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Arbeitskreis
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Untersuchungen zur Populationsdynamik von Cameraria ohridella (DESCHKA & DIMIC 1986) Matthes, M. und Epperlein, K. Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Pflanzenzüchtung und Pflanzenschutz, D-06099 Halle (Saale) Die Kastanienminiermotte Cameraria ohridella (DESCHKA & DIMIC 1986) ist ein Kleinschmetterling, der Anfang der 90er Jahre durch sein Massenauftreten in Deutschland einen großen Bekanntheitsgrad erreichte. Sie tritt in Mitteleuropa in 3 Generationen auf. Die Raupen minieren zwischen unterer und oberer Epidermis der Kastanienblätter, bis diese häufig schon im Spätsommer abfallen. In unserem Versuch mit der Bayer AG Leverkusen und dem Grünflächenamt Halle ging es darum, ausgewachsene und für die Stadt repräsentative Kastanien mittels Stamminjektion und Bodeninjektion zu behandeln. Die Behandlungsvarianten wurden mit unbehandelten Bäumen verglichen, um Einflüsse auf die Populationsdynamik des Schädlings anhand der Blattminen zu erhalten. Die Prüfungen erfolgten an zwei Standorten. Nach der Behandlung führten wir fünf mal im vierwöchigen Rhythmus Bonituren durch. Zu diesem Zweck entnahmen wir aus einem Hubsteiger heraus in drei Baumetagen (8m, 12m, 16m) jeweils 10 Blätter (30 Blätter/Baum) und zählten die großen und kleinen Mienen aus. Zusätzlich untersuchten wir in einer begrenzten Anzahl Blätter den Mineninhalt. Innerhalb der Baumkrone zeigte sich von unten nach oben eine Abnahme der Anzahl Minen. Grundsätzlich lies sich bei der Auswertung in allen drei Varianten (unbehandelte Kontrolle, Stamm- und Bodenbehandlung) ein Anstieg der Gesamtminenanzahl im Laufe der Vegetationsperiode feststellen. Die größte Anzahl Minen fand sich auf der unbehandelten Kontrolle, gefolgt von der Bodenbehandlung, die eine Befallsminderung um ca. 20% bewirkte. Die deutlichste Wirkung zeigte die Stammbehandlung. Sie minderte den Befall um ca. 50%. Unterschiedlich war auch die Anzahl der großen und kleinen Minen. Enthielten die Blätter von Kastanien der Bodenbehandlung eine ähnliche Anzahl großer Minen wie in der Kontrolle, so war die Zahl der kleinen Mienen doppelt so hoch im Vergleich zur Stammbehandlung. Weiterhin fanden wir in den Minen der bodenbehandelten Variante 73% der Raupen noch lebend, wogegen in den stammbehandelten die Hälfte schon abgestorben waren. Aus diesen Ergebnissen können wir eine wesentlich schnellere und effektivere Wirkung der Stamminjektion mit Confidor gegenüber Bodenapplikation feststellen. Die tödliche Wirkung auf die ersten Larvenstadien verhindert weitere Fraßschäden und verringert erheblich die Individuenzahl. Traten bei der Stammbehandlung ca. 70% kleine und 30% große Minen auf, waren die Verhältnisse bei der Bodenbehandlung umgekehrt. Somit folgt aus dem Vorhandensein einer höheren Anzahl kleiner Minen, dass die Weiterentwicklung der Raupen ausblieb, was große Teile der assimilierenden Blattfläche erhielt. Im Ergebnis verhinderte die Behandlung mit Confidor den frühzeitigen Blattfall der Kastanien. Der Einfluss auf die Schädlingsdichte wurde im Versuch deutlich. Weiterführende Untersuchungen ergaben im Stadtgebiet von Halle, dass von den ca. 3000 Kastanien alle Bäume starke Miniermottenschäden aufwiesen. Dieser Befund zeigt, dass eine Bekämpfungsstrategie nur Aussicht auf Erfolg haben kann, wenn neben chemischen Behandlungen auch weitere Maßnahmen (Herbstlaubentfernung, Nützlingseinsatz usw.) angewendet werden.
