across - bacterial type III effector proteins on their way to the plant cell. EMBO J. 21, 5313-5322.


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Transcriptional analysis of the coronatine biosynthetic gene cluster: Onset of cmaABT expression is delayed upon temperature shifts

Braun, Y, Smirnova, A., and Ullrich, M.; International University Bremen, School of Engineering and Sciences, Campusring 1, 28759 Bremen, Germany.

The chlorosis-inducing phytotoxin coronatine is produced by Pseudomonas syringae in a temperature-dependent manner. Transcription of coronatine biosynthetic genes is controlled by a two-component regulatory system, CorRSP, which mediates an increased transcription at 18°C whereas only basal levels of expression are observed at 28°C, the optimal growth temperature of this pathogen. Using Northern Blot analyses, we aimed at a better understand of when transcription of these biosynthetic genes is induced upon a temperature downshift from 28 to 18°C. RNA samples were taken from a batch culture of P. syringae in short time intervals and hybridised with a probe specific to cmaABT, one of the coronatine biosynthetic operons. Interestingly, measurable amounts of cmaABT mRNA accumulated only after 40-60 minutes. This result indicated that the two-component regulatory system, CorRSP, reacts to temperature changes in a delayed fashion. It can thus be deduced that the membrane bound sensor kinase, CorS, is being de-novo synthesized in its active form upon a temperature downshift. In contrast, it becomes unlikely that sensor kinase produced at 28°C undergoes conformational changes while already being inserted in the membrane. A respective model is discussed.


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Erste Versuche zur Analyse des Erregerspektrums bei Lagerfäule am Kopfkohl

Barchend, G.; BAZ, Institut für Resistenzforschung und Pathogendiagnostik, Aschersleben.

In Zusammenarbeit mit der GPZ Marne wurden erste Versuche zur Analyse des Erregerspektrums bei Lagerfäule am Kopfkohl durchgeführt. Im Frühjahr 2002 erfolgte aus mehreren Lagerhäusern die Entnahme von Kohlköpfen die Fäulnisymptome aufwiesen. Weiterhin wurde befallenes Strunkmaterial aus dem Züchtungsprogramm untersucht. Von dem erkrankten Gewebe konnten die Bakterien isoliert und auf Selektivmedium übertragen werden. Für den Nachweis und die Identifizierung von Erwinia spp. und Pseudomonas spp. kamen die Medien Stewart (2 Lagen Agar, Deckschicht Natriumpolypektat) und FPA (mit Zitruspektin und Überschichtung mit Cetrimid) zum Einsatz. Der Nachweis von Erwinia spp. gelang bei 1 von 10 Proben vom Kopfkohl und bei 2 von 4 Kohlstrünken. Pseudomonas spp. konnte dagegen nur in allen 10 untersuchten symptomtragenden Kopfkohlblättern nachgewiesen werden. Die Rückübertragung dieser Isolate auf Kohlstrünke war positiv. - Die Lagerung von Kopfkohl erfolgt bei Temperaturen von ca. 0,5 °C. Um zu klären ob sich Erwinia spp. bei diesen Temperaturen im Lager vermehren kann, wurden Kartoffelknollen mittels Schneidens mit einem in Erwinia spp. Lösung getauchten Messers infiziert. Die Kartoffelscheiben wurden in einer feuchten Kammer bei 4 °C gelagert. Nach 4 Monaten zeigten die kontaminierten Kartoffeln deutlich Fäulnissymptome und Erwinia spp. konnte daraus reisoliert werden. - Diese ersten Ergebnisse zeigen, dass sowohl Erwinia spp. als auch Pseudomonas spp. Fäule am Lagerkohl hervorrufen können. Bei allen von uns untersuchten Proben konnte ebenfalls Pilzbefall festgestellt werden. In weiteren Versuchen soll nun geklärt werden, ob das primär schädigende Ereignis der Pilzbefall ist, der Eintrittspforten schafft oder der Bakterienbefall.


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Dekontamination von Bakterielle Ringfäule-infizierten Speisekartoffelpartien mit anaerober Behandlung in Biogasanlagen

Wiedemann, W., Enderlein, O., Kroll, U. und Göhler, G.; Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft, Dresden.

