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Arbeitskreis
Phytomedizin im Gartenbau

Tagung 2003



Vorträge des DPG Arbeitskreises "Phytomedizin im Gartenbau"



Titel des Vorgrages
Autor(en)
Spargelminierfliege - Ein neuer Schädling in Brandenburg (Abstract) Sylvia Roeder
Wirksamkeit des biologischen Nematizids Bioact WG - Zusammenfassung der Ergebnisse aus dem ersten Versuchsjahr (Abstract) Brückner, St.
Ausbreitung von Pepino mosaic virus (PepMV) beeinflusst durch Pythium aphanidermatum an Tomaten in einem hydroponischen System (Abstract) U. Paschek, D. Schwarz, C. Obermeier, M. Kyuchukova und C. Büttner
Ein Ansatz zur Quantifizierung von Pythium aphanidermatum ad planta mittels indirektem ELISA (Abstract) M. Kyuchukova, C. Büttner, J. Gabler, R. Grosch, H-P. Kläring
Colletotrichum coccodes an Tomaten (Abstract) Ulrike S. Flad
Fusarium proliferatum am Ernteprodukt Spargel (Asparagus officinalis L.) (Abstract) S. Kleta, M. Goßmann, H.-U. Humpf und C. Büttner
Viren an Gurken im Spreewaldgebiet (Abstract) C. Müller, C. Obermeier, S. Roeder und C. Büttner
Saatgutbehandlungsmethoden im ökologischen Arznei- und Gewürzpflanzenanbau (Abstract) Hanna Blum
Untersuchungen zur Lokalisierung des Erregers der Johanniskrautwelke im Samen (Abstract) Ute Gärber
Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Arznei- und Gewürzpflanzen unter besonderer Berücksichtigung von Genehmigungen nach § 18b Pflanzenschutzgesetz: Erfahrungen aus Thüringen (Abstract) Rüdiger Schmatz
Welke und Stängelfäule an Euphorbia pulcherrima (Abstract) Ulrike Brielmaier-Liebetanz
Neuer Fusarium-Pilz an Begonia Elatior (Abstract) Reiner Schrage
Untersuchungen zur Ausbreitung einer neuen Fusariose an Elatiorbegonien bei Anstaubewässerung mit Langsamfiltration (Abstract) Wohanka,W.
Echter Mehltau an Euphorbia-Arten (Abstract) Ulrike Brielmaier-Liebetanz
Weißer Chrysanthemenrost: Strobilurinresistenz und Versuche zu Bekämpfungskonzepten (Abstract) Reiner Schrage
Virusinfektionen an Calibrachoa (Abstract) C. Müller, C. Obermeier, H. Bröther und C. Büttner
Staudenkrankheiten: Diagnose und Bekämpfung von Bakteriosen und Nematodenkrankheiten (Abstract) Gerlach, W.W.P.
Verbesserte Applikationstechnik mit Gießwagen bei verringerten Aufwandmengen (Abstract) Heiner Lörks
Weiße Fliege als Problemschäsling - Möglichkeiten der Bekämpfung trotz Imidacloprid-Resistenz (Abstract) Reiner Schrage




Spargelminierfliege - Ein neuer Schädling in Brandenburg

Sylvia Roeder, LVL Frankfurt/Oder

Symptome :

  • geschlängelte Miniergänge an den Spargeltrieben, ca. 10 cm oberhalb bis 10 cm unterhalb der Bodenoberfläche
  • Miniergänge der 2. Generation bis 30 cm über Bodenoberfläche
  • Fraßstelle durch Abwehrreaktion der Pflanze rostbraun, Epidermis pergamentartig vom Stängel gelöst
  • Darunter bis zu 4mm lange hell- dunkelbraune Puppen
Biologie :
  • Fliege 2,5-3,5 mm klein, glänzend, schwarz überwintert
  • 1-2 Tage nach Schlupf und Kopulation erfolgt Eiablage
  • Eischlupf nach 12-17 Tagen
  • 2 Generationen im Jahr
  • weite Verbreitung
  • August 2002 Erstauftreten in Brandenburg beobachtet
Überwachungsmaßnahmen:
  • Beobachtung des Flugverlaufes anhand von grünen Leimstangen und Gelbtafeln
  • Beobachtung der Befallsausbreitung im Anbaugebiet Spreewald
  • Überprüfung Zusammenhang Minierfliege - Fusariosen am Spargeltrieb

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Wirksamkeit des biologischen Nematizids Bioact WG - Zusammenfassung der Ergebnisse aus dem ersten Versuchsjahr

Brückner, St., Prophyta Biologischer Pflanzenschutz GmbH, Inselstraße 12, D-23999, Malchow, http://www.prophyta.com/.

Die Prophyta Biologischer Pflanzenschutz GmbH hat das biologische Nematizid BioAct®WG auf Basis des nematophagen Pilzes Paecilomyces lilacinus (Stamm 251) zur Zulassung in Europa angemeldet. In diesem Zusammenhang werden umfangreiche Gewächshaus und Freilandversuche an Gemüsekulturen zur Wirksamkeit des Präparates durchgeführt. Die Versuche dienen einerseits der Ermittlung wirksamer Dosierungen abhängig vom Anbaussystem wie auch der Entwicklung einer Anwendungsstrategie für eine nachhaltige Bekämpfung pflanzenparasitärer Nematoden.
Die aus dem Jahr 2002 vorliegenden Versuchsergebnisse belegen eine hohe biologische Wirksamkeit des Präparates vergleichbar mit einer Anwendung von synthetischen Nematiziden auf Basis von Phosphorsäureester. Die Anwendung von BioAct®WG 7 bis 14 Tage vor Pflanzung der entsprechenden Kultur brachte wesentlich deutlichere Wirkeffekte als eine Anwendung unmittelbar vor der Pflanzung. Auch die Inokulation der Jungpflanzen in der Anzuchtkiste vor der Pflanzung erwies sich als effektiver als eine Bodenbehandlung zur Pflanzung. Eine Applikation des Präparates über Bewässerungssysteme (Gießanlage, Tröpfchenbewässerung) mit anschließendem Einregnen in den Boden erwies sich als ebenso effektiv wie eine mechanische Einarbeitung mittels Kreiselegge. Um eine nachhaltige Wirkung von BioAct®WG sicherzustellen und die sich dynamisch entwickelnden Nematodenpopulationen sicher zu bekämpfen, ist die wiederholte Anwendung innerhalb einer Kultur erforderlich.
Weitere Versuche sollen ergänzend klären, wieweit abiotische Faktoren wie Bodentemperatur, Bodenwassergehalt oder Düngung die Aktivität des entomophagen Pilzes P. lilacinus beeinflusst und ob ein Einsatz des Präparates in Freilandkulturen in Mitteleuropa sinnvoll erscheint. Auch sollen genauere Dosis-Wirkungs-Relationen in Abhängigkeit von der Nematodendichte im Boden ermittelt werden. Die Wirksamkeit des Präparates gegenüber freilebenden Nematoden ist zwar bekannt, durch gezielte Versuche sollen noch genauere Anwendungsempfehlungen erarbeitet werden.


