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Arbeitskreis Wirbeltiere

Tagung 2005



Arbeitskreis Wirbeltiere der DPG: 15. Tagung

Der AK Wirbeltiere traf sich zu seiner 15. Tagung vom 19. bis 20. Oktober 2005 in Grainau. Am zweiten Tag ging die Veranstaltung in das Treffen des AK Vorratsschutz über, so dass die 25 Teilnehmer des ersten Tages durch die zahlreich erschienenen Mitglieder und Gäste des AK Vorratsschutz verstärkt wurden. Die Vorträge wurden so verteilt, dass die Schnittmenge der Interessen der Teilnehmer beider AKs am zweiten Tag größer war als am ersten. Diese Form des nahezu übergangslosen Tagens zweier Arbeitskreise hat sich als zweckmäßig und inspirierend erwiesen.
Herr Stephan Biebl aus Benediktbeuern trug durch seine Unterstützung bei der Organisation der Tagung in malerischer Umgebung am Fuße der Zugspitze maßgeblich zum Gelingen bei - hierfür nochmal ein herzlicher Dank im Namen aller Teilnehmer! Zu danken haben wir auch dem freundlichen Personal des Hotels am Badersee, das mit bestem Service zum Wohlergehen der Teilnehmer und zum reibungslosen Ablauf beitrug.

Stefan Endepols, im November 2005

Vorträge der Tagung 2005

  1. Wühlmausprävention - Was bringen Migrationsbarrieren?
  2. Migrationsbarriere gegen Wühlmäuse (Arvicola terrestris) im Schweizer Jura
  3. Rodentizide gegen Wühlmäuse - Aktuelle Situation in der Schweiz
  4. RATRON® GIFT-LINSEN®, RATRON® SCHERMAUS-STICKS® - mit reduziertem Zinkphosphidgehalt gegen Feld-, Erd- und Rötelmaus sowie gegen Schermaus
  5. Wirksamkeit eines Repellents gegen Mäuse unter Berücksichtigung reduzierten Nahrungsangebotes
  6. Das elektronische Bekämpfungsprogramm BayTool® für die Hausmaus (Mus musculus)
  7. Gebietsspezifische Mutationen vermitteln Antikoagulantienresistenz in europäischen Nagerpopulationen
  8. Die Empfindlichkeit verschiedener Wildrattenstämme (Rattus norvegicus) für die Antikoagulantien Coumatetralyl und Bromadiolone
  9. Nagermanagement durch Geburtenkontrolle: Möglichkeiten und Grenzen am Beispiel der Reisfeldratte (Rattus argentiventer)
  10. Sekundärvergiftungen von Schleiereulen mit Rodentiziden: Exposition und Risiko
  11. Wirbeltiervergiftungen durch Pflanzenschutzmittel - Ergebnisse des Nachzulassungsmonitorings von 1988 - 2003
  12. Rodentizide: Verwendung als Biozid (98/8/EG) oder als Pflanzenschutzmittel (EU 94/414)
  13. Gefahren durch Nagetier-übertragene Hantaviren


Wühlmausprävention - Was bringen Migrationsbarrieren?

Walther, B.1, Pelz, H.-J.1, Malevez, J.2 1Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Nematologie und Wirbeltierkunde, Münster; 2Topcat GmbH, Wintersingen, Schweiz

Durch das Benagen von Wurzeln und Rinde verursachen Wühlmäuse, insbesondere Schermäuse (Arvicola terrestris) und Feldmäuse (Microtus arvalis), hohe Schäden im Obstbau. Im integrierten Anbau erfolgt die Bekämpfung vornehmlich mit chemischen Pflanzenschutzmitteln, im ökologischen Anbau fast ausschließlich mit Fallen und Begasungsgeräten. Ein anhaltender Erfolg dieser Maßnahmen wird jedoch durch die rasche Wiederbesiedlung der behandelten Flächen beeinträchtigt. So ist trotz Bekämpfung mit einem jährlichen Verlust von 35-350 Bäumen zu rechnen.
Die Zuwanderung von Wühlmäusen in Obstanlagen kann man mit Migrationsbarrieren, die seit 2002 in Gehegen und auf Praxisflächen erprobt werden, fast vollständig verhindern. Migrationsbarrieren bestehen aus niedrigen Zäunen, die etwa 50 cm tief im Boden verankert werden. Sie sollen Obstanlagen über die Betriebsdauer von 15-20 Jahren schützen. Als Material hat sich Casanet-Drahtgitter mit einer Maschenweite von 10 mm bewährt. Flexible Tore aus Polyolefin-Folie ermöglichen das Befahren der geschützten Fläche. Basierend auf den Versuchsergebnissen werden die Gesamtkosten für die Errichtung und den Betrieb von Migrationsbarrieren auf rund 2.700 EUR/ha taxiert. Diese Kosten entsprechen dem Verlust und Ersatz von nur 54 Apfelbäumen über die gesamte Betriebszeit der Obstanlage. Die Erkenntnisse aus diesem Projekt können nicht nur im Obstbau kurzfristig und mit geringem Aufwand umgesetzt, sondern auch in andere Bereiche wie Baumschulen, Gemüse- und Gartenbau sowie Futtermittelbau übertragen werden.


