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Arbeitskreis
Populationsdynmik und Epidemiologie



Abstracts der Tagung 2000:

Der Arbeitskreis Populationsdynamik und Epidemiologie der Deutschen Gesellschaft für allgemeine und angewandte Entomologie und der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft traf sich am 23. und 24. März 2000 an der Universität Halle. Nach längerer Unterbrechung wurde diese zweitägige Veranstaltung von der Arbeitsgruppe Entomologie am Institut für Pflanzenzüchtung und Pflanzenschutz organisiert. Die 25 Teilnehmer kamen von den Universitäten Göttingen, Gießen, Innsbruck und Halle, der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, der Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen, dem staatlichen Pflanzenschutzdienst, der Industrie und anderen Institutionen. Die 13 Vorträge waren überwiegend entomologisch ausgerichtet, lediglich im Vortrag von Prof. Kranz wurde unter dem Thema"Die Epidemiologie und die Pflanzengesundheit" die mögliche thematische Bandbreite dieses Arbeitskreises deutlich.
Weitere Schwerpunktthemen waren z.B.
  • Zur Populationsdynamik und Ökologie von Getreideaphiden und Zikaden unter Freilandbedingungen
  • Simulationsmodelle von Schädling-Predator-Interaktionen - das Dauerproblem der Datenbasis und die Chancen der Anwendung als Lernmodelle
Die ausführlichen Diskussionen wurden als konstruktiv und gewinnbringend eingeschätzt. In den Abendstunden entwickelte sich im gemütlichen Rahmen ein interessanter Gedankenaustausch. Bei der Tagung wurde Frau PD Dr. habil. Christa Volkmar, Institut für Pflanzenzüchtung und Pflanzenschutz der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, für 4 Jahre einstimmig zum Arbeitskreisleiter gewählt. Die Wahl wurde vom Landessprecher der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft für Sachsen-Anhalt, Herrn Prof. E. Fuchs (Universität Halle) geleitete.

Christa Volkmar


Titel der Abstracts:




Die Epidemiologie und die Pflanzengesundheit

J. Kranz, Univ. Giessen

Schönbeck (1998) fand, dass die Epidemiologie der Pflanzenkrankheiten über das Studium der Populationsdynamik von Erregern auf ihren Wirtspflanzen unter dem Einfluss von Umweltfaktoren und menschlichen Eingriffen hinaus, verstärkt Beiträge zur Pflanzengesundheit schulde. In der Humanmedizin arbeite die Epidemiologie der Sozialmedizin zu. Ähnlich solle es auch in der Phytopathologie sein. Zunächst, was ist eine gesunde Pflanze(npopulation)? Wir definieren sie, wenn befallen, als gesund, solange sie auf Befallsintensitäten nicht mit einem messbaren Abfall des Ertrages reagiert, der Befall also unter einer physiologischen Schadensschwelle bleibt. Es wird dann gezeigt, wie die Epidemiologie, die sich als Bindeglied zwischen Laborforschung und praktischem Pflanzenschutz versteht, bereits erhebliche Beiträge zur Pflanzengesundheit geleistet hat. Erinnert sei an Befalls- und Terminprognosen, Befalls/Verlust-Relationen, wirtschaftliche Schadens- und Bekämpfungsschwellen (wenigstens in Ansätzen), Erhebungsmethoden und Richtwerte für ad hoc-Entscheidungen als Grundlage für einen überwachten oder integrierten Pflanzenschutz, Identifikation von Risiko- und Gunstgebieten für bestimmte Krankheiten beim Anbau von Kulturpflanzen und -sorten, das Management von Sorten- und Fungizidresistenz, etc. Ausführlicher wird jedoch beschrieben, was noch zu tun bleibt. Das sind einerseits Krankheits- und Standortprofile, mit denen die ökologischen und agronomischen Bedingungen für das Auftreten und die epidemische Entwicklung einer einzelnen Krankheit, oder das Potential für Schadorganismen an einem Standort eingehender als bisher üblich beschrieben werden. Andererseits geht es um Entscheidungshilfen, wie geophytopathologische Untersuchungen über die Verteilung und das Vorkommen von Krankheiten, Langfristprognosen (z.B. was bewirken veränderte Anbaumethoden , was bedingt ein Mehl-taujahr), Riskoanalysen, z.B. für Entscheidungen im Anbau, Pflanzenquarantäne, Folgenabschätzung, und Verlustprofile. Verlustprofile dienen unmittelbar dem Entwurf realistischer Pflanzenschutz-Systeme (z.B. IPM) auf der Basis der tatsächlichen Beiträge von Schadorganismen zum Ertragsverlust. Schliesslich wird angesicht eines begrenzten Personals gefragt, wer das alles schaffen kann. Den üblichen Sorten- und Fungizidversuchen könnten einige zusätzliche und abgestimmteErhebungen hinzugefügt werden, die sachgerecht erfasst und einer posterioren Auswertung zugeführt werden. Epidemiologen könnten Projekte vorschlagen, koordinieren und betreuen, die die Mitwirkung von"Freizeitforschern" in Netzwerken oder gar Konsortien einbeziehen. Ein möglicher Einsatz von Freizeitforschern sollte m.E. mehr Aufmerksamkeit finden.