Die Bakterielle Ringfäule der Kartoffel, hervorgerufen durch Clavibacter michiganensis ssp. sepedonicus (Cms), wird innerhalb der EU und in den meisten kartoffelanbauenden Ländern zu den Quarantänekrankheiten gezählt. Um die Krankheit zu bekämpfen werden jährlich Untersuchungen in allen Stufen der Pflanzgutproduktion sowie auch bei Speisekartoffeln durchgeführt. Die Bekämpfung der Bakteriellen Ringfäule beinhaltet einen ganzen Maßnahmekomplex. Nach bundesweiten Empfehlungen umfasst dieser auch die fachgerechte Entsorgung kontaminierter Partien, wobei sich bei größeren Mengen und möglicherweise kontaminierten Verarbeitungsrückständen die Hygienisierung über eine Anaerobbehandlung in Biogasanlagen anbietet. Es wurde untersucht, inwieweit der Erreger bereits bei mesophilen (36 - 38oC) Temperaturbedingungen gegenüber der nach Bioabfall-VO geforderten thermophilen (55oC) Behandlung abtötet wird. In einen Laborfermenter wurden Diffusionskeimträger nach RAPP mit Erregerdichten von 108 Zellen/ml eingebracht, die in wöchentlichen Abständen bis zu 4 Wochen Reaktionszeit auf überlebensfähige Bakterien untersucht wurden. Dazu wurden zwei Wege beschritten: (1) Direktnachweis mittels PCR und Biotest an Eierfruchtpflanzen; (2) Ausplattieren auf Selektivmedien, Determinierung verdächtiger Kolonien mit PCR und eine Pathogenitätsprüfung an Eierfruchtpflanzen. - Beim Direktnachweis wurde mit der PCR der Erreger zwar erfasst, in keinem der Fälle gelang aber im Biotest der Nachweis lebensfähiger Bakterien. Wurden aber aus den Keimträger Proben auf Nährmedium ausplattiert, so erwuchsen in einigen Fällen erregerspezifische Kolonien, die im nachfolgenden Test an der Eierfrucht erregertypische Symptome induzierten. Diese bisher erst in wenigen Versuchen ermittelten Ergebnisse zeigen, dass einige Bakterien bei mesophilen Temperaturbedingungen in der Biogasanlage nicht abgetötet werden und auf den Acker verbrachte Rückstände zu einer Weitergabe der Infektion führen können. Die Untersuchungen werden fortgesetzt.


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Erarbeitung einer Resistenzprüfmethode für die Bakterielle Pelargonienwelke bei Sämlingen

Richter, K., Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen, Institut für Epidemiologie und Resistenz, Theodor Roemer Weg 4, 06449 Aschersleben

Das Ziel des vom Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft gemeinsam mit der Firma Elsner pac Jungpflanzen Dresden geförderten Projektes besteht in der Identifikation von xanthomonasresistenten Pelargonium-Genotypen als Basis für züchterische Arbeiten. Dazu wurde zunächst die Virulenz der Isolate der umfangreichen Xanthomonas-Stammsammlung des Institutes für Epidemiologie und Resistenz getestet und basierend auf diesen Ergebnissen für die Inokulationen ein Gemisch aus sieben Stämmen zusammengestellt. Bei zwei Genotypen konnte die übliche Auftropfinokulation nicht angewendet werden, da das Inokulum an den dünnen, stark behaarten Trieben herablief, so dass durch durch Bestreichen der Schnittfläche mit Bakterienschleim und vier weiteren Methoden versucht wurde, den Erreger zu inokulieren. Da die Testpflanzen auch mit diesen Methoden symptomfrei blieben, wurden Untersuchungen zur Ausbreitung der Bakterien in der Pflanze durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass die Pflanzen erfolgreich infiziert wurden, den Erreger der Bakteriellen Pelargonienwelke jedoch symptomfrei tolerieren. Weiterhin wurden Infektionsmethoden zur Testung von Sämlingspopulationen in einem sehr frühen Stadium der Pflanzenentwicklung erarbeitet. Pro Pflanze werden dabei drei Blätter mit einer optimalen Keimdichte der Bakteriensuspension eines Einzelisolates von 1 x 106 cfu/ml inokuliert indem jedes Blatt zehnmal am Rand mit einer kontaminierten Mäusezahnpinzette verletzt wird. Die Methode wurde im Gewächshaus erfolgreich erprobt. Für die Testung großer Serien ist sie jedoch zu arbeitsaufwendig. Deshalb wurden die Testpflanzen in den weiteren Untersuchungen mit dem Erreger besprüht. Symptomfreie Pflanzen wurden anschließend mit einem zweiten Einzelisolat erneut getestet. Sämlinge, die auch danach keine Anzeichen der Krankheit aufwiesen und inzwischen über einen oder mehrere Triebe verfügen, werden gegenwärtig mit der Auftropfinokulation geprüft. In symptomfreien Pflanzen wird anschließend die Ausbreitung der Bakterien untersucht.


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Pathotypes of Xanthomonas axonopodis pv. manihotis and detection of specific quantitative trait loci (QTL) for resistance to cassava bacterial blight

Wydra, K., §Zinsou, V., #Jorge, V. and #Verdier V.; Institut für Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschutz, Universität Hannover; §Université Nationale du Bénin, Cotonou, Benin; #CIAT, Institut de Recherche pour le Développement, Cali, Colombia. wydra@ipp.uni-hannover.de.

Hundred-eleven cassava genotypes derived from the backcross of five F1 individuals and the female parent TMS30572 were tested for their reaction to cassava bacterial blight by leaf and stem inoculation, and were used to identify possible Xanthomonas axonopodis pv. manihotis pathotypes and cassava bacterial blight related genetic markers or involved genes. The genotypes varied in their reaction against four highly virulent strains of X. axonopodis pv. manihotis from four different geographic origins in Africa. The strains were defined as different pathotypes according to their reactions on leaves and stems. Genotypes with susceptible, medium resistant and resistant reactions were identified for both leaf and stem inoculation methods and partly differed in their reaction on leaves and stems. Sixteen genotypes among the mapping population showed a resistant reaction. Based on the genetic map of cassava, single-marker regression analysis of area under disease progress curve values from stem-puncture inoculation of each strain was performed. Eleven markers were identified, of which five markers on three and one linkage groups of the female- and male-derived framework of family CM8820, respectively, were significantly linked to disease severity (area under disease progress curve) values with the four strains of X. axonopodis pv. manihotis. Based on the segregation of alleles from the female of family CM8873, one marker was found to be associated to resistance to two X. axonopodis pv. manihotis strains, GSPB2506 and GSPB2511. Five markers were not linked to any linkage groups. Using a higher stringent P-value, one QTL and four markers were found. Depending on strain inoculated, specific markers were detected confirming that the four African strains belong to four different pathotypes.