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EXAMINE - eine europäische Datenbank der Blattlausfänge Schliephake, E.; BAZ, Institut für Epidemiologie und Resistenz, Aschersleben, Theodor-Roemer-Weg 4, 06449 Aschersleben; E-Mail: e.schliephake@bafz.de In Europa besteht ein weitflächiges Netz von standardisierten Saugfallen (Rothamsted-Typ), mit denen der Blattlausflug registriert wird. Die Daten dieser Fänge, die an einzelnen Standorten bis 1965 zurück reichen, stellen weltweit den umfassendsten Datensatz über eine terrestrische Tiergruppe dar und sind eine einzigartige Ressource zum Studium der Einflüsse globaler Änderungen. Bisher sind diese Daten national in unterschiedlicher Weise abgelegt, was eine europaweite Auswertung erschwert. Ziel des durch die EU geförderten Projektes EXAMINE - EVK2-CT-1999-20001, "Exploitation of Aphid Monitoring in Europe" ist, die Integration der existierenden Beobachtungssysteme an 73 Standorten in 19 Ländern in einer standardisierten, europaweiten Datenbank zum Blattlausauftreten, auf die über das Internet zugegriffen werden kann. Weiterhin sind Daten über Klima, Luftbelastung und Landnutzung in einem Format zu sammeln und zu integrieren, das eine Analyse mit den Blattlausdaten ermöglicht. Vorgesehen ist, diese Daten unter Einsatz innovativer Analysen zu testen, um Einflüsse vermuteter Änderungen folgender Faktoren auf die Dynamik der Aphiden als Indikator der terrestrischen Agroökosysteme zu finden, zu verstehen und vorherzusagen:
Die in der Datenbank abgelegten Fangdaten bleiben das nationale Eigentum der oder des Besitzers, der die Daten zur Verfügung stellt. Somit sind bestimmte Rechte mit den Daten verknüpft. Die zukünftige Nutzung der Daten wird in verschiedenen Kategorien ermöglicht.. Der Zugang ist durch Passwort geschützt und bedingt unterschiedliche Nutzerrechte. Freien Zugang haben die Dateneigner und Administratoren der Datenbank. Die Nutzung der Daten für wissenschaftliche, nichtkommerzielle Zwecke ist erwünscht und frei unter der Berücksichtigung, dass bei Publikation die Zustimmung der Dateneigner vorliegt, die Autorenschaft deutlich wird und generell keine Weitergabe an Dritte erfolgt. Für kommerzielle Nutzungen bzw. weitere Interessenten sind möglichst einheitliche Regelungen noch zu definieren. Gegenwärtig ist bereits ein großer Teil der Fangdaten verfügbar. Die Abfrage ermöglicht die gezielte Auswahl des Standortes, der Blattlausart sowie des Zeitraumes. Die Ausgabe erfolgt bisher in Tabellenform. In der Datenbank sind weiterhin neben allgemeinen Angaben zum Netzwerk Informationen zur Taxonomie bzw. den Wirtspflanzen der Aphiden integriert.
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Getreideblattläuse und ihre natürlichen Gegenspieler in Abhängigkeit von unterschiedlichen Ackerrandstreifen im Intex-Projekt Ulber, B. und Leopold, J.; Institut für Pflanzenpathologie und Pflanzenschutz, Agrarentomologie, und Forschungs- und Studienzentrum Landwirtschaft und Umwelt, Universität Göttingen, Grisebachstr. 6, D-37077 Göttingen; E-Mail: jleopol@gwdg.de Im Zeitraum von 1990 bis 1998 wurden umfangreiche Untersuchungen zum Auftreten von Getreideblattläusen sowie stenophager und polyphager Gegenspieler in der Kultur Winterweizen durch-geführt. Darüber hinaus wurden die Auswirkungen verschiedener Einsaat- und Brachestreifen am Ackerrand auf die natürlichen Regulationsprozesse in den Jahren 1995-1997 untersucht. Mit Ausnahme des Jahres 1992, in dem es zu einer ungewöhnlich starken Blattlausgradation kam, konnten in allen Anbausystemen nur relativ geringe Blattlausdichten festgestellt werden, die in der Regel einen Maximalwert von 10 Aphiden/Getreidehalm nicht überschritten. Die Unterschiede zwischen den Anbausystemen waren daher gering ausgeprägt; insbesondere am Standort REINSHOF wurden im integrierten System jedoch in 6 von 9 Jahren geringere Abundanzen festgestellt als im System `Ordnungsgemäß?. Die Larven der Schwebfliegen übten unter den stenophagen Prädatoren vermutlich den größten Einfluss auf die Blattlausentwicklung der Getreideblattläuse aus. Die verschiedenen Randstreifenvarianten hatten keinen spezifisch unterschiedlichen Einfluss auf die Populationsentwicklung der Getreideblattläuse und Schwebfliegen im Weizenbestand. In Randnähe (5m) wurden mehrfach geringere Blattlausdichten registriert als im Feldinneren (30m). Insgesamt wurden am Standort REINSHOF im Zeitraum 1995-1997 94 Carabidenspezies erfasst. Dies entspricht einem Viertel der 395 bisher in Niedersachsen nachgewiesenen Spezies. Im Vergleich zur ersten Projektphase 1990-1994 stieg die Artenzahl um etwa 30% an. Am weniger intensiv untersuchten, jedoch durch angrenzende Waldflächen beeinflussten Standort MARIENSTEIN wurden im gleichen Zeitraum 109 Arten festgestellt. Die Resultate belegen, dass durch die Anlage von Randstreifen die Diversität der Laufkäferfauna von Kulturflächen gefördert werden kann. Neben euryöken Spezies profitierten auch stärker spezialisierte Arten von einer größeren Strukturvielfalt des Agrarstandortes. Als besonders artenreich erwiesen sich, auch hinsichtlich ihrer Eignung als Überwinterungshabitate, Wildkrautansaaten und mit Einschränkungen mehrjährige Selbstbegrünungen. Ein Einfluss der verschiedenen Saumstrukturen auf die Fraßleistung epigäischer Prädatoren im angrenzenden Weizenbestand ließ sich nicht zeigen. Deutliche Reduktionen der experimentell ermittelten Fraßraten schienen dagegen von der Unkrautbekämpfung, insbesondere von mechanischen Maßnahmen, auszugehen.