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Ausbreitung von Pepino mosaic virus (PepMV) beeinflusst durch Pythium aphanidermatum an Tomaten in einem hydroponischen System

U. Paschek (1), D. Schwarz (2), C. Obermeier (1) M. Kyuchukova (2) und C. Büttner (1),
(1) Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Gartenbauwissenschaften, Fachgebiet Phytomedizin, Lentzeallee 55-57, 14195 Berlin, (2) Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau, Großbeeren/Erfurt e.V., Theodor-Echtermeyer-weg 1, D-14979 Großbeeren

In einem Gewächshausversuch wurde unter praxisnahen Bedingungen getestet, ob und in welchem Ausmaß eine Ausbreitung von PepMV an Tomatenkulturen auch über ein hydroponisches Rinnensystem möglich ist und ob eine gleichzeitige Infektion der Wurzeln mit dem pilzlichen Erreger Pythium aphanidermatum Auswirkungen auf die Effizienz der Virusausbreitung hat. Hierzu wurden in 12 Rinnen Tomatenpflanzen der Sorte Peto kultiviert und mittels eines geschlossenen rezirkulierenden Systems mit Nährlösung versorgt. In einer Rinne standen drei Blöcke: ein Block mit 7 gesunden Testpflanzen, ein Block mit 8 PepMV-infizierten Pflanzen und ein Block mit 3 Pythium-infizierten Pflanzen. Zum Vergleich wurden je nach Variante die letzten beiden Blöcke wechselseitig mit gesunden Pflanzen bestückt. Während die Pflanzen innerhalb der Blöcke Blatt- und Wurzelkontakt hatten, war dieser zwischen dem PepMV-Block und dem Testpflanzen-Block nicht gegeben. Eine Infektion mit PepMV wurde erstmals nach 3 Wochen in den Wurzeln der Versuchspflanzen mittels ELISA nachgewiesen. Nach 13 Wochen waren von 60 Versuchpflanzen 62% an Wurzeln, 10% an älteren Blättern, 43% an Früchten und 35% an jungen Blättern infiziert. Bei 6 Wiederholungen betrug der Anteil PepMV-infizierter Pflanzen nach 13-wöchiger Kultur durchschnittlich 65% wobei starke Schwankungen auftraten (0, 50, 70, 80, 90 bzw. 100%). Bei Anwesenheit von P. aphanidermatum-infizierten Pflanzen, wurden Infektionen mit PepMV zeitlich früher nachgewiesen und die Anzahl infizierter Pflanzen war höher im Vergleich zu Varianten ohne Inokulation mit P. aphanidermatum. Jedoch waren diese Ergebnisse nicht signifikant. Die durch PepMV-Infektion verursachten Ertragseinbußen betrugen 21%. Die Ergebnisse belegen, dass neben der Verbreitung über Blatt- oder Wurzelkontakt eine erfolgreiche Übertragung von PepMV auch über die Nährlösung erfolgen kann.


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Ein Ansatz zur Quantifizierung von Pythium aphanidermatum ad planta mittels indirektem ELISA

M. Kyuchukova1), C. Büttner2), J. Gabler3), R. Grosch1), H-P. Kläring1)
1) Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau, Theodor-Echtermeyer-Weg 1, 14979 Großbeeren; 2) Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Gartenbauwissenschaften, Fachgebiet Phytomedizin, Lentzeallee 55-57, D-14195 Berlin; 3) Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen, Institut für Resistenzforschung und Pathogendiagnostik, Theodor-Roemer-Weg 4, 06435 Aschersleben

Zur Quantifizierung von Pythium aphanidermatum ad planta mittels indirektem ELISA wurde ein polyklonales Antiserum verwendet, welches erst in vitro geprüft und danach ad planta zur Anwendung kam. Dieses Serum reagierte in vitro nicht mit den getesteten Pilzarten Alternaria solani, Botrytis cinerea, Fusarium oxysporum, Fusarium oxysporum f. sp. radicis lycopersici und Rhizoctonia sp., jedoch mit Arten aus der Klasse der Oomycetes wie Phytophthora citrophora, P. nicotinae, Pythium aphanidermatum und P. mastophorum. Die Anzucht der Pilzstrukturen erfolgte durch Inkubation von P. aphanidermatum in Schüttelkultur (Möhrensaftbrühe) bei 28°C. Nach zwei Tagen wurde reines Myzelium entnommen.
Nach sieben Tagen enthielten die Kulturen sowohl Myzel als auch Oosporen. Für die ELISA-Analyse wurde Myzelsaft mit einer Walzenpresse hergestellt und die Oosporen durch Sieben von homogenisiertem Myzel separiert. Zur Quantifizierung von P. aphanidermatum ad planta wurden Wurzelproben von inokulierten und nicht inokulierten Gurkenpflanzen entnommen. Aus den Proben wurde Wurzelsaft gepresst. Von den so gewonnenen Testpräparaten wurden Verdünnungsreihen mit Phosphat-Puffer hergestellt und deren Extinktionswerte bei 405 nm gemessen.
Mit dem ELISA konnte die Pathogendichte ab 10-4 g Myzelium ml-1 bzw. ab 10 Oosporen ml-1 sicher nachgewiesen und quantifiziert werden. Pathogenfreies Wurzelmaterial zeigte eine starke Hintergrundreaktion, die beim indirektem ELISA zu berücksichtigen ist. Das Pflanzenwachstum der inokulierten und nicht inokulierten Gurkenpflanzen korrelierte negativ mit der Pathogendichte in der Wurzel. Der indirekte ELISA ist geeignet zur Quantifizierung der Pathogendichte, wenn diese größer als 0,1 mg g-1 Wurzel ist.