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Vorläufige Ergebnisse zur Biologie und Ökologie (Populationsdynamik) der Zikade Psammotettix alienus Dahlb. (Homoptera, Auchenorrhyncha)

Manurung1, B.; Witsack1, W.; und Fuchs2, E. ; Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg,1Institut für Zoologie-Naturschutz, 2Institut für Pflanzenzüchtung und Pflanzenschutz-Virologie.

Die Zwergzikade Psammotettix alienus Dahlb. ist als Vektor von Pflanzenvirosen wirtschaftlich von besonderer Bedeutung, da sie das Wheat dwarf virus (Weizenverzwergungs-Virus, WDV) überträgt. Über die Biologie und Ökologie des Vektors ist bisher noch wenig bekannt. Deshalb wurden diesbezügliche Untersuchung zur Embryonal- und Larvalentwicklung dieser Zikade unter Laborbedingungen durchgeführt und ihre Populationsdynamik an Wintergerste im Freiland ermittelt. Zur Bereitstellung von Material für die dargestellten experimentelle Untersuchungen wurde eine Stammzucht mit im Gebiet von Micheln (Kreis Köthen) gefangenen Tieren begründet. Bei einer Temperatur von 20 °C, 70-95 % Luftfeuchtigkeit und unter Langtagbedingungen (L18 : D6) betrug die Dauer der Embryonalentwicklung insgesamt 17 Tage. Für P. alienus konnten sieben Embryonalstadien morphologisch unterschieden werden. Die Larvalentwicklung dauerte insgesamt ca. 32 Tage. Die fünf Larvenstadien zeigten folgende Entwicklungszeiten: L1 ca. 6 Tage, L2 ca. 5 Tage, L3 ca. 6 Tage, L4 ca. 6 Tage und L5 ca. 9 Tage. Unter den genannten Laborbedingungen erschienen nach etwa 49 Tagen die ersten Imagines der Folgegeneration. Die populationsökologischen Untersuchungen erfolgten im Jahre 1999 auf einem Wintergerstenfeld (Sorte`Regina`) bei Micheln (Kreis Köthen, Sachsen-Anhalt), von dem auch das Material für die Stammzucht stammt. Die Zikaden überwinterten offensichlich im Eistadium. Im Frühjahr erfolgte die Larvalentwicklung. Die ersten Imagines von P. alienus erschienen im Jahre 1999 Mitte Juni an der Wintergerste. Anfang Juli wurden keine Tiere mehr auf dem Wintergerstenfeld festgestellt. Erst im Ausfallgetreide wurden ab Anfang August wieder Larven und Imagines gefangen. Das Populationsmaximum konnte im September vorgefunden werden. Mit Biozönometern wurde eine relativ hohe Populationsdichte von 103 Männchen, 108 Weibchen und 222 L5 pro 5 m² festgestellt. Dies entspricht einer Dichte von 87 Tieren pro m². Der Anteil Eier tragender Weibchen gibt einen guten Einblick in die Hauptfortpflanzungzeit einer Art. So hatten im Juni 1999 etwa 61 % der Weibchen ablagereife Eiern. Im August waren es 29 %, im September nur 16 %, im Oktober aber etwa 89 % und Anfang November 100 % der gefangenen Weibchen. Ab der zweiten Oktoberdekade fehlten im Freiland die Larven. Nach den ersten Kälteeinbrüchen konnten ab Mitte November keine Imagines mehr gefunden werden. Da zu der Zeit auch keine Larven mehr gefunden wurden, ist eine Eiüberwinterung in der Gerste sehr wahrscheinlich.


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Monitoring des Blattlausfluges in Sachsen-Anhalt

E. Schliephake, BAZ, Institut für Epidemiologie und Resistenz Aschersleben, Theodor-Roemer-Weg 4, D-06449 Aschersleben.

Aus der Beobachtung des Blattlausfluges ergeben sich wesentliche Informationen über:

  1. Diversität und Dominanz der Arten in einer bestimmten Region,
  2. die Abundanz der einzelnen Arten anhand der Dynamik der Flugaktivität,
  3. den zeitlichen Verlauf der Flugaktivität, insbesondere Flugbeginn und Ende.
In Aschersleben in Sachsen-Anhalt wird seit 1985 eine 12,2 m hohe Saugfalle betrieben. Diese entspricht einem in England entwickelten und europaweit eingesetzten, standardisierten Typ, der insbesondere die Aphiden im Distanzflug erfasst. Es wurden bisher etwa 105 Arten der Überfamilie Aphidoidea sowie nicht näher bestimmte Arten der Familien Adelgidae und Phylloxeridae aus der Überfamilie der Phylloxeroidea gefangen. Da die genaue Determination bestimmter Arten ohne Kenntnis der Wirtspflanzen eine mikroskopische Präparation der Tiere erfordert, ist nicht in jedem Fall eine eindeutige Zuordnung erfolgt.
Untersuchungen aus dem Jahr 1997 zeigten, dass über das Jahr der Aphidenanteil 11,8 % des Frischgewichtes des gesamten angesaugten Luftplanktons ausmacht. Die mittlere Flugdichte über den Fangzeitraum beträgt 1,7 Aphiden/1000m³ Luft. Aufgrund derFangintervalle von 8 h lässt sich eine maximale Flugdichte bis zu 27,3 Aphiden/1000 m³ Luft ermitteln.
Die Summe der gefangenen Aphiden schwankt über die Jahre beträchtlich. Massenflüge einzelner Arten können die Fangsumme wesentlich beeinflussen wie z.B. 1992 durch Brevicoryne brassicae und Metopolophium dirhodum. In den Fängen dominieren die Aphididae, während der Anteil von Arten anderer Familien durchschnittlich 11,4 % beträgt, über die Jahre aber zwischen 4,6 % bis 41,3 % variieren kann. Die auftretenden Arten sind in hohem Maße abhängig von der Verbreitung ihrer Wirtspflanzen. Damit ist zu erklären dass in einer ausgeprägten Agrarlandschaft wie dem nördlichen Harzvorraum entsprechend den Hauptkulturen die Getreideaphiden sowie Raps besiedelnde Arten vorherrschen. Häufigste Aphidenart in der Saugfalle im Zeitraum von 1985 bis 1999 ist die Haferblattlaus Rhopalosiphum padi mit 41,4 % am Gesamtfang, danach folgen die Bleiche Getreidelaus, M. dirhodum mit 11,0 %, die Mehlige Kohlblattlaus mit 7,3 %, die große Getreidelaus, Sitobion avenae und die Kleine Pflaumenlaus Brachycaudus helichrysi mit je 4,8 % sowie die Mehlige Pflaumenlaus Hyalopterus pruni 3,0 % und die Schwarze Bohnenblattlaus mit 2,8 %. Myzus persicae hat einen Anteil von 1,7 %.
Blattläuse sind im wesentlichen tagaktive Flieger. Der Gesamtflug folgt deutlich der Tagesrhythmik und zeigt eine gute Übereinstimmung von Blattlausflug und mittlerer Sonneneinstrahlung. Für einzelne Arten bzw. Familie lassen sich jedoch davon abweichende Flugaktivitäten finden, wie z.B. Drepanosiphidae oder Thelaxes dryophila, die die späteren Abendstunden bevorzugen. Die Flugaktivität der Aphiden, insbesondere der wirtswechselnden Arten beginnt etwa im Mai mit dem Wechsel vom Primärwirt zum Sekundärwirt. In Jahren mit anholozyklischer Überwinterung fällt in diesen Zeitraum bereits der erste Ausbreitungsflug der Nachkommen der anholyzyklischen Virgines. Während dieser Zeit werden meist nur einzelne Individuen gefangen. Der Zeitpunkt des Erstfanges ist bedeutend, da er den Befallsbeginn signalisiert. Nach der Besiedlung der Sommerwirte beginnt der sommerliche Ausbreitungsflug. Er ereicht in der Regel seinen Höhepunkt im Juli. Durch den hohen Anteil Getreideaphiden am Artenspektrum steigt zu dieser Zeit die Fangdichte mit der beginnenden Abreife des Getreides. Durch die Reife des Getreides sowie die Wirkung der Gegenspieler brechen diese Populationen im August praktisch zusammen und es werden nur noch einzelne Aphiden registriert. Erst im September beginnt das zweite Flugmaximum, das sowohl durch den Ausbreitungsflug der sich neu aufbauenden Populationen sowie den beginnenden Rückflug der Remigranten auf den Winterwirt bedingt ist. Dabei steigt der Anteil der auf den Winterwirt wechselnden Gynoparae und der der Männchen. Diese Phase dauert in der Regel bis zum Beginn der Frostperiode. Der beschriebene Flugverlauf lässt sich sehr deutlich am Beispiel von R. padi demonstrieren. Auffällig ist, dass die Abundanz im Herbst meist größer als während des Sommers ist. Obwohl M. dirhodum ebenfalls wirtswechselnd ist, wird diese Art im Herbst nur vereinzelt in der Falle gefangen. S. avenae ist dagegen nicht wirtswechselnd, aber auch hier werden in der Regel nur einzelne Tiere in der Saugfalle registriert.
Dieser Flugverlauf der genannten Arten lässt sich auch über die vorliegenden Beobachtungsjahre verfolgen. Zwischen den Jahren gibt es jedoch deutliche Unterschiede in der Flugstärke. Dabei sind in erster Linie Einflüsse durch den Witterungsverlauf anzunehmen. Der Witterungsverlauf beeinflusst den Flugbeginn. Insbesondere nach Jahren mit milden Wintern und dadurch ermöglichter anholozyklischer Überwinterung ist beiR. padi, S. avenae sowie M. persicae ein deutlich früherer Flugbeginn zu registrieren. Am Beispiel M. persicae und A. fabae lässt sich erkennen, dass in den letzten Jahren ein ausgesprochener später Flugbeginn nicht mehr zu verzeichnen ist.