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Migrationsbarriere gegen Wühlmäuse (Arvicola terrestris) im Schweizer Jura

R. Gago, AGFF Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Futterbaues, Zürich (Schweiz)

Ausgangslage
Im Schweizer Jura betreut die AGFF einen Nutzungs-Düngungsversuch. Der national bedeutungsvolle, 34 jährige, 8 Aren grosse Parzellenversuch basiert auf einer wenig bis mittel intensiv bewirtschafteten Naturwiese auf 930 m ü.M. Unterschiedlich gedüngte Flächen, sowie Nutzungen, zeigen futterbauliche Zusammenhänge auf engstem Raum. Seit einigen Jahren gibt es am Standort eine hohe Wühlmauspopulation mit grossem Mäusedruck auf den Versuch. Seit 2003 wird mit einer Migrationsbarriere der Versuch geschützt, die Wühlmausaktivität um den Versuch registriert und das Verhalten der Wühlmäuse beobachtet.
Migrationsbarriere und Aufnahmen
Im Frühjahr 2003 wurde mit der Topcat GmbH eine 130 m lange Migrationsbarriere um das Versuchsgelände erstellt, um Wühlmäuse abzuhalten. Die Barriere besteht aus einem engmaschigen Chromstahldrahtgeflecht, das zirka 10 - 15 cm tief in die Erde eingelegt wird und zirka 30 - 40 cm hoch aus dem Boden ragt. Mäuse, die an die Barriere stossen und dem Zaun entlang gehen, werden mit Fallen abgefangen und getötet. Seit Frühling 2004 sind auch 10 Kistenfallen, die von Predatoren geleert werden können, im Einsatz. Seit 2003 werden die Fallen wöchentlich auf Aktivitäten kontrolliert und protokolliert. In der Kontrolldauer vom 24.04. - 04.11.2004 wurden 25 kleine Wühlmäuse und 43 grosse Wühlmäuse mit den Totschlagfallen gefangen. In den Kistenfallen wurden in der Zeitspanne von 04.06. bis 04.11.2004 157 Aktivitäten registriert. Die rechten Eingänge wurden 128-mal und die linken Eingänge nur 29-mal benutzt. Wie verhalten sich Predatoren an der Migrationsbarriere?
Im Sommer 2005 wurde das Versuchsgelände während 14 Tagen mit einer Infrarotkamera beobachtet. Rotfüchse, ein Braunbrustigel und eine Hauskatze besuchten den Zaun mehrmals pro Nacht. Sie kontrollierten die Lebendfallen und holten sich die gefangenen Mäuse. Den Predatoren wird die Jagd auf Wühlmäuse erleichtert, wenn das Gras um den Zaun kurz gehalten wird.


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Rodentizide gegen Wühlmäuse - Aktuelle Situation in der Schweiz

C.J. Stutz, Agroscope FAL Reckenholz, 8046 Zürich (Schweiz)

Wühlmauspopulationen können durch grossflächige Gifteinsätze mittels Wühlmauspflügen nicht nachhaltig reguliert werden. Die Wühlmäuse besiedeln die behandelten Flächen innerhalb weniger Wochen wieder vollständig. Ihre natürlichen Feinde hingegen werden durch einen breitflächigen Gifteinsatz langfristig geschwächt. Mechanischer Mäusefang verbunden mit Förderungsmassnahmen für die natürlichen Feinde ist erfolgversprechender. In der Schweiz werden Rodentizide gegen Wühlmäuse (Arvicola terrestris) zurzeit nur kleinflächig eingesetzt. Dennoch sind Mauspflüge, die eine breitflächige Giftablage ermöglichen, in jüngster Zeit wieder auf dem Markt erschienen. Damit werden auf befallenen Flächen wühlmausähnliche Gänge in den Boden gezogen, worin vergiftete Köder in regelmässigen Abständen abgelegt werden. Damit kann die Wühlmausdichte kurzfristig um gut 90 % reduziert werden. Erfahrungsgemäss werden behandelte Flächen jedoch durch einwanderungswillige Nachbarmäuse wegen der künstlichen Tunnels des Mauspfluges im Nu neu besiedelt. Bei einem grossflächigen Ausbringen der Köder werden die Bestände der natürlichen Wühlmausfeinde, wie Hermelin, Fuchs oder Greifvögel dezimiert. Das ist der erste Schritt in einen Teufelskreis, der das Gleichgewicht des landwirtschaftlichen Ã-kosystems stört und im Endeffekt zu noch mehr Mäusen führt. Flächenbehandlungen mit Rodentiziden sind darum in der Schweiz generell bewilligungspflichtig und zum Schutz der Mäusefeinde nur bei niedrigem Befall erlaubt. Obwohl viele betroffene Landwirte ihr Wühlmausproblem mit Mauspflügen "lösen" möchten und entsprechenden Druck ausüben, ist die Bewilligungspraxis der kantonalen Behörden restriktiv. Mit Wühlmausfallen der neuen Generation können die ersten Vermehrungsherde effizienter bekämpft werden, ohne die natürlichen Feinde durch sekundäre Vergiftungen zu gefährden.


