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2. Krankheitsursachen und Schaderreger an Nutzpflanzen

Krankheitsursachen von Pflanzen teilt man in zwei Kategorien ein:

  • abiotische Schadursachen
  • biotische Schadursachen

Zu den abiotischen Schadursachen zählt man Klima, Boden und Chemikalien, zu den biotischen Schadursachen Viren, Mykoplasmen, Bakterien, Pilze, Algen, Parasitische Blütenpflanzen, Unkräuter, Nematoden, Schnecken, Gliederfüßer (Arthropoden), und Wirbeltiere (Vertebraten)


2.1 Abiotische Krankheitsursachen

Gesundheit und normale Entwicklung der Pflanzen sind nur gewährleistet, wenn die Umweltbedingungen den Ansprüchen der Pflanze entsprechen und die Grenzen ihrer Belastbarkeit durch ungünstige Faktoren nicht überschritten werden. Entfernen sich die Umweltbedingungen für eine Pflanzenart oder -Sorte weit vom jeweiligen Optimum, so gerät sie in ökologische Grenzlagen und ihre Gefährdung wächst.

Abiotisch bedingte Schädigungen (z. B. durch Frost oder Wind) lassen sich in den meisten Fällen nicht abwehren; sie können katastrophale Ausmaße annehmen und die von Schadorganismen verursachten Schädigungen weit übertreffen. Abiotische Faktoren schädigen nicht nur unmittelbar; häufig schaffen sie Eintrittspforten und über eine Schwächung oder Beschädigung der Pflanze erst die Voraussetzung für den Befall mit Schaderregern, oder sie verändern die Prädisposition der Wirtspflanze und beeinflussen Schwere und Verlauf der Krankheit. Abiotisch verursachte Erkrankungen sind nicht übertragbar. Manche können geheilt werden, wenn das auslösende Agens nicht mehr einwirkt.

Die abiotischen Krankheitsursachen im einzelnen sind

  • Klima und Witterungsbedingungen
    - Temperatur: Kälte, Hitze
    - Licht: Starklicht, Lichtmangel, Lichtdauer
    - Luftbewegung:  Sturm, Windstille
    - Niederschläge: Regen, Schnee, Hagel
  • Bodenbedingungen
    - Feuchtigkeit: Nässe, Trockenheit 
    - physikalische Faktoren: Verdichtungen, Verfestigungen
    - chemische  Faktoren: Bodenreaktion, Nährstoffmangel, -überschuß, toxische Verbindungen, Salzanreicherung
  • Agrartechniken
    - Geräte, Maschinen: Wunden, Druckschäden
    - Chemikalien:  Düngemittel, Pflanzenbehandlungsmittel
  • Immissionen aus Industrie,  Haushaltungen,  Kraftfahrzeugen: Fluorwasserstoff, Nitrose-Gase, Schwefeldioxyd, Smog, Ozon

 

Die Klimaverhältnisse haben einen entscheidenden Einfluss auf das Wachstum einer Pflanze. Nicht jede Pflanze kann an jedem Ort wachsen, auch wenn dies in der Praxis des Haus- und Kleingartens  manchmal angenommen wird. Extremes Wetter und ungünstige Klimafaktoren können Pflanzen schädigen. Niederschläge z.B. Hagel oder starker Schneefall sind solche  Faktoren, die Pflanzen stark schädigen können. Auch extreme Hitze oder starke Fröste sind für die Schädigung von Pflanzen verantwortlich.


Licht ist für Pflanzen lebensnotwendig. Pflanzen können mit ihrem grünen Blattfarbstoff das Licht dazu nutzen, aus Wasser und dem aus der Luft stammenden Kohlendioxid Zucker selbst herzustellen (sie assimilieren).


Der Boden ist für Pflanzen eine wichtige Lebensgrundlage. Er bietet den Pflanzen wichtige Nährstoffe, die die Pflanzen zum gesunden Wachstum benötigen. Pflanzen (z.B. Bäume) stehen oft jahrelang an immer der selben Stelle. Das bedeutet, dass der Boden für diese Pflanzen auch geeignet sein muss. Wichtige Bodenfaktoren sind u.a. die Bodenart/Struktur, die chem. Zusammensetzung (pH-Wert) und die Bodenfeuchte.