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Latent infection and the viable but non-culturable state (VBNC) of Ralstonia solanacearum in tomato plants

Leykun, Z. and Wydra, K.; Institut für Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschutz, Universität Hannover. wydra@ipp.uni-hannover.de

Use of resistant genotypes is the key option for integrated control of bacterial wilt caused by Ralstonia solanacearum. However, latent infection may cause breakdown of resistance, pathogen dissemination or substantial yield reduction even with low wilt incidence. Therefore, the level of latent infection was quantified in fourteen `resistant' genotypes in relation to wilt incidence. R. solanacearum was detected in the collar of all symptomless genotypes and, hence, initial root infection was not limiting for bacterial colonization. Highest differences in bacterial numbers were observed in the mid-stem parts of `resistant' genotypes suggesting existence of resistance mechanisms on mid-stem level. Bacterial number and wilt incidence were positively correlated, with a higher correlation coefficient in the mid stem parts. Therefore, quantification of bacteria in the mid-stem is suggested as a complementary criterion in addition to wilt symptom evaluation to identify genotypes, which suppress the latent pathogen multiplication. - The ability of R. solanacearum to enter the viable but non-culturable (VBNC) state was examined after infection. A significant percentage of R. solanacearum cells entered the VBNC state in planta. In plants showing symptoms, the percentage of VBNC cells significantly increased as infection progressed. Further investigations are suggested on the genetic background and reasons for resuscitation of VBNC cells.


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From a temperature change to a change in gene expression and cellular functions

Smirnova, A., Braun, Y., and Ullrich, M.; IU Bremen, School of Engineering and Sciences. E-Mail:a.smirnova@iu-bremen.de

A modified two-component regulatory system consisting of two response regulators; CorR and CorP, and the histidine protein kinase CorS, regulates the thermoresponsive production of the phytotoxin coronatine (COR) in P. syringae PG4180. COR is produced at the virulence-promoting temperature of 18°C but not at 28°C, the optimal growth temperature of PG4180. An important question to answer was how long it takes to activate COR biosynthesis after a temperature shift from 28°C to 18°C. For this, we analyzed transcriptional activation of COR biosynthetic genes and accumulation of a biosynthetic protein after the temperature shift. Transcriptional activation was estimated using a transcriptional fusion of cmaABT biosynthetic promoter to uidA or gus reporter gene encoding ß-glucuronidase enzyme and a quantitative Northern blot analysis. It was demonstrated that cmaABT biosynthetic operon expression was strongly temperature-inducible, whereas corS expression was not significantly temperature-inducible after the temperature shift.


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Biocontrol studies on Phytophthora diseases of strawberry by using bacterial antagonists

Anandhakumar, J.;Gulati, M.K. and Zeller W.; Federal Biological Research Centre for Agriculture and Forestry, Institute for Biological Control, Heinrichstr.243, 64287 Darmstadt, Germany.

After screening of several rhizosphere bacteria against the soilborne pathogens of Red core and Crown rot disease of strawberry Phytophthora fragariae var.fragariae and Phytophthora cactorum under in vitro conditions, three of the most active isolates which produced up to 63% of reduction in mycelium growth, such as Raoultella terrigena (G-584), Bacillus amyloliquefaciens (G-V1) and Pseudomonas fluorescens (2R1-7) were selected for further studies under in vivo conditions. - In a greenhouse experiment two of the isolates, Raoultella terrigena (G-584; formerly Klebsiella terrigena) and Bacillus amyloliquefaciens (G-V1), were tested on their biocontrol effect against both Phytophthora diseases in comparison to the chemical fungicide Aliette. The experiment was carried out with artificial infested soil, using the highly susceptible strawberry variety ELSANTA. Root dip treatment with the bacterial antagonists produced a control effect on both fungal diseases between 52% to 64%, which was nearly comparable with Aliette. Moreover plant biomass was studied by measuring fresh and dry weight of shoots and roots of plants treated with antagonists and Aliette. Both parameters increased when compared to untreated control up to 38%. - In a field experiment, mentioned above three isolates were tested against both Phytophthora diseases under artificial infested soil conditions. Root dip treatment with the bacterial antagonists produced a control effect on both fungal diseases up to 43%. Strongest activity was observed by Pseudomonas fluorescens on Red core 43% and Crown rot 36 % followed by Raoultella terrigena (Red core 31% and Crown rot 32%) and Bacillus amyloliquefaciens (Red core 34% and Crown rot 27%). Further biocontrol studies are in progress on different locations of Germany under naturally infected soil conditions with strawberry farmers. Studies are made in cooperation with the firm E-Nema, Raisdorf with the aim to develop an antagonistic preparation against both Phytophthora diseases.