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RATRON®GIFT-LINSEN®, RATRON®SCHERMAUS-STICKS® - mit reduziertem Zinkphosphidgehalt gegen Feld-, Erd- und Rötelmaus sowie gegen Schermaus

Barten, R.; frunol delicia GmbH, Hansastrasse 74 b, D-59425 Unna

Mäusearten, wie Feld- (Microtus arvalis)-, Erd- (Microtus agrestis)- und Rötelmaus (Clethrionomys glareolus) sowie Schermaus (Arvicola terrestris) verursachen erhebliche Schäden in vielen Kulturen. Sie neigen in gewissen Zeitabständen (3-4 Jahre) zu Massenvermehrungen. RATRON GIFT-LINSEN ist eine Neuentwicklung, die sowohl mit Hinblick auf die Linsen-Köderform, als aber auch bezogen auf die Wirkstoffreduktion bei Zinkphosphid einzigartig von uns in Deutschland an unserem Standort in Delitzsch/Sachsen sowie unter Verwendung von ca. 95 % nachwachsender Rohstoffe aus der Landwirtschaft, hergestellt wird. Mit diesem von frunol delicia® entwickelten und patentierten Produktionsprozessen im Köderbereich ist es erstmals gelungen, den Wirkstoff (Zinkphosphid) äußerst homogen in die Gesamtformulierung zu injizieren mit einem Reduktionsgrad von bis zu 67 % (von 24 g/kg auf 8 g/kg) bei gleichzeitiger hoher Produkteffizienz gegenüber den Zielorganismen. Bei RATRON GIFT-LINSEN ist es gleichzeitig gelungen, mit der Linsenform von 4 mm Ø bei gleicher Aufwandmenge zum herkömmlichen Gift-Weizen, d.h. 5 Linsen pro Mauseloch, gewichtsmäßig die 3-fache Mäuseloch-Anzahl belegen zu können. RATRON GIFT-LINSEN sind in folgenden Kulturen gegen die Feld-, Erd- und Rötelmaus bis 2014 zugelassen: Ackerbau-, Gemüse-, Obstkulturen, Wiesen und Weiden, Weinbau, Forst, Zierpflanzenbau und H+K Bereich. Mit dieser Produkt-Innovation wurde neben der völlig neuen Linsenform, der geringen Aufwandmenge, der Staubfreiheit, der Wasser- und Schimmelresistenz auch der politischen Zielorientierung des BML aufgelegtem Reduktionsprogramm im Pflanzenschutz Rechnung getragen. Das gleiche gilt für die RATRON SCHERMAUS-STICKS, die eine Produkt-Innovation zur Bekämpfung der Schermaus darstellen, nur das hier an Stelle der Linsenform die Blockform gewählt wurde. Die Aufwandmenge beträgt 1 Riegel (entspricht 10 g) pro 5 m Schermausausgang bzw. Köderstelle. RATRON SCHERMAUS-STICKS sind in folgenden Kulturen gegen die Schermaus (Große Wühlmaus) bis 2014 zugelassen: Ackerbaukulturen, Grünland, Weinbau, Forst, Gemüsekulturen, Obstkulturen, Zierpflanzenbau einschließlich Haus- und Kleingartenbereich.