Chemikalien können sowohl im positiven, wie auch im negativen, Auswirkungen auf die Pflanzen haben. Entscheidend dabei ist die Menge. Anwendungsfehler (falsche Dosierung eines Präparates)  führen häufig nicht zum Ziel und können Pflanzen schwer schädigen, sogar abtöten, und können den Anwender sowie die Umwelt schwer belasten.


Aktuelle Forschungsergebnisse finden Sie in den Berichten unserer Arbeitskreise (AK), in diesem Fall insbesondere des AK Integrierter Pflanzenschutz, AK Pflanzenschutz im Gartenbau und AK Pflanzenschutz in den Tropen und Subtropen. (Mehr...


2.2 Viren

Viren sind keine typischen lebenden Organismen, da sie keinen eigenen Stoffwechsel besitzen und deshalb auf lebende "Wirte" fest angwiesen sind. Viren sind obligate Krankheitserreger in wenigstens einem Wirtsorganismus; sie verursachen »Virosen« (im europäischen Raum mehr als 1200 Pflanzenvirosen).

Viren sind submikroskopische Partikeln mit folgenden Merkmalen:

  • sie sind in wenigstens einer linearen Dimension nicht größer als 300 nm;
  • sie haben nur ein Typ von Nukleinsäure (RNS oder DNS; Lebewesen haben stets beide Typen);
  • sie haben eine eigene Replikation nur in passender intrazellulärer Umgebung in Abhängigkeit von energieliefernden Systemen (kein eigener Stoffwechsel);
  • sie  sind gegenüber Antibiotika weitgehend unempfindlich.

 

Die Nukleinsäure (Genom) der Partikeln ist in der Regel von einem Proteinmantel, manchmal zusätzlich von einer Lipid-haltigen Hülle, umgeben. Zuweilen ist das Genom in 2-4 Segmenten unterschiedlichen Molekulargewichtes auf verschiedene Viruspartikeln verteilt (geteiltes Genom). Infektiöse Nukleinsäuren mit niedrigem Molekulargewicht ohne Proteinmantel werden Viroide genannt. Komplette Partikel werden Virionen genannt, der Mantel Kapsid; morphologische Untereinheiten des Kapsids heißen Kapsomeren; eine zusätzliche Hülle heißt  Envelope oder Peplos (aus Wirtszellbestandteilen oder z.T. aus virusspezifischer Information gebildet) mit Projektionen (Peplomeren).  

 

Krankes Pflanzenmaterial sorgt für Verbreitung der virosen Krankheiten auf größerer Entfernung. In Gärten werden sie in erster Linie durch saugende Insekten (z.B. Blattläuse) übertragen.
Erkrankte Pflanzen müssen entfernt werden, da es  keine praktikablen Heilungsmöglichkeiten gibt und sich die Bekämpfungsmaßnahmen nur auf die Vorbeugung der Infektion beziehen.

 


Aktuelle Forschungsergebnisse finden Sie in den Berichten unserer Arbeitskreise (AK), in diesem Fall insbesondere des AK Viruskrankheiten der Pflanzen. (Mehr...


2.3 Mykoplasmen und Mykoplasma-ähnliche Organismen

Bei Mykoplasmen handelt es sich um sehr kleine, selbstständig vermehrungsfähige Bakterien aus der Klasse der Mollicutes. Mit einer Größe von 580-1.380 kbp haben die Gattungen Mycoplasma und Ureaplasma das kleinste Genom der zur Auto-Replikation befähigten Prokaryonten. Mykoplasmen sind parasitär, intra- und extrazellulär lebende Bakterien, die beim Menschen, Tieren und Pflanzen die Ursache für zahlreiche Krankheiten sind. Sie leben aerob bis fakultativ anaerob.

 

Pflanzenpathogene Arten gehören zur Gattung Spiroplasma mit spiraligen, beweglichen Zellformen, die 3-25µm lang sein können. Sie besitzen als Vertreter der Ordnung Mycoplasmatales keine Zellwand, sodern eine dreischichtige Membran und eine veränderliche (pleomorphe) Zellform (Größe 100-1000nm, zuweilen bis 10 µm). Im Zellinneren sind fädige Nukleinsäurestrukturen, Ribosomen und Vakuolen nachweisbar.