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Flugaktivität von Getreideblattläusen und Frühjahrsbesiedelung der Getreidebestände im Raum Göttingen in den Jahren 1993 - 1998

Veenker, H., W. Meyer zu Brickwedde und B. Ulber, Institut für Pflanzenpathologie und Pflanzenschutz, Entomologische Abteilung, der Georg-August-Universität Göttingen.

Im Mittelpunkt der Untersuchung stand die Frage, ob mit Hilfe stationärer Insekten-Saugfallen verlässliche Aussagen über Zeitpunkt und Intensität des Erstauftretens von Getreideblattläusen und so eine Verbesserung der Getreideblattlausprognose, insbesondere in Hinsicht auf ihre Funktion als Virusvektoren, möglich ist. Hierfür wurde die Flugphänologie der Arten Sitobion avenae (F.), Metopolophium dirhodum (Wlk.) und Rhopalosiphum padi am Standort Göttingen in den Jahren 1993 - 1998 mit Hilfe von zwei verschiedenen stationären Saugfallen (große Rothamsted-Saugfalle: Höhe 12,2m; kleine Rothamsted-Saugfalle: Höhe 1,7m) untersucht. Gleichzeitig wurde die Primärbesiedelung in den umliegenden Getreidebeständen mit D-vac-Saugproben ermittelt. Der Zeitpunkt des Erstfanges der drei Blattlausarten in den beiden Saugfallen wurde jeweils mit dem Beginn der Besiedelung der Getreidebestände verglichen; zusätzlich wurde ein Einfluß der Temperaturen der Monate Dezember bis April auf den Termin des Primärfluges überprüft.
Der Zeitpunkt der Primärbesiedelung des Getreides durch R. padi wurde von beiden Saugfallen je-weils schon einige Tage früher angezeigt. Die beginnende Bestandesbesiedelung durch M. dirhodum wurde mit der kleinen Saugfalle genauer ermittelt als mit der großen Falle. Dagegen traten die ersten geflügelten Morphen von S. avenae im Getreide meist mehrere Tage bis Wochen vor dem Erstfang in den beiden Saugfallen auf, was mit der Überwinterung dieser Art im Getreidebestand erklärt werden kann. Der Beginn der Flugaktivität von P. padi und M. dirhodum zeigte enge, z.T. signifikante Beziehungen zu den im vorhergehenden Winter und Frühjahr herrschenden Temperaturbedingungen (Temperatursummen, mittlere Monatstemperaturen).


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Untersuchungen zur Tagfalterfauna in Bergbaufolgelandschaften um Gräfenhainichen

Klaus Epperlein, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Pflanzenzüchtung und Pflanzenschutz, E.-Abderhaldenstr. 27, D-06108 Halle/Saale.

Die Landschaft um Bitterfeld/Gräfenhainichen wird wesentlich durch den Braunkohlebergbau geprägt. Im Gefolge der Nutzung entstanden typische Bergbaufolgelandschaften mit unterschiedlichen Sukzessions- und Rekultivierungszuständen. Im Jahre 1999 erfassten wir in den ehemaligen Tagebauen Golpa-Nord und Gröbern sowie deren zugehörigen benachbarten Halden die Tagfalter und Widderchen (Zygaenidae). Nach der ersten Begehung wurden nach Einschätzung aller tagfalterrelevanten Strukturen am Standort Golpa Nord 14 Probeflächen von mindestens 0,5 ha (50m x 100m) und am Standort Gröbern 11 Probeflächen gleicher Größe ausgewählt. Auf diesen zählten und bestimmten wir an 5 Terminen (10.5., 27.5., 15. 6., 21.7. und 2.9.) die Schmetterlinge in der Regel nach Sichtbonitur oder in Zweifelsfall mittels Kescher und Freilassung nach der Determination. Die Untersuchungen ergaben insgesamt etwas über 1000 Individuen, die sich 34 Tagfalterarten aus 6 Familien und 2 Species Widderchen zuordnen ließen. Hiervon sind 7 Arten vom Aussterben bedroht, was sich in einer Schutzkategorie in SA widerspiegelt Allgemein war die Tagebaulandschaft individuen- und artenärmer als die Halden. Bei Letzteren fand sich in Golpa Nord auf Halde 2 eine so interessante Falterzönose dass vorgeschlagen wird zu prüfen, ob nach weiteren Untersuchungen eine Schutzkategorie vergeben werden sollte.