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Wirksamkeit eines Repellents gegen Mäuse unter Berücksichtigung reduzierten Nahrungsangebotes

Heidecke, T.*, Pelz, H.-J.** und Müller, M.*; *) Technische Universität Dresden, Institut für Waldbau und Forstschutz, Pienner Straße 8, 01737 Tharandt; **) Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Nematologie und Wirbeltierkunde, Toppheideweg 88, 48161 Münster

In Zeiten knapper Nahrung verursachen Mäuse empfindliche Schäden durch das Benagen der Rindenoberfläche junger Gehölze. Bei Ringelung der Bäumchen wird der Assimilattransport unterbrochen, was zum Absterben des Baumes und zum Verlust ganzer Kulturen führen kann.
Alternativ zum umstrittenen Einsatz von Rodentiziden wäre die präventive Anwendung von Repellentien zum Schutz der Gehölze sinnvoll. Ziel eines von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Forschungsprojektes ist die Entwicklung eines Repellents, welches in Form einer Einzelpflanzenbehandlung Forstgehölze präventiv vor Nagefraß schützen soll.
Nachdem ein standardisierter Extrakt hergestellt und eine Formulierung entwickelt worden war, wurde das Präparat in Labor- und Gehegeversuchen in Anlehnung an die in der Eppo - Richtlinie Nr. 1/200 (1) entwickelte Versuchsmethodik (EPPO 1999) getestet. In Choice - Tests wurden 10 Erdmäusen (Microtus agrestis) mit dem Präparat behandelte und unbehandelte Apfelzweige angeboten. Die Tiere wurden zunächst bei Laborfutter ad libitum gehalten, in einem weiteren Versuch wurde das Laborfutter auf drei Gramm je Tier und Tag reduziert. Es konnte nachgewiesen werden, dass attraktive Apfelreiser, die mit dem Präparat behandelt wurden, von den Tieren annähernd vollständig verschont wurden. Unbehandelte Apfelzweige hingegen wurden stark benagt. Ã"hnliche Ergebnisse wurden bei reduziertem Nahrungsangebot erzielt, jedoch war die Repellentwirkung hier nicht mehr so stark.
Auch in anschließenden Gehegeversuchen mit Apfelzweigen verweigerten die bei Laborfutter gehaltenen Tiere die Annahme behandelter Apfelzweige. In einem weiteren Schritt wurden mit dem Präparat behandelte Rotbuchenpflanzen und behandelte Apfelzweige gemeinsam in einem Gehege angeboten. Zunächst wurden weder behandelte noch unbehandelte Pflanzen und Zweige benagt. Erst bei schrittweiser Reduktion der Alternativnahrung auf sechs Gramm je Tier und Tag wurden zunächst die Apfelzweige und bei weiterer Verknappung der Nahrung auf drei Gramm je Tier und Tag die Rotbuchenpflanzen benagt. Es konnte gezeigt werden, dass im Gehege trotz des Nahrungsmangels nach vier Tagen der Repellenzindex immer noch bei 80 % lag.
Durch Steuerung des Nahrungsregimes können natürliche Prozesse simuliert und so aussagefähige Ergebnisse bei Präferenzversuchen gewonnen werden. Das aus Echinops sphaerocephalus gewonnene Präparat soll nun in Feldversuchen getestet werden.


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Das elektronische Bekämpfungsprogramm BayTool® für die Hausmaus (Mus musculus)

Endepols, St., Bayer CropScience AG, Monheim; Klemann, N., Warendorf

Die Bekämpfung von Ratten und Mäusen auf Betrieben der landwirtschaftlichen Tierproduktion verläuft oft deshalb nicht befriedigend, weil die Anzahl der Köderstellen zu gering ist, ihre Position falsch gewählt, und Köder nicht ausreichend nachgelegt wird. Wir haben deshalb in zahlreichen Feldversuchen und Bekämpfungskampagnen solche Habitatelemente beschrieben, die für die Bekämpfung von Ratten bedeutend sind, und diese Erkenntnisse in ein interaktives Computerprogramm für die Erstellung von Bekämpfungsplänen umgesetzt (www.baytool.de). Das Prinzip dieses Verfahrens besteht darin, den Köder nicht entsprechend einer häufig unzulänglich durchgeführten Befallsermittlung zu verteilen, sondern bestimmten Strukturelementen zuzuordnen. Ein entsprechendes Verfahren sollte nun für die Bekämpfung von Mäusen in der Tierhaltung entwickelt werden.
Zahlreiche Feldversuche der Bekämpfung von Hausmäusen (Mus musculus) wurden unter dem Aspekt der effizienten Zuordnung der Köderstellen zu bestimmten typischen Strukturelementen und des zeitlichen Bekämpfungsmusters analysiert. Es wurden die Strukturelemente in bestimmten Habitaten, z. B. Schweinemaststall und Legehennenhaltung, bestimmt, denen Köderstellen zuzuordnen sind, so dass ein Bekämpfungsverfahren abgeleitet werden konnte. Mit dem resultierenden Programm BayTool® ist es möglich, einen in seiner Effizienz bestätigten, standardisierten und reproduzierbaren Bekämpfungsplan für Mäuse zu erstellen (www.baytool.de).
Das Programm ist ein selbsterklärendes Werkzeug, um einen Plan der Köderverteilung, der regelmäßigen Nachkontrollen, sowie eine komplette und nachvollziehbare Dokumentation anzufertigen. Es wurde in Feldversuchen mit der Anwendung eines wasserbasierenden Gelköders (Racumin Forte Haftköder), der z. B. auch in Ritzen, auf Kabeln und Leitungen sicher ausgelegt werden kann, validiert, und empfiehlt sich als Dokumentationsstandard z.B. für QS- und HACCP-basiertes Hygienemanagement besonders in der primären Lebensmittelproduktion.