 

Den Mykoplasmen zugeordnet werden pleomorphe Strukturen (Größe 100-500 nm), die man aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit Mykoplasmen als “mycoplasma-like organisms“ (MLO) bezeichnet, die sich aber von ihnen physiologisch unterscheiden und im Phloem erkrankter Pflanzen nachweisbar sind. In verschiedenen Spiroplasmen und MLO wurden Viren nachgewiesen. Beide Schaderregergruppen werden vor allem durch Zikaden persistent und propagativ sowie von Cuscuta-Arten und durch Pfropfung übertragen.


Aktuelle Forschungsergebnisse finden Sie in den Berichten unserer Arbeitskreise (AK), in diesem Fall insbesondere des AK Viruskrankheiten der Pflanzen und AK Phytobakteriologie. (Mehr...


2.4 Bakterien

Bakterien sind prokaryotische, einzellige oder Trichome bildende, mikroskopisch kleine (bis 1µm) fast undifferenzierte, vorwiegend heterotrophe Organismen. Ihre Vermehrung erfolgt durch binäre Spaltung, seltener durch Knospung. Es gibt zahlreiche phytopathogene Arten in 3 Bakterien gruppen an Wirtspflanzen aus fast 70 Pflanzenfamilien. Bakterien sind weit verbreitete Saprophyten in Böden oder Gewässern, z.T. wichtige Antibiotikabildner, die neben phytopathogenen auch viele human- oder tierpathogene Formen ausbilden.

 

Die prokaryotische Zelle (Protocyte) unterscheidet sich von der Eucyte (Eukaryonten) durch vereinfachten Bau der Kernstrukturen; eine Kernmembran fehlt, genetisches Material (DNS) befindet sich im ringförmigen Chromosom und in Plasmiden (Episomen). Es kommen Geißeln (0 10-1 5 nm) vor, die in Filament- und Hakenregion gegliedert sind, und Basalkörper mit Polorganellen aus Protein (Flagellin) und in Subfibrillen unterteilt. Mitochondrien und Chloroplasten fehlen; das Grundplasma mit Ribosomen, Mikrotubuli und Reservestoffen (Fettgrana, Proteinkristalle, Polyphosphate), tubuläre-vesikuläre Membranstrukturen (Mesosomen) stehen mit der Cytoplasmamembran in Verbindung. Ferner gibt es eine relativ starre, mehrschichtige Zellwand aus Murein-Gerüst (Mucopeptide; Bausteine: Muraminsäure, Glucosamin und Aminosäuren), in welches Proteine, Lipopolysaccharide (gramnegative Bakterien) bzw. Teichonsäuren (grampositive Bakterien) eingelagert sind.

 

Genetische Änderungen erfolgen durch Mutationen und parasexuelle Rekombinationen, Transformation (Übertragung freier DNS), Konjugation (partielle Fusion von determinierten Zelltypen mit Übertragung von genetischem Material aus Donator- in Receptorzelle), Transduktion (Übertragung genetischer Informationen durch temperente Phagen).

 

Die Überdauerung wird durch Endosporen (nicht bei phytopathogenen Arten) oder physiologisch ruhenden Zellen ermöglicht; eine Exosporenbildung kommt bei Actinomycetales vor.

 

Symptome bakterieller Erkrankungen (Bakteriosen) bei Pflanzen sind: Vergilbungen, Welke, Nekrosen, Gallen, Weichfäulen. Viele Erreger sind Wundparasiten, andere dringen durch natürliche Öffnungen (Stomata, Lentizellen, Hydathoden) ein. Die intakte Oberfläche der oberirdischen Pflanzenteile kann nicht durchbrochen werden; Die Ausbreitung der Erreger erfolgt weniger durch Wind, vielmehr mit Pflanzenmaterial, durch tierische Vektoren, den Menschen und auf kurze Distanz durch Niederschläge.  


Aktuelle Forschungsergebnisse finden Sie in den Berichten unserer Arbeitskreise (AK), in diesem Fall insbesondere des AK Phytobakteriologie. (Mehr...