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Colletotrichum coccodes an Tomaten

Ulrike S. Flad, Universität für Bodenkultur, Institut für Obst- und Gartenbau, Wien

Colletotrichum coccodes (Wallr.) S.Hughes ist der Erreger der Schwarzen Wurzelfäule und der Brennfleckenkrankheit an Tomatenfrüchten. In Österreich tritt er je nach Bundesland in 78-100% der untersuchten Betriebe auf. In Wien wurden hydroponische Betriebe untersucht, und auch dort wurde der Erreger in 50% der Betrieben gefunden. Es wurden die handelsüblichen Formulierungen der chemischen Wirkstoffe Fenhexamid, Iprodione, Cyprodinil mit Fludioxonil und Azoxystrobin in vitro auf ihre Hemmwirkung auf C. coccodes getestet. Azoxystrobin hat in Agar eine 100% ige Wirkung; die Hemmung des Myzelwachstums in Flüssigkultur beträgt 65%. In Feldversuchen konnte eine Wirkung von Azoxystrobin bestätigt werden, d.h. diese Variante zeigte helle, nicht befallene Wurzeln. Weitere Versuche mit Konzentrationsreihen der Reinwirkstoffe werden gerade durchgeführt.
Es folgte eine kurze Vorstellung der verschiedenen Ergebnisse bei Ertragsmessungen nach künstlicher Infektion. In hydroponischen Kulturen kam es bei mehrfachen Versuchen zu keiner Ertragsreduktion. In Gefäßversuchen in Leca konnte der Ertrag um über 20% reduziert werden. Auch aus der Praxis werden Verluste von ca. 30-40% geschätzt.
Ein noch ungelöstes Problem sowohl für die Tests der Sortenanfälligkeit als auch für den Einfluss von Bodenparametern auf die Befallsstärke, stellt die Quantifizierung des Befalls an Wurzeln dar. Die Wurzelsysteme sind sehr groß und bei der bisherigen computergesteuerten Auswertung mit Hilfe der Farbvideo-Kamera CCD-IRIS (Model DXC-930P) von SONY war die Tiefenschärfe zu gering. Außerdem stellten auch die Sklerotien am Wurzelrand ein Problem dar. Es soll nun versucht werden mit Hilfe eines Durchlichtscanners aufgenommene Bilder auszuwerten.


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Fusarium proliferatum am Ernteprodukt Spargel (Asparagus officinalis L.)

S. Kleta1), M. Goßmann1), H.-U. Humpf2) und C. Büttner1)
1) Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Gartenbauwissenschaften, FG Phytomedizin, Lentzeallee 55/57, 14195 Berlin; 2) Universität Münster, Institut für Lebensmittelchemie, Correnstrasse 45, 48149 Münster

Fusarium proliferatum (Matsushima) Nirenberg stellt weltweit einen wichtigen Wurzel- und Kronenfäuleerreger an Spargel dar. Diese Fusarium-Art ist neben F. verticillioides (Sacc.) Nirenberg ein Hauptbildner des hochgiftigen Fumonisin B1 ( FB1). 1998 wies man erstmals in Italien FB1 in mit F. proliferatum infizierten Spargelstangen nach (Logrieco et al., J Agric Food Chem 1998, 46, 5201-5204). 2001 zeigte sich auch in Deutschland eine natürliche Kontamination von Spargelstangen mit FB1 (Seefelder et al., J Agric Food Chem 2002, 50, 2778-2781). Hierbei wurden symptomaufweisende Stangen nach der Stechperiode untersucht. In der vorliegenden Arbeit wurde der Fusarium-Befall an 248 zufällig ausgewählten Bleichspargelstangen in einer Ertragsanlage in Deutschland zur Hauptstechperiode (Anfang Juni 2002) untersucht. Dabei zeigte sich, dass F. proliferatum als potentieller Mykotoxinbildner im Ernteprodukt Spargelstange zu finden ist. 6 % der Stangen waren mit dieser Fusarium-Art infiziert. Von besonderem Interesse war die genaue Lokalisation des Pilzes in der Stangenbasis (65% der befallenen Stangen), -mitte (50 %) und -spitze (10%) sowie an Epidermis, im Perizykel und im Gefäßzylinder. Eine mögliche Kontamination der Stangen mit FB1 bestätigte sich nicht. Mit Hilfe von ELISA-Tests wurde in vitro ein Screening der gewonnenen F. proliferatum-Isolate hinsichtlich ihres Mykotoxinbildungspotentials durchgeführt. Interessanterweise bildeten alle Isolate auf Maismehl Fumonisine.