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Zur Populationsdynamik von Schädlingen und Nützlingen am Straßenbaum Linde

Kristina Schneider; Hartmut Balder; Barbara Jäckel; Barbara Pradel; Pflanzenschutzamt Berlin, Öffentl.Grün und Forsten, Mohriner Allee 137, D-12347 Berlin.

Im Rahmen eines Forschungsvorhabens (gefördert vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Bonn) wird seit 1998 die Populationsdynamik von Nützlingen am Straßenbaum Linde untersucht. Der Hauptschädling, die Lindenspinnmilbe (Eotetranychus tiliarum Hermann), kann bei günstigen Klimaverhältnissen zu starkem Blattfall führen. Die ausgewählten Standorte bestehen jeweils aus drei Bäumen. Bei jeder Bonitur wurden pro Baum 10 Blätter entnommen und von drei Seiten eines Baumes die Äste mit dem Klopftrichter geklopft. Die Nützlinge wurden wie folgt eingeteilt: Raubmilben, räuberische Wanzen, Marienkäfer, Schlupfwespen, Florfliegen, Spinnen und Ohrwürmer. Raubmilben und Wanzen wurden von Spezialisten* bestimmt. Am häufigsten traten Raubmilben, Wanzen und Marienkäfer auf. Von den Raubmilben wurde bisher Euseius finlandicus am häufigsten und an verschiedenen Lindenarten vorgefunden. Für zwei Arten, Anthoseius foenilis und Seiulus aceri wurde für Deutschland der Erstnachweis erbracht. Seiulus aceri ist zudem erstmals für ein Stadtgebiet nachgewiesen worden und trat hauptsächlich an Winterlinde auf. Von den Wanzen wurde die Weichwanze Deraeocoris lutescens in beiden Jahren am häufigsten angetroffen. Deraeocoris flavilinea ist als Kulturfolger erst seit 1988 in Berlin bekannt. Neben zoophagen und phytophagen Weichwanzen traten Blumenwanzen auf, am stärksten Anthocoris confusus. Propylaea quatuordecimpunctata und Adalia bipunctata kamen am häufigsten von den Marienkäfern vor. Der auf Spinnmilben spezialisierte Stethorus punctillum konnte verschiedentlich beobachtet werden.
In diesem Vortrag werden die Nützlingspopulationen der Jahre 1998 und 1999 an drei unterschiedlich gestalteten Baumstandorten in der Innenstadt von Berlin verglichen. Die Kriterien für die Auswahl der Standorte waren Verkehrsbelastung, versiegelte Flächen, Gestaltung der Baumscheibe (verdichtet, bewachsen), Pflanzenbewuchs im Umfeld und Einstrahlung. Das Umfeld der Bäume von Standort 1 ist durch negative und das von Standort 3 durch positive Eigenschaften charakterisiert. Standort 2 steht unter den gleichen Bedingungen wie Standort 1, allerdings stehen die Bäume auf der Schattenseite der von West nach Ost verlaufenden Straße. Ausgewählt wurden pro Standort 3 junge Kaiserlinden (Tilia x europaea `Pallida´), die 1992 bzw. 1995 gepflanzt wurden.
Wie erwartet, waren im ersten Beprobungsjahr die Bäume von Standort 1 am stärksten befallen, die Bäume von Standort 2 weniger und für Standort 3 konnte kein nennenswerter Befall festgestellt werden. Die Hauptantagonisten, die Raubmilben, wurden an den drei Standorten etwa in gleicher Anzahl vorgefunden. In 1999 baute sich an den Standorten 1 und 2 erst zu Vegetationsende eine geringfügige Spinnmilbenpopulation auf. Raubmilben traten auch in dem zweiten Beprobungsjahr an allen Standorten ungefähr in gleicher Anzahl auf. Auch die polyphagen Nützlinge kamen in beiden Jahren an allen Standorten vor, jedoch in Abhängigkeit von dem Blattlausauftreten.
Als Antagonist für die Lindenspinnmilbe spielen die Raubmilben die größte Rolle, sie können allerdings nicht generell eine Schädlingspopulation unterdrücken. Ihre Leistung steht in Zusammenhang mit dem Klima der Monate Mai und Juni. Bei ungünstigen klimatischen Bedingungen, die durch den Baumstandort noch zusätzlich verschlechtert werden, sind die Raubmilben nicht effektiv genug. Für die Beschreibung ihrer Effizienz wurde das Spinnmilben-Raubmilben-Verhältnis gebildet. Der höchste Wert für 1998 ergab im Mai 901. Dies bedeutet, daß 901 mal mehr Spinnmilben als Raubmilben gezählt wurden. Hingegen war das Verhältnis an Standort 3 sehr gering. Es ist denkbar einen Schwellenwert zu finden, der anzeigt, ob eine Schädigung durch die Lindenspinnmilbe zu erwarten ist.
Um die Effektivität der Raubmilben zu erhöhen, wurde in 1999 mit der Förderung dieser Nützlinge begonnen. Dazu wurden Baumscheiben bepflanzt und das Laub mit Mulch am Boden festgehalten. Weiterhin wurden mit Raubmilben besetzte Filzstreifen von Parkbäumen in die Kronen der Straßenbäume umgesetzt.
*Prof. Karg und Dr. Göllner-Scheiding