2.5 Pilze

Pilze sind Eukaryonten mit typischer Kern- Struktur (Mitosekern mit Chromosomen; Teilung mitunter ohne Kernspindel; Kernmembran bleibt bei Teilung erhalten): der Vegetationskörper ist meist haploid vielkernig (Zell- und Kernteilung meist unabhängig), genetisch homo- oder heterokaryotisch; diploide Stadien sind von begrenzter Dauer (nach Karyogamie bis anschließender Meiosis), Zweikernigkeit (Dikaryose) kann für bestimmte Entwicklungsstadien typisch sein (z. B. ascogene Hyphe: sekundäres Mycel der Basidiomyceten; Aecidio-, Uredo-, Teleutospore bei Rostpilzen; Brandspore).

Die Zellwände enthalten als Hauptkomponenten Chitin-Glucan (Chytridiomyceten; fast alle Ascomyceten, Basidiomyceten, Deuteromyceten) oder Chitin-Chitosan (Zygomyceten); die Oomyceten und ein Teil der Myxomyceten (Plasmodiophoromyceten) weisen Cellulose-Glucan bzw. Cellulose auf.

Die Vermehrung erfolgt asexuell durch Hyphenteile (Arthrosporen), Zoosporangien mit Zoosporen, morphologisch verschiedenen Konidien (an einfach bis stark differenzierten Trägern, in Sporenlagern oder -behältern), bzw. sexuell durch Dauersporen, Oosporen, Asco- bzw. Basidiosporen. Asco- und Basidiomyceten können mehr oder weniger differenzierte Fruchtkörper (Sporokarpe) von mikro- bis makroskopischer Größe bilden.

Die Organismengruppe ist sehr vielgestaltig, ausnahmslos C-heterotroph, saprophytisch, parasitisch oder symbiontisch lebend. Der Thallus bei den Myxomycota ist ein Plasmodium, bei Eumycota von einzelliger, blasenartiger bzw. tubulärer Gestalt oder fädig aus Hyphen (Mycel) mit Plasmaströmung. Hyphen sind unseptiert (Mastigomycotina) oder durch Septen mit Porus (Ascomycotina, Basidiomycotina, Deuteromycotina) untergliedert. Mobile Stadien gibt es bei Myxomycota (Myxoflagellaten) Und Mastigomycotina (Zoosporen).

Es sind mehr als 45.000 Arten, darunter human-, tier- und phytopathogene Formen beschrieben, die in Böden, Gewässern oder als Epiphyten vorkommen.


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2.6 Algen

An Landpflanzen parasitierende Algen gehören zu den Grünalgen der Gattung Cephaleuros. Die wirtschaftlich wichtigste Art ist C. virescens, die durch einen weiten Wirtspflanzenkreis gekennzeichnet ist. Man nimmt an, dass es sich hierbei um eine Sammel species handelt. Diese Algen befallen Blätter, Äste, Stämme, mitunter auch Früchte und rufen häufig nekrotische Flecke hervor. Auf ihnen können haarähnlich aussehende, orangerote Fruchtkörper entstehen, die an ihrer Spitze je ein Sporangium mit zweigeißeligen Zoosporen tragen. Durch Cephaleuros-Arten verursachte Krankheiten, auch als roter "Rost" bezeichnet, treten im Freiland etwa zwischen 32 " nördlicher und 32 " südlicher Breite auf. Besonders gefährdet ist der Tee, doch werden auch andere Pflanzen, wie Kaffee, Kakao, Kautschuk, Guave oder Citrus, befallen.

 


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2.7 Parasitische Blütenpflanzen

Von den mehr als 3000 Arten höherer Pflanzen, die als parasitisch lebend bekannt sind, müssen nur wenige  als Parasiten von Nutzpflanzen aus wirtschaftlichen Gründen Berücksichtigung finden. Sie leben ausschließlich auf Samenpflanzen, zu denen sie auch selbst gehören. Der durch diese Spermatophyten verursachte Schaden variiert in weiten Grenzen, die auch eine nahezu vollständige Vernichtung der befallenen Kultur einschließen. parasitische Pflanzen dringen mit Hilfe von Kontaktorganen (Haustorien) zur Nahrungsaufnahme in lebendes Wirtsgewebe ein. Sie schädigen ihre Wirtspflanzen durch Entzug von Wasser, Nährsalzen und Assimilaten, insbesondere Zucker, häufig auch durch Störung des Wuchsstoffhaushaltes. 