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10 Jahre Erfahrungen mit der Feuerbrandprognose in Baden-Württemberg (1994 - 2003)

Moltmann, E., Landesanstalt für Pflanzenschutz, Stuttgart

Nach dem verheerenden Feuerbrandbefall im Erwerbsobstbau in den südlichen Bundesländern im Jahr 1993 ist seit 1994 ist die Verwendung von Plantomycin (Streptomycinsulfat) zur Abwehr von Blüteninfektionen nach Warnhinweis des Pflanzenschutzdienstes erlaubt. Zur Ermittlung der optimalen Behandlungstermine wurden in Baden-Württemberg die beiden Feuerbrandprognosemodelle nach Billing (Billing's Integrated System 95, 1996) und Steiner (MaryblytTM, 1990) in ein Computerprogramm umgesetzt (Feuerbrandprogramm LfP). Die beiden Modelle stimmen in der Angabe potentieller Infektionstage im wesentlichen überein. Die Auswertung der Wetterdaten von 2 repräsentativen Standorten in Baden-Württemberg während der Apfelblüte im Erwerbsanbau wurde nach dem Modell MaryblytTM von 1993 bis 2003 zusammengestellt. Der Standort Heuchlingen steht für die Regionen Nord- und Südbaden sowie Nordwürttemberg, in denen der Feuerbrand seit 1993 in den Erwerbsanlagen stark verbreitet ist, während der Standort Ailingen für das Bodenseegebiet steht, in dem sich die Krankheit erst in den letzten 10 Jahren ausgebreitet hat. Neben Jahren ohne Infektionstage lassen sich Jahre mit einem einzelnen, 2-3 aufeinanderfolgenden und Jahre mit mehr als 3 Infektionstagen in Folge unterscheiden. In Jahren ohne oder mit nur einem Infektionstag kam es kaum zu einem Befall bzw. keiner weiteren Ausbreitung der Krankheit, während bei 2-3 aufeinanderfolgenden und mehr Infektionstagen starker Befall auftrat bzw. eine Ausbreitung stattfand. In mehr als der Hälfte der Jahre kam es an beiden Standorten zu 2-3 und mehr Infektionstagen in Folge, was die witterungsbedingte Gefährdung der baden-württembergischen Obstanlagen für Feuerbrandinfektionen deutlich macht. Allerdings nahm die Befallsintensität von 1993 bis 2003 von erst großflächigem Auftreten zu dann lokalen Schäden trotz gleicher Witterungsbedingungen ab. Im Durchschnitt der Jahre wurde 1,6mal (Heuchlingen) bzw. 1,8mal (Ailingen) eine Plantomycinbehandlung empfohlen.


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Zur Anfälligkeit von Apfel- und Birnensorten gegenüber Feuerbrand nach natürlicher Infektion

Höfer, M. und Peil, A.; Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen, Institut für Obstzüchtung Dresden-Pillnitz; m.hoefer@bafz.de

Die Feuerbrandanfälligkeit wurde in den Kernobstquartieren der Bundesanstalt für Züchtungsforschung im Institut für Obstzüchtung Dresden-Pillnitz während des Befalls durch natürliche Infektion im Frühjahr 2003 erfasst. Insgesamt wurden 1164 Apfelbäume und 478 Birnenbäume gerodet, das entspricht 3,3 % des Gesamtbestandes bei Apfel und ca. 100 % bei Birne. - Keinen Feuerbrandbefall zeigten fünf Sorten von Pyrus communis ( Naghins Butterbirne', Neue Poiteau', Nordhäuser Winterforelle', Pierre Cornelle' und Winterdechantsbirne') sowie vier Nashi-Birnen von Pyrus pyrifolia ( An Ben Pear', Hosui', Shinsei' und Yak Su Pear'). Bei Apfel wurde der höchste Befall drei Wochen nach Abschluss der Blüte festgestellt. 79,3 % der insgesamt befallenen Apfelbäume zeigten Feuerbrandsymptome innerhalb von elf Tagen nach der ersten positiven Feuerbrand-Bonitur an Äpfeln am 27. Mai 2003. - Im Genbanksortiment Apfel waren von 860 Sorten 81 Sorten von Feuerbrand befallen. Bei der Analyse des Befalls von Pi- und Re-Sorten in ausgewählten Quartieren konnte für Pi-Sorten keine Korrelation zu den Bonituren mit künstlicher Triebinfektion nachgewiesen werden (r=-0,18), während sich bei den Re-Sorten ein signifikanter Zusammenhang herausstellte (r=-0,72). Als sehr Feuerbrand empfindlich stellten sich die Sorten Pilot', Pikant' und die Klone Pi-As-1,157 ( Rekarda') und Pi-As-3,108 ( Recolor') heraus. Als Feuerbrand unempfindlich erwiesen sich u.a. die Sorten Pirol', Reanda', Reka', Remo', Rene', Renora', Resi'. Hervorzuheben ist die Sorte Rewena' von der kein einziger Baum Befall aufwies und die Sorte Pinova', die trotz der Eigenschaft der langen Nachblüte nur einen Befall von 8,9% zeigte.


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Hefen als Antagonisten gegen Feuerbrand

Seibold, A., *Fried, A., §Kunz, S., $Moltmann E., #Lange, E. und Jelkmann, W.; BBA Dossenheim, Universität Heidelberg, * ALLB Bruchsal, § Bio-Protect GmbH Konstanz, $ LfP Stuttgart; # ALLB Markdorf. A.Seibold@bba.de.