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Phänologie, Altersstruktur, Lebenszyklen und räumliche Verteilung von Stutzkäfern (Col.: Histeridae) in einer biologisch bewirtschafteten Kartoffelkultur

M. Traugott, Institut für Hochgebirgsforschung & Alpenländische Land- und Forstwirtschaft, Universität Innsbruck. Technikerstraße 13, A-6020 Innsbruck Tel.: ++43 (0) 512/507-5693 Fax: ++43 (0) 512/507-2817. e-mail Michael.Traugott@uibk.ac.at .

Stutzkäfer sind u.a. typische Bewohner von ephemeren Habitaten (z.B. Kuhdung). Auch in Äckern können diese räuberischen Käfer angetroffen werden, jedoch ist unser Kenntnisstand über ihrer Lebensweise und Bedeutung innerhalb der Prädatorengilde gering. Die Auswertung von Bodenfallenfängen, die innerhalb des Jahres 1996 in einer ökologisch bewirtschafteten Kartoffelkultur gemacht wurden, zeichnen folgendes Bild der Histeridenzönose: (i) Von den vier festgestellten Histeridenarten war Hister bisexstriatus mit einem Anteil von 98% am Gesamtfang die eudominante Art. (ii) Aufgrund des unterschiedlichen Abnutzungsgrades der Pro-Tibien konnten die Käfer drei Altersgruppen zugeordnet werden (ein, zwei und drei Jahre alt). Der Großteil der gefangenen Individuen war im ersten oder zweiten Lebensjahr, nur ein Anteil von ca. 5% war drei Jahre oder älter. (iii) Die epigäische Aktivität war besonders im Frühjahr und zu Sommerbeginn hoch, zu dieser Zeit wurden in Bodenfallen sogar mehr Histeriden als Carabiden gefangen. (iv) Der univoltine Lebenszyklus von H. bisexstriatus ist durch die Paarungs- und Eiablageperiode zwischen April und Ende Mai, der Larvalentwicklung im Mai, Juni und Juli und dem Erscheinen von frisch geschlüpften Käfern im August und September gekennzeichnet. (v) Die Präferenz von zentralen Feldbereichen und die Entwicklung im Feld weisen H. bisexstriatus als Mitglied der autochthonen Prädatorengilde des untersuchten Feldes aus. Eine mögliche regulative Wirkung gegenüber bestimmten Schädlingen bzw. speziellen Stadien (z.B. Kohlfliegeneier) ist vorstellbar, muss jedoch noch genauer untersucht werden.
Über Rückmeldungen von Kolleginnen und Kollegen, die Histeriden in landwirtschaftlichen Kulturflächen ebenfalls zahlreich feststellen konnten, würde ich mich freuen.


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Zur ökologischen Situation in herbizidtoleranten bzw. konventionellen Rapsbeständen im mitteldeutschen Agrarraum in den Jahren 1996 bis 1998

C. Volkmar1, T. Kreuter1, L. Richter1, M. Lübke-Al Hussein1, D. Jany1, K. Schutzler, Th. Wetzel3; Institut für Pflanzenzüchtung und Pflanzenschutz, Landwirtschaftliche Fakultät, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, D- 06099 Halle (Saale); E-mail: volkmar@landw.uni-halle.de; 2Steinbeis Transferzentrum Integrierter Pflanzenschutz und Ökosysteme, Untere Kirchstr. 6, D-07952 Pausa/Vogtl.; 3Hoechst-Schering AgrEvo GmbH, Pflanzenschutz Deutschland, Werftstr. 37, D-40511 Düsseldorf.