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Viren an Gurken im Spreewaldgebiet

C. Müller (1,2), C. Obermeier (2), S. Roeder (1) und C. Büttner (2)
(1) LVL Brandenburg, Pflanzenschutzdienst, Steinplatz 1, 15838 Wünsdorf; (2) Fachgebiet Phytomedizin, Institut für Gartenbauwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin, Lentzeallee 55-57, D-14195 Berlin

Die Gurke ist die Kultur, der das Gemüseanbaugebiet Spreewald seine Bekanntheit verdankt. Sie nimmt etwa 530-550 ha der Gesamtanbaufläche des Spreewaldes ein. In den Jahren 1999 bis 2001 wurden auf mehreren Anbauflächen des Spreewaldes Viruserkrankungen an Gurken festgestellt, die zu Qualitätsminderungen und zu teilweise erheblichen Ertragsverlusten führten. Als Ursache wurden die Blattlaus-übertragbaren Viren Cucumber mosiac virus (CMV) und Zucchini yellow mosaic virus (ZYMV) festgestellt. Vor allem bei Gurkenpflanzen mit Mischinfektionen beider Viren zeigten sich starke Deformationen der Früchte. Im Jahr 2002 kam es im Gegensatz zu den Jahren 1999-2001 auf keiner der Anbauflächen zu einem erneuten Auftreten von Viruserkrankungen. Es wurden Untersuchungen im Spreewald durchgeführt, die Aufklärung über die Verbreitung der Viruserkrankungen sowie möglicher Infektionsquellen geben sollten. Geprüft wurde die Virusinfektion von Unkräutern und die Viruskontamination des Bodens in betroffenen Anbauflächen. Dabei wurde das CMV auf einer betroffenen Anbaufläche in 7 von insgesamt 100 getesteten Unkräutern festgestellt. Dagegen konnte das ZYMV in keiner der 100 geprüften Unkräuter nachgewiesen werden.
In weiteren derzeit durchgeführten kontrollierten Inokulationsversuchen zur Schadwirkung einer CMV- und ZYMV-Infektion an im Spreewald häufig angebaute Gurkensorten, zeichnet sich bereits ab, daß vor allem Mischinfektionen in frühen Entwicklungstadien die Pflanzen stärker schädigen und sowohl die Erträge als auch die Qualität der Früchte beeinträchtigen können.


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Saatgutbehandlungsmethoden im ökologischen Arznei- und Gewürzpflanzenanbau

Hanna Blum,Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt Bad Neuenahr - Ahrweiler (E-Mail: hblum.slva-aw@agrarinfo.rlp.de)

Frau Blum informierte über das Anliegen und die ersten Versuchsergebnisse zum Projekt "Saatgutbehandlungsmethoden im ökologischen Arznei und Gewürzpflanzenanbau". Im Rahmen des Projektes wurden verschiedene Saatgutbehandlungsmethoden bei Doldengewächsen im Feldversuch getestet. Versuchsgegenstand 2002 war Dill; die Versuchsvarianten waren neben der unbehandelten Kontrolle:

  • Heißwasserbeize (50 oC/30 Minuten),
  • Tillecur (Pflanzenstärkungsmittel mit 84% Gelbsenfmehl),
  • Proradix (Pseudomonas fluorescens - Präparat),
  • FZB24 (Bacillus subtilis - Präparat),
  • Kaliumpermangant (1% Lösung).
Es zeigte sich kein signifikanter Einfluss der Saatgutbehandlungsmethode auf die Keimfähigkeit, Triebkraft, Ertragsverhalten oder Krankheitsauftreten im Bestand. Die Beizung mit Proradix verbesserte auffällig den Aufgang und die frühe Bestandesentwicklung von Dill. Die Versuchsreihe zur Heißwasserbeize bei Doldengewächsen wurden an Anis, Fenchel, Kümmel, Koriander, Dill durchgeführt. Die Versuchsvarianten waren 50/20, 52/20, 52/30, 53/10. Mit zunehmender Behandlungsdauer sank die Keimfähigkeit der Saatgutpartien stark ab. Die erfolgreichsten Behandlungsvarianten hinsichtlich der Keimfähigkeit waren 50/20 und 53/10. Die Bekämpfung von Pathogenen am Saatgut (Fusarium, Alternaria radicina) durch die Heißwasserbeize war sehr gut.


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Untersuchungen zur Lokalisierung des Erregers der Johanniskrautwelke im Samen

Ute Gärber,Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft

Frau Dr. Gärber informierte über die Ergebnisse eines Teilprojektes zur Lokalisierung von Colletotrichum cf. gloeosporioides im Samen von Hypericum perforatum. Für den Nachweis des Erregers im Samen wurden Mikrotomschnitte angefertigt, die mit verschiedenen Färbemitteln angefärbt und anschließend lichtmikroskopisch untersucht wurden. Der Nachweis lichtmikroskopischer Untersuchungen gelang erst, nachdem der Pilz zum Wachstum angeregt worden war. Für den Nachweis primärer Infektionshyphen waren andere Methoden wie z.B. elektronenmikroskopische Untersuchungen erforderlich. Die Untersuchungen mittels Lichtmikroskopie belegten jedoch, dass der Erreger der Johanniskrautwelke vorrangig in der Samenschale lokalisiert ist. Je nach Witter-ungsbedingungen, Samenaufbereitung und Befallsintensität ist jedoch nicht auszuschließen, dass der Erreger in den Embryo einwachsen kann. Das Eindringen des Erregers wird durch anhaltende Feuchtigkeit stark begünstigt. Eine Saatgutbeizung muss die Samenschale vollständig erfassen, um einen wirkungsvollen Schutz zu gewährleisten. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden in diesem Jahr im Nachrichtenblatt des Deutschen Pflanzenschutzdienstes veröffentlicht.