Hefen kolonisieren Blattoberflächen und produzieren extrazelluläre Polysaccharide, die ihnen das Überleben langer Zeiträume unter wechselnden Umweltbedingungen ermöglichen. Aufgrund dieser Eigenschaften eignen sie sich zum Einsatz als Antagonisten in der Phyllosphäre. Inwieweit sich dies auf den Lebensraum Blüte übertragen läßt, ist derzeit noch unzureichend untersucht. - In Feuerbrand-Bekämpfungsversuchen im Freiland in Kirschgarts­hausen und Amtzell 2002 und 2003 lagen die Wirkungsgrade der Hefemittel 0-20% niedriger als der von Plantomycin. In Kokulturversuchen, durchgeführt in Basalmedium (25 % künstlicher Nektar, 24 h Wachstums­vorsprung der Hefen), zeigten alle untersuchten Hefen der Gattung Metschnikowia pulcherrima und Aureobasidium pullulans eine hemmende Wirkung auf das Wachstum von Erwinia amylovora. Welcher Wirkungsmechanismus dem zugrunde liegt und welche Organe in der Blüte besiedelt werden, müssen weitere Untersuchungen zeigen.


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Erkenntnisse und Überlegungen zum Einsatz von Prohexadion-Ca gegen Blüteninfektionen durch Feuerbrand (Erwinia amylovora)

Rademacher, W.; BASF Agrarzentrum, 67114 Limburgerhof.

Mit Prohexadion-Ca (ProCa) lässt sich in vielen, aber nicht allen Wirtspflanzen eine Resistenz gegen Pathogene induzieren. Dieser Effekt ist insbesondere zur Bekämpfung von Feuerbrand-Sekundärinfektionen im Kernobst von praktischer Bedeutung. Arbeiten zur Aufklärung des hier zu Grunde liegenden Wirkmechanismus' und zur Optimierung des Einsatzes wurden von der Europäischen Kommission gefördert (QLK5-CT-1999-01583) und sind mittlerweile zum Teil publiziert (u.a. im Sonderheft 3 von Band 68 des European Journal of Horticultural Science). Besonderes Interesse verdient die Tatsache, dass durch ProCa 3-Deoxyflavonoide (z.B. Luteoforol) mit Phytoalexin-artiger Wirkung induziert werden. - Gegen Blüteninfektionen durch Feuerbrand wird mit ProCa nach heutigem Kenntnisstand keine zufriedenstellende Wirkung erzielt. Hier ist offensichtlich limitierend, dass es mehrere Tage dauert, bis durch ProCa-Behandlung eine Resistenz aufgebaut ist. Frühe Behandlungen bei geringer den Wirkstoff aufnehmender Pflanzenoberfläche und häufig ungünstiger Witterung können daher oft nur von begrenzter Effizienz sein. Für die weitere Suche nach wirksamen und Antibiotika-freien Bekämpfungsverfahren gegen Feuerbrand-Blüteninfektionen wird daher vorgeschlagen: (a) Aufnahmeintensität von ProCa erhöhen (z.B. durch Ansäuern der Spritzbrühe), (b) Nachernte-Behandlungen im Vorjahr, (c) Kombinationen mit geeigneten anderen Mitteln.


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Real-time PCR zum quantitativen Nachweis des Feuerbranderregers Erwinia amylovora

Salm, H. und Geider, K.; Max-Planck-Institut für Zellbiologie Ladenburg, c/o BBA Dossenheim.

Das Bakterium Erwinia amylovora verursacht bei Pflanzen aus der Familie der Rosaceae den Feuerbrand. Die entwickelte Nachweismethode des Erregers mittels Real-time PCR ermöglicht eine schnelle, sensitive und quantitative Detektion. Dabei spielte es keine Rolle, ob zur Detektion der DNA der interkalierende Farbstoff SYBR Green I oder eine Taqman-Sonde eingesetzt wurde. Die verwendeten Oligonukleotide wurden von der DNA Sequenz des E. amylovora-typischen Plasmids pEA29 synthetisiert, dessen Sequenz bereits erfolgreich für den klassischen PCR Nachweis verwendet wurde. Verschiedene E. amylovora Stämme, isoliert von geographisch unterschiedlichen Regionen mit diversen PFGE Mustern, wurden verwendet, um die Sensitivität der Primer zu testen. Es wurden keine unspezifischen Nebenprodukte während der Real-time PCR gebildet, ebenso wenig wie es zur Produktbildung bei Verwendung anderer pflanzen-assozierter Bakterien kam. Auch die Detektion des Feuerbrand-Erregers aus Freilandproben konnte durchgeführt werden, allerdings können pflanzliche Inhaltsstoffe die PCR Reaktion und somit die Quantifizierung leicht beeinflussen. Der direkte Einsatz von Feldproben in der Real-time PCR kann problematisch sein, da neben lebenden Zellen auch die DNA bereits abgestorbener Bakterien zu einem positiven Signal führen kann. Zur Vermeidung der Detektion toter Zellen wurden die präparierten Pflanzenextrakte auf Agarplatten mit Cycloheximid ausgebracht oder in Flüssigmedium über Nacht kultiviert und anschließend in der Real-time PCR getestet. - Der Vorteil der entwickelten Nachweismethode des Feuerbrande-Erregers liegt neben der Quantifizierung, Sensitivität und Spezifität vor allem in der Zeitersparnis und der Möglichkeit Massenanalysen durchzuführen.