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Das Problem der kleinen Zahlen in einer 3-jährigen Studie zu Auswirkungen einer Insektizidabtrift auf Arthropoden im Feldsaum Freier, B.; Kühne, S.; Moll, E.; Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Stahnsdorfer Damm 81, 14532 Kleinmachnow; E-Mail: b.freier@bba.de In den Jahren 1998 bis 2000 erfolgte eine Feldstudie zu den Auswirkungen von Insektizidapplikationen (Karate, lambda-cyhalothrin, 7.5 g a.s./ha) in Winterweizen auf die Arthropodengesellschaft im angrenzenden Saum infolge Abtrift. Der ca. 500 m lange und 6 m breite Krautsaum wurde in 8 Parzellen eingeteilt, wobei an jeder zweiten Saumparzelle behandelt (B) und somit Abtrift erzeugt wurde. Die Flächen dazwischen fungierten als Kontrollen (K). Auf allen Flächen wurden vor und nach den Applikationen systematische Erhebungen zum Auftreten der Arthropoden durchgeführt: Biozoenometer-Probennahmen, Heuschreckenzählungen und Bodenfallenfänge. Mit Hilfe eines fluoreszierenden Markers (BSF), der der Spritzbrühe zugegeben wurde, konnte die Kontamination der Saumareale räumlich exakt erfasst werden. Unter Einbeziehung von Labortoxizitätswerten (LR50) für einzelne Indikatoren war es möglich, die Saumbereiche, in denen Mortalitäten >50% angenommen werden müssen, auszuweisen. Demnach waren bei einigen Taxa, z. B. Milben, im gesamten Saum große Effekte und bei vielen Taxa zumindest in der 1 m-Abstandslinie Abtriftauswirkungen zu erwarten. Die Ergebnisse der Dichte- und Aktivitätsermittlungen zu >60 Taxa offenbarten aber nur in 9 der 284 statistischen Prüfungen signifikante Unterschiede zwischen den beiden Varianten B und K. Als Gründe für die gemessenen relativ geringen Abtrifteffekte kommen in Frage:
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Die Tagfalterfauna der Saaleaue im Stadtgebiet von Halle/Saale Epperlein, K. und Matthes, M. Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Pflanzenzüchtung und Pflanzenschutz, D-06099 Halle (Saale) Im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsstudie zum geplanten Wasserkraftwerk an der Saale machten sich 2001 Erhebungen zur Tagfalterfauna erforderlich. An 8 Terminen wurden im Untersuchungsgebiet auf 3 Flächen mit tagfalterrelevanten Strukturen Bonituren durchgeführt und die Tagfalter determiniert. Folgende wesentliche Ergebnisse wurden erzielt:
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Dipterologische Reiseeindrücke aus Neuseeland Stark, A.; Ampyx-Verlag, Seebener Str. 190, 06114 Halle (Saale) In der oberen Kreidezeit - vor etwa 60 bis 80 Millionen Jahren - löste sich Neuseeland im Gefolge intensiver Plattenbewegungen von dem Teil des Gondwana Kontinents, der heute Australien bildet. Die auch in erdgeschichtlichen Maßstäben als langandauernd zu wertende Isolation hat einer einzigartigen Flora und Fauna das Überdauern ermöglicht. Ursprünglich anmutende Relikte und eigenständige evolutive Ansätze in der Tier- und Pflanzenwelt existieren nebeneinander. Im Sinne des Kenntnisstandes der Biodiversität ist die Wirbeltierfauna als gut bekannt anzusehen. Wirbellose Tiere und hier insbesondere die Insekten sind hingegen noch nicht umfassend erforscht. In einem Lichtbildervortrag wurden Impressionen einer zweiwöchigen Reise auf die Südinsel Neuseelands vorgestellt. Schwerpunkt bildete dabei die Problematik der Veränderung des Landschaftsbildes und der Flora und Fauna im Zuge der menschlichen Besiedlung, aber auch die trotz der umfassenden und z. T. als verheerend zu bezeichnenden Einflussnahme des Menschen noch verbliebenen Naturschätze der Insel. Spezielle Beachtung fanden die Zweiflügler (Diptera) und hier insbesondere die Tanzfliegenverwandten. Einige Besonderheiten der Morphologie der Vertreter einzelner Gattungen im Vergleich zur Fauna der Paläarktis wurden benannt. Als Beispiel sei die Einheit von Form und Funktion bei Vertretern der neuseeländischen Gattung Hydropeza erwähnt. Hierbei handelt es sich um Fliegen, die, Wasserläufern gleich, ihre Beutetiere auf der Oberfläche kleinerer Gewässer überwältigen. Zahlreiche bislang unbeschriebene Empidoidea konnten beobachtet und gesammelt werden.
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