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Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Arznei- und Gewürzpflanzen unter besonderer Berücksichtigung von Genehmigungen nach § 18b Pflanzenschutzgesetz: Erfahrungen aus Thüringen

Rüdiger Schmatz,Referat Pflanzenschutz der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (email: r.schmatz@kuehnhausen.tll.de )

Herr Schmatz übermittelte Erfahrungen, die bei der Genehmigung der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (PSM) nach § 18 b PflSchG in Thüringen gesammelt worden waren. Trotz umfangreicher Bemühungen war es nicht möglich, die zahlreichen Bekämpfungslücken in Arznei- und Gewürzpflanzen bis zum 30.06.2001 zu schließen. Mit dem vollständigen Wirksamwerden der Indikationszulassung hat sich die Situation für die Anwender von PSM in Arznei- und Gewürzpflanzen, besonders bei den Teekräutern dramatisch verschärft. Obwohl aus den letzten Jahren viele Versuchsergebnisse vorlagen, wurden nur vergleichsweise wenige Genehmigungen nach § 18 a PflSchG in Teekräutern erteilt. Als wichtigster Grunde dafür gelten die zu hohen Rückstände an PSM- Wirkstoffen in den untersuchten Ernteproben, welche die Festsetzung neuer Rückstandshöchstmengen erfordern. Deshalb wurden in Thüringen bereits im Sommer 2001 zahlreiche Anträge gemäß § 18 b PflSchG gestellt, damit die wichtigsten Probleme im Pflanzenschutz der Hauptkulturen legal gelöst werden konnten. Dabei hat sich die Stellung von Sammelanträgen bewährt. Im Jahre 2002 wurden in Thüringen 270 Anträge nach § 18 b PflSchG gestellt, davon rund 130 in Arznei- und Gewürzpflanzen. Ca. 60 % aller Anträge konnten genehmigt werden.


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Welke und Stängelfäule an Euphorbia pulcherrima

Ulrike Brielmaier-Liebetanz - BBA Braunschweig, Institut für Gartenbau

Aus Poinsettien mit Welke und Stängelfäule wurde im vergangenen Jahr Fusarium oxysporum isoliert. Erste Infektionsversuche mit diesem Isolat an Poinsettien waren nicht überzeugend, da nur an zwei von zehn Pflanzen eine Welke auftrat. F. oxysporum wird in der Literatur als Krankheitserreger an E. pulcherrima genannt, deshalb wurde unter veränderten Versuchsbedingungen ein weiterer Pathogenitätstest durchgeführt. Unbewurzelte Stecklinge sowie Jungpflanzen der Sorte Cortez wurden durch Tauchen in eine Konidiensuspension der Dichte 106/ml inokuliert und 20 Wochen bei 25°C kultiviert. Jungpflanzen blieben bis zu Versuchsende symptomlos, dagegen zeigten Pflanzen, die als unbewurzelte Stecklingen inokuliert wurden, Krankheitssymptome in Form von Wuchsdepressionen. Der Wachstumsrückstand der inokulierten Stecklinge im Vergleich zur Kontrolle war in den ersten Versuchswochen deutlich stärker ausgeprägt als zu Versuchsende, obgleich der Unterschied auch nach 20 Wochen gut sichtbar war. Wuchsdepressionen durch F. oxysporum an Poinsettien wurden bereits 1975 von KÜHNE beschrieben. Das Krankheitssymptom einer Welke und Stängelfäule, das nach Infektionsversuchen in China auf F. oxysporum f.sp. euphorbiae zurückzuführen ist, ließ sich in diesem Versuch jedoch nicht reproduzieren. Alle inokulierten Pflanzen überlebten. Möglicherweise war die Inokulumdichte zu gering, um eine Welke hervorzurufen. Die Tatsache, dass die Wuchsdepressionen nur an unbewurzelten Stecklingen auftraten, kann aber auch ein Hinweis darauf sein, dass F. oxysporum an Poinsettien nur ein Schwächeparasit ist. Im weiteren wird überprüft, inwieweit die gleichzeitige Anwesenheit von F. oxysporum und Trauermückenlarven zu einer anderen Symptomausprägung führt.


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Neuer Fusarium-Pilz an Begonia Elatior

Reiner Schrage, Landwirtschaftskammer Rheinland, Pflanzenschutz

Seit dem Jahre 2002 wurde in der Begonienproduktion in Deutschland eine neue Welkeerkrankung beobachtet, die sich zum Teil sehr rasch in den Beständen ausbreitete und zu großen Ausfällen führen kann. Bestände brachen kurz vor Verkaufsreife in kurzer Zeit zusammen. Als Verursacher der Welkeerkrankung konnte eine bisher unbekannte Fusarium-Spezies identifiziert werden. Die Krankheit bereitet in der Praxis erhebliche Probleme.

Schadbild

Das typische Schadbild gefäßparasitärer Welkeerkrankungen zeigt sich auch bei dieser Fusarium-Welke: Verminderte Wuchsleistung, Blattwelke, Laubverfärbungen und Blattdürre. Im letzten Stadium kommt es zu Welkeerscheinungen an der gesamten Pflanze und raschem und vollständigem Zusammenbruch und Absterben aller oberirdischen Pflanzenteile. Im letzten Befallsstadium kommt der Fusariumpilz dann meist am unteren Stengelabschnitt an die Oberfläche und bildet dort die typischen creme- oder lachsfarbenen Sporenlager aus. Die Erfahrung hat gezeigt, dass der Pilz meist als Mischinfektion mit Phytophthora-Stängelfäule auftritt und optisch nur schwer von dieser zu unterscheiden ist.

Der Erreger

Als Ursache für die neue Welkeerkrankung konnte ein Pilz bestimmt werden, der morphologisch in vielen Merkmalen mit dem Erreger "Fusarium oxysporum" übereinstimmt. Der Pilz ist eindeutig von den an Begonien bekannten Erregern F. begoniae und F. sacchari var. longum zu differenzieren. Nach derzeitigem Stand der Erkenntnisse handelt es sich um eine neue Fusarium-Art. Versuche mit diesem Fusariumtyp haben gezeigt, dass der Pilz hochgradig pathogen für Begonien ist und zu den beobachteten Welkeerscheinungen und den nachfolgenden Absterbeerscheinungen führt. Bei Infektionsversuchen zeigte sich, dass der Pilz je nach Temperaturbedingungen Pflanzen innerhalb von 4-6 Wochen zum Absterben bringen kann. Bei sonniger Witterung und zeitweise Temperaturen von über 25 C verläuft der Befall jedoch wesentlich schneller.