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Harpin von Erwinien zur Resistenzinduktion und Stammdifferenzierung

Geider, K. und Jock, S.; Max-Planck-Institut für Zellbiologie, c/o BBA Dossenheim; K.Geider@bba.de.

Erwinia amylovora verursacht den Feuerbrand bei Kernobst und einigen Ziergehölzen und wurde für Nordamerika zum ersten Mal beschrieben. Die Erkrankung hat sich vor allem auf der Nordhalbkugel stark ausgebreitet. Stämme aus Kanada, den USA, Europa und dem Mittelmeerraum wurden durch PFGE Analyse differenziert. Die Daten sprechen für eine sequenzielle Ausbreitung von vorhandenen Befallsherden und seltene Übertragung über große Entfernungen. In Nordamerika wurden auch E. amylovora-Stämme mit einem eingeschränkten Wirtsbereich von Himbeeren isoliert. Isolate des asiatischen Birnenbrand­erregers in Japan und Korea, dort als Erwinia pyrifoliae klassifiziert, wurden auch durch PFGE analysiert und scheinen dort seit längerer Zeit endemisch zu sein. Zur weiteren Differenzierung wurden hrpN-Gene mit Konsensus-primern amplifiziert und sequenziert. Die E. amylovora-Stämme haben durch unterschiedlichen PFGE-Mustern hochkonservierte Nukleotdidsequenzen für hrpN, wobei Himbeerisolate gelegentlich Abweichungen zeigen. Die asiatischen Birnenpathogene sind heterogen und die HrpN-Proteine weichen stark von der Sequenz des E. amylovora-Proteins ab. - E. amylovora-Harpin wurde als Resistenzinduktor beschrieben und wird auch kommerziell als angereicherte Proteinfraktion als Pflanzenstärkungsmittel vor allem in Nordamerika angeboten. Harpin soll die pflanzliche Resistenz unspezifisch gegenüber bakteriellen, pflanzlichen und viralen Krankheitserregern verbessern und zusätzlich die Ausbeute pflanzlicher Produkte stark erhöhen. Messdaten aus verschiedenen Freilandsystemen geben nicht in jedem Fall eindeutige Hinweise über eine positive Wirkung von Harpin im Feldeinsatz.


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Epiphytic Erwinia strains from the Southern hemisphere: possible antagonists against fire blight?

Jakovljevic, V. , Jock, S., Salm, H., Du, Z. and Geider, K.; Max-Planck-Institut für Zellbiologie, c/o BBA Dossenheim

We report here on several bacterial isolates from Australia and South Africa which can be possible antagonists against fire blight. They have white, shiny colonies, they produce exopolysaccharide levan and can cause HR on tobacco plants. Most of them were isolated as epiphytes from healthy apple and pear flowers. Comparison of levansucrase genes (lsc) and conserved hrp genes (hrcC and hrcR) show their relatedness with bacteria from genus Erwinia. Furthermore, comparison of their 16S rDNA sequences and several other housekeeping genes (e.g. gapDH and recA), confirms high sequence homology with Erwinias. When tested for growth in different sucrose concentrations, most of these strains show increased ability to grow in high sucrose, compared to E. amylovora. This can be advantage in flowers. Also, when tested on pear slices, they can inhibit growth of E. amylovora. This effect becomes emphasized in presence of sucrose. We want further to define taxonomic position of these strains, to estimate their competition with E. amylovora by real-time PCR and to show their efficiency in field studies. Epiphytic isolates from apple and pear flowers from German orchards have been also investigated and some resembled the strains from Australia and South Africa.


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Two transport systems for Erwinia amylovora: different ecological functions

Burse, A., Weingart, H., and Ullrich, M.; International University Bremen, School of Engineering and Sciences, Campusring 1, 28759 Bremen, Germany.

The enterobacterium Erwinia amylovora causes fire blight on Rosaceae, with economic importance on apple and pear. During pathogenesis, the bacterium is exposed to a variety of plant-borne anti-microbial compounds while during epiphytic growth it needs to combat antimicrobial compounds from saprophytic bacteria inhabitating the same ecological niche. Bacterial multi-drug efflux transporters which mediate resistance towards structurally unrelated compounds might confer tolerance to both types of compounds. To prove this hypothesis, we cloned the acrAB and norM loci from E. amylovora encoding a multidrug efflux transport systems. E. amylovora mutants in acrAB were impaired in virulence on apple plants while the norm mutant exhibited decreased tolerance to antimicrobial compounds secreted by Panthoea agglomerans isolates. Furthermore, the acrAB mutant was susceptible towards extracts of apple leaves as well as to the apple phytoalexins phloretin, naringenin, quercetin, and (+)-catechin. The expression of acrAB and norM was determined using the promoterless reporter gene egfp. The acrAB operon was up-regulated in vitro by addition of phloretin and naringenin. The promoter activity of norM was increased by low temperatures. In planta, an induction of acrAB was proved by confocal laser scanning microscopy. Our results strongly suggest that the AcrAB transport system plays an important role as a protein complex required for virulence of E. amylovora in resistance towards apple phytoalexins and that it is required for successful colonization of a host plant. Additionally, our data hint to an important role of NorM in bacterial inter-species competition.