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Gebietsspezifische Mutationen vermitteln Antikoagulantienresistenz in europäischen Nagerpopulationen

Pelz, H.-J.; Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Nematologie und Wirbeltierkunde, Toppheideweg 88, 48161 Münster

Antikoagulatien behindern die Blutgerinnung durch Unterdrückung der Vitamin-K-Epoxid-Reduktase-Reaktion (VKOR). Kürzlich publizierte Untersuchungen haben ein Gen mit dem Namen VKORC1 mit wesentlichen Funktionen des Vitamin-K-Stoffwechsels und dem Auftreten von Resistenzerscheinungen bei Mensch, Ratte und Maus in Verbindung gebracht. Bei neuen Untersuchungen an aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich und Großbritannien stammenden resistenten Wanderratten und Hausmäusen wurden jetzt acht unterschiedliche Punktmutationen in diesem Gen festgestellt, die auf mindestens sieben unabhängige resistenzvermittelnde Mutationsereignisse bei Wanderratten und zwei bei Mäusen schließen lassen.
Eine Feldstudie an Wildratten aus dem deutschen Resistenzgebiet zeigte, dass die Mutation Tyr139Cys spezifisch für das deutsche Resistenzgebiet ist, wo sie bei 98 % von 286 bereits durch andere Testverfahren als resistent klassifizierten Wanderratten gefunden wurde, während 97 % von 142 als normal empfindlich klassifizierte Wanderratten keine Mutation in dem Gen aufwiesen. Stichproben aus dänischen Wildrattenpopulationen zeigten, dass dort ebenfalls die Mutation Tyr139Cys Antikoagulatienresistenz vermittelt. Während resistente Zuchtstämme von aus Wales und aus Schottland stammenden Wanderratten jeweils durch spezifische Punktmutationen im VKORC1-Gen (Tyr139Ser bzw. Leu128Gln) charakterisiert waren, wiesen aus Hampshire bzw. Berkshire stammende resistente Zuchtstämme übereinstimmend die Mutation Leu120Gln auf. Resistente Wildratten aus Belgien und Frankreich (Burgund und Centre) wiesen übereinstimmend die Mutation Tyr139Phe auf.
Diese Ergebnisse stützen die Hypothese, dass Mutationen in VKORC1 die genetische Basis der Antikoagulatienresistenz in Nagetierpopulationen bilden, wobei durch die Mutationen allein noch nicht alle beobachteten Ausprägungen der Resistenz erklärt werden können.


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Die Empfindlichkeit verschiedener Wildrattenstämme (Rattus norvegicus) für die Antikoagulantien Coumatetralyl und Bromadiolone

Endepols, St., Bayer CropScience AG, Monheim; Klemann, N., Warendorf; Prescott, C.V. & Buckle, A.P., Reading, GB