Übertragung und Verbreitung

Die Verbreitung des Erregers kann mit infizierten Jungpflanzen erfolgen, über infiziertes Substrat und über Sporen. Die Sporen können über Substrat, Wasser und Luft verbreitet werden und dann die Pflanzen infizieren. Besonders gefährdet sind Betriebe mit geschlossenen Bewässerungssystemen ohne Filtersysteme.

Maßnahmen

Der Kauf von gesundem Jungpflanzen ist die wichtigste vorbeugende phytosanitäre Maßnahme. Allgemeine Hygienemaßnahmen wie Reinigung und Desinfektion der Stellflächen und Kultureinrichtungen können nur unterstützende Maßnahme sein. Sorgfältige Kontrolle der Bestände ist ratsam. Bei Befallsverdacht sollte eine Untersuchung der Pflanzen im zuständigen Pflanzenschutzdienst erfolgen. Befallene Pflanzen sind unter Beachtung der Hygienebedingungen zu entsorgen. Bei geschlossenen Bewässerungssystemen ist der Einbau eines Filtersystems (z.B. Langsamsandfilter) ratsam. Wirksame Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung des Erregers stehen leider nicht zur Verfügung.


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Untersuchungen zur Ausbreitung einer neuen Fusariose an Elatiorbegonien bei Anstaubewässerung mit Langsamfiltration

Wohanka,W., Forschungsanstalt Geisenheim, Von-Lade-Str. 1, 65366 Geisenheim

Ein Gewächshausversuch mit Elatiorbegonien der Sorte 'Barkos' hat gezeigt, dass eine taxonomisch noch nicht eindeutig klassifizierte Fusarium-Art (vermutlich Fusarium foetens) über die rezirkulierende Nährlösung bei Ebbe/Flutbewässerung übertragen werden kann und zu schweren Schäden führt. Pflanzen, die gemeinsam mit künstlich inokulierten "Infektorpflanzen" auf dem selben Tisch standen, zeigten nach 16 Wochen eine durchschnittliche Befallsstärke von 53 % und eine Befallshäufigkeit von 85 %. Pflanzen, die lediglich über ein gemeinsames Vorratsbecken mit den "Infektorpflanzen" verbunden waren, wiesen einen geringeren Befall auf (Befallsstärke = 29 %, Befallshäufigkeit = 65 %). In einem System mit integrierter Langsamsandfiltration (Filtergeschwindigkeit = 100 l/m2h) waren die Pflanzen auf Tischen mit "Infektorpflanzen" deutlich weniger befallen als in den Vergleichssystemen ohne Langsamfiltration (Befallsstärke = 32 %, Befallshäufigkeit = 60 %). Mit der Langsamfiltration konnte die Krankheitsausbreitung von Tisch zu Tisch jedoch vollständig verhindert werden.


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Echter Mehltau an Euphorbia-Arten

Ulrike Brielmaier-Liebetanz, BBA-Braunschweig, Institut für Gartenbau

Erstmalig 2001, vereinzelt auch in der vergangenen Saison, trat Mehltaubefall an Poinsettien auf, verursacht durch den bei uns nicht heimischen Erreger Oidium sp.. In Untersuchungen zur Bedeutung dieser Mehltauart wurde zunächst der Frage nachgegangen, ob eine Infektion mit Oidium sp. an Euphorbia pulcherrima über mehrere Wochen latent bleiben kann. An standardisiert inokulierten Poinsettien wurde der Einfluss von Temperatur und Tageslänge auf die Mehltauentwicklung geprüft. In einem Temperaturbereich von 15-23°C und bei Tageslängen von 12h bzw. 16h Licht lag die Inkubationszeit zwischen 10 und 14 Tagen. Nach dieser Zeit waren mit bloßem Auge Mehltaukolonien zu erkennen, zeitgleich mit einsetzender Sporulation. Bei 12°C und 28°C waren drei Wochen nach Inokulation noch keine Symptome sichtbar. Eine mikroskopische Kontrolle am Stereomikroskop ergab, dass bei 28°C keine Konidienkeimung erfolgt war, eine Infektion hat somit nicht stattgefunden. Bei 12°C war zu diesem Zeitpunkt mikroskopisch deutlich Primärmyzel zu erkennen, fünf Wochen nach der Inokulation war der Mehltaubefall mit bloßem Auge sichtbar.
Die Mikroskopie eignet sich für einen Frühnachweis an Stecklingsmaterial. Vier Tage alte Mehltaukolonien sind für Geübte bei 20- bis 50facher Vergrößerung gut zu erkennen.
Zur Abschätzung einer möglichen Gefahr der Verbreitung dieser Oidium-Art wurden Untersuchungen zum Wirtspflanzenspektrum durchgeführt. Auf E. fulgens und E. milii keimten die Konidien von Oidium sp. nicht, die beiden Arten sind also keine Wirtspflanzen. An E. heterophylla war deutlicher Mehltaubefall festzustellen. Diese in den USA heimische Art ist in Deutschland nur vereinzelt in Botanischen Gärten zu finden. Auf E. marginata, einer Art, die als Schnittgrün Verwendung findet, keimten die Konidien. Es entwickelten sich chlorotische Flecke, allerdings war die Sporulation sehr schwach. In Versuchen mit heimischen bzw. bei uns kultivierten Euphorbia-Arten aus der Gruppe der Stauden wurde natürlicher Befall mit der Mehltauart Podosphaera euphorbiae nachgewiesen.
Weitere Versuche sollen klären, ob unter heimischen Euphorbia-Arten auch Wirte für Oidium sp. zu finden sind. Es folgen Untersuchungen zur Überlebensdauer der Konidien von Oidium sp. im Bestand sowie die Möglichkeiten einer Bekämpfung dieser Mehltauart durch kurzzeitige Behandlung mit hohen Temperaturen.