Die Untersuchungen zur Arthropodenfauna im Winterraps am Standort Halle /Saale (Land Sachsen-Anhalt) in den Jahren 1996 bis 1998 lieferten Ergebnisse zum Aktivitätsverhalten der für natürliche Regulationsprozesse im Kulturpflanzenbestand bedeutsamen epigäischen Raubarthropoden Webspinnen (Araneae), Laufkäfer (Carabidae) und Kurzflügelkäfer (Staphylinidae).
Es galt zu prüfen, ob durch den Anbau gentechnisch veränderter (transgener), herbizidtoleranter Rapspflanzen und unter dem Einfluss des Herbizids Liberty (Glufosinat) Veränderungen im Aktivitätsverhalten bei wichtigen taxonomischen Gruppen epigäischer Raubarthropoden induziert werden. Als Kontrolle fungierten unbehandelte transgene bzw. konventionelle Rapspflanzen. Die im vorliegenden Beitrag mitgeteilten Ergebnisse geben somit Auskunft über die ökologische Situation im glufosinattoleranten Winterraps bzw. im gentechnisch nicht veränderten Pflanzenbestand in den Jahren 1996 bis 1998.
Im Winterraps 1996/97 wiesen die Fänge zwischen den konkurrierenden Arthropodengruppen große Unterschiede auf, wobei eine deutliche Dominanz der Kurzflügelkäfer unverkennbar war. Die niedrigsten Fangzahlen wurden bei den Spinnen ermittelt. Insgesamt konnten 31 241 Gliedertiere im 1. Untersuchungsjahr gefangen werden, wobei die höchsten Individuen- und Artendichten der Liberty-Variante zuzuordnen waren. Mit mindestens 112 Spezies wies dieser Feldbereich eine beachtenswerte Faunenausstattung auf. Die Resultate zeigen, dass die Laufkäfer und Kurzflügler im transgenen, herbizidbehandelten Bestandesteil am aktivsten waren, während die Spinnen die unbehandelte transgene Parzelle bevorzugten.
Im Winterraps 1997/98 konnten 25 076 Individuen in den Bodenfallen gefangen werden. Fast die Hälfte (44,4 %) der Tiere waren im 2. Kontrolljahr Webspinnen, gefolgt von Kurzflüglern und Laufkäfern. Diese Veränderungen im Dominanzgefüge hatten zur Folge, dass die Liberty-Variante die geringsten Aktivitätszahlen der epigäischen Raubarthropoden aufwies. Carabidae und Staphylinidae fingen sich wie im Vorjahr häufiger auf der Versuchsfläche mit weniger Verunkrautung, während die epigäischen Spinnen die unbehandelten Feldbereiche favorisierten.
Abschließend bleibt festzuhalten, dass beim Anbau transgener Rapspflanzen am Standort Halle/Saale (Sachsen-Anhalt) nur eine Herbstapplikation von Liberty zur Unkrautregulation notwendig war. Unter den Versuchsbedingungen konnte eine hohe Artendichte und eine beachtliche biologische Aktivität der epigäischen Raubarthropoden in den Vegetationszeiten der zwei Versuchsjahre festgestellt werden. Den Ansprüchen der betrachteten Arten an ihren Lebensraum (Licht, Temperatur, Feuchtigkeit) wurde in den Arealen mit differenzierter Verunkrautung unterschiedlich entsprochen, hier finden sich auch die Gründe für die statistisch nachweisbaren Unterschiede zwischen den Varianten. Eine Beeinträchtigung des Arten- und Lebensgefüges auf der Bodenoberfläche durch den Anbau transgener Rapspflanzen konnte nicht ausgemacht werden. Gestützt wird diese Aussage auch durch den Nachweis zahlreicher Arten, die in den Roten Listen Sachsen-Anhalts bzw. Deutschlands geführt werden.


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Zur Ökologie des Wheat dwarf virus (WDV) im südlichen Teil von Sachsen-Anhalt

Mehner1, S.; Grüntzig1, M.; Witsack2, W. und Fuchs1, E.; Martin Luther Universität, Halle-Wittenberg, 1 Institut für Pflanzenzüchtung und Pflanzenschutz-Virologie; 2 Institut für Zoologie-Naturschutz.