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Zur Feuerbrandtoleranz transgener Apfelgehölze

Hanke, V.; Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen, Institut für Obstzüchtung Dresden; v.hanke@bafz.de

Ein 1997 begonnenes Forschungsprogramm hatte die Erstellung von gentechnisch veränderten Apfelgehölzen mit verbesserter Resistenz gegenüber Feuerbrand, hervorgerufen durch Erwinia amylovora, zum Ziel. Die Transformation wurde an verschiedenen, für den Erwerbsobstbau interessanten Apfelsorten und -unterlagen durchgeführt. Dabei kam das Agrobacterium tumefaciens-vermittelte Transformationssystem in Blattscheiben von In-vitro-Sprosskulturen des Apfels zum Einsatz. Verschiedene Agrobacterium-Stämme und insgesamt acht verschiedene Genkonstrukte wurden verwendet. Die transgenen Apfelpflanzen wurden molekular auf die Integration und die Expression der Transgene untersucht und aus der In-vitro-Kultur in das Gewächshaus überführt. Die Resistenzevaluierung dieser Pflanzen erfolgte zunächst mit Hilfe eines In-vitro-Assays. Dafür wurden In-vitro-Blätter der Transformanten mit Hilfe eines gfp-markierten Erwinia amylovora-Stammes inokuliert und die Infektion mittels Fluoreszenzmikroskopie bewertet. Im Weiteren wurden transgene Apfelpflanzen in einem Resistenzscreening im Gewächshaus, das auf einer künstlichen Infektion von einzelnen Trieben mit virulenten Stämmen des Feuerbranderregers basiert, evaluiert. Der In-vitro-Test ergab signifikanten Unterschiede zwischen der Ausgangssorte und einer Reihe daraus hervorgegangener transgener Linien. Gleichermaßen war die Variationsbreite in der Anfälligkeit der einzelnen Linien sehr hoch. Als resistenter Genotyp wurde die Wildart Malus robusta persicifolia verwendet, die keinerlei Ausbreitung des Erregers um die Infektionsstelle herum zeigte. Die bisherigen Ergebnisse der Triebinfektionen im Gewächshaus zeigen bei einzelnen Linien ebenfalls Unterschiede zur Ausgangssorte. Da die Feuerbrandinfektion jedoch sehr stark von den Umweltbedingungen geprägt ist, sind die Ergebnisse der Infektion unter In-vitro-Bedingungen sowie unter Gewächshausbedingungen zukünftig zu überprüfen, um zuverlässige Aussagen zur Minderung der Anfälligkeit der gentechnisch veränderten Apfellinien treffen zu können. Aus diesem Forschungsprojekt stehen nunmehr 170 verschiedene transgene Apfellinien, die jeweils aus einem unabhängigen Transformationsereignis stammen, von sieben verschiedenen Apfelgenotypen für eine weitere Resistenzevaluierung unter Freilandbedingungen zur Verfügung.


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Biocontrol of Erwinia amylovora: Efficacy of a commercial yeast formulation

Duffy, B., Vogelsanger, J., Schoch, B. and Holliger, E.; Agroscope FAW, CH-8820 Wädenswil, Switzerland.

Yeasts have been used effectively for the biocontrol of pathogenic fungi on apple, but have not been widely studied for activity against bacterial pathogens. A commercial yeast preparation that consists of a mixture of three yeast strains has been recently developed at Bio-Protect GmbH, Konstanz, Germany, for fire blight biocontrol. We evaluated the efficacy of this preparation for reduction of E. amylovora population growth and disease in a detached apple flower assay. Yeast preparation when applied following label recommendations at a dosage of 1.3% provided 80-100% protection. When applied at 0.26% little protection was achieved. Application at a dosage of 6.5% provided essentially the same level of protection as 1.3%, but resulted in substantial discoloration of petals, stigma and pistals that was not observed at lower doses. Yeast preparation was most effective when applied to stigmas 24 h prior to the pathogen and less effective when applied only 2 h prior to the pathogen. Host genotype had a slight but significant modulating effect on yeast activity with greater efficacy on `Maigold' `Jonagold' `Golden Delicious' and `Florina' than on `Pink Lady', `Boskoop' and `Idared'.


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10 Jahre Feuerbrand in Österreich

Keck, M., Moosbeckhofer, R., *Loncaric I.; Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, Wien; *Institut für Bakteriologie, Mykologie, Hygiene, Veterinärmedizinische Universität, Wien.