 

An den Kontaktstellen wird das Wirtsgewebe enzymatisch aufgeweicht, zumeist auch aufgelöst und mechanisch auseinandergedrückt. Das eindringende Haustorium durchwuchert es und stellt die Verbindung zu den Leitbahnen des Wirtes her. Nach der Bürtigkeit der Haustorien lassen sich Wurzel-, Sproß- und Blatthaustorien unterscheiden. Weiterhin werden Primär- und Sekundärhaustorien unterschieden. Von ersteren spricht man, wenn aus den Parasitensamen nur ein kurzer Keimschlauch entsteht, der im Falle des Kontaktes zu einem geeigneten Wirt anschwillt und in das Wirtsgewebe eindringt. Entwickelt sich hingegen zuerst eine kleine Keimpflanze, so werden die an ihren Wurzeln, Sprossen oder Blättern entstehenden Haustorien Sekundärhaustorien genannt.

Beispiele für Pflanzen, die nur ein Primärhaustorium besitzen, finden sich bei den Viscaceen. Loranthaceen haben häufig zusätzlich auch Sekundärhaustorien. Bei Cuscuta kommen nur Sekundärhaustorien vor, alle Haustorientypen bei einigen Scrophulariaceen und Orobanchaceen.

 

Die Struktur der Haustorien weist bei den verschiedenen Parasiten erhebliche Unterschiede auf. Sie sind um so komplizierter strukturiert, je stärker die Parasiten spezialisiert und um so mehr sie von ihrer Wirtspflanze abhängig sind. Die Struktur des Haustoriums spiegelt also den Grad des Parasitismus wider. In zahlreichen Fällen, z. B. bei den meisten Scrophulariaceen, enthalten die Haustorien kein Phloemgewebe. Die Xyleme von Wirt und Parasit sind, je nach Art des Parasiten, in vielfältiger Weise miteinander verbunden.

Nach dem Fehlen oder Vorhandensein assimilationsfähiger Laubblätter werden die parasitischen Blütenpflanzen üblicherweise in Voll- und Halbparasiten unterteilt. Dabei ist aber zu beachten, dass einige sogenannte Vollparasiten nur Xylem-Kontakte haben, während Halbparasiten durchaus in Verbindung zum Phloem stehen können. Die Einteilung ist auch deswegen schwierig, weil es Übergangsformen, sogenannte halbgrüne Parasiten gibt.


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2.8 Unkräuter

Unkräuter lassen sich ökologisch als wildwachsende Pflanzen definieren, die Gesellschaften bildend, gemeinsam mit Nutzpflanzen auftreten. Es sind Pflanzen, die unter bestimmten Bedingungen unerwünscht sind, vor allem deshalb, weil sie mit Kulturpflanzen um meist nur begrenzt verfügbare, wichtige Wachstumsfaktoren konkurrieren und, bei Überschreiten bestimmter Dichten, den Ertrag mindern oder Ziele menschlicher Aktivität beeinträchtigen .

Die ackerbauliche Tätigkeit des Menschen begann  vermutlich damit, dass er ihm nützlich erscheinende Gräser, Kräuter und Bäume von hinderlichen, oft übermäßig wuchernden Pflanzen, den Unkräutern, befreite. Das Bemühen um die Zurückdrängung dieser Konkurrenz stellte über Jahrtausende hinweg eine der wichtigsten Tätigkeiten des Ackerbau treibenden Menschen dar. Ganze Systeme der Bodenbearbeitung, Fruchtfolge und Bewirtschaftungsformen sind nur unter Berücksichtigung dieses Zwanges zu verstehen.

Erst die chemische Unkrautbekämpfung hatte hier Ende des letzten Jahrhunderts einen durchgreifenden Wandel geschaffen, der noch heute mit erheblichen Konsequenzen für den Landbau verbunden ist.

„Unkraut“ ist ein Sammelbegriff, denn nicht jedes Unkraut ist eine krautartige Pflanze. Es werden deshalb gelegentlich neben das Unkraut die Begriffe Ungras und Unholz gestellt. Eine Pflanzenart kann nicht an sich, sondern nur unter Berücksichtigung örtlicher und zeitlicher Gegebenheiten als Unkraut bezeichnet werden. In Mitteleuropa zählen etwa 300 Pflanzenarten zu Unkräutern im Acker-, Garten- und Weinbau, von denen jedoch nur etwa 30 Arten regelmäßig in größerer Dichte auf Ackerflächen vorkommen.