Das persistent durch die Zikade Psammotettix alienus Dahlb. übertragbare Wheat dwarf virus (WDV) befällt in Sachsen-Anhalt vorrangig Wintergerste, in weitaus geringerem Umfang Winterweizen, Triticale und Hafer. Im Herbst infizierte Pflanzen reagieren mit einer Vergilbung der älteren Blätter, starker Bestockung und Wuchsreduktion. Die Symptome verstärken sich im Verlauf des Winters und sind im Bestand nicht von denen der Gerstengelbverzwergung zu unterscheiden. Einige Arten von Wild- und Kulturgräsern gehören zum Wirtskreis des WDV. Sie besitzen als Überhälter für den Vektor und das Virus vermutlich eine nicht zu unterschätzende Bedeutung. Im Frühjahr 1999 wurden 40 ausgewählte Grasarten in einem stark mit dem WDV befallenen Wintergerstenschlag eingepflanzt und somit einer natürlichen Infektion ausgesetzt. Im Juni erfolgte eine serologische Rücktestung mittels ELISA, wobei neben bekannten auch sechs neue Wirtspflanzen (Avena sterilis L., Bromus commutatus Schrad., B. hordeaceus L., B. inermis Leyss., B. tectorum L., Phalaris arundinacea L.) aufgefunden wurden. Vom WDV sind ein Gersten- sowie ein Weizenstamm bekannt. Nach den Ergebnissen der PCR dominiert im Untersuchungsgebiet der Gerstenstamm. Dieser war sowohl in Gerste, Hafer, verschiedenen Grasarten sowie in einer Inzuchtlinie von Mais nachzuweisen. In Weizen und Triticale wurde der Weizenstamm gefunden. Der Nachweis des WDV mittels PCR in P. alienus eröffnet die Möglichkeit, den Anteil virustragender Tiere an der Gesamtpopulation zu bestimmen. Seit 1995 erfolgten im südlichen Teil von Sachsen-Anhalt jährliche Untersuchungen zum Vorkommen des WDV in Ausfallgerste. In der Nähe von 10 stark mit dem Virus befallenen Schlägen überprüften wir Neuansaaten von Wintergerste, wobei an allen vier Schlagseiten sowie in der Feldmitte jeweils 30 bis 50 fortlaufende Einzelpflanzen serologisch auf einen Befall mit WDV und der Gerstengelbverzwergung getestet wurden. Die ständige Zunahme des WDV im Zeitraum von 1995 bis 1998 im Ausfallgetreide spiegelte sich nicht in gleicher Weise in den Neuansaaten wider. Während im Jahr 1997 im Herbst ein hoher durchschnittlicher Befall durch das WDV zu beobachten war (22,8 %), trat 1995 verstärkt die Gerstengelbverzwergung auf (49,0 %). Im Jahr 1999 hingegen lag bei beiden Viren sowohl im Ausfallgetreide (WDV: 21,8 %, Gerstengelbverzwergung: 24,1 %) als auch in den Neuansaaten (WDV: 9,3 %, Gerstengelbverzwergung: 3,8 %) ein schwacher Befall vor. In den Jahren 1996 und 1999 wurden alle Kontrollschläge außerdem im März und Juni hinsichtlich WDV-Befall überprüft. Die Ergebnisse verdeutlichen, daß spät im Herbst infizierte Pflanzen im ELISA übersehen werden können. Alle im März als infiziert ermittelten Pflanzen starben im Verlauf des Frühjahres bzw. Vorsommers ab. Bei den im Juni als befallen festgestellten Pflanzen (1999: 8,7 %) handelt es sich offensichtlich um Frühjahrsinfektionen.


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Simulationsmodelle von Schädling-Prädator-Interaktionen - das Dauerproblem der Datenbasis und die Chancen der Anwendung als Lernmodelle

Freier, Bernd und Gosselke, Uwe; Biologische Bundesanstalt, Institut für integrierten Pflanzenschutz, Kleinmachnow.

Mathematische Modelle zur Simulation des Auftretens von Schädlingen an Kulturpflanzen unter dem Einfluss von natürlichen Feinden finden seit den 70er Jahren das Interesse der Wissenschaft. Die anfängliche Euphorie, damit Befallsvorhersagen, z. B. für Getreideblattläuse, und Entscheidungshilfen für die Praxis zu entwickeln, hat sich nur begrenzt in handfeste Resultate umsetzen lassen. Die Probleme ergaben sich nicht nur aus der Unkalkulierbarkeit des Wetters sondern vor allem aus einer schwachen Datenbasis für Modellentwicklung und Modellvalidierung. Bezüglich der Interaktion Winterweizen-Getreideblattläuse-Prädatoren liegt ein beachtliches biologisch-ökologisches Datenfundament vor, das in das weiterentwickelte Simulationsmodell GTLAUS99 einging. Dennoch fehlen grundlegende Kenntnisse zu Mechanismen der Migration, zu subletalen Effekten von Mortalitätsfaktoren und zu Verhaltensmustern. Bei der Modellvalidierung und Modelljustierung besteht das Problem, dass möglichst eine größere Anzahl methodisch einheitlich erarbeiteter Datensätze von verschieden Standorten vorliegen muss. Insbesondere bezüglich der Abundanzwerte zu Nützlingen mit exaktem Flächenbezug (N/m²), die nur im Rahmen aufwendiger Felderhebungen gewonnen werden können, sind Fehler nicht auszuschließen. Die Anwendung des Modells GTLAUS99 konzentriert sich auf die Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse zu dem- und synökologischen Wechselwirkungen, zur Bewertung von Nützlingseffekten und zum Einfluss von toxischen Eingriffen und klimatischen Veränderungen auf das tri-trophische System. Dabei erfolgen die Simulationen in jedem Fall auf der Grundlage von bzw. im Vergleich mit realen Felddaten.


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Last modified: Thu Feb 6 12:41:22 CET 2003