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Weißer Chrysanthemenrost: Strobilurinresistenz und Versuche zu Bekämpfungskonzepten

Reiner Schrage, Landwirtschaftskammer Rheinland, Pflanzenschutz

Chrysanthemenweissrost ist verstärkt im Beratungsgebiet des Pflanzenschutzdienstes der Landwirtschaftskammer Rheinland aufgetreten. In der Praxis wird von unzureichender Wirkung chemischer Pflanzenschutzmittel berichtet. In diesem Zusammenhang werden Minderwirkungen von Strubilurinpräparaten angeführt. Mangelhafte Applikationsverfahren und nicht sachgerechte Klimaführung kommen ebenfalls in Betracht.
Vorgestellt wurden die laufenden Versuche im Pflanzenschutzdienst Bonn im Jahre 2003. Berücksichtigt werden bei den Prüfungen vorbeugende Azoxystrobinanwendung, bei Befall Einsatz der Wirkstoffe Difenoconazol, Propiconazol, Chlorthalonil, Difenoconazol + Azoxystrobin und Bitertanol + Azoxystrobin. Zusätzlich wird der Einsatz von Netzmitteln erprobt.
Bisherige Ergebnisse aus den Versuchen zeigen, dass bei Infektionsversuchen mit niedriger Luftfeuchte keine ausreichende Infektion stattfand. Bei unter 5% befallene Blattfläche/Blatt wurde kein Einfluss der Fungizidbehandlung beobachtet. Natürliche Infektionen mit Infektionspflanzen waren unter Gewächshausbedingungen in 11 Tagen möglich (95% Luftfeuchtigkeit, 20°C).
Weitere Ergebnisse werden im Laufe des Jahres erwartet.


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Virusinfektionen an Calibrachoa

C. Müller (1, 2), C. Obermeier (2), H. Bröther (1) und C. Büttner (2),
(1) LVL Brandenburg, Pflanzenschutzdienst, Steinplatz 1, 15838 Wünsdorf, (2) Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Gartenbauwissenschaften, Fachgebiet Phytomedizin, Lentzeallee 55-57, 14195 Berlin

An Zierpflanzen der Gattung Calibrachoa sind in den letzten Jahren in einer Reihe von Anbaubetrieben Blattreaktionen aufgefallen, die auf Virusinfektionen hindeuteten. Unauffällige und virusverdächtige Calibrachoa-Pflanzen aus verschiedenen Züchtungs- und Produktionsbetrieben wurden mittels ELISA und Elektronenmikroskopie auf eine Infektion mit Viren untersucht. Einzelne Pflanzen mit chlorotischen Blattflecken bzw. Adernaufhellungen zeigten Befall mit dem Cucumber mosaic virus (CMV) bzw. dem Potato virus Y (PVY). An mehreren Calibrachoa-Pflanzen verschiedener Herkünfte wurden zwei Viren der Tobamogruppe festgestellt, das Tobacco mosaic virus (TMV) und das Tomato mosaic virus (ToMV). Beide Viren traten oft in Mischinfektionen auf. Die Symptome reichten von diffusen Blattflecken und Aufhellungen bis hin zu auffälligen chlorotischen Ringflecken. Ein großer Teil der untersuchten Pflanzen war ausserdem mit einem isometrischen Virus infiziert. Diese Pflanzen zeigten im ELISA eine positive Rekation mit polyklonalen Antiseren, die gegen Carmovirus-Isolate aus kalifornischen bzw. europäischen Calibrachoa-Pflanzen produziert worden sind und als Calibrachoa mottle virus (CbMV) (Liu et al., 2003) bzw. Saguaro cactus virus (SgCV-Calibrachoa-Isolat) (DSMZ, Braunschweig) bezeichnet worden sind. Beide Viren sind serologisch nahe verwandt oder identisch. Von 200 zufällig bei verschiedenen Sorten und Herkünften entnommenen Stichproben zeigten 111 Infektionen (56%) mit CbMV. Infizierte Calibrachoa-Pflanzen zeigten in einigen Fällen leichte Blattscheckungen und Chlorosen, vielfach traten jedoch keine deutlichen Symptome auf. Weitergehende Untersuchungen zu Einflussfaktoren und Kulturbedingungen, die für die Symptomausprägung und Schadwirkung bei Einzel- und Mischinfektionen von Calibrachoa-Pflanzen mit den weit verbreitet auftretenden CbMV, TMV und ToMV bestimmend sind, werden durchgeführt.
Liu, H.-Y., Sears, J. L., Morisson, R. H. 2003. Isolation and characterization of a Carmo-virus like virus from Calibrachoa plants. Plant Disease 87: 167-171


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Staudenkrankheiten: Diagnose und Bekämpfung von Bakteriosen und Nematodenkrankheiten

GERLACH, W.W.P. Institut für Gartenbau, Forschungsanstalt für Gartenbau, Fachhochschule Weihenstephan, Am Hofgarten 8, 85350 Freising. e-mail: wolfgang.gerlach@fh-weihenstephan.de

Mit der steigenden Produktion und Nutzung von Stauden stellen sich vermehrt Fragen des Pflanzenschutzes. Erster wichtiger Schritt ist die korrekte Krankheitsdiagnose, die erhebliche Schwierigkeiten macht, da es keine moderne deskriptive Literatur gibt. Herausgegriffen wurden Bakteriosen und Nematodenkrankheiten, die durch die hohen Niederschläge im Jahre 2002 erheblich aufgetreten waren. In spezieller Weise werden anhand von eigenen Dias Symptome dargestellt, die entweder allgemein unbekannt waren, oder anhand einer visuellen Diagnose falsch beurteilt werden könnten.
Besonders wurde dargestellt, daß ohne umfangreiche Erfahrung, verfügbare Literatur und ohne Laboruntersuchungen Symptome verursacht von Bakterien, Blattnematoden oder Falschem Mehltau bei Stauden leicht verwechselt werden können. Speziell gegenübergestellt wurden die eckigen, braunen Blattflecken-Symptome von Einzel- und Mischinfektionen von Pseudomonas syringae, Ps. viridiflava und Xanthomonas campestris an Trollius chinensis und T. europaeus und von X. campestris an Geranium renardii und anderen Geranium spp. mit einem Befall mit Aphelenchoides ritzemabosi an Anemone japonicum Hybr., Weigela Hybr. und Darmera peltata und schließlich von Peronospora potentillae an Potentilla repens oder P. lamii an Lamiastrum maculatum. Weiterhin wurden kritische Symptomausprägungen von Pestalozzia subsessilis an Geranium sanguineum und eine Mischinfektion von Ps. syringae mit X. campestris an Geranium oxonianum angesprochen.
Abschließend wurde speziell auf die in letzter Zeit erheblich aufgetretenen Schäden hingewiesen, und dass im Bereich der Bekämpfung von Bakteriosen und ebenfalls auch bei oberirdisch auftretenden Nematodenkrankheiten erheblicher Forschungsbedarf besteht. Gegen beide Erregergruppen sind keine wirksamen chemischen Pflanzenschutzmittel zugelassen und die allgemeinen Empfehlungen zur Hygiene sind theoretisch gut (Nutzung gesunder Jungpflanzen, Kulturführung frei von Pathogenen etc.), aber in der Praxis nicht oder nur mit großer Schwierigkeit umsetzbar