Unkräuter sind als Glieder der Biozönose des Kulturlandes dem Standort angepasst und stehen meist in enger Beziehung zur Kulturpflanze. Sie vertragen oder verlangen sogar die mit der Ackerkultur verbundenen Bodenbearbeitungsmaßnahmen. Bestimmte Unkrautarten sind so sehr an Kulturpflanzen angepasst, dass sie mit ihnen zusammen wachsen, reifen, geerntet und wieder ausgesät werden.

Ein Standort wird nur selten von einer einzelnen Art voll ausgefüllt, so auch nicht von den in Reinkultur wachsenden Nutzpflanzen. Nährstoffe, Wasser, Licht bleiben noch verfügbar und werden von Unkräutern erfolgreich genutzt. Es setzen sich jeweils die Unkrautarten durch, denen die gegebenen ökologischen Bedingungen in besonderem Maße zusagen. Ihre erstaunliche Fähigkeit zur Anpassung an wechselnde Umweltverhältnisse ist eines der wichtigsten Merkmale der Unkräuter; für ihr Überleben ist es von entscheidender Bedeutung.


Aktuelle Forschungsergebnisse finden Sie in den Berichten unserer Arbeitskreise (AK), in diesem Fall insbesondere des AK Herbologie. (Mehr...


2.9 Nematoden

Nematoden sind drehrunde, bilateral-symmetrische, fadenförmige Würmer von einheitlichem Körperbau, unsegmentiert, ohne Blutgefäße und Atmungsorgane. Sie leben in wässrigem Medium im Boden und/oder in Pflanzen. Nematoden bilden die Arten- und individuenreichste Gruppe der Organismen in Böden. Die zahlreichen Erd- und Fäulnisbewohner ernähren sich von toter organischer Substanz, vor allem aber von Mikroorganismen, Pilzen und tierischen Einzellern. Räuberische Formen vertilgen kleine Vielzeller, besonders andere Nematoden.

Eine große Anzahl von Nematodenarten befällt jeweils bestimmte Wirtspflanzen und schmarotzt auf ihnen (parasitierende, phytophage Nematoden) Diese Arten saugen an den lebenden Zellen ihrer Wirtspflanzen.. So sind etwa im Zuckerrübenanbau Rübenzysten-Nematoden gefürchtet. Eine Züchtung von Sorten, die resistent sind gegen Nematoden, ist aufwändig und nicht immer erfolgreich. Eine bewährte Maßnahme gegen Nematoden im Zuckerrübenanbau ist eine weite Fruchtfolge mit Nematoden-resistenten Zwischenfrüchten. Pflanzenschutzmittel, die gegen Nematoden eingesetzt werden, bezeichnet man als Nematizide.

Freilebende, nicht parasitische Nematoden sind für die Funktionsfähigkeit von Böden von großer Bedeutung.  Sie eignen sich deshalb als ökologische Indikatoren für Monitoring und Bewertung von landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Insektenparasiten haben manchmal Bedeutung als Feinde von Schädlingen und sind in einigen

Fällen vielleicht zur biologischen Bekämpfung von Pflanzenschädlingen nutzbar.


Aktuelle Forschungsergebnisse finden Sie in den Berichten unserer Arbeitskreise (AK), in diesem Fall insbesondere des AK Nematologie (Mehr...) und AK Nutzarthropoden und entomopahtogene Nematoden (Mehr...)


2.10 Schnecken


Aktuelle Forschungsergebnisse finden Sie in den Berichten unserer Arbeitskreise (AK), in diesem Fall insbesondere des AK Pflanzenschutz im Gartenbau (Mehr...).


2.11 Arthropoden


Aktuelle Forschungsergebnisse finden Sie in den Berichten unserer Arbeitskreise (AK), in diesem Fall insbesondere des AK Populationsdynamik und AK Integrierter Pflanzenschutz. (Mehr...


2.12 Wirbeltiere


Aktuelle Forschungsergebnisse finden Sie in den Berichten unserer Arbeitskreise (AK), in diesem Fall insbesondere des AK Wirbeltiere (Mehr...).


Aktuelle Termine

13.07.2008
5th International Congress of Nematology
Brisbane, QLD., Australia

21.07.2008
6th Symposium of European Association of Acarologists
Montpellier, France

05.08.2008
IUMS Congresses 2008
Istanbul, Turkey


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