Die Fläche des österreichischen Kernobstintensivanbaus beträgt ca. 6500 ha und ist zu einem Großteil im Südosten, dem Bundesland Steiermark, lokalisiert. Eine wesentliche Bedeutung kommt dem Streuobstbau mit einer Gesamtzahl von 4.3 Mio. Apfel- und 1,3 Mio. Birnenbäumen zu. Er erstreckt sich über das gesamte Bundesgebiet. Der Aufbau eines bundesweiten Feuerbrand Beobachtungsnetzes wurde 1986 begonnen. 1993 wurde erstmals im Zuge des Monitorings im Bodensee Raum (Vorarlberg) Feuerbrand an zwei Pflanzen (Cotoneaster salicifolius) festgestellt. Fünf Jahre später wurden Infektionsherde in zwei weiteren Bundesländern (Tirol, Salzburg) gefunden. Seither ist ein schrittweises Vordringen des Feuerbrandes von Westen nach Osten zu beobachten. Im Jahr 2003 wurde letztlich in jedem Bundesland das Auftreten von Feuerbrandherden unterschiedlicher Größe registriert. Mit dem Fortschreiten der Krankheit nahm der Anteil an verdächtigen Routinelaborproben zu: er lag dieses Jahr bei ca. 2200 Pflanzenmuster, wobei die Hälfte Feuerbrand positiv war. - Als Arbeitsschwerpunkt zur Feuerbrandbekämpfung laufen derzeit zwei Programme: 1. die Testung von Lokalsorten hinsichtlich ihrer Feuerbrand-Anfälligkeit; 2. die Prüfung von Alternativpräparaten zu Streptomycinsulfat, insbesondere der mögliche Einsatz von Bienen in der Feuerbrand Bekämpfung. - Die Sortenprüfung erfolgt unter Quarantänebedingungen. Nach künstlicher Triebspitzeninfektion erwiesen sich die Apfelsorten „Falchs Gulderling“, „Florianer Rosmarin“ und „Weberbartl“ als wenig empfindlich. Die getesteten Birnensorten waren zumeist hochanfällig. Lediglich die „Grüne Pichlbirne“ zeigte eine geringere Anfälligkeit. Erste vergleichende Versuche zur Ausbringung von Alternativpräparaten mittels Bienen wurden mit dem Hefepräparat BPMC 2023 an Einzelblüten und künstlicher Infektion durchgeführt. Der Prozentsatz an nicht befallenen Blüten nach Verbringen des Antagonisten mittels Bienen war höher als nach einfachem Besprühen der Blüten mit diesem Präparat. Im Zusammenhang mit der Verwendung möglicher Antagonisten gegen Erwinia amylovora wurden das natürliche Vorkommen und die Häufigkeit von Pantoae agglomerans im Sammelgut von Bienen untersucht. Pantoea agglomerans wurde vorwiegend aus Pollenhöschen, zu einem geringeren Teil aus der Honigblase und geringfügig aus frischem Nektar isoliert.


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Studies on induced resistance against fire blight (Erwinia amylovora) with different bioagents

Abo-Elyousr, K. and Zeller, W.; Biologische Bundesanstalt für Land-und Forstwirtschaft, Institut für Biologischen Pflanzenschutz, Heinrichstrasse 243,D-64287 Darmstadt.

Three different bioagents (BION®, etheric oil from Thymbra spicata and the antagonistic bacterium Rahnella aquatilis Ra39) were tested on their efficacy against fire blight (Erwinia amylovora) and on their resistance induction activity. The experiments were carried out under controlled climatic conditions in the greenhouse. For the studies M26 apple rootstocks were used as host plant. Moreover as a marker of resistance in physiological studies the total phenol content and enzymatic activity of Polyphenol oxidase (PPO) were estimated. - The treatments with BION®, etheric oil and Ra39, resulted in a reduction of the disease index of up to 63.7%, 30.8% and 58.6%, respectively. This was correlated with a decreasing effect on the growth of bacteria up to 64.2%, 49.5% and 63.8%, respectively, during the course of infection. - In physiological studies on apple rootstock shoots significant changes in the total phenol content and activity PPO were found after BION®, etheric oil and Ra39 treatments. In uninoculated shoots phenol content increased by 103%, 75% 62,5% after 6 days after application and PPO increased by all treatments 203%, 206% and 233% application. Moreover in inoculated shoots phenol content increased by all treatments 100%, 47.9% and 30.4% after 6 days application respectively and PPO activity 73%, 28% and 39.7% after 4 d.p.i., respectively. - Summarizing, the effect of the three bioagents, it can be concluded that they all could cause an induced resistance in the apple rootstocks against fire blight.


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Bekämpfung des Feuerbrandes durch den bakteriellen Antagonisten Rahnella aquatilis in Kombination mit aromatischen Verbindungen

Laux, P. und Zeller, W.; Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für biologischen Pflanzenschutz, Heinrichstr. 243, 64287 Darmstadt.

Während des Zeitraums 1998-2001 bewirkte der bakterielle Antagonist Rahnella aquatilis Ra39 eine signifikante Reduktion der Feuerbrand-Blüteninfektion in Freilandversuchen. Allerdings lag der erzielte Wirkungsgrad stets unter dem des Antibiotikums Streptomycin und war somit für einen Einsatz des Antagonisten in der Praxis nicht ausreichend. - Um den Wirkungsgrad zu erhöhen wurde Ra39 zunächst in vitro mit verschiedenen aromatischen Verbindungen kombiniert, die eine bakterizide Wirkung auf den Feuerbranderreger aufweisen. In diesen Untersuchungen zeigte sich, dass Ra39 insbesondere gegenüber Benzoat und Vanillat weniger sensitiv ist als der Feuerbranderreger Erwinia amylovora. Ferner wurde festgestellt, dass das Bakterium in der Lage ist, Benzoat zu mineralisieren. In den Freilandversuchen 2003 zeigte die Kombination von Ra39 und Benzoat eine höhere Befallsreduktion im Vergleich zur alleinigen Ausbringung des Antagonisten in früheren Versuchen. Allerdings lag der Wirkungsgrad (68%) der Kombination Ra39/Benzoat unter dem des Streptomycins (77%). Durch die Formulierung des Kombinationspräparates wir eine weitere Verbesserung der Wirkung angestrebt.


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Last modified: Thu Sep 16 12:37:31 CEST 2004