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Verbesserte Applikationstechnik mit Gießwagen bei verringerten Aufwandmengen

Heiner Lörks, Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe

Die Bedeutung einer gezielten Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln nimmt im Gartenbau immer stärker zu. Während im Ackerbau eine weitestgehende Optimierung in vielen Bereichen stattgefunden hat, ist im Zierpflanzenbau noch großer Bedarf zur Verbesserung vorhanden. In Westfalen-Lippe setzen etwa 20% der Zierpflanzenbaubetriebe Gießwagen zur Pflanzenschutzmittelapplikation ein. Die Entwicklung hat jedoch zuletzt stark zugenommen und die Tendenz ist weiterhin steigend. Vor allem sind die Voraussetzungen für den Einsatz von Gießwagen geeignet. Verbesserte Applikation durch den gleichmäßigen Abstand zur Kultur, automatischer Antrieb, reduzierte Anwenderkontamination (nicht handgeführt), gleichmäßige Beläge durch gleichmäßige Geschwindigkeit und bessere Kalkulation der Aufwandmengen sind wesentliche Gründe die für die Spritzmittelausbringung mit Gießwagen sprechen.
In Westfalen-Lippe werden in zahlreichen Betrieben Zierpflanzen sowohl im Unterglasanbau wie auch im Freiland produziert, daher sollten in einer Versuchsreihe u.a. abdriftreduzierte Düsen getestet werden. Gleichzeitig sollte in Mutterpflanzenkulturen, in diesem Fall Chrysanthemenmutterpflanzen, eine bessere Durchdringung des Bestandes erzielt werden. In den Versuchen wurden Injektordüsen (Luftansaugdüsen), u.a. die im Feldbau bewährte kurze Air-Mix-Düse, und die lange ID-Düse eingesetzt und mit Standardflachstrahldüsen verglichen.
In zwei Verfahren wurden die Blattbeläge auf drei Ebenen innerhalb der Pflanze getestet. Zunächst fand unter Verwendung von wassersensitivem Papier eine qualitative Belagsmessung statt. In einem weiteren Schritt sollten die tatsächlichen Bedingungen auf dem Blatt geprüft werden. Zu dieser quantitativen Bestimmung der Blattbeläge wurde fluoreszierender Farbstoff appliziert.
Ergebnisse: Mit ID-Düsen konnte eine bessere Durchdringung der Spritzflüssigkeit und ein höherer Benetzungsgrad vor allem im unteren Pflanzenbereich bei gleichzeitig verringerten Applikationsmengen erreicht werden. Niedrige Aufwandmengen waren scheinbar besser, sowohl bei ID 02-Düsen als auch bei ID 025-Düsen, was eventuell in dem Abrollen von Tropfen bei großer Aufwandmenge begründet ist. Faktoren wie Fahrgeschwindigkeit haben eine große Bedeutung für die Bestandesdurchdringung. Bei höheren Fahrgeschwindigkeiten wurden in den unteren Blattbereichen bessere Beläge erzielt. Die ID-Düse ist zusätzlich auch als asymmetrische Randdüse (IS) erhältlich, so dass man in Kombination mit ID Düsen eine reduzierte Kontamination von Wegen und Hüllflächen erreichen kann . Die Papier- und Fluoreszenzmethode erwiesen sich in Kombination als geeignete Beurteilungsmethode, die jede für sich nur eine bedingte Aussagefähigkeit besitzt. In zukünftigen Versuchen sollen Anwendungen mit Mitteln und Formulierungshilfsstoffen sowie Wirkungsuntersuchungen durchgeführt werden.


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Weiße Fliege als Problemschäsling - Möglichkeiten der Bekämpfung trotz Imidacloprid-Resistenz

Reiner Schrage, Landwirtschaftskammer Rheinland, Pflanzenschutz

Die Bekämpfung von Weisser Fliege an Zierpflanzen wird in der Praxis immer schwieriger. Bei der chemischen Bekämpfung sind Minderwirkungen/Resistenzen zu beobachten, bei der biologischen Bekämpfung keine Parasitierungen durch Encarsia. Die Probleme beim Nützlingseinsatz werden auf Imidacloprid-Rückstände der Jungpflanzen zurückgeführt, die durch die Behandlungen der Mutterpflanzen entstehen. Ergebnisse von Rückstandsanalysen importierter Poinsettien-Stecklinge mittels Multiwirkstoffanalyse haben gezeigt, dass neben den Wirkstoffen Myclobutanil, Fenpropathrin und Permethrin in 50% der Proben Imidacloprid nicht nachweisbar war (< 0,5 mg/kg). In den anderen Proben wurde zwischen 0,7 - 12 mg/kg Imidacloprid nachgewiesen.
Die derzeitigen Bekämpfungsstrategien sind in der chemischen Variante eine Kombination von Neem und Neem/Nomolt/Plenum Mischungen, biologisch der Einsatz von Encarsia und Macrolophus.


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Last modified: Wed Oct 1 13:11:26 CEST 2003