Für zwei Wildrattenstämme aus Deutschland und den resistenten Stamm "Hampshire" aus Großbritannien wurde die Empfindlichkeit für die Antikoagulantien Coumatetralyl und Bromadiolone bestimmt. Die Ergebnisse wurden dann genutzt, um Ratten von Landwirtschaftsbetrieben aus Wales (GB) und dem Münsterland auf ihre Empfindlichkeit zu testen. Für alle Untersuchungen wurde der vom Rodenticide Resistance Action Committee vorgeschlagene Blutgerinnungstest verwendet, bei dem der CD-Stamm (weiße Laborratte) als Vergleichsbasis dient. Auf zwei Landwirtschaftsbetrieben mit relativ hoher Unempfindlichkeit gegen Bromadiolone wurde die Effektivität eines Difethialone-Köders (Rodilon® Paste) getestet.
Ein Auszuchtstamm wilder Ratten aus vier deutschen Populationen erwies sich am empfindlichsten für Coumatetralyl, die effektive Wirkstoffdosis (ED50) beträgt hier nur 50 % bis 60 % der ED50 des als normal empfindlich eingestuften CD-Stammes. Beide resistente Stämme (Hampshire und Westfalen) zeigten deutlich herabgesetzte Empfindlichkeit für beide getesteten Wirkstoffe, wobei der Stamm Westfalen mit einem mittleren Resistenzfaktor bei 17 dreimal weniger empfindlich für Bromadiolone ist als der Stamm Hampshire.
Nur auf einem von fünf untersuchten Landwirtschaftsbetrieben im Resistenzgebiet Wales wurde ein erheblicher Anteil Ratten mit Resistenzfaktoren bei 3 bis 7 für Bromadiolone nachgewiesen. Die nachfolgende Bekämpfung mit dem Wirkstoff war erfolgreich. Auf zwei von vier Landwirtschaftsbetrieben im Münsterland wurden Resistenzfaktoren für Bromadiolone auf gleicher Höhe bestimmt wie im Laborstamm Westfalen. In standardisierten Bekämpfungen mit Difethialone-Köder wurde hier 97-prozentiger bzw. 100-prozentiger Bekämpfungserfolg erzielt.
Die Resultate zeigen, dass Frequenz und Grad der Resistenz zwischen verschiedenen Gebieten, aber auch innerhalb eines als Resistenzgebiet eingestuften Areals stark schwanken können, mit zum Teil für die Bekämpfungspraxis unerheblichem Resistenzgrad. Bei höherer Unempfindlichkeit stehen hochpotente Wirkstoffe für eine effektive Bekämpfung zur Verfügung.


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Nagermanagement durch Geburtenkontrolle: Möglichkeiten und Grenzen am Beispiel der Reisfeldratte (Rattus argentiventer)

Jacob, J., Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Nematologie und Wirbeltierkunde, Toppheideweg 88, 48161 Münster

Reisfeldratten sind wichtige Schädlinge im SO-asiatischen Reisanbau, wo sie Ernteverluste von 10-20% verursachen. Reduzierte Fortpflanzungsfähigkeit könnte die Populationsdichte von Reisfeldratten in Reisanbaugebieten senken und sich positiv auf Nageschäden und Ernte auswirken. In Gehege- und Freilandversuchen auf Java, Indonesien wurden potenzielle Verfahren zur Sterilisierung (ChemoSterilisierung, Immunokontrazeption) durch experimentelle Verfahren simuliert. Dadurch sollte geklärt werden, ob die Sterilisierung von weiblichen Reisfeldratten tatsächlich zu niedrigen Befallsraten und verbesserter Pflanzengesundheit führt.
In je 2 Freigehegen wurden entweder 0, 25, 50 oder 75% der 12 weiblichen Individuen der Gründerpopulation chirurgisch sterilisiert. In Gehegepopulationen mit 75% sterilisierten Weibchen traten bei den verbliebenen fertilen Individuen höhere Wurfgrößen auf und mehr Jungtiere überlebten als in den Kontrollen. In Gehegen mit 50/75% sterilisierten Weibchen lag der Schaden um 58% niedriger als in den Kontrollen, was v.a. auf verstärkten Fraß durch reproduktive Weibchen zurückzuführen war. Als Folge stark erhöhter Populationsdichten in allen Gehegen am Ende der Untersuchung war die Reisernte unabgängig vom Prozentsatz der sterilisierten Weibchen niedrig. Kurz vor Beginn der Reproduktionsperiode erfolgten Sterilisierungen im Freiland chirurgisch (n=2 Populationen, je 10 ha, 60-75% sterilisierte Weibchen) oder durch Progesteron Injektionen (n=2). In 2 Kontrollpopulationen wurden keine Sterilisierungen durchgeführt. Im Freiland hatten die Sterilisierungen keinen Einfluss auf Populationsdynamik, Nageschäden und Ernte, was möglicherweise auf die Einwanderung fertiler Weibchen zurückzuführen ist. Radiotelemetrische Untersuchungen ergaben, dass die räumliche Aktivität von chirurgisch sterilisierten Weibchen anstieg und mit Progesteron sterilisierte Weibchen häufig ihre Baue wechselten.
Die Untersuchungen zeigen, dass die Kompensation der Sterilisierung auf Populationsebene gering ist und Sterilisierungen im Freiland großflächig erfolgen müssen, um effektiv zu sein. Verhaltensänderungen sterilisierter Weibchen spielen keine Rolle für das Fertilitätsmanagement, weil die sterilisierten Tiere die Reisfelder nicht verlassen.


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Sekundärvergiftungen von Schleiereulen mit Rodentiziden: Exposition und Risiko

Jacob, J.,Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Nematologie und Wirbeltierkunde, Toppheideweg 88, 48161 Münster

Schleiereulen (Tyto alba) sind spezialisierte Nachtgreife, die sich im Wesentlichen von Nagetieren ernähren. Sie leben in enger Gemeinschaft mit dem Menschen und zählen zu den Tierarten, bei denen die Aufnahme von antikoagulant wirkenden Rodentiziden über vergiftete Beutetiere wahrscheinlich ist. Schleiereulen ernähren sich von Feldnagern und kommensalen Nagern. Dadurch kann es bei diesen Vögeln sowohl bei der Bekämpfung von Feldnagern als auch bei der Rodentizidanwendung im Hofbereich zur Rodentizidaufnahme kommen. Zusätzlich ist es denkbar, dass Schleiereulen Rodentizide aufnehmen, wenn sie rodentizidbelastete Nicht-Zielarten (Gelbhalsmaus, Waldmaus) erbeuten.
Im Münsterland wurden von 1991-2005 Schleiereulengewölle auf Bauernhöfen gesammelt, um den Anteil von Wanderratten (Rattus norvegicus) an der Beute festzustellen. Die Auswertung der Gewölle zeigte, dass auf den meisten Höfen nur gelegentlich Wanderratten gefressen werden. Jedoch fanden sich auf bestimmten Höfen in bestimmten Jahren in bis zu 100% der Gewölle Reste von Wanderratten, was eine erhöhte Gefährdung von Schleiereulen bei der Rodentizidanwendung vermuten lässt. Besonders im Spätherbst und Winter dürften Wanderratten ein wichtiger Nahrungsbestandteil von Schleieulen sein, weil dann die Populationen alternativer Beutarten zusammenbrechen oder bei geschlossener Schneedecke schlecht verfügbar sind. Wenn es zeitgleich zur Anwendung von Antikoagulantien zur Rattenbekämpfung auf den Höfen kommt, könnten Schleiereulen besonders gefährdet sein.
Aus Untersuchungen von verendet aufgefundenen Schleiereulen in England ist bekannt, dass etwa 1-2% der Totfunde an Rodentizidvergiftungen gestorben sind. Etwa 45% der Totfunde weisen subletale Rodentizidbelastungen auf, deren Bedeutung für Gesundheit und Fitness der Eulen aber unbekannt ist. Vergleichende Untersuchungen von subletal mit Rodentiziden belasteten mit unbelasteten Schleiereulen könnten Aufschluss darüber geben, ob und wie sich Rodentizidvergiftungen auf Schleiereulen auswirken, um die tatsächliche Gefährdung zu quantifizieren. Solche Untersuchungen ließen sich in das Rattenmanagement auf Bauernhöfen integrieren wenn es gelingt, Rodentizide mit nicht invasiven Verfahren z.B. in Kot, Federn oder Gewöllen quantitativ nachzuweisen.


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Wirbeltiervergiftungen durch Pflanzenschutzmittel - Ergebnisse des Nachzulassungsmonitorings von 1988 - 2003

Waldmann, R.; Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Abteilung Pflanzenschutzmittel, Messeweg 11/12, 38104 Braunschweig

Die Überwachung pflanzenschutzrechtlicher Belange ist Aufgabe der Länder, so auch die Untersuchung von Vergiftungsfällen bei Wirbeltieren. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wirkt nach dem Pflanzenschutzgesetz an dieser Überwachung mit. Im Jahr 2002 hat das BVL diese Aufgabe von der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) übernommen. Das Bundesamt sammelt Meldungen der Länder und recherchiert aufgrund zufällig aufgefundener Berichte über Wirbeltiervergiftungen. Des Weiteren stellt es den zuständigen Länderbehörden Informationen zu Wirkstoffen, zur Toxizität, zur Symptomatik oder zu Nachweisverfahren zur Verfügung.
Im Zeitraum von 1988 bis 2003 wurden 139 Vergiftungsfälle erfasst. Hierbei ist ein Vergiftungsfall als gemeldete Vergiftung in einem Tierbestand definiert, unab­hängig von der Anzahl der im Einzelfall vergifteten Tiere.
Trotz großer Dunkelziffer bestätigen die gemeldeten Vergiftungsfälle die Aus­sage, dass der überwiegende Teil von Vergiftungen durch Pflanzenschutzmittel auf vorsätzlichen und missbräuchlichen Gebrauch der Mittel zuzuführen ist (56 % der registrierten Meldungen). In 8 % der Fälle war die Vergiftung vermutlich oder eindeutig auf eine sachgemäße Anwendung zurückzuführen. In diesen Fällen spielten oft besondere Witterungsverhältnisse eine Rolle. Ein großer Anteil der nicht geklärten Fälle (29 %) dürfte ebenfalls auf Missbrauch zurückzuführen sein.
Im Berichtszeitraum schwankte die Zahl der Meldungen zwischen den Jahren deutlich ( 0 bis 32 Fälle) und ohne erkennbaren Trend in bezug auf verursachende Wirkstoffe. In zusammen 70 % der Vergiftungsfällen waren Substanzen der Gruppen Organophosphate, Carbamate oder Cumarinderivate beteiligt. Als weitere Wirkstoffe sind Chloralose, Zinkphosphid und Metaldehyd zu nennen. Auf sonstige Wirkstoffe entfielen rund 9 % aller gemeldeten Vergiftungen.


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Rodentizide: Verwendung als Biozid (98/8/EG) oder als Pflanzenschutzmittel (EU 94/414)

Endepols, St., Bayer CropScience AG, Monheim

Rodentizide werden überwiegend gegen kommensale Nager eingesetzt, um einer Verbreitung von Pathogenen durch diese Vektoren entgegenzuwirken, auch und besonders in der Landwirtschaft und Futtermittelindustrie. Dabei herrscht in der Praxis oft Unklarheit darüber, ob diese Anwendungen unter die Biozidrichtlinie 98/8/EG oder die Registrierung des betreffenden Bekämpfungsmittels als Pflanzenschutzmittel nach EU 94/414 fallen. Um hier eine Abgrenzung aufzuzeigen, hat die EU Kommission ein Borderline-Dokument herausgegeben. Darin werden Rodentizide nur dann als Pflanzenschutzmittel (gemäß EU 94/414) betrachtet, wenn sie in Anbaubereichen (Ã"cker, Gewächshäuser, Forst) angewendet werden. Außerhalb der Anbaubereiche, beispielsweise auf landwirtschaftlichen Betrieben und Industriebetrieben, fällt ihre Anwendung unter die Biozidrichtline (98/8/EG). (http://europa.eu.int/comm/food/plant/protection/evaluation/borderline_de.htm)

Dieser Vortrag konnte leider nicht gehalten werden:


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Gefahren durch Nagetier-übertragene Hantaviren

Ulrich R.; Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Institut für Epidemiologie, Seestr. 55, 16868 Wusterhausen

Hantaviren sind gefährliche Zoonoseerreger, die von persistent infizierten Nagetieren auf den Menschen übertragen werden, und zwei unterschiedliche lebensbedrohliche Krankheitsbilder hervorrufen, Hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom (HFRS) und Hantavirales Cardiopulmonales Syndrom. Art und Schwere der klinischen Symptomatik humaner Infektionen wird maßgeblich durch die infizierende Hantavirusspezies bestimmt und reicht von klinisch inapparenten Infektionen bis zu letalen Verläufen. In Abhängigkeit von der verursachenden Hantavirusspezies liegt die Letalität bei 0,1 - 40%.
In Europa sind bisher drei verschiedene Hantavirusspezies identifiziert worden, die unterschiedlich schwere Krankheitsverläufe des HFRS hervorrufen können. Das Puumalavirus (PUUV) wird von der RötelmausClethrionomys glareolusübertragen. Humane Infektionen sind durch einen milderen Verlauf mit einer geringen Letalität gekennzeichnet. Gelbhalsmaus Apodemus flavicollisund Brandmaus A. agrariussind Überträger zweier genetischer Linien des Dobravavirus, die sich wahrscheinlich in ihrer Virulenz unterscheiden. Feld- und Erdmaus (Microtus arvalis,M. agrestis) sind Reservoirwirte des Tulavirus, das scheinbar nur sehr selten humane Infektionen hervorruft.
In Deutschland wurden seit Einführung der Meldepflicht für klinisch apparente Hantavirusinfektionen (1.1. 2001) jährlich ca. 140-240 Fälle gemeldet. Im Vergleich dazu sind im Jahr 2005 bisher bereits deutlich mehr Hantavirusinfektionen gemeldet worden. Bei Untersuchungen von Nagetierproben aus Niederbayern und Köln, Gebieten mit einer erhöhten Anzahl klinischer Fälle in 2004 und 2005, wurde eine PUUV-Durchseuchung bei Rötelmäusen gefunden (>30%), die deutlich höher ist als in Brandenburg, einem Bundesland mit bisher sehr wenigen gemeldeten Hantavirusinfektionen.
Wegen der bisher nur unzureichenden Daten zur Verbreitung von Hantaviren in den Nagetierwirten in Deutschland wurde mit der Etablierung eines Netzwerks begonnen, das sich Untersuchungen zu Hantaviren und anderen Nagetier-übertragenen Pathogenen widmen soll. Langfristig soll dieses Netzwerk der Etablierung eines Monitorings von Nagetieren und Nagetier-übertragenen Pathogenen dienen, um die Infektionsgefährdung der Bevölkerung rechtzeitig abschätzen zu können.


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Last modified: Thu Dec 1 21:18:16 CET 2005